Leseprobe Kein Platz für die Liebe

1

Das ist kein Platz für mich!

Der Gedanke schießt so eindringlich in Tobias Kopf, dass er schon auf dem Absatz kehrt machen und aus der Umkleide stürmen möchte, in deren Tür er steht.

Er sieht das Gesicht seines Vaters vor sich, spürt seinen tadelnden Blick. ‚Reiß dich zusammen, Junge‘, hört Tobias dessen Stimme in seinem Kopf. Zusammenreißen. Das war stets das Credo seines Vaters, das er auch seinem Sohn überstülpte. Und irgendwann glaubte Tobias fast, dass es auch sein Wunsch war, den Weg seines Vaters einzuschlagen. Orthopäde zu werden und dessen Praxis zu übernehmen.

Doch dieser Ort, die Umkleide der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, in der er heute seine Assistenzarztstelle antritt ruft eine viel deutlichere Empfindung in ihm hervor: Ablehnung. Er will hier nicht sein. Er fühlt sich wie früher im Sportunterricht, als Letzter auf der Bank, während die anderen bereits in ein Team gewählt worden waren. Zwar ist und war er nicht unsportlich, aber mit dem Ballgefühl haperte es stets, was ihn zu einem unliebsamen Mannschaftsmitglied machte. Genauso fühlt es sich hier an. Er hat allenfalls einen Platz auf der Ersatzbank und darf den coolen Jungs beim Spiel zusehen.

„Wen haben wir denn da?“, grölt ein Hüne, der gerade sein Hemd abgestreift hat und Tobias anstarrt. „Hast du dich verirrt?“

„Berger!“, prustet ein Anderer, kleiner als der Erste, aber immer noch größer als Tobias und deutlich muskulöser, „Ist das nicht deine neue Freundin?“

„Haltet die Fresse!“

Tobias Blick findet die Quelle dieses Ausrufs und verharrt. Der junge Mann mit den blonden Haaren und den blauen Augen, die Tobias fragend anschauen, scheint anders zu sein. Worauf sich diese Einschätzung stützt, kann Tobias nicht sagen. Es ist nur ein Gefühl. Ein Gefühl, das er nicht richtig beschreiben kann. „Bist du der Neue?“, fragt der Blonde, und Tobias nickt zögerlich.

„Na, komm schon rein und mach die Tür zu! Oder meinst du, wir strippen hier für die Schwestern? Und das auch noch gratis?“, poltert der Hüne und fällt in ein grunzendes Lachen, das Tobias eine Gänsehaut verursacht.

„Hier!“ Der Blonde klopft gegen den Spind rechts von seinem. „Du kannst den haben. Ich bin übrigens Julian. Julian Berger.“ Er streckt Tobias die Hand hin, der sie kurz schüttelt. „Das sind Alex Göttinger und Finn Toner.“ Er deutet erst auf den Hünen, dann auf den Kerl, der ihn als Julians Freundin bezeichnet hat. Beide nicken ihm zu. Tobias überlegt, ob er ihnen ebenfalls die Hand reichen soll, entscheidet sich aber dagegen.

Er streift eine Hose über, deren Beine zu lang sind und die ihm viel zu weit ist. Glücklicherweise hat er einen Gürtel, um sie zusammen zu zurren, und sieht damit einfach lächerlich aus. Noch schlimmer aber ist der Arztkittel, der ihm, mehr als zwei Nummern zu groß, über den Schultern schlackert. „Das geht nicht“, kommentiert Julian knapp, durchwühlt einen Kleiderstapel und zieht einen anderen Kittel heraus, der tatsächlich besser passt.

Finn tritt an Tobias heran, lugt auf das aufgebügelte Namensetikett oberhalb der Brusttasche, beginnt dann prustend zu lachen und schlägt Julian auf die Schulter. „Berger!“, jauchzt er. „Du bist echt der Burner. Den Kittel von der Tiese?“

Jetzt stimmt auch Alex in das Gelächter ein, selbst Julian kann sich ein Grinsen nicht verkneifen. „Was bleibt mir anderes übrig?“

„Hab doch gleich gesagt, dass sie deine Freundin ist“, poltert Finn, der vor Lachen rot anläuft.

„Hör auf mit dem Scheiß!“ Julian schaut auf die Uhr. „Wir müssen los.“

Sie verlassen die Umkleide, und Tobias folgt ihnen in etwas Abstand. Ihm ist nun klar, dass er einen Frauenkittel trägt. Ein Alptraum! Kann es noch schlimmer werden?

Die Umkleide der Assistenzärzte befindet sich im Erdgeschoss. Zum Besprechungszimmer im zweiten Stock, in dem die allmorgendliche Konferenz der in der Fachabteilung tätigen Ärzte stattfindet, gelangen sie über das anliegende Treppenhaus. Wieder hat Tobias einen unfreiwilligen Auftritt, als sich beim Betreten des Zimmers die Blicke der Anwesenden an ihn heften. Mit gesenktem Blick sucht er einen freien Platz und will sich schon auf einen Stuhl setzen, als er unsanft weggezogen wird. Es ist Julian. „Auf gar keinen Fall da!“, zischt er und weist Tobias einen Platz zu, auf den er sich dankbar fallen lässt. Am liebsten wäre er noch tiefer gefallen. Durch den Boden, aus diesem Raum, dieser Klinik, aus allem heraus.

„Grüß dich“, murmelt es neben ihm, und eine Hand schiebt sich in sein Sichtfeld, das momentan lediglich aus dem kleinen Stück Linoleumbodens unmittelbar vor ihm besteht.

Tobias ergreift sie, schüttelt sie kurz, registriert die Feuchtigkeit und widersteht dem Impuls, die eigene Hand am Kittel abzuwischen. Er sieht zur Seite in ein pausbäckiges Gesicht, aus dem ihn kleine Schweinsäuglein freundlich anblicken.

Noch bevor er nach dem Namen seines Nebenmanns fragen kann, ertönt eine sonore Stimme: „Guten Morgen, meine Damen und Herren.“

Tobias sieht sich um und bemerkt sogleich, wie absurd diese Begrüßung ist, denn bis auf eine ältere Dame, die in gebückter Haltung dasitzt, sind nur Männer anwesend. Fünf davon sitzen, einschließlich der älteren Dame, um einen Tisch herum, der in der hinteren Hälfte des Raumes steht.

Den Herrn mit weißem Bart und Haar, der sie soeben begrüßt hat, erkennt Tobias als Professor Kroll, den Chefarzt, mit dem Tobias auch das Vorstellungsgespräch führte. Er sitzt am Kopfende des Tisches. Eine Fensterfront hinter dem Tisch gibt den Blick auf die parkähnliche Anlage frei, die die Gebäude der Klinik umgibt. Der Raum ist prall gefüllt mit Anspannung. Wie Zuschauer einer besonderen Show betrachten die in weiße Kittel Gewandeten auf den Stühlen an der Wand die am Tisch Sitzenden. Tobias stellt fest, dass das Alter der Anwesenden mit der Nähe zum Tisch zuzunehmen scheint. So sitzen Julian, Alex und Finn näher am Tisch als er und der Unbekannte neben ihm, der ihn so freundlich begrüßte.

„Wer hatte Nachtdienst?“, fragt Professor Kroll.

„Dienst hatten der Kollege Gerken und ich“, meldet sich ein junger Mann in blauer Funktionskleidung zu Wort, dessen dunkle Augenringe und zerstrubbelten Haare Tobias mutmaßen lassen, dass es sich wohl um einen unruhigen Nachtdienst gehandelt hat. „Es gab fünf stationäre Aufnahmen“, fährt der junge Mann fort, wobei er so langsam spricht, dass Tobias sich Mühe geben muss, nicht zu gähnen.

„Doktor Dork.“ Professor Kroll entblößt die Zähne zu einem Haifischgrinsen. „Glauben Sie, Sie schaffen die Übergabe, ohne einzuschlafen?“

Doktor Dork zuckt, als habe er einen Stromschlag bekommen. „Entschuldigen Sie, Herr Professor. Es war eine lange Nacht.“

„Davon gehe ich aus. Schließlich wurden Sie hier als Assistenzärzte angestellt und nicht als Bettenprüfer.“ Krolls Tonfall ist leise, aber scharf, und Tobias hat den Eindruck, die Temperatur im Raum ist um zwei Grad gefallen. Wäre er an Doktor Dorks Stelle, er wäre den Tränen nahe.

Doch sein erfahrener Kollege scheint mit derartigen Situationen vertraut. Lächelt sogar. „Selbstverständlich, Herr Professor. Ich bitte um Entschuldigung. Ich werde mich zusammenreißen.“

Wie ein Blitz fährt es in Tobias. Da ist es wieder. Zusammenreißen. Jetzt ist ihm auch klar, warum sein Vater das ständig sagt: Es scheint das Fundament zu sein, auf dem der Arztberuf gebaut ist.

Während die Schilderungen vom Nachtdienst fortgesetzt werden, schweifen Tobias‘ Gedanken ab. Er fragt sich, ob die anderen ähnlich empfinden wie er. Ob sie ebenfalls der Meinung sind, dass ein Beruf, der permanent von einem fordert, sich zusammenzureißen, nichts sein kann, was man herbeisehnt. Sein Blick fährt die Gesichter ab, aber in keinem kann er die Ablehnung finden, die er selbst spürt. Er sieht nur Ärzte, die eine Besprechung abhalten und sich. Der, den niemand in sein Team wählen möchte, weil er der Aufgabe nicht gewachsen ist.

„Dann kommen wir zum OP-Plan“, sagt der grauhaarige Herr, der rechts vom Chefarzt sitzt. Tobias weiß, dass er Professor Döbner heißt und der leitende Oberarzt ist. Er kennt ihn noch aus der Vorlesung, die Chefarzt Kroll nie selbst abhält, hält er sie doch für ein überflüssiges Übel.

Professor Döbner teilt die Assistenzärzte den verschiednen eingriffen zu. Welchen Kriterien diese Zuteilung folgt, erschließt sich Tobias nicht, wohl aber die Reaktionen der Genannten, die zwischen Enttäuschung und Begeisterung schwanken, wofür die Art des Eingriffs ausschlaggebend ist. “Herr Berger?“ Döbner sieht zu Julian hinüber, der eifrig nickt. „Sie sind dann gleich mit mir bei der Hüft-TEP.“

Julians Augen leuchten, man muss kein Genie sein, um zu wissen, dass er einem guten Eingriff zugeteilt wurde. ‚Diese Augen!‘, denkt Tobias und fühlt sich im gleichen Moment seltsam. Was ist nur los mit ihm? Was hat dieser Julian an sich, dass er ihn ständig anschauen muss? Vielleicht, weil er bislang die einzig nette Person war, auf die Tobias getroffen ist?

„Gibt es sonst noch etwas?“, fragt Kroll am Ende seiner Ausführungen.

Tobias sieht, dass Julian eine auffordernde Geste in seine Richtung macht. Was wird von ihm erwartet? Soll er sich erheben, soll er etwas sagen? Er räuspert sich: „Herr Professor  also ich  mein Name ist Grund und ich “ Augenblicklich springen ihn die Blicke aller Anwesenden an. Tobias spürt die Aufregung heiß und rot in sich aufsteigen. Er macht sich hier vollkommen zum Affen, und das schon zum zweiten Mal innerhalb weniger Minuten.

„Sie sind das“, entgegnet Kroll knapp und wendet sich dann an Julian. „Herr Berger. Sie übernehmen den Neuen.“

„Aber ich bin doch gleich bei der Hüft-TEP“, protestiert Julian.

„Na dann“, Kroll sieht sich um, „wird Herr Toner Sie sicherlich würdig vertreten, damit Sie ausreichend Zeit für Herrn Grund haben.“

Finn grinst breit. „Aber klar doch, Chef“, entgegnet er.

„Gut.“ Kroll schiebt die Papiere vor sich zusammen und steht auf. „Dann wäre das ja geklärt.“

Auch ohne aufzusehen, spürt Tobias, wie sich Julians Blick in ihn bohrt.

2

Tobias fühlt sich wie ein Depp, als er hinter Julian her trottet, bis sie die Station erreichen. Julian sagt kein Wort, würdigt ihn keines Blickes. Sein Stechschritt aber spricht Bände. Dann zieht er eine Tür auf und verschwindet im Raum dahinter. Tobias ist unsicher, ob er einfach so folgen soll und zögert. Und ehe er sich versieht, schlägt ihm die schwere Tür, die mit einem Türschließer versehen ist, in den Rücken. „Aua!“, entfährt es ihm, und er stolpert in den Raum, der wohl das Arztzimmer ist.

Julian fährt herum und sieht ihn tadelnd an. „Wie kann man denn so unbeholfen sein? Wenn du dich bei allem so anstellst, wird das hier nichts.“ Julian steuert auf den langen Schreibtisch zu, der Platz für zwei Arbeitsplätze bietet und setzt sich auf einen der Stühle. Wieder dreht er sich um. Sein Blick ist so entnervt, dass Tobias zusammenzuckt. „Junge! Brauchst du für alles eine Aufforderung? Jetzt setz dich hierher verdammt, damit ich dir ein bisschen was über den Arbeitsablauf erzählen kann.“

‚Das wird von Moment zu Moment schlimmer!‘, denkt Tobias. Geht widerwillig auf den freien Stuhl zu und nimmt Platz. Julian klärt ihn über die Stationsabläufe auf. Je länger er spricht, desto mehr fällt der anfängliche Ärger von ihm ab. Schließlich hat Tobias den Eindruck, dass es ihm sogar Spaß macht. Als er vom rauen Ton, den einige Oberärzte anschlagen, spricht und Tobias‘ ängstlichen Blick bemerkt, zwinkert er ihm sogar zu. „Am Anfang erscheint alles bedrohlich, aber das wird besser mit der Zeit.“

Wärme breitet sich in Tobias Brust aus, und er hat Mühe, sich vom Blick der tiefblauen Augen zu lösen. Er kratzt sich am Hinterkopf, räuspert sich. Die Wärme hat sich zu Hitze gesteigert, und Tobias verspürt das seltsame Bedürfnis, eine kalte Dusche nehmen zu wollen.

„Komm. Ich stell dich mal den Schwestern vor.“ Julian klopft Tobias aufmunternd auf die Schulter, und der folgt ihm in den Nebenraum, den Pflegestützpunkt der Station. „Guten Morgen, die Damen!“, ruft Julian, als er, nach kurzem Anklopfen, die Tür aufstößt. Vier Augenpaare starren ihnen entgegen. In den Augen erkennt Tobias etwas, das er selbst spürt, wenn er Julian betrachtet. Julian hat etwas, das einen in seinen Bann zieht. Tobias ist sich sicher, dass jede der vier anwesenden Schwestern ein Auge auf den äußerst attraktiven Assistenzarzt geworfen hat und ist irritiert, dass ihn das stört. Weil er befürchtet, dahinter zu verblassen? Die plausibelste Erklärung. Oder?

„Dr. Berger“, die kräftige Schwester am Kopfende grinst Julian breit an, errötet sogar ein wenig. Julian stellt sie Tobias als Stationsleitung vor, dann die anderen drei Schwestern. Noch mehr Namen, von denen Tobias bereits jetzt weiß, dass er sie sich nicht wird merken können. Ihm graut bereits davor, wieder nachfragen zu müssen und dann womöglich als arrogant zu gelten, denn das Verhältnis von Ärzten und Schwestern ist ohnehin meist angespannt. Und ihm als Neuling kann die Brandmarkung als arroganter Schnösel direkt zu Anfang zum Verhängnis werden. Das kann ja was werden, denkt er und versucht, seine Bedenken weg zu lächeln, was unnötig ist, denn die Schwestern schenken ihm nach der Vorstellung durch Julian kaum Aufmerksamkeit. Ein unerfahrener Doktor, der ihnen mehr Ärger machen wird, als irgendetwas zu nutzen.

Als sie die kurze Tour durch den Pflegestützpunkt beendet haben und wieder im Arztzimmer sitzen, sagt Julian: „Dann geht es jetzt an die Visite. Bereit?“

Tobias nickt eifrig, während sein Magen Achterbahn fährt.

„Schau mir einfach über die Schulter bei den ersten Patienten, und dann kannst du ja den ein oder anderen Verbandswechsel machen, ok?“

Erneut nickt Tobias. Julian schenkt ihm ein Lächeln und Tobias spürt, dass ihm wieder heiß wird. Was ist nur los mit ihm? Zu viele Eindrücke, die auf ihn einstürzen. Es fällt ihm schwer, das alles zu verarbeiten. Es ist, als würde er in einem Boot auf unbekannten Gewässern sitzen, ohne dass sich das Ufer am Horizont abzeichnet. Gedanken und Bilder drängeln sich vor, die er wegschieben möchte. Er erinnert sich daran, wie grob Julian ihm gegenüber war, als sie vom Konferenzraum hierher gingen und macht sich klar, wie dünn dieser vermeintliche Frieden ist. Ein Fehler von ihm und er wird brechen und den Julian hervorbringen, der ihn fragen wird, ob er überhaupt zu irgendetwas taugt. Warum ist es ihm so wichtig, was dieser Typ von ihm denkt? Weil er sein neuer Kollege ist?

Sie betreten das erste Patientenzimmer. Eine Wirbelsäulenoperation und eine Knieprothese, zwei ältere Damen, die Julian, wie schon die Schwestern zuvor, diese begehrlichen Blicke zuwerfen. Erneut meldet sich dieses Gefühl in Tobias. Ein Ziehen tief in der Magengrube, und dieses Mal kann er es nicht verleugnen, obwohl er das am liebsten würde: Eifersucht. Was hat die da zu suchen? Wie Julian die Verbände wechselt, dabei mit den Patientinnen spricht, es fällt schwer, ihn dafür nicht zu bewundern. Er ist wie einer dieser Ärzte aus den Vorabendserien, die Tobias‘ Großmutter so gerne gesehen hat. „Tobias? Gibst du mir jetzt die Kompresse, oder was?“ Dieses Lächeln!

„Ja klar. Sorry“, brummelt Tobias. Reicht Julian mit zitternden Fingern eine Kompresse. Sieht zu, wie der sie in einer flüssigen Bewegung greift und auf die Wunde legt.

„Pflaster.“

Tobias reicht ihm das Pflasterband. Er will sich darüber ärgern, dass er Julians Handlanger ist, der ihm die Sachen anreicht, aber er ärgert sich nur darüber, dass ihn das nicht stört. Schlimmer noch. Es gefällt ihm, in Julians Nähe zu sein. Besonders, wenn er so ist. So gelöst.

„Da haben Sie aber einen Bewunderer“, scherzt die Dame mit der Knieprothese und grinst Julian an.

„Meinen Sie?“ Julian wirft Tobias einen Blick zu, den der nicht deuten kann. Tobias hat Schwierigkeiten, dem Impuls zu widerstehen, den Kopf einzuziehen. „Na, da kann ich mich doch freuen“, fährt Julian fort, während sein Blick immer noch auf Tobias ruht. Der möchte am liebsten weglaufen und ist im gleichen Augenblick überglücklich. Denn was Julian sagt, hört sich an wie ein Kompliment. Und ohne die störende Frage, warum er sich darüber freut, fühlt sich das einfach nur gut an.