Doktorspiele

Die Pimmelparade

 Der Schnee lag auf den Schwarzwaldhügeln wie ein großer Doktorkittel. Anfang März und höchste Zeit, den weißen Rock auszuziehen.

„Zieh das Höschen aus!“, sagte Tim.

„Na, gut“, sagte Lilli, hob ihren Bauch hoch, als baute sie eine Brücke, und zog sich das Höschen runter. Wir guckten uns ihr Ding aus der Nähe an. Sah saukomisch aus.

„Und jetzt du!“, sagte Lilli.

„Ich bin der Doktor!“, sagte Tim.

„Ich auch“, sagte ich.

„Der Doktor kann auch krank sein!“

„Das stimmt“, sagte Tim und schlüpfte aus seiner Pyjamahose.

„Nicht du!“, sagte Lilli zu ihm. „Dich kenne ich schon.“ Sie zeigte auf mich. „Der andere Doktor!“

„Ich bin ganz gesund!“, rief ich.

Tim schüttelte den Kopf: „Alle müssen zeigen!“

Ich holte mein Ding raus. Lilli beglotzte ein Weilchen meine sechsjährige Nudel und seufzte dann. „Sind die alle so klein?“

„Die wachsen noch!“, rief ich.

„Bestimmt!“, rief Tim.

„Glaube ich nicht!“, sagte Lilli.

Seitdem habe ich meine entfernte Cousine Lilli nicht mehr gesehen.

*

Jetzt bin ich 16. „Lilli wird bei uns zwei Wochen wohnen“, sagte meine Mutter kurz vor den Ferien beim Frühstück. Ihre Eltern fliegen nach Amerika.“

„Hä?“ Lilli sollte bei uns wohnen? Lilli? Die mir mal gesagt hatte, dass mein Pimmel zu kurz ist?

„Erinnerst du dich, als ich dir mal von unseren Doktorspielen im Schwarzwald erzählt habe?“, fragte ich Harry unterwegs zur Schule.“

„Klar. Cooles Spiel“, sagte Harry.

„Alter! Diese entfernte Cousine kommt in den Ferien zu uns!“

„Um Doktor zu spielen? Kann ich mitmachen?“

„Spinnst du? Die lacht mich aus! Schon damals hat sie sich über meinen Pimmel lustig gemacht. Von wegen klein und so…“

Am letzten Schultag vor den Ferien schleppten Harry und ich unseren Kram des ganzen Schuljahrs nach Hause.

„Wann kommt diese Krankenschwester zu euch?“, fragte Harry. „Mit der du im Schwarzwald Doktor gespielt hast?“

„Lilli?“, sagte ich. „Morgen! Scheiße!“

„Boah! Die Hitze ist unerträglich!“

„Ich geh zu Hause gleich unter die kalte Dusche!“, sagte ich. „Kommst du mit? Am Nachmittag ist niemand da.“

Zu Hause hauten wir unsere Rucksäcke und die anderen Sachen auf dem Boden im Flur und flitzten ins Bad. Wohlig wanden wir uns abwechselnd unter dem kalten Wasserstrahl.

„Warum jammerst du immer, dass du so ’n kleines Ding hast?“, fragte Harry. „Meiner ist auch nicht größer.“

„Soll’n wir messen?“

Auf der Waschmaschine lag zufällig ein Lineal. Ha! Unsere Pimmel waren wirklich gleich lang.

„Vielleicht ist deiner sogar länger als meiner, wenn er steht?“, sagte Harry. So rubbelten wir etwas und maßen unsere Ständer. Auch gleich.

„Yogis können ziemlich große Gewichte am Pimmel tragen“, sagte Harry.

„Ich kann eine Gießkanne dran tragen!“, sagte ich und haute mir die Plastikkanne zum Blumengießen auf den stehenden Schwengel. Tätärätä!

Harry hängte sich Christines Kosmetiktasche dran, und wir marschierten aus dem Badezimmer. „Hey, hey, gib’s mir, Baby! Hey, hey, gib’s mir!“

Wir brüllten beide unseren neuen Song und marschierten zum Spiegel im Flur, um uns zu begutachten: „Hey, hey, gib’s mir, Baby! Hey, hey, gib’s mir!“

„Soll’ma uns so abblitzen?“, fragte ich.

„Wäre sicher ein lustiges Foto“, sagte Harry.

Wir marschierten mit der Kanne und der Kosmetiktasche an unseren Pimmeln ins Wohnzimmer, um Mutters Digitalkamera zu holen, und brüllten weiter unseren Song. Dabei schwenkten wir unsere nackten Ärsche im Rhythmus des Songs wie Hula-Hula-Tänzerinnen. Die Kanne und die Kosmetiktasche immer hoch in der Luft.

Am Tisch packe ich die Kamera, hole noch mal tief Luft, um so richtig loszubrüllen, Harry hinter mir wohl auch, weil ich in der so kurz entstandenen Stille plötzlich ein „Ähmm, ähmm“, aus der Ecke höre, in der das Sofa steht, und gleich danach ein „hüstel, hüstel …“

Nackt wie ich bin, mit der Kamera in der Hand, und der Gießkanne an meinem Ständer, drehe ich mich um und … starre. Harry starrt auch.

Auf dem Sofa hockt ein blonder Engel mit Zöpfen und einem Buch in der Hand. Statt zu lesen, guckt sie uns aber an. Wir sind ja interessanter als ein Buch.

„Ich bin Lilli“, sagt sie. „Hey, Andi! Du bist seit damals ganz schön gewachsen. Erinnerst du dich noch an mich?“

„Kl…ar!“, stammele ich hervor, reiße die Kanne von meinem Pimmel runter und stecke ihn hinein. Auch Harry zögert nicht, haut seinen Ständer in die Kosmetiktasche und wir beide HOPP, HOPP in Känguru-Schritten zur Wohnzimmertür. In der Tür kommen wir uns in die Quere, stürzen zu Boden, doch wie Hirsche springen wir sofort auf und jagen hinaus.

Gleich im Flur sind unsere Ständer flöten gegangen. Wir hüpften ins Badezimmer und kämpften uns schnell in unsere Shorts.

„War das deine Krankenschwester aus Kiel?“, fragte Harry.

„Ja! Scheiße verdammte!“, kreischte ich. „Wir machen halt bei den Doktorspielen weiter, wo wir vor zehn Jahren aufgehört haben.“

„Das waren keine Doktorspiele mehr, Alter!“, sagte Harry. „Das war Pornodancing!“

Und da bekamen wir beide ’nen Lachkrampf, bis wir vor lauter Lachen mit den Köpfen an den Wäschekorb trommelten. Jetzt hab ich’s wohl bei allen Mädels verschissen!

 


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Jaromir Konecny wurde 1956 in Prag geboren. Er arbeitete als Techniker in Libyen, war Arbeiter in der Metallindustrie und Schiffsmeister bei der tschechischen Elbe-Oder-Schifffahrt, bevor er 1982 in die Bundesrepublik emigrierte. In einem Sammellager in Niederbayern brachte er sich mit Kreuzworträtseln Deutsch bei und studierte schließlich Chemie an der TU München, wo er über die Entstehung des genetischen Codes promovierte. Er war wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Theoretische Chemie der TU München und lebt heute als freier Schriftsteller und Publizist in München.

 

Das Erbe von Broom Park

Stuttgart, Juni 2018. Die Autorin J. C. Philipp kennt die schottischen Schauplätze ihres neuen Romans alle persönlich. Ihre Familie fuhr früher fast jedes Jahr zum Angeln dorthin. Sie hatten einen Freund, der sowohl ein Haus im Broom Park Drive in Lesmahagow als auch ein Ferienhaus in Ballachulish besaß – in dem die Familie hin und wieder zu Gast war. Philipp liebt vor allem Glen Coe und kennt noch die Zeit, als die Straßen einspurig mit Ausweichplätzen angelegt waren und es dort kaum Touristen gab. Mit ihrem neuen Buch Das Erbe von Broom Park ist auch eine persönliche Geschichte verbunden: Während einer Ehekrise entschieden sich Philipp und ihr Mann für eine Trennung auf Probe. Philipp suchte im Internet nach Ablenkung bei einer Partnerbörse, nannte sich „Hazel“ nach ihrer Romanfigur und begann nach einiger Zeit mit einem Mann namens „Glen Coe“ zu chatten. Sie hatten viele Gemeinsamkeiten, verstanden sich blendend und verabredeten sich zu einem Blind Date. Er warnte sie, sie solle auf alles gefasst sein und trotzdem war sie es nicht – denn das Blind Date war ihr Mann! Heute sind die beiden mehr als 25 Jahre verheiratet und haben 2017 in Schottland, in Ballachulish, ihr Eheversprechen erneuert.

Download Pressemitteilung: PM 06-2018_dp_Digital Publishers_das Erbe von Broom Park

Ein altes Herrenhaus, eine junge Frau voller Träume und eine Liebe, die alles überdauert – die berührende Liebesgeschichte Das Erbe von Broom Park nimmt den Leser mit auf eine Reise in das Schottland und Indien des 19. Jahrhunderts. Die Regency Romance Story ist ab Juni im Handel.

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Mord à la provençale: Darina Lisles siebter Fall

Stuttgart, Juni 2018Janet Laurence lässt die Protagonisten ihrer Cosy-Mystery-Krimis gerne mit feinem britischen Humor ermitteln. In der Darina Lisle-Reihe darf der Leser dabei nicht nur gerne miträtseln. Leser, die eine Leidenschaft für das Kochen haben, werden ebenfalls auf ihre Kosten kommen, denn Hobby-Ermittlerin Darina Lisle ist Kochbuchautorin!
In ihrem siebten Fall verbringt die britische Kochbuchautorin Darina Lisle mit ihrem frischgebackenen Ehemann, Detective Inspector William Pigram, ihre Flitterwochen im Süden Frankreichs. Dort treffen die beiden auf eine Reihe interessanter, britischer Auswanderer, die das sonnige Leben in Südfrankreich genießen. Darunter auch Kochguru Helen Mansard, die darauf besteht, Darina und William zum Mittagessen einzuladen. Helens Partner, Bernard Barrington Smythe, Havariekommissar der Londoner Versicherungsbörse im Ruhestand, zeigt ihnen seine neuste Errungenschaft: eine Ölmühle, mit der er ein Vermögen machen will. Doch dann kommt es in dieser zu einem Todesfall und Darina und William ermitteln Seite an Seite …

Download Pressemitteilung: PM 06-2018_dp_Digital Publishers_Mord a la Provencale

Tod in Südfrankreich: Meisterköchin Darina Lisle und ihr frisch angetrauter Ehemann Inspector William Pigram verfolgen diesmal gemeinsam, mitten in ihren Flitterwochen, einen Mörder! Auch in ihrem siebten Fall wird wieder mit Finesse und klassisch britischem Humor ermittelt.