Baseball Love – Homebase fürs Herz

Stuttgart, April 2018. Manche töpfern gerne. Manche kochen 5-Sterne-Menüs. Andere gehen segeln oder sammeln Münzen. Saskia Louis schreibt und das seit der vierten Klasse. Ob Kurzgeschichten, Songtexte oder Romane im Fantasy-, Krimi-oder Romance-Genre – Schreiben ist ihre Passion. Dafür wird unterwegs zum Festhalten ihrer Ideen alles genommen, was sich irgendwie zum Schreiben eignen könnte: Ganz egal was grad zur Hand ist – Servietten, Flyer oder Toilettenpapier …

Nach ihrer vierbändigen Fantasy-Reihe Das Geheimnis der Götter dürfen sich die Fans der erfolgreichen Chick-Lit-Reihe Baseball Love auf eine Fortsetzung freuen. Im Mai erscheint der sechste Band Homebase fürs Herz, in dem erneut ein Paar die Liebe findet, wenn auch – wie wohl fast immer im Leben – auf Umwegen: Cole Panther möchte eine Ehefrau finden. Jetzt, wo er die Entscheidung einmal getroffen hat, soll alles stressfrei, unkompliziert und natürlich schnell gehen. Seine Zukünftige muss nur ein paar simple Kriterien erfüllen: Sie sollte aus gutem Hause stammen, niedrige Erwartungen an ein gemeinsames Leben stellen – und auf das Wörtchen Liebe verzichten können. Denn Emotionen sind anstrengend und Cole hat genug damit zu tun, seine entfremdete Familie zusammenzuhalten. Tatsächlich wäre es ihm lieber, wenn jemand die lästige Aufgabe, eine Lebenspartnerin zu finden, für ihn übernehmen könnte …

Aber PR-Agentin Savannah wird ihrem Boss bestimmt keine Ehefrau suchen! Ihr eigenes Privatleben ist schon stressig genug. Seit ihrer Kindheit ist sie auf der Suche nach einem Ort, an dem sie sich zu Hause fühlt, und sie hat keine Zeit, sich durch einen reichen Egomanen von ihrem Ziel ablenken zu lassen. Sie braucht jemanden, der ihr beibringt, zu vertrauen. Nicht etwa eine neue Aufgabe. Aber andererseits könnte es eine Menge Spaß machen, Cole Panthers Privatleben durcheinanderzubringen …

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Saskia Louis – Homebase fürs Herz

Cole Panther, der neue Besitzer der Baseball-Mannschaft Delphies, möchte eine Ehefrau finden – und zwar möglichst stressfrei, möglichst unkompliziert und möglichst schnell. Für den erfolgreichen Businessmann sollte das kein Problem sein – besonders nicht mithilfe der Unterstützung seiner PR-Agentin. Doch Savannah wird ihrem Boss bestimmt keine Ehefrau suchen! Die neue turbulente Liebesgeschichte erscheint im Mai 2018 bei dp DGITAL PUBLISHERS und führt die erfolgreiche BaseballLove-Romanwelt weiter.

Homebase fürs Herz

Kapitel 1

 

Savannah Thomas war ein geduldiger Mensch.

Sie hielt es bis zu drei Stunden in Telefonwarteschlangen aus. Sie fädelte in Seelenruhe den dicksten Bindfaden durch das dünnste Nadelöhr. Sie hörte Mrs. Bernard, ihrer dementen Nachbarin, täglich bei derselben Geschichte zu. Sie erklärte Jake Braker, dem notorischen Womanizer der Delphies, immer wieder aufs Neue, wie man ein Kondom benutzte, aus Angst, er könne an einer Geschlechtskrankheit verrecken. Und erst letztens hatte sie ihre Q-tips gezählt und zu einem wackeligen Haus zusammengeklebt, als nichts Gutes im Fernsehen gekommen war.

Aber auch Savannah hatte Grenzen. Und eine davon war, wie es so wollte, eine Frau, die sich seit einer geschlagenen halben Stunde nicht abwimmeln ließ, sich anhörte, als habe sie ein weinendes Kind verschluckt und nicht einmal ihren Vornamen kannte!

„… und er sagte doch, dass er sich melden würde!“

„Tatsächlich.“ Savannah bohrte die Spitze ihres Bleistifts so fest in die Schreibtischplatte, dass sie darin stecken blieb.

„Ja!“ Das hysterische Schluchzen der Frau wurde lauter und Savannah sah sich dazu gezwungen, den Hörer von ihrem Ohr wegzuhalten.

„Ich meine, wir haben uns geküsst, ist das denn gar nichts wert?“

„Ich weiß nicht, kommt auf den Kuss an, würde ich sagen.“

„Er war spektakulär! Aber alles, was er mir gegeben hat, ist diese Nummer. Und da müssen Sie doch verstehen, wie mich das aus der Bahn wirft, wenn am anderen Ende eine Frau abhebt. Ich wusste ja nicht, dass Sie seine Assistentin sind.“

„Ich bin nicht seine Assistentin“, stellte Savannah klar und hörte sich dabei womöglich wie ein Hund an, dem sein Knochen weggenommen wurde. Tatsächlich hielt sie es auch nicht für ausgeschlossen, dass sie heute noch jemanden biss, denn Cole Panther hatte ihre Nummer an einen wildfremden Menschen weitergegeben! Schon wieder! Das war das vierte Mal diese Woche. Und es war erst Mittwoch!

„Aber Sie sagten doch, dass Sie für ihn arb-“

„Ja, ich arbeite in seiner Organisation, aber nicht als seine Assistentin“, erklärte sie abgehackt und riss den Bleistift mit Gewalt wieder aus dem Holz. Er brach entzwei und rollte in den Stapel Haftnotizzettel, der den größten Teil ihrer Arbeitsfläche bedeckte.

„Ach so.“ Eine kurze, nachdenkliche Stille folgte, bevor die Frau schniefend fragte: „Aber warum gibt er mir denn dann Ihre Nummer?“

Weil er ein verdammter Feigling ist, der sich nicht mit seinen billigen Verflossenen herumärgern will!

„Er muss wohl die hinteren Ziffern vertauscht haben.“

Hatte er nicht.

„Das ist mein Arbeitshandy.“

War es nicht.

„Und die Nummern der Delphies-Organisation unterscheiden sich nur in ihren letzten Zahlen.“

Taten sie nicht.

„Oh, also meinen Sie, es war ein Versehen?“

Um Gottes willen, nein! Cole Panther tat nie etwas aus Versehen. Denn das könnte ja Spaß machen – und Spaß zerknitterte seinen Anzug.

„Vielleicht könnten Sie mit ihm reden und meine Nummer weiterleiten?“

Savannah biss die Zähne zusammen und stand von ihrem Stuhl auf. „Oh ja, ich rede mit ihm“, versprach sie gepresst und stieß mit ihrer freien Hand die Bürotür auf.

„Das wäre wunderbar.“ Die Frau hatte aufgehört zu schluchzen, was Savannahs Ohren ungemein freute. „Ich würde ihn wirklich gerne wiedersehen. Er war so charmant.“

Mit welchem Cole Panther war die Frau nur ausgegangen? Es gab neunundneunzig Worte, mit denen Savannah Cole Panther beschrieben hätte. Charmant war keines davon. Aber das erste war Arsch und das zweite Loch.

„Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass er mich mag“, plapperte die Frau munter weiter.

Savannah verdrehte die Augen, während sie in langen Schritten die Distanz zum Fahrstuhl überwand, hineintrat und auf den Knopf für das oberste Stockwerk drückte. Auch das bezweifelte sie, denn Cole Panther mochte keine Menschen. Es war ihr schleierhaft, warum er überhaupt mit Frauen ausging, wo sie ihn doch allesamt nur zu nerven schienen.

Die Fahrstuhltüren schlossen sich und sie hoffte schon, dass die Verbindung abbrach, aber natürlich hatte sie selbst in der blechernen Büchse Empfang. Gott, sie hätte ja aufgelegt, aber sie war PR-Beraterin und die konnten es sich nicht leisten, einen schlechten Ruf zu haben.

„Er hat mir so viele Komplimente gemacht, den ganzen Abend über. Glauben Sie, er wird noch einmal mit mir ausgehen?“

Super. Genau die Frage, die Savannah nicht hatte hören wollen. Sie hätte die Frau anlügen können, aber sie brachte es einfach nicht übers Herz. Es war ja nicht ihre Schuld, dass Cole Panther ein kaltherziger Bastard war.

„Wissen Sie, ich würde mir nicht allzu große Hoffnungen machen. Mister Panther ist einfach sehr beschäftigt“, sagte Savannah und hatte Mühe dabei, ihre Zähne auseinanderzureißen. „Er … hat zurzeit mit einer schlimmen Geschlechtskrankheit zu kämpfen und erst letzte Woche Hämorriden entfernt bekommen. Nehmen Sie es ihm nicht übel. Er nimmt ständig Schmerzmittel und weiß einfach nicht mehr, was er tut. Er hat gestern sogar seine Haartransplantation vergessen, dabei steht der Termin seit Monaten fest. Ich fürchte, seine gesundheitlichen und beruflichen Verpflichtungen lassen eine Beziehung zurzeit einfach nicht zu.“

So, jetzt fühlte sie sich besser. Wenn Cole je wieder mit Miss Heulsuse sprach, würde sie in die Hölle kommen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass das passierte, lag ungefähr bei minus dreitausend Prozent. Savannah machte sich also keine Sorgen.

„Oh, aber warum meldet er sich dann bei einer Dating Seite an?“

Dating Seite?

Savannahs Kinnlade klappte herunter. Cole Panther bei einer Online-Partnervermittlung? Das passte ungefähr so gut wie … ein Haifisch in ein Goldfischglas, die Nazis auf die helle Seite des Mondes oder Donald Trump in einen Friseursalon.

„Ich hab‘ absolut keine Ahnung“, sagte Savannah wahrheitsgemäß. „Keinen blassen Schimmer.“

Mit einem Ping öffneten sich die Fahrstuhltüren. Savannah war so verdattert über die Information, die sie soeben erhalten hatte, dass sie sich mehrere Minuten lang nicht bewegte. Erst als die Türen sich bereits wieder schlossen und die Frau am Telefon Anstalten machte, das Gespräch fortzusetzen, erwachte sie wieder zum Leben.
Eine Dating Seite – das erklärte einiges! Definitiv schon mal die Tatsache, dass sie in den letzten drei Tagen Anrufe von vier heulenden Frauen hatte entgegennehmen müssen, die ihr versicherten, dass Cole Panther die Liebe ihres Lebens sei. Wieso außerdem die halbe Organisation bei ihr durchklingelte, um Nachrichten für Panther Junior zu hinterlassen, war Savannah dennoch schleierhaft.

„Ja, na gut“, wiederholte Savannah, trat aus dem Fahrstuhl und wandte sich nach rechts, zu dem riesigen gläsernen Büro, das einen Ausblick auf das dahinterliegende Baseballstadion gab. „Sie entschuldigen mich, ich habe jetzt einen wichtigen Termin.“

„Oh, natürlich. Vielen Dank für Ihre Hilfe.“

Savannah antwortete nicht, sondern legte einfach auf. Sie beschleunigte ihren Schritt, froh darüber, dass sie ihre Schuhe heute ausnahmsweise mal anbehalten hatte. Mit der einen Hand stopfte sie das Handy in ihre Blazertasche, mit der anderen stieß sie ohne Ankündigung die Glastür auf. Sie war wohl etwas zu energisch gewesen, denn die Tür knallte mit einem zufriedenstellenden Klirren gegen die dahinterliegende Glaswand.

Cole Panther saß tief in den Chefsessel gelehnt, die langen Beine ausgestreckt, das Telefon an sein Ohr geklemmt, hinter seinem Schreibtisch. Seine hellblaue Krawatte saß makellos, die schwarzen Haare hielt er für vierhundert Dollar im Monat kurzgeschnitten – Gott bewahre, sie könnten seinen Hemdkragen beschmutzen! – und seinen Dreitagebart stutzte er auf eine respektable, gepflegte Länge. Mit der freien Hand machte er sich Notizen auf einem Block, der mittig auf dem ebenfalls gläsernen und penibel ordentlich gehaltenen Schreibtisch lag. Seine eisblauen Augen fixierten sie fragend, während er unbeirrt weiterredete.

„… drüber gesprochen, Miles. Ich habe das Budget selbst überprüft und bin bereit, bis zu zwei Millionen Dollar nach oben zu gehen. Weiter nicht.“

Savannah funkelte ihn an, überwand die restliche Distanz und schlug mit der Faust auf den Tisch.

Ja, sie wusste, dass Cole Panther ihr Vorgesetzter war.

Ja, sie wusste, dass er milliardenschwer war.

Ja, sie wusste, dass viele Leute Angst vor ihm hatten.

Aber sie wusste auch, dass Höflichkeit einen im Leben nicht weiterbrachte. Wenn man sich einschüchtern ließ und sich nicht verteidigte, dann war es schwer, aus dem Muster auszubrechen. Und sie würde sich nie wieder herumschubsen lassen.

„Ich bin nicht deine verdammte Assistentin!“, zischte sie.

Cole hob eine Augenbraue, zog ein Taschentuch aus seiner Anzugtasche hervor und wischte langsam den Fettfleck von seiner Arbeitsfläche, den Savannahs Faust dort hinterlassen hatte, während er gelassen in den Hörer sprach.

„Mich interessiert der Weg nicht. Mich interessieren Ergebnisse. Und wenn Sie mich diesmal enttäuschen, Miles, dann werde ich Sie vielleicht aus der Gleichung nehmen müssen. Es ist Ihr verdammter Job, den Preis auf eine respektable Größe zu drücken, die abschließenden Verhandlungen führe dann ich.“

Savannah riss ihm das Taschentuch aus der Hand und ließ es auf den Boden fallen.

„Ich bin nicht deine Assistentin!“, wiederholte sie laut. „Hast du mich verstanden? Würdest du also in Gottes Namen damit aufhören, deinen Freundinnen meine Telefonnummer zu geben?“

Cole hob einen Finger in ihr Gesicht und wandte seinen Kopf ab, während er weiter in den Hörer sprach.

„Sie hören mir jetzt mal zu! Es ist mir egal, wie viele Kinder Ihre Frau bekommen hat. Es ist mir egal, dass Sie sich Mühe geben. Ich will Jimmy Rodriguez und Sie sind dafür verantwortlich, dass ich ihn bekomme! Und wenn das nicht passiert, werde ich sehr ungehalten.“

„Cole“, sagte Savannah ernst und schlug seinen Finger weg.

Aus dem Finger wurde die ganze Hand und aus Savannahs anfänglichem Unmut wurde Wut.

„Cole!“, sagte sie lauter. „Ich möchte, dass du mir sofort versprichst, nie wieder meine Nummer an eines deiner Bimbos weiterzugeben! Und wenn du das Telefonat jetzt nicht beendest, werde ich deine Privatnummer auf Facebook posten.“

Cole Panther seufzte laut, ließ die Hand sinken und sagte ins Telefon: „Entschuldigen Sie mich, Miles, ich werde gerade von einer Frau angeschrien … nein, machen Sie sich eher um ihren Job Sorgen. Das mit den schreienden Frauen passiert mir öfter. Also – leiten Sie es einfach in die Wege.“

Er legte auf, faltete die Hände auf dem Schreibtisch und sah sie frostig an. „Ich hätte dir nie meinen Vornamen anbieten dürfen“, stellte er schließlich nachdenklich fest. „Offensichtlich lässt dich dieser Umstand vergessen, dass ich dein Boss bin.“

Savannah schnaubte und verschränkte die Arme. „Du hättest mir deinen Vornamen und deinen erstgeborenen Sohn anbieten müssen, für all das, was ich für dich tue – gleichwohl nichts davon in meinen Aufgabenbereich fällt.“

„Setz dich doch, Savannah“, sagte er ungerührt und deutete auf den Stuhl zu ihrer Rechten. „Ich habe das Gefühl, dass dieses Gespräch länger dauern wird.“

„Das muss es nicht, wenn du einfach meine Privatnummer aus deinem Speicher löschst – wie bist du da überhaupt drangekommen?“

„Sie steht in deiner Personalakte. Und warum sitzt du immer noch nicht?“

Sie ließ sich auf den Stuhl sinken und deutete mit dem Zeigefinger auf ihn. „Ich sage es jetzt zum letzten Mal: Ich bin nicht deine Assistentin, Cole!“

Cole runzelte die Stirn. „Wer ist es dann?“

„Keine Ahnung. Wo ist die Blondine, die bis gestern noch am Schreibtisch vor deinem Büro saß?“ Savannah wandte sich um und sah durch die Glastür auf den leeren Arbeitsplatz.

„Die habe ich gefeuert. Hing dauernd bei Facebook rum.“

„Nun, dann hast du keine Assistentin“, sagte Savannah schlicht.

„Richtig. Und aus genau diesem Grund brauche ich dich.“ Er sprach, als würde er einer Siebenjährigen erklären, dass es den Weihnachtsmann nicht gab.

Genervt presste Savannah die Lippen aufeinander. „Ich bin PR-Beraterin, keine Sekretärin.“

„Wenn ich mich nicht irre“, meinte er langsam und ließ die Fingerkuppen auf den Tisch tippen, „dann warst du die letzten Tage beides.“

„Ja, weil du einfach allen meine Telefonnummer gibst, meine private noch dazu! Aber das muss aufhören. Ich habe einen anderen Job. Dann musst du eben ohne Hilfe auskommen.“
„Aber ich bin der Chef der gesamten Organisation. Mir gehört das Team.“ Er tippte sich mit dem Zeigefinger ans Kinn. „Wie kann ich da keine Assistentin haben?“

„Weil du so unerträglich bist, dass du alle vergraulst!“, fuhr Savannah ihn an.

Das verleitete Cole doch tatsächlich zu einem Lächeln. „Weißt du eigentlich, wie oft ich jeden anderen schon dafür gefeuert hätte, wie du mit mir redest?“

Oh, bitte. Welch eine leere Drohung. Er konnte sie nicht feuern. Er wäre aufgeschmissen ohne sie! Sie war nun einmal die Beste und das wusste er.

Sie verdrehte die Augen und Coles Lächeln wurde breiter.

„Du erinnerst dich aber schon daran, dass ich deinen Gehaltscheck unterschreibe, oder?“, fragte er interessiert. „Du scheinst diesen Umstand in der letzten Woche erschreckend oft vergessen zu haben.“

„Ja, du hast recht. Du unterschreibst meinen Gehaltscheck. Den als PR-Beraterin, nicht als Assistentin!“

Seufzend lehnte Cole sich im Sessel zurück. „Aber du scheinst zusammen mit Sam die einzige kompetente Person in dieser Institution zu sein.“

„Na, dann frag doch Sam, ob er für dich mit deinen Betthäschen Schluss macht! Ich wette, das kann er ganz wunderbar.“

Cole schüttelte den Kopf. „Nein, er ist zu weich. Er kann den armen Frauen nicht das Herz brechen. Du hingegen …“

„Sag mal, was an den Worten Ich bin nicht deine Assistentin verstehst du nicht?“, fragte Savannah fassungslos. „Wie kann es sein, dass wir immer noch darüber diskutieren?“

Sie wusste ja, dass Cole Panther es gewöhnt war, seinen Willen zu bekommen. Dennoch musste er doch langsam dazulernen. Er arbeitete immerhin seit einem Jahr mit ihr zusammen und sollte sich außerdem noch daran erinnern können, was mit seinem Anzug geschehen war, als er sie gebeten hatte, ihn aus der Reinigung abzuholen. Savannah war geübt darin, sich gegen ältere, größere, stärkere, einflussreichere Menschen zu behaupten. Herrgott, sie hatte ihr ganzes Leben damit verbracht, sich gegen Menschen durchzusetzen, die sie von Ort zu Ort hatten schieben wollen. Und verdammt sei sie, sich von Cole Panthers Autorität überrollen zu lassen – die er zugegebenermaßen in Massen besaß. Alles an ihm war eindrucksvoll, kühl und berechnend. Nur, weil sie diesen Umstand ignorierte, hieß das noch lange nicht, dass sie sich dessen nicht bewusst war!

„In Ordnung. Reden wir darüber.“ Cole legte die Hände auf den Tisch und bedachte sie mit einem abschätzenden Blick. Die Art von Blick, die er aufsetzte, sobald er in Verhandlungen trat. Der Blick, der ihn zu einem der verdammt besten Anwälte der Stadt gemacht hatte, bevor er den Chefposten der Delphies, Philadelphias Baseballmannschaft, übernommen hatte. Der Blick, der keine Widerrede zuließ.

„Du sagst, ich unterschreibe nur deinen Gehaltscheck als PR-Beraterin – ich sage, fügen wir noch einen für dich als meine Assistentin hinzu.“

Savannah schnaubte. „Für kein Geld der Welt würde ich-“

„Ich gebe dir dreißigtausend Dollar für die nächsten zwei Monate.“

Savannah riss die Augen auf und fiel beinahe vom Stuhl. War das sein Ernst?

„Das ist mein voller Ernst“, sagte er, als hätte er ihre Gedanken gelesen.

Sie starrte ihn an, öffnete den Mund, schloss ihn wieder und stellte dann verblüfft fest: „Meine Güte, du bist ja richtig verzweifelt.“

 


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Saskia Louis lernte durch ihre älteren Brüder bereits früh, dass es sich gegen körperlich Stärkere meistens nur lohnt, mit Worten zu kämpfen. Auch wenn eine gut gesetzte Faust hier und da nicht zu unterschätzen ist … Seit der vierten Klasse nutzt sie jedoch ihre Bücher, um sich Freiräume zu schaffen, Tagträumen nachzuhängen und den Alltag ihres Medienmanagementstudiums in Köln einfach mal zu vergessen.

Baseball Love – Der große Fang

Stuttgart, August 2017. Im Interview erzählt Saskia Louis, dass sie in der vierten Klasse zusammen mit ein paar Freundinnen ihr erstes Buch geschrieben hat und seitdem einfach nicht mehr aufgehört hat. Sie schreibt Kurzgeschichten, Songtexte oder Romane – auf alles, was sich zum Schreiben eignet: Servietten, Flyer oder Toilettenpapier. Schreiben ist ihre Passion. Dabei sind es nicht nur humorvolle oder einfach anrührende Liebesromane, die sie gerne schreibt – sie vollführt auch Abstecher in das Fantasy– und Krimi-Genre und ist mit Mordsmäßig verstrickt aktuell sogar für die Shortlist des Skoutz-Awards nominiert. Auf die Frage, was sie dazu bewegt, auch diese Wege einzuschlagen, verweist Saskia Louis auf ihre Familie: „Meine Brüder wollten erst etwas von mir lesen, wenn in dem Buch auf äußerst tragische Art und Weise ein paar Menschen sterben. Den Lebenswunsch wollte ich ihnen nicht verwehren!“

Aktuell müssen ihre Brüder aber erneut mit einer Liebesgeschichte Vorlieb nehmen, denn in dem im August erscheinenden fünften Band der erfolgreichen Chick-Lit-Reihe Baseball Love – Der große Fang geht es erneut um ein Paar, das die Liebe findet, wenn auch – wie wohl fast immer im Leben – auf Umwegen:

Ryan Hale hat alles. Geld, gutes Aussehen, seinen Traumjob – und ein gesundes Misstrauen gegenüber Frauen. Der Catcher kann sich nicht helfen, denn er weiß aus Erfahrung, dass seine Freundinnen auf kurz oder lang alle verrückt werden. Alles, was er möchte, ist eine Frau, die ehrlich ist. Eine Frau, die weiß, was sie will. Grace Hayden weiß nicht, was sie will. Sie möchte ihre Vergangenheit hinter sich lassen, aber nicht vergessen. Sie möchte die Beziehung zu ihrem Vater aufrechthalten, aber sich nicht unter Druck setzen. Sie möchte erfolgreich sein, aber sich nicht selbst verlieren. An diesem Punkt in ihrem Leben war sie schon einmal und dorthin möchte sie nicht mehr zurück. Zumindest bei Ryan weiß sie, dass er nur ein guter Freund ist. Aber wenn sie genauer darüber nachdenkt, dann hat sie sich da auch gar nicht so sicher …

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Der große Fang_klein

Wird durch einen One-Night-Stand eine Freundschaft auf’s Spiel gesetzt? Genau das fragen sich die Fotografin Grace und Ryan, der Catcher der Philadelphia Delphies, die eigentlich nur gute Freunde sind … Die Liebesgeschichte führt die erfolgreiche Baseball-Love-Romanwelt weiter und sorgt erneut für Herzklopfen bei den Fans.

Saskia Louis über ihren neuen Baseball-Love-Roman

 

Autorenbild7Worum geht es in deinem Buch Der große Fang?

 Es geht um Freundschaft und Liebe, darum, ob sich Menschen ändern können und darum, ob man sich von seiner Vergangenheit einholen lassen muss, um über sie hinwegzukommen.

 

Wie kam dein Interesse an Baseball zustande?

Ich habe eine Menge amerikanische Verwandten und als ich für einen Sommer bei meiner Tante und meinem Onkel in Philadelphia war, haben die mich prompt zu einem Baseballspiel mitgeschleppt. Ich war sehr fasziniert davon, was für eine ganze Kultur Baseball in Amerika darstellt, weshalb ich angefangen habe, mich mehr über den Sport zu informieren – und schon ist der Protagonist im nächsten Buch ein Baseballspieler geworden.

 

Haben deine Figuren reale Vorbilder?

Nein, nie. Das Tolle am Bücherschreiben ist doch gerade, dass man sich frei irgendwelche Menschen basteln kann. Mit Eigenschaften, die man gerne hätte, mit Eigenschaften, die man nie haben wollte. Die Menschen, die ich in meinem realen Leben kenne, habe ich doch schon. Warum sollte ich die nochmal in einem Buch verpacken, wo sie in der Realität doch schon so fantastisch sind?

 

Welcher deiner Protagonisten/Protagonistinnen wäre auch im realen Leben mit dir befreundet?

Alle. Ich schreibe doch nicht über Menschen, die ich scheiße finde!

 

Und mit welchem Charakter identifizierst du dich am meisten?

Das ist wirklich nicht leicht zu beantworten, weil ich mich mit jedem meiner Charaktere auf eine andere Art und Weise identifiziere, aber Emma ist mir wohl noch am ähnlichsten. In ihrem Biss und der gleichzeitigen Unsicherheit finde ich mich am meisten wieder.

 

Wenn Der große Fang verfilmt werden würde, welche Schauspieler(innen) sollten die Hauptcharaktere spielen?

Tatsächlich habe ich nie eine spezifische Vorstellung von meinen Charakteren. Ich möchte den Leserinnen immer die Möglichkeit geben, sich ihren Traummann selbst auszumalen, weswegen ich zumeist auch nur die groben Merkmale der Protagonisten beschreibe. Aber wenn das Buch verfilmt werden sollte, dann bitte mit Ricky Whittle. Meine Güte, der Typ ist einfach heiß.

 

Welche Projekte planst du für die Zukunft?

Oh, die alle aufzuzählen, würde das Interview hier wohl sprengen. Sagen wir einfach, dass ich alle Reihen, die ich bereits habe, fortführen möchte und gleichzeitig meinen Horizont mit einem großen Fantasyprojekt erweitere 😉

 

Wie bist du überhaupt zum Schreiben gekommen?

Ich weiß es schlichtweg nicht mehr, deswegen graut es mir auch immer vor dieser Frage. Ich habe in der Grundschule schreiben gelernt – und dann habe ich geschrieben und geschrieben und geschrieben. Das erste Buch habe ich mit Freundinnen zusammen für meine Grundschullehrerin zum Abschied geschrieben und danach hat mich die Faszination des Bücherschreibens nie wieder losgelassen. Es ist einfach eine tolle Art und Weise, seine kreative Energie zu bündeln und das Gefühl, das man hat, wenn ein vollendetes Werk vor einem liegt, ist unbeschreiblich.

 

Was tust du, wenn du nicht am Schreiben bist?

Singen, Serien suchten, Unordnung verbreiten, Medienmanagement studieren, Beiträge fürs Radio gestalten, zum Pubquiz gehen, Waffeln essen, schlafen, lesen, mich vor Sport drücken, in Bars herumhängen, mein Leben genießen.

 

Hast du eine Buchempfehlung für uns? 

Das letzte Buch, das mich richtig berührt hat, war Bevor ich sterbe von Jenny Downham. Ich nehme das jetzt mal, denn sonst sitze ich hier noch fünf Stunden, in denen ich tolle Bücher aufzähle.

 

Was ist das Wichtigste, das man über dich wissen sollte?

Ich bin nicht verrückt.

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Saskia Louis lernte durch ihre älteren Brüder bereits früh, dass es sich gegen körperlich Stärkere meistens nur lohnt, mit Worten zu kämpfen. Auch wenn eine gut gesetzte Faust hier und da nicht zu unterschätzen ist … Seit der vierten Klasse nutzt sie jedoch ihre Bücher, um sich Freiräume zu schaffen, Tagträumen nachzuhängen und den Alltag ihres Medienmanagementstudiums in Köln einfach mal zu vergessen.