Interview Nicki Fleischer im Autoreninterview zu Blutprotokoll

Worum geht es in deinem Buch Blutprotokoll?

Es geht um sehr aktuelle wie auch brisante Themen: um die Pharmaindustrie, um Medikamentenentwicklung und Versuche, um die unterschiedlichen Phasen von Genehmigungen, und wie ein Pharmakonzern geschickt versucht, durch die Umgehung von Vorschriften seine Ziele zu erreichen.

Warum sollten wir Blutprotokoll auf jeden Fall alle lesen?

Weil der Thriller aufzeigt, wozu Menschen fähig sind, wenn sie ohne Rücksicht auf Verluste ihre Visionen verwirklichen wollen, und wie wichtig es ist, dass es Menschen gibt, die besonnen (wenn auch hin und wieder mit Hilfe unkonventioneller Mitteln) ihr Leben dafür einsetzen, damit das Böse nicht gewinnt.

Du bist mehrfache Krimiautorin. Was hat dich bewogen diesmal einen Thriller zu schreiben?

Meine bisherigen Krimis sind humoristisch, etwas überzogen und laden zum Schmunzeln ein, die Morde sind eher Nebensache ;-) Ich hatte den Wunsch, etwas Neues zu machen, etwas Düsteres, etwas, das noch nicht dagewesen ist. Ich wollte eine Art „Dialog-Thriller“ schreiben, dadurch bin ich auf die Protokoll-Struktur gekommen. Und es sollte etwas Wissenschaftliches sein, mit Blick in die Zukunft.

Interview mit Nicki Fleischer Grafik
Frankfurt-Höchst
Quelle: Nicki Fleischer

Dein Roman spielt in Frankfurt, wieso hast du diesen Ort gewählt?

Das ist einfach zu erklären: Ich lebe dort :-) Der Handlungsort ist vor allem Frankfurt-Höchst, ein Industriepark, in dem Pharmakonzerne angesiedelt sind und Forschung betrieben wird. Er ist verständlicherweise abgeriegelt, es herrschen strenge Zutrittskontrollen, das hat mich gereizt.

Kannst du das Ermittler-Team in drei kurzen Sätzen beschreiben?

  1. Der leitende Kriminalkommissar Peter Groß ist leicht angeschlagen von seinem Job, hegt mitunter Selbstzweifel, gibt jedoch sein Bestes, um dem Bösen entgegenzuwirken.
  2. Kriminalkommissarin Karin Weidmann, seine langjährige, bodenständige und besonnene Partnerin, hält ihm den Rücken frei.
  3. Awet Berhane, der neue Kollege, ist zu Beginn wenig willkommen, seine undurchsichtige Art verunsichert Peter Groß, der sogar zeitweise befürchtet, dass Awet mit den Gegnern zusammenarbeitet.
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Recherchematerial
Quelle: Nicki Fleischer

Wie sah deine Recherchearbeit aus?

Sehr wissenschaftlich! Ich habe viel in Sachen Hirnforschung gelesen – und konnte kaum damit aufhören! Es war extrem interessant: Ich habe dazu Veröffentlichungen von Forschungseinrichtungen in Deutschland und Amerika durchgearbeitet und so erfahren, dass man tatsächlich menschliche Stammzellen in Mäusehirne einpflanzen kann …

Hast du literarische Vorbilder?



Ja, was Krimis angeht: Jörg Maurer, was Thriller betriff: Frank Schätzing.

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Quelle: Nicki Fleischer

Was tust du, wenn du nicht am Schreiben bist?



Einen „normalen“ Job habe ich auch noch, ich bin Informatikerin.
Ansonsten: Ich tanze (Ballett & Modern Dance) und fliege :-)

Arbeitest du gerade an neuen Projekten? Wird und das Ermittlerteam noch mal beglücken?

Das Ermittlerteam wird auf jeden Fall noch einmal beglückt (am Ende von BLUTPROTOKOLL wird das deutlich). Und ein ganz neues Projekt ist auch schon in Arbeit: Science Fiction!

Liest du selbst gerne Spannungsromane? Hast du einen Buchtipp für uns?

Ja, ich verschlinge gerne die Wallander-Krimis.