Dorothea Stiller über ihren Regency-Roman Der Myrtenzweig

Worum geht es in deinem neuen Buch Der Myrtenzweig?

Die Handlung spielt in London im Jahr 1814. Ein bekannter Dandy und Frauenheld wurde in einer geschlossenen Kutsche während der Fahrt umgebracht. Der Verdacht fällt natürlich auf den Kutscher, der aber seine Unschuld beteuert, gleichzeitig aber auch behauptet, unterwegs nirgends angehalten und nichts Verdächtiges gehört oder gesehen zu haben. Der Droschkenkutscher wird verhaftet und erwartet seine Gerichtsverhandlung. Die Schwester des Verdächtigten ist Kammerdienerin bei der Marchioness of Beresford. Als die erfährt, warum ihre Angestellte so bedrückt wirkt, verspricht sie, zu helfen und die Unschuld des Kutschers zu beweisen. Und schon steckt Lady Dorothy Beresford in einem spannenden Mordfall. Gleichzeitig soll sie sich als Ehevermittlerin betätigen und einen geeigneten Ehemann für das Patenkind ihres Mannes finden. Bald stellt sich heraus, dass auch die Familie der jungen Frau noch eine offene Rechnung mit dem Ermordeten hatte.

Hast du schon mal einen Krimi geschrieben oder ist es dein erster Krimi?

Das ist mein zweiter Krimi, wenn man mein Jugendbuch nicht dazuzählt, in dem es auch einen kleinen Kriminalfall um zwei gestohlene Gemälde gibt. Der erste wird auch bei dp erscheinen, der Termin steht aber noch nicht fest. Dieser erste ist ein zeitgenössischer Krimi und spielt in Tobermory, einer kleinen Stadt auf der schottischen Isle of Mull. Auch darin ermittelt eine Frau – allerdings mit Unterstützung des Inselpolizisten und des Gemeindepfarrers.

Was ist beim Schreiben eines Krimis der größte Unterschied zu einer Liebesgeschichte?

Ich glaube, im Kern sind sie eigentlich gar nicht so verschieden, denn es braucht interessante Charaktere, mit denen man mitfühlen kann und eine Geschichte mit überraschenden Wendungen. Natürlich liegt beim Krimi die Betonung mehr auf der Spannung und eine Liebesgeschichte ist meistens mehr oder weniger vorhersehbar, denn sie lebt gewissermaßen davon, dass die zwei Charaktere, von denen die LeserInnen möchten, dass sie sich am Ende kriegen, auch trotz einiger Schwierigkeiten zusammenfinden. Beim Krimi ist die Schwierigkeit, durchschaubar genug zu bleiben, dass die LeserInnen mitraten können, aber nicht zu offensichtliche Hinweise zu liefern. Einen Krimi ziehe ich beim Planen quasi von hinten auf. Ich mache mir erst Gedanken um die Tat und die Lösung und muss dann falsche Fährten legen und überlegen, welche Hinweise die Ermittelnden finden und in welcher Reihenfolge und wie sie die entdecken könnten.

Was reizt dich besonders daran, Romane zu schreiben, die in der Regency und viktorianischen Zeit spielen?

Gute Frage – vielleicht habe ich in einem früheren Leben in dieser Zeit gelebt? Ich finde sie total faszinierend. Ich habe mich schon im Studium mit Jane Austen und der viktorianischen Literatur beschäftigt. Eines meiner Prüfungsthemen waren die sogenannten »Victorian Sensation Novels«, also Wilkie Collins‘ »Die Frau in Weiß«, Mary Elizabeth Braddons »Lady Audleys Geheimnis« und Ellen Woods »East Lynne«. Ich mochte auch die Schauerromane wie »Dracula« und »Frankenstein«.
Ich denke, die Faszination dieser Zeit liegt darin, dass sie den Übergang zur Moderne bildet. Viele unserer modernen Errungenschaften haben ihren Ursprung in jener Zeit, natürlich auch die Frauenbewegung. Gleichzeitig sehnt man sich heute aber auch zurück in vergangene Zeiten, in denen es noch Höflichkeit und Galanterie gab, ohne Hektik, ohne moderne Elektronik. Auch in der Hinsicht übt diese Zeit einen Reiz aus.

Viele deiner Romane spielen in England oder Schottland. Warum?

Das hat einen recht unoriginellen Grund. Ich habe Anglistik studiert und ein Jahr in England gelebt und gearbeitet. Natürlich bin ich oft auf der Insel gewesen und habe Freunde und Bekannte dort.

In Der Myrtenzweig begegnen wir Lady Beresford aus Lehrstunden des Herzens wieder. Warum ausgerechnet ihr?

Als ich die »Lehrstunden« geschrieben habe, ist mir der Charakter ans Herz gewachsen. Sie ist warm, herzlich und unverstellt. Sie gibt nicht viel auf übertriebene Etikette und hat keine Standesdünkel. Sie kann aber auch besserwisserisch und eigensinnig sein, das bekommt vor allem ihr Ehemann Lord Archibald Beresford zu spüren. Doch insgesamt sind die beiden ein absolutes Dreamteam. Ich fand es selbst total spannend, Dorothy und ihren Archibald und ihre sehr besondere Beziehung zu entdecken.

Ist eine Fortsetzung geplant?

Jain. Wie schon bei den »Lehrstunden« ist das nächste Projekt keine echte Fortsetzung, sondern mehr so etwas wie ein »Spin-off«. Ich bin dem Genre dieses Mal treu geblieben, denn auch die dritte Geschichte wird ein Krimi, der aber mehr in Richtung Thriller geht und einige Anleihen bei den oben erwähnten Sensation Novels und Gothic Novels (Schauerromanen) macht. Trotzdem steht im Zentrum auch wieder eine Liebesgeschichte.

Kannst du deinen Fans schon etwas von deinen kommenden Projekten in diesem und im nächsten Jahr verraten?

Ja, geplant sind noch eine Neuauflage meines Liebesromans »Love on Air – Verliebt in London«, sowie der oben erwähnte Schottland-Krimi. Außerdem erscheint der vierte Band meiner Regency-Reihe als Adventskalender-Roman. Bei dem Projekt wird wieder die Romantik im Vordergrund stehen. Wie es im nächsten Jahr weitergeht, kann ich noch nicht hundertprozentig absehen, da ich noch verschiedene Jugendbuchprojekte bei Verlagen zur Prüfung liegen habe und abwarten muss, ob ich eine Zusage bekomme. Geplant ist auf jeden Fall schon ein weiterer Love Shot. Ich habe mir vorgenommen, die Vorgeschichte meines Lieblingspärchens zu erzählen, nämlich die Geschichte, wie Lord und Lady Beresford sich eigentlich kennengelernt haben.

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Die gebürtige Westfälin Dorothea Stiller machte ihre ersten schriftstellerischen Gehversuche mit Kurzgeschichten und Fan-Fiction. Ihr Debütroman „Conny und die Sache mit dem Hausfrauenporno“, eine romantische Komödie erschien 2014 bei Forever by Ullstein. Es folgten weitere romantische Komödien sowie ein Jugendbuch für Mädchen im Kosmos-Verlag. Ihre große Liebe gilt der englischen Sprache und Literatur. Seit über 25 Jahren beschäftigt sich die Autorin auch mit Tarot und seinen vielfältigen Anwendungen, speziell für kreative Prozesse. Am liebsten schreibt sie bei einer schönen Tasse Kaffee. Deswegen hat sie einen kleinen Tassen-Tick und hat einige hübsche oder originelle Exemplare angesammelt.

J. C. Philipp über ihr neues E-Book und die unglaubliche Geschichte dahinter

Das Erbe von Broom Park beginnt mit der jungen Fischerstochter Hazel MacAllan, die an der schottischen Westküste zwischen Oban und Ballachulish lebt. Zu dem Buch gibt es eine sehr romantische Geschichte, die die Liebesgeschichte des Romans umso schöner macht.

Die Autorin J. C. Philipp erzählt:

Vor einigen Jahren hatten mein Mann und ich eine Ehekrise. Wir machten Trennung auf Probe und ich suchte im Internet nach Ablenkung bei einer Partnerbörse. Ich nannte mich selbst „Hazel“. Nach einiger Zeit fing ich an mit einem Kerl zu chatten, der sich „Glen Coe“ nannte. Wir hatten viele Gemeinsamkeiten und verstanden uns blendend. Er erzählte von Problemen mit seiner Ex-Frau und seinem schwierigen Job und ich von meinen Problemen. Nach zwei Monaten verabredeten wir uns zu einem Blind-Date. Er schrieb mir vorher „ich sollte auf alles gefasst sein“. Darauf was passierte war ich dann nicht gefasst. Vor mir stand mein Mann. Inzwischen sind wir 25 Jahre verheiratet und haben 2017 in Schottland, in Ballachulish, unser Eheversprechen erneuert. Daher hat das Buch für uns beide eine große Bedeutung. 

 


 

Worum geht es in deinem Buch Das Erbe von Broom Park?

Das werde ich hier nicht alles verraten. Das wäre als würde man im Buch die letzte Seite zuerst lesen.  Nur so viel: Es ist ein historischer Roman der 1813 beginnt. Die Heldin ist eine junge Schottin, die sich in einen Mann verliebt, den sie nicht haben kann. Das Schicksal führt sie von der Westküste nach Edinburgh und schließlich nach Indien. Sie findet ihre große Liebe. Es dauert aber lange, bis sie das erkennt.

 

Was war der Moment, in dem dir klar wurde, dass du diese Geschichte aufschreiben wolltest?

Nach meinem ersten Roman (von 1998) der in Wales spielt, wollte ich irgendwann eine neue Geschichte schreiben, die in Schottland spielt. Das war noch weit vor dem großen Schottlandroman-Hype.

 

Ein schottisches Herrenhaus, ein verfallener Ballsaal, eine Plantage in Indien – deine Schauplätze sind sehr bildgewaltig. Entspringt das alles deiner Fantasie?

Ja, die ist nämlich blühend. Die Inspiration dazu ziehe ich aus meinen Reiseerfahrungen in bisher 40 Länder. Darunter auch nach Schottland, England, Wales und Irland.  Es sind sowohl die traumhaften Landschaften als auch die kulturellen und architektonischen Schönheiten, wie Schlösser, Herrenhäuser, Parks und Gärten, Museen und Tempel, die sich mir auf ewig eingeprägt haben.

 

Hast du die Erzählung schon im Voraus geplant oder hast du dich beim Schreiben von deiner Intuition leiten lassen?

Teile waren geplant, wie z.B. die Plantage. Vieles ergibt sich aber erst, wenn ich schreibe einfach so oder wird aufgrund von weiteren Erkenntnissen angepasst.  Eigentlich wollte ich die Heldin in die Karibik schicken … Indien passte aber besser in die Zeit und gab mehr, bisher noch nicht erzählte Historie, um etwas daraus zu machen.

 

Deine Hauptfigur Hazel hat ein sehr bewegtes Leben. Wie bewahrt sie sich auch in schwierigen Zeiten ihre Hoffnung?

Sie ist einfach eine Kämpferin, die nicht aufgibt. Sie verspricht ihrer Mutter stark zu sein und dieses Versprechen hält sie.

 

Welcher Satz aus dem Buch ist dein „Lieblingssatz“?

Oh je … da muss ich jetzt aber mal überlegen. Ich denke der letzte Satz im Buch, der am Anfang auch schon mal vorkommt. Wenn man das Licht in Schottland mal erlebt hat, dann vergisst man das nie wieder.

 

An welchen Schauplätzen des Romans bist du selbst schon gewesen?

In Schottland an allen. Meine Eltern sind früher fast jedes Jahr zum Angeln hingefahren und ich musste mit. Sie hatten einen Freund – Douglas – der hatte ein Haus im Broom ParkDrive in Lesmahagow und ein Ferienhaus in Ballachulish in dem wir ein paarmal Gäste waren. Ich liebe Glen Coe und kenn es noch, als die Straße einspurig mit Ausweichplätzen war und kaum Touristen unterwegs waren. Auch in Edinburgh war ich und bis hoch an die Nordküste. Mein Mann teil inzwischen meine Liebe für Schottland.

 

Wie sahen deine Recherchen dazu aus?

Reisen nach Schottland. Viel über die Geschichte Europas lesen zu der Zeit in der das Buch spielt. Über die Zeit zwischen 1800 und 1850 hatte ich schon für mein erstes Buch viel gelesen und damals noch in der Bibliothek gestöbert. Vieles recherchiere ich natürlich auch im Internet. Ich hatte vorher noch nie von den Pindari gehört und ich glaube, dass über den Pindari War kaum etwas bekannt ist.

 

Wie lange hat die Arbeit an Das Erbe von Broom Parkgedauert?

Zu lange. Das Buch ist schon einige Jahre fertig. Ich war nur, nachdem der Verlag für mein erstes Buch aufgelöst wurde und es kaum Exemplare gab, etwas frustriert. Ich hab es immer vor mir her geschoben, einen neuen Verlag zu suchen, da es beim ersten Mal ein echter Kampf war.
Im August 2017 haben mein Mann und ich dann anlässlich unserer Silberhochzeit noch einmal geheiratet: In Schottland, in Ballachulish. Er im Kilt, ich in Weiß. Sehr romantisch.Dort zu sein, hat dann den letzten Kick gegeben, das Buch nochmal zu überarbeiten und es endlich einem Verlag anzubieten. Ich habe mich dann ganz bewusst für eine Veröffentlichung als E-Book entschieden.

 

Hast du eine Fortsetzung geplant?

Oh ja!  Die Recherchen dazu laufen schon.

 

Was hast du bisher veröffentlicht?

Im Jahr 1998 erschien mein erster Roman Chestnuthill – Das Haus auf dem Kastanienhügel als gedruckte Ausgabe. Leider war der Verlag sehr klein und wurde später aufgelöst. Ich habe die Rechte zurückerhalten und hoffe auf eine Neuauflage einer überarbeiteten Version als E-Book.

 

Welches Buch liest du gerade?

Zur Zeit lese ich einige historische Romane, um zu sehen, was auf dem Markt derzeit im Angebot ist und wie da der Stil ist.
Rein zum Genusslesen waren das letzte die Krimis Friesen Lohn und Friesen Klinik von Stefan Wollschläger, die in Ostfriesland spielen. Ich lese gerne Roman oder Krimis, die in den Gegenden oder Ländern spielen, in denen ich mich grade aufhalte und ich war da grade eine Woche in Ostfriesland.

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J. C. Philipp wurde 1966 im Taunus geboren. Sie wuchs in einem überaus reiselustigen Elternhaus auf und besuchte, seit sie 10 Jahre alt war, unter anderem regelmäßig Schottland, England und Wales. Inzwischen hat sie 39 Länder bereist und spricht 5 Sprachen. Ihren ersten Roman, Chestnut Hill, begann sie noch während der Schulzeit. Schreiben ist für sie Entspannung und Arbeit zugleich. Sie legt Wert darauf, nach entsprechender Recherche, viele belegte Geschichtsdaten in ihre Romane einzuarbeiten. Mit ihrem Mann und ihren Haustieren lebt die begeisterte Reiterin im Taunus in einem 300 Jahre alten Fachwerkhaus.

Das Herz eines Gentleman

Stuttgart, Dezember 2017. Die Geschichte um die mutige Protagonistin Joanna Ryde entstand über einen Zeitraum von etwa zweieinhalb Jahren neben Studium und Beruf. Wie viel Recherche Anna Jane Greenville betreiben musste, damit der viktorianische Alltag glaubwürdig klingt? „Recherche trifft die Intensität nicht ganz. Ich habe alles Viktorianische regelrecht gestalkt!“ – denn das 19. Jahrhundert übte schon immer eine besondere Faszination auf die Autorin aus. Die Recherche für Das Herz eines Gentleman war zwar aufwendig, hat aber genauso viel Freude gemacht: Das Royal National Theater erlaubte ihr, einen ganzen Nachmittag in deren Kostümfundus zuzubringen. Dieser befindet sich in einer riesigen Lagerhalle, die mit Kostümen – nach Jahrzehnten sortiert – gefüllt ist. Die Kleider durfte Greenville sogar anprobieren. Auch der Fechtunterricht, der nötig war, um diverse Zusammenstöße authentisch darstellen zu können, hat Spuren hinterlassen: Neben sehr viel Spaß, blieb vor allem der Muskelkater an den Tagen nach jedem Training lebhaft in Erinnerung.

Anna Jane Greenville hat ihr Herz an London verloren, an den unverwechselbaren britischen Humor und den Erfindungsreichtum der Menschen, die in dieser faszinierenden Stadt damals wie heute zu Hause sind. Das spiegelt sich auch in ihrem Roman Das Herz eines Gentleman wider. London, 1872: Im viktorianischen England sind die Möglichkeiten für Joanna und ihre Schwestern sehr begrenzt. Ihre einzige Chance besteht in einer vorteilhaften Heirat – doch wer würde eine der drei verarmten Schwestern zur Frau nehmen? Joanna glaubt nicht an Märchenprinzen, aber sie glaubt an sich selbst und beschließt, ihren eigenen Weg zu gehen. Als Junge verkleidet schleicht sie sich in der angesehenen Kenwood School for Boys ein.

Download Pressemitteilung: PM 11-2017_dp_Digital Publishers_Gentleman

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Die unterhaltsame Liebesgeschichte um eine junge Frau, die sich im viktorianischen England den gesellschaftlichen Konventionen widersetzt, spielt sowohl mit der Romantik dieser Zeit als auch mit deren Gegensätzen und düsteren Details. Das humorvolle Erstlingswerk erscheint bei dp DIGITAL PUBLISHERS.