Interview Autorin Linda Cuir im Interview zu Zeit der Orangenblüte

Worum geht es in deinem Buch Zeit der Orangenblüte?

Carlota, ist die Tochter eines wohlhabenden Großgrundbesitzers und Stierzüchters aus Andalusien. Sie wird nicht nur an ihrem zehnten Hochzeitstag verlassen, sondern erfährt, dass ihr Mann sie völlig ruiniert hat. Trotz vieler Rückschläge kämpft sie und versucht, zu retten, was zu retten ist. Dabei stößt sie auf ein Geheimnis ihrer verstorbenen Mutter, das sie nach Marokko führt. Trotz aller Widrigkeiten erfährt sie auch Freundschaft und trifft ihre alte Liebe Antonio wieder.

 

Der Roman spielt in Spanien und Marokko. Hast du eine Verbindung zu diesen Ländern?

Schon die Tante meines Vaters verbrachte fast ihr ganzes Leben in Barcelona. Durch meine Besuche dort ist vermutlich die Liebe zu diesem Land entstanden. Auch ich lebe seit Längerem mit meinem Mann teilweise im Süden Spaniens, im geschichtsträchtigen Andalusien. Hier gibt es aufgrund der maurischen Vergangenheit und der Nähe zu Nordafrika viele Gemeinsamkeiten. Frühere Reisen führten mich mehrfach nach Marokko – nach Casablanca, Agadir bis hinauf in den Hohen Atlas, nach Marrakesch, Fez und Tanger. Noch immer bin ich von der maurischen Baukunst fasziniert. Selbst heute hat man in Marokko den Eindruck in frühere Welten einzutauchen.

 

Was zeichnet Carlota aus? Wie würdest du sie in wenigen Worten beschreiben?

Carlota, ist die wohlbehütete und folgsame Tochter einer wohlhabenden, traditionsreichen Adelsfamilie. Sie ist gutgläubig, fast ein wenig naiv und sucht in jedem Menschen nur das Gute. Aber sie ist auch willensstark und sie wird notgedrungen zu einer Kämpferin. Dabei macht sie sich nicht nur Feinde, sondern erfährt auch Treue, Freundschaft und Liebe.

 

Kannst du dich mit einer der Figuren identifizieren? Wenn ja, mit welcher und warum?

Ich glaube, es gibt einige Gemeinsamkeiten mit Carlota. Auch ich bin manchmal zu gutgläubig, was hin und wieder zu herber Enttäuschung führt. Aber ich bin emanzipiert und wenn erforderlich, auch durchsetzungsstark. 

 

Musstest du für deinen Roman viel recherchieren? Und woher holst du dir deine Inspirationen?

Eigentlich nicht, denn ich wähle meistens Orte des Geschehens, die ich kenne. Natürlich musste ich mich über die Stierzucht, die Olivenernte, Öl-, Seifen- und Sherryherstellung informieren. Dazu habe ich hier die entsprechenden Orte aufgesucht und sehr viel Unterstützung erhalten. Auch im Internet erhielt ich Hilfe und bin all den netten Menschen sehr dankbar dafür.
Inspiration – ich sehe, höre oder rieche etwas und dann läuft das Kopfkino ab. Oft auch nachts!

 

Wo ist dein liebster Leseort?

Auf einem kleinen Felsvorsprung hier am Meer oder auf meiner Terrasse – in Deutschland in einem Ohrensessel, dem Erbstück meiner Großmutter.

 

Womit beschäftigst du dich neben der Schriftstellerei?

Sport, wobei heute fast nur noch das Wandern und Schwimmen möglich ist. Züchten von Pflanzen, vor allem Palmen aus Samen und im Herbst und Winter gilt meine Leidenschaft der Herstellung von Trüffel und Pralinen. Auch koche und backe ich gerne.

 

Was war dein Traumberuf als Kind?

Mutter mit Kind – ist in Erfüllung gegangen, aber das war wirklich nur ein Kleinkindtraum. Mein Wunsch Schriftstellerin zu werden schien mir so absurd zu sein, dass ich mich damals nie ernsthaft damit beschäftigte. Schriftsteller standen bei mir auf einem mächtigen Sockel, zu denen ich ehrfurchtsvoll aufgesehen habe.

Linda Cuir Interview Foto private Lesung
Linda Cuir bei einer privaten Lesung