Interview Sabine Strick im Interview

Worum geht es in deinem Buch Mörderisches Paradies?

Es geht um den 40jährigen französischen Privatdetektiv Dominique, der in Indien lebt und sein ungebundenes Singledasein genießt. Doch dann bittet ihn seine Ex-Frau, die gemeinsame 19jährige Tochter Jennifer zu sich zu nehmen. Vater und Tochter kennen sich kaum, und es gibt anfangs einige Reibereien, bevor sie schließlich richtig gute Freunde werden. Jennifer entpuppt sich als genauso mutig und abenteuerlustig wie ihr Vater und hat ein Talent dafür, sich in Gefahr zu bringen, wenn sie sich in seine Ermittlungen einmischt. Und auch das turbulente Liebesleben der beiden vermischt sich immer wieder mit den Aufträgen.

 

In deinem neuen Roman begleiten wir die ersten Fälle von Dominique Demesy. Wie würdest du den Privatdetektiv beschreiben?  

 Zunächst mag er ein wenig hart und egozentrisch wirken. Doch bald wird klar, dass er im Grunde gefühlvoll, gutherzig und empfindsam ist und sich nach einigen Schicksalsschlägen einen Schutzpanzer zugelegt hat. Jennifer schafft es, diesen zu durchbrechen und er lernt, wieder Nähe zuzulassen. In dieser Hinsicht macht er im Laufe der Trilogie eine große Entwicklung durch. Abgesehen davon ist er so couragiert, risikobereit und clever, wie es sich für einen guten Detektiv gehört.

Wieso hast du Indien als Ausgangspunkt für deine Geschichte gewählt? Warst du schon mal selbst vor Ort?

 

Ja, alle Orte in Indien, an denen der Roman spielt, habe ich selbst bereist.

Als Teenager hatte ich eine unerklärliche Faszination für Indien. Damals keimten schon die ersten Ideen für einen Roman über einen Privatdetektiv, der mit seiner Tochter in Indien lebt (auch wenn sich die Geschichte seit den ersten Entwürfen enorm verändert hat).

Mit 21 habe ich mir den Traum erfüllt und eine 4-wöchige Rundreise durch das Land gemacht (inklusive einiger Tage in Nepal, wo auch eine Episode des Romans spielt.) Vor Ort habe ich begriffen, dass es alles andere als ein Traumland ist, sondern eines voller Elend und himmelschreiender Ungerechtigkeiten, insbesondere gegenüber Frauen. Als Romankulisse fand ich das jedoch nur noch inspirierender und habe in den folgenden Jahren sehr viel über Indien gelesen und parallel dazu die erste Fassung von „Mörderisches Paradies“ geschrieben. Daher spielt der Roman auch Anfang der 1990er Jahre: Es ist die Zeit, in der ich Indien kennengelernt habe und auf die sich meine Recherchen beziehen.

 

Was dürfen wir von den nächsten Fällen Dominique Demesys erwarten?

In Band 2 („Tödliche Nächte“) warten einige Schicksalsschläge auf ihn. Seine Partnerin wird ermordet, und er unterstützt die Polizei bei der Suche des Mörders. Danach muss er in Nordthailand gestohlene Edelsteine wiederfinden und wird dabei von Drogenhändlern gejagt, denen er in die Quere gekommen ist. Auf den Seychellen suchen Jennifer und er eine Erpresserbande – und stoßen stattdessen auf eine Frauenleiche. In Shanghai gerät Dominique bei einem Personenschutz-Job zwischen die Fronten asiatischer Geheimdienste, die ihm übel mitspielen. Und auch um Jennifer muss er sich Sorgen machen, da sie sich ihm gegenüber immer seltsamer verhält und er sie beim Opiumrauchen erwischt. In Istanbul schlüpft Dominique in die Rolle eines Meisterdiebs, um eine Kunstdiebin zu überführen – und verliebt sich unsterblich in sie. Ein wahres Dilemma, da sein Auftrag darin besteht, ihr eine Falle zu stellen und sie ins Gefängnis zu bringen. Er muss eine schwere Entscheidung zwischen Liebe und beruflichem Verantwortungsbewusstsein treffen …

In Band 3 („Gefährliche Geheimnisse“) hat er Indien den Rücken gekehrt und lebt wieder in seiner Heimatstadt Paris, wo er in der Detektivagentur eines früheren Freundes mitarbeitet. Zwei Fälle führen ihn auf die Karibikinsel Trinidad und nach Irland, die anderen spielen in Paris.

Mehr möchte ich zu Band 3, der ja erst im April erscheint, noch nicht verraten, um nicht zu spoilern.

 

Du hast schon viele Länder bereist. Schreibst du auch auf Reisen oder bevorzugt zuhause? Wie sehen deine Schreibgewohnheiten aus?

Meistens habe ich organisierte Rundreisen gemacht, bei denen man ein Maximum von dem jeweiligen Land sehen und erfahren kann, wobei aber kaum Zeit zum Schreiben bleibt. Daher mache ich mir auf Reisen nur Notizen oder schreibe Szenen auf, die mir spontan einfallen, und leiste die eigentliche Schreibarbeit zu Hause. Hierbei schreibe ich meistens in Stenografie auf einem Collegeblock vor und tippe es danach ab, wobei auch gleich die erste grobe Überarbeitung stattfindet. Ich bin auf Papier einfach kreativer als am PC.

 

Was tust du besonders gern, wenn du gerade nicht schreibst?

Ich versuche mir einen Ausgleich für all die Kopfarbeit und das viele Sitzen zu schaffen, indem ich regelmäßig Kurse im Fitnessstudio besuche und mich möglichst oft mit Freunden und Bekannten treffe. Außerdem spaziere ich gern durch meine Heimatstadt Berlin, die gleichermaßen viel Kultur und Natur bietet.

 

Und zum Schluss: Hast du eine Buchempfehlung für uns?

Wer sich für Indien und seine Geschichte interessiert, dem kann ich den historischen Roman „Der Himmel über Darjeeling“ von Nicole C. Vosseler empfehlen, den ich vor kurzem gelesen habe und sehr spannend und interessant fand. Genau wie „Smaragdvogel“ von Linda Holeman (ebenfalls ein historischer Roman, der zur Hälfte in Kaschmir spielt).