Interview Minerva Spencer über ihren historischen Liebesroman

Worum geht es in deinem Roman Ein geheimnisvoller Marquess?
„Der geheimnisvolle Marquess“ ist eine Liebesgeschichte über zweite Chancen. Der Held und die Heldin sind beide in ihren Dreißigern und haben beide schlechte Erfahrungen mit der Liebe gemacht. Sie müssen einander vertrauen, obwohl das nicht leicht für sie ist.
Das Buch ist außerdem voller Abenteuer, was ich an Liebesromanen sehr gern mag.

Der Roman spielt 1811 in London. Warum hast du diese Zeit gewählt?
Diese Zeit hat gut zu meiner Geschichte gepasst, weil die Heldin in die Hände von Korsaren fällt. Korsaren - und Piraten im Allgemeinen - waren zur Zeit der Napoleonischen Kriege sehr aktiv, weil die Nationen zu sehr mit Kämpfen beschäftigt waren als sich um die Piraterie zu kümmern.

Würdest du lieber 1811 leben oder in der heutigen Zeit?
Ich wähle das einundzwanzigste Jahrhundert! Historische Romane basieren zwar auf Fakten, doch das tatsächliche Leben im neunzehnten Jahrhundert war eigentlich ziemlich unromantisch. Arme Menschen hatten es schwer - besonders mittellose Frauen - und es gab nur wenige reiche Leute. Das Leben ohne die moderne Medizin und unsere hygienischen Zustände wäre hart und wahrscheinlich wesentlich kürzer als heute.

Wie sieht deine Recherche aus?
Ich habe einige Bücher, die ich immer wieder verwende - wie zum Beispiel eine Ausgabe von Ackermans London und eine Straßenkarte von London aus dem Jahr 1816 - doch einen Großteil meiner Recherche erledige ich im Internet. Online habe ich die erstaunlichsten Informationen gefunden. Kürzlich bin ich auf Logbücher mit Passagierlisten und Details über das Leben an Bord gestoßen. Museen und Universitäten sind frei zugängliche Horte des Wissens.

Was war deine erste Idee für ein Buch?
Tatsächlich ist mein Buch Das Geheimnis der stolzen Lady mein erstes Buch überhaupt gewesen.

Was inspiriert dich zum Schreiben?
Die meisten meiner Ideen bekomme ich unter der Dusche oder während eines Spaziergangs. Es ist zuerst nur eine grobe Idee. Was wirklich daraus wird, erfahre ich erst, wenn ich mich hinsetze und schreibe. Ich habe beim Schreiben keinen Plan, dem ich folge. Ich sage immer, dass die Worte eher aus meiner Hand als aus meinem Kopf kommen.

Warum hast du zu schreiben angefangen?
Weil ich alle Georgette Heyer-Romane gelesen hatte und keine Bücher mehr finden konnte, die ich lesen wollte. Also musste ich meine eigenen schreiben!

Welches ist dein Lieblingsbuch?
Mein liebster Liebesroman ist Der Page und die Herzogin von Georgette Heyer.
Mein liebster Roman, der keine Liebesgeschichte ist, ist Frühstück für starke Männer von Kurt Vonnegut.

Welche ist deine schönste Erinnerung als Schriftstellerin?
Ich schrieb mein Buch A figure of love in nur elf Tagen und der erste Entwurf war beinahe perfekt. Das war eine wunderbare Erfahrung. Für gewöhnlich brauche ich länger und mein erster Entwurf ist sehr schlampig!