Interview Autorin Regine Kölpin im Interview

Worum geht es in deinem Buch Wie dunkel die Schatten?

Für dieses Buch habe ich mich intensiv mit der Thematik der Obdachlosigkeit auseinandergesetzt, um dieses Milieu authentisch beschreiben zu können.
Es beginnt damit, dass die Obdachlose Frieda plötzlich verschwindet und sich die Studentin Paula Sorgen macht, weil sie sich nicht vorstellen kann, dass sie ihren Mantel einfach liegen lässt, so wertvoll wie er in ihrer Situation für sie ist. Sie macht sich auf die Suche nach Frieda. Doch durch ihre Nachforschungen gerät Paula in große Gefahr.

Kannst du jeweils drei wichtige Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Freundinnen Paula und Ines nennen?

Paula ist stets darum bemüht, sich auch um andere zu kümmern, während Ines eher um sich selbst kreist, aber gern von Paulas Eigenschaften partizipiert. Ines würde wohl oft gern sein wie Paula.

Ungerechtigkeit, Gewalt und Obdachlosigkeit nehmen eine wichtige Rolle im Roman ein - ist dir deren Thematisierung ein Anliegen?

Ich bin eher durch Zufall über das Thema gestolpert, aber dann hat es mich gepackt. Und es ist ja auch wirklich brandaktuell, denn die Obdachlosigkeit nimmt sehr zu. Nachdem ich mit Betroffenen gesprochen habe, wurde mir sehr stark bewusst, wie nah die Thematik überall ist.

Woher holst du deine Inspirationen?

Ich lese und beobachte sehr viel und meist kommt irgendwann ein Punkt, wo es zündet. Dann verfolge ich die Sache und wenn die Idee tragfähig ist, wird ein Roman oder eine Kurzgeschichte daraus.
Ich glaube, als Schreibende läuft man mit einem sehr offenen Blick durch die Welt und sammelt intuitiv ständig Ideen.

Was reizt dich am Genre Thriller besonders? Und was macht für dich ein guter Thriller aus?

Ich mag es, subtile Spannung zu erzeugen. Den Leser auf falsche Spuren zu führen und zu hoffen, dass er mitfiebert.

Welches sind deine Lieblingsbücher?

Schwer zu sagen, weil ich querbeet lese und es auch sehr viele spannende Bücher von wunderbaren Kollegen gibt, das wäre jetzt eine endlos lange Liste.

Aber es gibt Bücher, die mich über Jahre hinweg gefesselt haben und die ich immer wieder zur Hand nehme.

Das sind einmal: Marlen Haushofer mit Die Wand, dann Dürrenmatt mit Der Besuch der alten Dame und Die Physiker und Albert Camus mit Die Pest.