Leseprobe Rockstar Sommer – Stumme Rockstars beißen nicht

1. Kapitel

Anna ging mit Pino voran in den Hof, zur Eingangstür hinein und die Treppe hoch. Eddi folgte ihr schweigend. Irgendwie fühlte es sich merkwürdig an, nicht miteinander zu sprechen. Sie hatte das dringende Bedürfnis, irgendetwas zu sagen. Sie war froh, als sie bei dem für Eddi bestimmten Raum angekommen waren.

„Voilà! Hier ist dein Zimmer. Das Bad ist hier drüben, gleich hinter dieser Tür.“

Sie war nahe der Tür im Zimmer stehengeblieben.

Eddi ging mit so viel Sicherheitsabstand zu Pino wie möglich an ihr vorbei in den Raum hinein und schaute sich um.

Auf dem Bett lag kein Bettzeug und auch sonst sah hier alles noch ziemlich kahl aus. Kein Wunder, es hätte ihr ja wenigstens jemand ankündigen können, dass der werte Herr Markgraf doch noch kommen würde. Jetzt musste er eben damit leben wie es war. Das Bettzeug würde sie ihm nachher noch hochbringen, zum Glück hatte sie eine zweite Garnitur da.

Bevor Eddi durch die Tür ins angrenzende Bad ging, musterte er erst die noch nicht geflieste Wand und schaute dann fragend zu Anna. Es sah zum Anbeißen aus, wie er da stand, mit hochgezogenen Augenbrauen und aufforderndem Blick.

Sollte sie sich dummstellen? Nur, um ihn ein bisschen zu ärgern?

Nein, dazu kannten sie sich noch viel zu wenig. Also beantwortete sie ihm seine unausgesprochene Frage und erklärte, dass sie die Wand noch nicht fertig hatte, weil die Fliesen noch nicht da waren. Diese Erklärung schien ihn zufriedenzustellen, denn er ging weiter ins Bad. Anna folgte in einigem Abstand. Pino hatte sich im Flur auf den Boden gelegt. Ihm schien die Fußbodenheizung zu behagen.

Anna war froh, dass das Bad bis auf besagte Wand schon fertig war. Es sah einfach traumhaft aus. Die dunklen Bodenfliesen bildeten einen herrlichen Kontrast zu den fast weißen Wandfliesen, der Eckbadewanne und den anderen Badmöbeln, die ebenfalls in Weiß gehalten waren. Eine Truhe aus hellgrauem Holz und ein Regal aus demselben Material gaben dem Ganzen einen gewissen Chic. Eigentlich fand Anna es schade, dieses Bad nicht selbst nutzen zu können. Jetzt durfte Eddi Markgraf es einweihen. Na ja, vielleicht konnte sie das irgendwann einmal vermarkten: Schauen Sie sich dieses Bad an, Eddi Markgraf hat es als Erster benutzt!

Eddi sah sich auch hier um, dann nickte er anerkennend.

Er öffnete die zweite Tür des Badezimmers, die auf den Flur hinausführte, erschreckte kurz beim Anblick von Pino, ging dann aber zielgerichtet zur Treppe.

Wo wollte er denn jetzt hin?

„Hey!“, versuchte Anna ihn auf sich aufmerksam zu machen. Das funktionierte, nicht nur bei ihm. Auch Pino stand sofort neben ihr und schaute zu ihr hoch. Eddi war immerhin stehen- geblieben und sah sie fragend an.

„Wohin gehst du?“

Er versuchte es mit Gesten, doch sie hatte keine Ahnung, was er meinte. Dann hatte er eine Idee. Er zückte wieder sein Handy und schrieb es ihr auf. Sie musste unbedingt daran denken, ihm einen Block und einen Stift zu geben, nicht dass er sich mal seinen Finger brach bei der wilden Tipperei. Und sie schätzte, dass ihm sein Finger wichtig war als Gitarrist, vor allem jetzt, wo er als Sänger gerade unbrauchbar war.

Als er fertig war, kam er ein paar Schritte auf sie zu und hielt ihr das Handy vor die Nase.

„Ich will zum Auto und meine Sachen holen. Falls das okay ist.“

Der Mann war ja geradezu kommunikativ, zumindest schriftlich. Zwei Sätze! Das war mehr, als er zu ihr gesagt hatte, als er noch sprechen konnte.

Sie nickte nur. Sie hatte immerhin einen gewaltigen Wortvorsprung, da musste er erst mal aufholen. Fragte sich nur wann und wie, immerhin durfte er nicht sprechen. Ob er im Moment überhaupt sprechen konnte und wie lange er den Mund halten musste, wusste Anna natürlich nicht. Und überhaupt, wie sollte das jetzt ablaufen? Alles so, wie es ursprünglich geplant war? In der Zwischenzeit war so viel passiert. Vielleicht gab es eine Planänderung. Sie musste unbedingt mehr erfahren.

Jetzt konnte sie ihm aber zuerst einmal Bettzeug holen. Wenn er sich später hier eingerichtet hatte, wollte sie ihn nicht gleich wieder stören müssen.

Während sie die Bettdecke und das Kissen gleich unten bezog, hörte sie ihn die Treppe hochpoltern. Es war wirklich ein seltsames Gefühl. Das war der echte Eddi Markgraf, wenn auch ohne Stimme, der da in ihrem Haus und momentan direkt über ihr herumlief. Es war irgendwie surreal. Sie versuchte sich ihn in ihrem orange-roten Bettzeug vorzustellen, was sie ihm gerade bezog.

Bestimmt würde er sich in den nächsten Minuten wieder in Luft auflösen. Oder er überlegte es sich anders und verschwand. Sie verstand sowieso nicht, warum er sich jetzt doch umentschieden hatte und zu ihr gekommen war. Bestimmt fiel ihm gleich wieder ein, dass das hier ja eine Ruine war und damit unter seiner Würde.

Hörte sie ihn da nicht gerade die Treppe hinunterpoltern? Ja, eindeutig.

Er lief an ihrem Schlafzimmerfenster vorbei durch den Durchgang. Sie horchte schon darauf, ob er sein Auto startete, doch sie hörte nur die Autotüren klappern und schon sah sie ihn wieder in entgegengesetzter Richtung laufen, diesmal voll bepackt. Was hatte er dabei, dass er zweimal gehen musste? Oder vielmehr, wie lange hatte er vor zu bleiben?

Sie knüllte die fertig bezogene Bettdecke zusammen, legte das Kissen und noch ein Bettlaken oben drauf. Dann packte sie den ganzen Stapel und versuchte damit unbeschadet nach oben zu gelangen, obwohl sie nicht viel sah.

Pino folgte ihr die ganze Zeit. Für ihn war es sicher auch gewöhnungsbedürftig, dass jetzt hier noch jemand war. Andererseits konnte der Hund ja nicht wissen, dass Eddi nicht schon ewig hier wohnte. Schließlich war er selbst erst einen Tag hier. Oder konnten Hunde so etwas riechen? Und hier roch es noch ganz und gar nicht nach Eddi.

Anna musste über ihre eigenen Gedanken schmunzeln, während sie sich vorsichtig die Treppe hochtastete und dann durch den Flur zu seinem Zimmer ging. Wegen des Bettzeugstapels vor ihren Augen sah sie nicht, dass sie direkt in Eddi hineinlief. Dieser hatte mit dem Rücken zu ihr gestanden und sich gerade über seinen Koffer gebeugt, als Anna ihn anrempelte. Es tat zwar bestimmt nicht weh, sie war ja weich gepolstert, aber irgendwie hatte sie genug Schwung gehabt, um ihn umzuschubsen. Jedenfalls lag er kurz darauf quer über seinem Koffer und Anna wäre beinahe hinterhergefallen. Sie schaffte es gerade noch so, das Gleichgewicht zu halten. Das Bettzeug war beim Zusammenprall aus ihren Händen gerutscht, so dass sie jetzt freien Blick auf das Dilemma hatte.

Sie musste sich mühsam ein Lachen verbeißen. Es sah aber auch zu süß aus, wie er versuchte aufzustehen, sich aber immer wieder in dem Bettzeug zu seinen Füßen verhedderte.

Irgendwann hatte er es geschafft. Sie hatte sich zum Glück auch wieder im Griff und hob das Bettzeug wieder auf. Die letzten Schritte bis zum Bett schaffte sie ohne weitere Kollision. Sie wusste nicht so richtig, was sie sagen sollte, also sagte sie gar nichts, auch wenn ihr das Schweigen unangenehm war. Aber selbst wenn sie reden würde, er würde nicht antworten, also wäre es nur so etwas wie ein Selbstgespräch und darauf hatte sie keine Lust.

Daher beeilte sie sich damit, das Laken auf die Matratze zu ziehen und das Bettzeug möglichst ordentlich darauf zu drapieren. Dann winkte sie ihm kurz zu und verschwand wieder nach unten. Noch immer war Pino ihr dicht auf den Fersen. Sie streichelte kurz über seinen dicken Kopf.

„Das war komisch, nicht wahr mein Kleiner? Jetzt sitzt da oben mein Lieblingssänger und bekommt keinen Ton raus. Das ist die reinste Ironie.“

Pino antwortete nicht. Noch so ein schweigsamer Kerl.

Jetzt war es erst einmal Zeit für Anna, etwas zum Mittagessen zu machen. Eigentlich wollte sie nur schnell ein Müsli essen, doch da sie jetzt einen Gast hatte, verwarf sie diesen Gedanken gleich wieder. Sie musste wohl etwas Ordentliches kochen. Das war ja sogar vertraglich festgelegt.

Ein Blick in ihre Schränke brachte keine große Erleuchtung. Im Kühlschrank fiel ihr Blick auf einen Becher saure Sahne. Das brachte sie auf eine Idee. Im Gefrierschrank musste noch irgendwo Lachs sein. Sie durchsuchte alle Fächer und fand ihn schließlich.

Und Nudeln hatte sie ja immer. Also wurden es Spaghetti mit Lachssoße. Den eingeschweißten Lachs legte sie erst einmal in warmes Wasser, damit er etwas antaute.

Dann öffnete sie sich eine Flasche Weißwein. Es war sonst nicht ihre Art, bereits so früh am Tag etwas zu trinken, aber sie brauchte den Wein für die Soße und heute hatte sie sich einen beruhigenden Schluck verdient, nach all der Aufregung.

Mit ihrem Glas Weißwein setzte sie sich an den Tisch und lauschte nach oben. Es war nichts zu hören. Kein Gepolter mehr. Schlief er?

Das Telefon klingelte und Anna zuckte erschrocken zusammen. Der Hörer lag direkt neben ihr auf dem Tisch und war entsprechend laut. Das Display zeigte an, dass Suzi am Apparat war und von ihrer Arbeitsnummer aus anrief.

„Hallo Suzi, schön dass du dich meldest. Stell dir …“

Weiter kam sie nicht, weil Suzi sie unterbrach. Sie klang angespannt und außer Atem.

„Anna, Süße, es tut mir echt leid wegen des ganzen Hin und Her, aber …“

Pause.

Suzi wusste wohl nicht, wie sie weitermachen sollte. Anna wartete erst einmal ab. Sie hatte so eine dumpfe Ahnung, was ihre Freundin ihr erzählen wollte.

„Eddi hat sich anders entschieden. Er will nun doch die Auszeit nehmen“, fuhr Suzi fort.

„Und er ist wahrscheinlich schon auf dem Weg zu dir!“, ließ sie nun die vermeintliche Bombe platzen. Anna musste breit grinsen, sagte aber nichts.

„Anna? Was ist los, Schätzchen? Du sagst ja gar nichts? Ich weiß, dass du jetzt bestimmt überrumpelt bist, aber …“

„Er ist schon hier“, unterbrach Anna die Überlegungen ihrer Freundin.

„… aber das kam alles ganz spontan … WAS?“

Das letzte Wort schrie Suzi ins Telefon, so dass Anna den Hörer ein bisschen vom Ohr weghalten musste.

„Eddi ist schon hier. Er ist vorhin angekommen.“

Anna versuchte, möglichst normal und unbeteiligt zu klingen. So, als sei es nichts Besonderes, dass jemand wie Eddi Markgraf plötzlich auf ihrem Hof aufkreuzte.

„Echt? Er ist in diesem Moment schon bei dir?“ Suzi konnte es offenbar nicht glauben.

„Ja, er ist oben in seinem Zimmer und … keine Ahnung, was er da macht.“

Oben in seinem Zimmer? Das klang, als ob er ihr ungehorsamer Sohn wäre, dem sie Hausarrest aufgebrummt hatte.

Jetzt konnte Anna nicht länger so tun, als würde sie das alles völlig normal finden.

„Ja, und wusstest du, dass er keinen Ton sagt? Er darf wohl nicht sprechen!“ Ihre Stimme klang jetzt viel aufgedrehter als vorhin.

Suzi prustete los. „Ach so! Das ist also der Grund für seinen plötzlichen Stimmungswandel. Die machen hier alle so ein Geheimnis draus. Und er sagt echt keinen Ton? Muss schwer für ihn sein.“

Anna nickte. Wenn Eddi wirklich so gern redete, wie alle immer behaupteten, hatte Suzi bestimmt recht. Sie selbst hatte sich ja bei ihrer letzten Begegnung keinen wirklichen Eindruck davon machen können.

Ihr kam ein Gedanke.

Suzi saß doch praktisch an der Quelle. Von ihr müsste Anna doch an ein paar Hintergrundinfos kommen, was eigentlich passiert war und wie sich alle Eddis Aufenthalt hier vorstellten. Schnell bat sie ihre Freundin, für sie nachzuforschen. Die wollte das natürlich gerne tun. Jetzt hatte sie ja auch einen offiziellen Grund für ihre Neugier. Die beiden Mädels verabschiedeten sich und Suzi versprach, sich sofort zu melden, wenn sie etwas wusste.

Der Lachs war mittlerweile genug aufgetaut, um ihn zu waschen, abzutupfen und dann zu zerschneiden. Anna summte leise vor sich hin, während sie das Nudelwasser kochte und die Soße zubereitete. Dann bemerkte sie, dass sie gerade ein Lied von Damn Silence summte und verstummte abrupt. Panisch sah sie sich um, aber von Eddi war nichts zu sehen. Wäre ja noch schöner, wenn er mitbekam, dass sie seine Lieder summte. Keine Ahnung, ob er wusste, dass sie ein Fan von ihm war. Wenn nicht, war es sicher besser, das nicht an die große Glocke zu hängen. Er war ja eigentlich hier, um Ruhe zu haben, auch vor seinen Fans.

Bis das Essen fertig war, hatte sie immer noch nichts von oben gehört. Was sollte sie jetzt tun? Einfach hochgehen, um Eddi zum Essen zu rufen?

Aber was, wenn er tatsächlich eingeschlafen war?

Ratlos hielt Anna die zwei Teller in der Hand, die sie eben aus dem Schrank genommen hatte. Dann zuckte sie mit den Schultern und stellte sie auf den Tisch. Sie würde jetzt einfach hochgehen und an seine Tür klopfen. Wenn er dann nicht öffnete, könnte sie ja wieder nach unten gehen. Dann musste er eben später essen.

Anna spürte in sich plötzlich eine unerklärliche Wut aufsteigen. Warum sollte sie überhaupt so viel Rücksicht auf ihn nehmen? Bisher hatte er nichts getan, was diese Rücksicht gerechtfertigt hätte. Und auf ein Essen mit ihm, bei dem sie selbst mühsam das Gespräch bestritt, weil der gute Mann ja nicht reden konnte, hatte sie jetzt überhaupt keine Lust.

Sie würde einfach auch nichts sagen. Jedenfalls nicht mehr als notwendig. Dann würden sie sich eben anschweigen.

Sie schaute kurz nach Pino, doch der schlief fest auf dem kleinen Läufer im Büro. Den wollte sie jetzt nicht wecken. Sie schloss leise die Bürotür.

Etwas lauter als nötig ging sie die Treppe hoch und durch den neuen, längeren Flur bis zu Eddis Zimmertür. Nach kurzem Zögern klopfte sie an. Sie hörte Schritte, dann öffnete er.

„Essen ist fertig“, sagte sie nur knapp und drehte sich wieder um. Sie ging nach unten, ohne sich zu vergewissern, ob er auch hinterherkam. War ja seine Sache.

Einen kurzen Blick auf ihn hatte sie aber nicht vermeiden können.

Irgendwie hatte er total zerknittert ausgesehen, ein Bartschatten zierte seine Wangen, den sie vorhin nicht bemerkt hatte und seine blonden Haare standen wirr in alle Richtungen ab. Dunkle Augenringe verstärkten den Eindruck, dass er geschlafen hatte, noch zusätzlich. Er trug ein graues T-Shirt mit irgendeinem Spruch darauf, den sie auf die Schnelle nicht hatte lesen können. Vor allem, weil ihr Blick davon abgelenkt gewesen war, dass er nur in Boxershorts vor ihr gestanden hatte.

Es dauerte eine kleine Weile, bis er ihr hinterherkam und dann ebenfalls in der Küche stand.

Sie musste einfach nachschauen. Ja, er hatte jetzt eine Jeans an, allerdings fehlten sowohl Socken als auch Schuhe. Hoffentlich bekam er keine kalten Füße. Hier unten gab es noch keine Fußbodenheizung. Und die Notwendigkeit, sich zu kämmen, hatte er offenbar auch nicht gesehen. Anscheinend fühlte er sich hier schon ganz wie zuhause, dachte sie nicht ohne Sarkasmus.

„Ich hoffe, du magst Lachsspaghetti!“

Anna schaufelte Spaghetti auf beide Teller und goss dann die Soße darüber. Als sie einen Teller vor Eddi abstellte, fragte sie: „Was möchtest du trinken?“

Er schaute sie nur fragend an.

Eine blöde Formulierung.

Zweiter Versuch: „Möchtest du Wasser trinken? Oder Cola?“

Anna fiel auf, dass sie jetzt eine Oder-Frage gestellt hatte. Das war wieder ungeschickt gewesen. Diesmal lächelte er allerdings und hob grinsend den Daumen. Das sollte wohl heißen, dass er das Erste, also Wasser, bevorzugte.

Dieses Grinsen ging Anna durch und durch. Sie fühlte sich beinahe schon entschädigt für all die Unannehmlichkeiten, die sie seinetwegen hatte. Sie hätte das Wasser, was sie jetzt für ihn eingoss, beinahe verschüttet, so fahrig war sie auf einmal.

Es war seltsam, gegenüber von jemandem zu sitzen, den man immer bewundert hatte. Vor allem, weil er gerade so normal aussah. Ja klar, er war groß und kräftig und eindeutig Eddi. Aber er wirkte kein bisschen übermenschlich. Da saß kein Superstar, sondern ein Mann, etwas älter als sie selbst, der müde und erschöpft wirkte und in seinen Spaghetti nur herumstocherte. Vielleicht schmeckte es ihm nicht. Aber das konnte er natürlich nicht sagen.

Das war das eigentlich Merkwürdigste an der Situation: Da saß der Mann, dessen Stimme sie so sehr liebte und konnte keinen Ton von sich geben.

2. Kapitel

Anna war erleichtert, als plötzlich das Telefon klingelte und sie damit einen Grund hatte, vom Tisch aufzustehen, diesem unangenehmen Schweigen zu entgehen. Während des gesamten Mittagessens war ihr kein Thema eingefallen, über das sie mit Eddi hätte reden können. Also hatten sie schweigend gegessen. Bis zu diesem Moment des erlösenden Telefonklingelns hatte sie sich überlegt, wie sie es schaffen sollte, hier weiter sitzen zu bleiben, ohne durchzudrehen.

„Anna Diemer“, meldete sie sich etwas fröhlicher als sie das normalerweise tun würde.

Am Apparat war eine Frau, die genauso wie das Frauchen von Pauli über Heinz eine Empfehlung bekommen hatte, sich bei Anna zu melden. Sie schilderte ihr Problem mit zwei äußerst unbändigen Jack-Russell-Terriern, die sie nicht von der Leine lassen konnte, weil sie sonst alles jagen würden, was sich bewegt. Die Aussage selbst fand Anna nicht unbedingt verwunderlich. Terrier waren Jagdhunde, da war ein gewisser Jagdtrieb nicht unüblich. Leider dachten viele Leute, dass es sich um Schoßhunde handelte, nur weil sie klein sind. Sie wurden dann in der Regel nur verhätschelt und kamen nie in den Genuss irgendeiner Art von Erziehung. Doch all das sagte sie der Dame natürlich nicht. Sie hörte sich deren Erzählung geduldig an und erklärte sich auch bereit, am nächsten Dienstag vorbeizukommen, um sich die Hunde und ihr Verhalten selbst anzusehen.

Als sie wieder auflegte, trug sie freudestrahlend ihren zweiten Termin auf den kleinen Zettel im Büro ein. Sie würde sich demnächst einen Terminplaner kaufen müssen, wenn das so weiterging. Heinz leistete wirklich ganze Arbeit.

In der Küche erwartete sie eine kleine Überraschung. Eddi war weg, hatte aber den Tisch ordentlich abgeräumt und sogar die Teller gespült. Im Müll fand sie den Rest seiner Spaghetti. Sie musste unbedingt herausfinden, was er gerne mochte. Vielleicht konnte er es aufschreiben. Sein Wasserglas und die Flasche fand sie nicht, das hatte er bestimmt mit hoch genommen.

Nach einer kleinen, wohlverdienten Mittagspause schnappte sie sich den mittlerweile ausgeschlafenen Hund und ging wieder nach draußen, um den Zaun fertig zu reparieren. Pino hatte sie an der langen Leine, er sprang glücklich durch den Wald und jagte spielerisch Insekten. Er wirkte absolut mit sich im Reinen. Noch immer musste er dringend einmal gründlich gesäubert werden und außerdem war er viel zu dünn. Dennoch wirkte er völlig verändert im Vergleich zu der Bestie, die sie bei ihrem ersten Besuch im Tierheim kennengelernt hatte. Sie musste sich immer wieder daran erinnern, weiterzumachen und nicht ihrem Hund hinterherzustarren.

Doch irgendwann war der Zaun fertig und Anna ging weiter zum Tor und schob es zu, so dass der Hund sich nicht durchzwängen konnte. Jetzt brauchte sie noch ein Schloss oder eine andere Art der Verriegelung und natürlich noch die Klingel. Sie hatte im Baumarkt ein funkgesteuertes Modell erstanden, das ihr das lästige Kabellegen ersparen würde.

Zurück beim Haus wühlte sie die Klingel zwischen ihren Baumarkteinkäufen heraus und suchte sich eine etwas längere, stabile Kette.

Da sowohl der Zaun als auch das Tor nun dicht waren, konnte Pino sich ohne Leine im Grundstück bewegen, was er aus vollen Zügen genoss. Er blieb zwar immer in Sichtweite, tollte aber wie wild um die Bäume herum. Anna musste lachen, als er einmal an einem Ast hängen blieb, stolperte, und dabei fast auf die sprichwörtliche Schnauze gefallen wäre. Im letzten Moment fing er sich wieder.

Als Anna das nächste Mal auf die Uhr sah, war es schon nach sieben. Die Klingel funktionierte und das Tor war abgeschlossen. Jetzt sollte so etwas wie mit Eddi heute Vormittag nicht mehr passieren.

Jetzt blieb nur noch die Frage offen, was es zum Abendessen geben sollte. Auf Kochen hatte sie aber überhaupt keine Lust mehr. Also blieb nur noch die Variante, etwas zu bestellen.

Diesmal hörte sie von oben Geräusche, als sie die Treppe hochging. Erst dachte sie, Eddi würde reden, doch dann erkannte sie, dass es der Fernseher sein musste, den sie hörte.

Sie klopfte an Eddis Zimmertür. Er öffnete kurze Zeit später.

Diesmal war er vollständig angezogen. Der Fernseher lief tatsächlich. Anna drückte ihm die Speisekarte des Italieners in die Hand, bei dem sie schon einmal bestellt hatte. Er schaute eine Weile darauf und zeigte dann auf Pizza mit Salami.

„Ich hole dich dann, wenn die Pizza da ist“, sagte Anna und ging wieder nach unten.

Eine Dreiviertelstunde später war die Pizza geliefert. Der Pizzabote hatte geklingelt und Anna war so schnell es ging durch den Wald bis zum Tor gelaufen, um die Pizza in Empfang zu nehmen. Auch keine Ideallösung. Man stelle sich einmal vor, sie hätte das Geld vergessen. Da hätte sie glatt noch einmal zurücklaufen müssen. Und es waren jedes Mal fast zweihundert Meter Strecke!

Zum Glück hatte sie es nicht vergessen, so konnte sie Eddi zehn Minuten später Bescheid sagen, dass das Essen da war und unten auf sie wartete.

Er schaltete noch den Fernseher aus, bevor er ihr nach unten folgte.

Diesmal hatte Pino in der Küche gewartet. Nach seinem Auslauf heute Nachmittag und dem kurzen Spaziergang gerade eben war er ausgetobt und müde und Anna hoffte, dass er friedlich sein würde. Tatsächlich knurrte er Eddi zwar kurz an, als dieser in die Küche kam, blieb aber liegen. Eddi schaute skeptisch in Richtung des Hundes und setzte sich dann an den Tisch, so weit wie möglich von Pino entfernt.

Anna packte die Pizzen währenddessen auf zwei große Teller. Wäre sie allein gewesen, hätte sie sie mit Sicherheit direkt mit der Hand aus dem Pizzakarton gegessen, aber in Anwesenheit von Eddi hielt sie es für angebrachter, mit richtigem Geschirr sowie Messer und Gabel zu essen. Sie stellte noch zwei Gläser und eine Flasche Wasser auf den Tisch, dann setzte sie sich ebenfalls und begann, an ihrer Pizza herumzusäbeln.

Sie hatte es mit Müh und Not geschafft, sich ein kleines Dreieck herauszuschneiden, als sie einen kleinen Seitenblick auf Eddi riskierte. Der hatte gar nicht erst angefangen, sich mit Messer und Gabel abzumühen, sondern hielt eines der vorgeschnittenen Pizzastücke in der Hand und biss herzhaft davon ab. Anna zuckte mit den Schultern und legte ihr Besteck ebenfalls weg. Vielleicht hätte es Eddi nicht einmal schlimm gefunden, wenn sie direkt aus dem Karton gegessen hätten, überlegte sie, während sie nun ebenfalls ein großes Stück ihrer Pizza abbiss.

Bis auf gelegentliche Fragen von Anna, ob es ihm schmeckte, ob er Wasser haben wollte und ob er oben alles hätte, was er brauchte, verlief das Essen in Schweigen. Pino hatte sich ebenfalls wieder beruhigt und so waren das Einzige, was man von Zeit zu Zeit hörte, seine Schnarchgeräusche.

Nach dem Essen war Eddi gleich wieder nach oben verschwunden. Anna räumte das Geschirr in die Spülmaschine und setzte sich dann noch eine Weile an ihren Laptop. Mittlerweile waren auch per Email schon einige Anfragen von potenziellen Kunden eingegangen, die sie in aller Ruhe durchlesen und beantworten wollte.

Es war erstaunlich, wie viel die Werbung einer einzelnen Person ausmachen konnte, denn Anna war klar, dass es einzig und allein Heinz zu verdanken war, dass sie jetzt so viele Anfragen hatte.

Erst kurz vor elf schaltete Anna den Laptop aus und ging ins Bad, um sich bettfertig zu machen. Von oben hatte sie schon seit einiger Zeit nichts mehr gehört.

Eddi war nun schon den ganzen Tag hier und hatte sich eigentlich nur zum Essen blicken lassen. Sonst sah und hörte Anna nicht viel von ihm. Er konnte ja wohl nicht die ganze Zeit schlafen. Vielleicht schrieb er auch neue Songs. In seinem Exil im Niemandsland. Anna grinste bei diesem Gedanken.

Sie hatte ein wenig im Internet geforscht, ob über Eddis Verschwinden schon etwas berichtet wurde. Bisher gab es gar nichts. Der nächste geplante Konzerttermin war in anderthalb Wochen. Man konnte die Tickets hierfür noch ganz normal kaufen, von einer eventuellen Absage des Konzerts stand nichts da. Eddi würde doch nicht ernsthaft vorhaben, dieses Konzert wie geplant durchzuziehen?

Aber es war nicht ihre Entscheidung. Es kam hier nicht mal auf ihre Meinung zu dem Thema an. Einzig Eddi und die Band und vielleicht noch die Plattenfirma konnten hier entscheiden, was das Beste war.

Mitten in der Nacht wachte Anna davon auf, dass Pino an der geschlossenen Schlafzimmertür stand und knurrte.

„Was ist denn los?“, fragte sie verschlafen und versuchte, die Zeitanzeige auf ihrem kleinen Radiowecker zu erkennen. Es war kurz nach Mitternacht, sie konnte noch nicht lange geschlafen haben.

Weil Pino nicht aufhörte zu knurren, schwang sie sich aus dem Bett, packte den Hund am Halsband und ging mit ihm durchs Wohnzimmer und das Büro. Vor der Tür zur Küche, die zur Sicherheit ebenfalls geschlossen war, knurrte Pino wieder, diesmal noch böser. Er stellte sogar sein Nackenfell auf. Jetzt hörte Anna auch etwas. In der Küche klapperte es, wahrscheinlich die Kühlschranktür. Bestimmt war Eddi da draußen und suchte etwas. Vielleicht hatte er noch Hunger oder er suchte etwas zu trinken.

Anna hatte ganz vergessen, ihm zu zeigen, wo sie die Getränke aufbewahrte. Es war bestimmt am besten, wenn sie es ihm jetzt zeigte, ehe er die ganze Küche durchsuchte. Außerdem hatte er bestimmt schon Pinos Knurren gehört, also konnte sie nicht mehr so tun, als würde sie noch schlafen.

Sie hockte sich zu dem noch immer aufgebrachten Hund. Kein Zweifel, seine Warnung galt dem Geräusch in der Küche, er bedrohte nicht sie.

„Hör mal, mein Süßer. Das da draußen ist Eddi. Er ist unser Gast, also so was wie ein Rudelmitglied. Du kannst ihn nicht vertreiben! Er wohnt jetzt hier. Es wäre also besser, du arrangierst dich mit ihm, okay? Ich verspreche dir, er wird dir nichts tun, wenn du ihm auch nichts tust.“

Sie kraulte ihm dabei hinter den Ohren und merkte, wie sich Pino immer weiter entspannte. Schließlich beschloss sie, es einfach zu wagen. Sie packte Pinos Halsband wieder fester und öffnete die Tür zur Küche.

Wie erwartet stand Eddi da, in T-Shirt und Boxershorts und hatte bis eben ihre Schränke durchsucht. Jetzt schaute er etwas unsicher in ihre Richtung.

„Hi! Hast du Hunger?“, fragte Anna.

Er schüttelte den Kopf.

„Durst?”

Er nickte. Okay, jetzt musste sie nur noch herausfinden, was er wollte.

„Wasser? Cola? Kaffee? Tee?“

Er schüttelte viermal den Kopf. Anna war ratlos. Mehr fiel ihr im Moment nicht ein.

Eddi sah aus, als suche er verzweifelt nach einer Möglichkeit, sich ihr mitzuteilen.

Plötzlich hatte sie einen Geistesblitz.

Sie vergewisserte sich, dass Pino brav stehenblieb und ging dann ins Büro, um kurz darauf mit einem Block und einem Kuli zurückzukehren. Beides drückte sie Eddi in die Hand, der auch sofort losschrieb.

„Hast du irgendwas mit Alkohol?“, stand da in krakeligen Buchstaben.

Anna war etwas überrascht, sie hätte sich eher vorgestellt, dass die Schrift eines Künstlers irgendwie … künstlerischer wäre.

„Ich habe etwas Wein. Möchtest du ein Glas?“, fragte sie ihn nun zurück.

Er lächelte und nickte dankbar.

Sie stellte zwei Gläser auf den Tisch und holte die Flasche Weißwein von heute Mittag aus dem Kühlschrank. Anna hasste es, alleine zu trinken, also nahm sie an, dass es allen anderen genauso ging. Als guter Gastgeber wollte sie deshalb einen Schluck mittrinken. Außerdem war sie jetzt wach. Vielleicht half der Wein ihr, wieder müde zu werden.

Sie setzten sich einander gegenüber an den Tisch und prosteten sich wortlos zu. Eddi trank einen Schluck und schnappte sich dann wieder den Block.

„Danke“, hatte er drauf gekritzelt.

„Wofür?“, fragte Anna perplex.

Er grinste leicht und zeigte auf Pino, der ihn zwar argwöhnisch musterte, sich aber nicht vom Fleck bewegt hatte. Dann schrieb er erneut etwas auf und zeigte es ihr.

„Du hast ihm befohlen, mich nicht zu fressen. Das war nett von dir.”

Jetzt lächelte Anna auch. Er hatte gehört, was sie hinter der Tür zu Pino gesagt hatte. Irgendwie hatte Anna jetzt das Bedürfnis, Eddi etwas über Pino zu erzählen.

„Er hat keine guten Erfahrungen mit Menschen gemacht. Deshalb ist er so misstrauisch.“

Schweigend tranken sie weiter.

Dann schrieb Eddi ein neues Wort auf den Block: „Entschuldige“.

Anna sah ihn nur fragend an, da schrieb er schon weiter. Er schrieb ewig, die halbe Seite war schon gefüllt. Dann schob er ihr den Block herüber.

„Dafür, dass ich hier bin und dir solche Umstände bereite. Und für mein Verhalten bei meinem letzten Besuch hier. Ich war so wütend auf diese Leute von Universal. Die denken, sie können einfach über mein Leben entscheiden. Sie haben unsere Konzerte abgesagt, ohne mich oder die anderen aus der Band zu fragen. Und dann haben sie einfach bestimmt, dass ich irgendwo eine Auszeit nehmen muss. Es tut mir wirklich leid, dass ich so unhöflich war.”

Das erklärte natürlich einiges.

Ganz versöhnt war Anna trotzdem noch nicht. Aber sie fand es nett, dass er sich wenigstens entschuldigte. Sie nickte.

Wenn er schon so kommunikativ war, musste sie jetzt einfach wissen, was passiert war und warum er seine Meinung dann doch noch geändert hatte. Sie schob ihm den Block wieder hin.

„Okay. Das verstehe ich. Und soweit ich das mitbekommen habe, hast du alles rückgängig gemacht und die zwei Konzerte vorgestern und gestern haben wie geplant stattgefunden. Und was ist dann passiert? Wie hast du deine Stimme verloren? Und warum bist du jetzt doch hier?“

Er dachte kurz nach.

Dann begann er erneut zu schreiben. Die Minuten vergingen und Eddi war mittlerweile auf dem zweiten Blatt angekommen, als er endlich fertig war und es ihr zu lesen gab.

„Während des ersten Konzerts am Freitag habe ich bemerkt, dass ich ein Problem mit meiner Stimme habe. Aber mit ein paar Wick-Bonbons und einem halben Liter Whisky habe ich das wieder hinbekommen.”

Anna musste spontan auflachen. Wick und Whisky, das konnte glatt als Werbespruch durchgehen. Stimme weg? Wick und Whisky hilft!

Dann las sie weiter: „Am Samstagmorgen war meine Stimme komplett weg. Wir mussten entscheiden, was wir tun. Schließlich war es nur noch das eine Konzert und dann hatten wir ohnehin eine längere Pause geplant. Also haben wir entschieden, dass ich es durchziehe. Ich habe so eine Medizin bei mir, für Notfälle. Das ist einfach hochdosiertes Kortison. Hilft meinen Muskeln im Hals wieder zu arbeiten. Normalerweise wirkt das für mindestens sechs Stunden, danach darf ich aber absolut nicht mehr sprechen, mindestens für zwölf Stunden. Aber dieses Mal brach meine Stimme schon nach zwei Stunden immer wieder weg. Beim letzten Song auf der Setliste war sie dann komplett hin. Ich glaube aber nicht, dass das jemand bemerkt hat. Unsere Fans haben die letzten Zeilen des Songs alleine gesungen. Das machen wir öfter so.

Gleich nach dem Konzert bin ich zu einem Arzt gegangen und der hat mir gesagt, dass das Risiko besteht, dass meine Stimmbänder komplett ruiniert werden, wenn ich mich nicht vollständig erhole und mindestens für zwei volle Tage nicht spreche. Und das probiere ich gerade. Ich hoffe, dass meine Stimme morgen Abend wieder da ist.”

Anna las den Zettel zweimal. Sie war schon ganz schön müde und hatte deshalb etwas Mühe, die Buchstaben zu entziffern. Von dieser Medizin, die er erwähnt hatte, hatte sie irgendwo schon einmal gelesen, ihr fiel nur gerade nicht ein, wo.

Auch Eddi gähnte nun hinter vorgehaltener Hand. Es war wohl besser, wenn sie jetzt ins Bett gingen.

Anna trank noch schnell den letzten Schluck Wein aus. Sie war überrascht, als Eddi nochmal nach dem Block griff. Er schrieb nur ein Wort quer über die Seite: „Schau!“ Dann zeigte er auf seinen Schoß.

Anna überlegte kurz, ob das eine Art verquere Anmache sein sollte, doch dann schaute sie genauer hin. Sie musste spontan grinsen. Pino war unbemerkt näher an Eddi herangekommen und stand jetzt neben ihm, den Kopf auf seinen Schoß gelegt und ließ sich hinter den Ohren kraulen.

„Ich glaube, er mag dich“, kommentierte Anna die Situation. Eddi nickte glücklich und lächelte sie dankbar an.

Sobald Anna aufstand, war Pino aber schon wieder bei ihr. Sie verabschiedete sich von ihrem Gast und ging mit einem Umweg übers Bad zurück in ihr Bett. Innerhalb weniger Minuten war sie eingeschlafen.