Interview Mariah Stewart über ihren neuen Roman Das Glück in mir

Mariah Stewart Worum geht es in deinem Buch?

Das Glück in mir ist das erste von drei zusammenhängenden Büchern, in denen es um drei Schwestern von zwei verschiedenen Müttern geht, die sich zum ersten Mal bei der Testamentseröffnung ihres Vaters treffen.
Um ihren Anteil am Vermögen ihres reichen Vaters zu erben, müssen die drei ein heruntergekommenes, verfallenes Art-Déco-Theater restaurieren, das ihr Urgroßvater in dem Bergstädtchen Hidden Falls in Pennsylvania errichtet hat. Dort müssen die Frauen lernen, zusammen zu leben und zu arbeiten und entdecken eine weitere Überraschung, die ihr Vater vor ihnen verborgen gehalten hatte.

 

Drei Schwestern mit unterschiedlichen Lebensgeschichten erhalten ihr Erbe nur dann, wenn sie ein Theater restaurieren. Was hat dich zu dieser Geschichte inspiriert, gab es ein besonderes Ereignis oder eine Zeitungsmeldung?

Oh ja, es gab tatsächlich ein besonderes Ereignis, das mich zu dieser Geschichte inspiriert hat! Als meine Mutter Ende Vierzig war, erfuhr sie, dass ihr Vater in einem anderen Bundesstaat eine andere Familie gehabt hatte! Sie fand heraus, dass ein Cousin von ihr, der in Massachusetts lebte, eigentlich ihr Halbbruder war und dass es eine Halbschwester gab, die sie nie kennengelernt hatte. Obwohl es nicht um eine große Erbschaft ging, konnte ich der Versuchung nicht widerstehen, eine Geschichte über drei Frauen zu schreiben, die als Erwachsene herausfinden, dass ihr Vater ein Doppelleben geführt hat und sie Geschwister haben, von denen sie nicht gewusst hatten.

 

Wie würdest du die Schwestern Allie, Des und Cara mit jeweils drei Wörtern beschreiben?

Gute Frage!
Allie: Misstrauisch. Ungeduldig. Reizbar. (Allie ist von den dreien am schwierigsten zu beschreiben, weil ihre Entwicklung während der drei Bücher so viele charakterliche Veränderungen mit sich bringt. Vor allem ist sie eine liebevolle Mutter für ihre Tochter Nikki. Entschuldigung – das waren mehr als drei Wörter!)
Des: Mitfühlend. Fürsorglich. Fröhlich.
Cara: Liebevoll. Tolerant. Realistisch.

 

Wie sieht ein typischer Tag im Leben von Mariah Stewart aus?

Gibt es überhaupt typische Tage? Ich stehe recht früh auf, trinke Kaffee (wenn das Wetter gut ist, auf der Veranda, andernfalls vor dem Fernseher, wo ich die Morgennachrichten anschaue). Danach bin ich in meinem Büro und schreibe solange, bis einer der Hunde beschließt, dass es für sie oder ihn Zeit ist, nach draußen zu gehen. Danach heißt es Hund rauslassen, Hund wieder reinlassen, Hund rauslassen, Hund wieder reinlassen, Hund rauslassen, Hund wieder reinlassen … ihr könnt es euch vorstellen!

 

Hast du eine Routine beim Schreiben oder gibt es etwas, ohne das du nicht schreiben kannst?

Kaffee. Und Ruhe.

 

Wie bist du Autorin geworden?

Schreiben wollte ich schon immer. Aber manchmal kommt einem das Leben dazwischen, also habe ich erst mit Anfang Vierzig meinen ersten abgeschlossenen Roman geschrieben und ihn an eine Literaturagentur geschickt. Ich hatte großes Glück, dass das Buch 1995 veröffentlicht wurde und bringe seitdem ein bis zwei Bücher im Jahr heraus.

 

Hast du irgendwelche Buchempfehlungen für uns?

Natürlich mag ich meine eigenen Bücher, meine Thriller, meine Kleinstadt-Romane und meine Frauenromane.
Aber ich lese liebend gern und habe mehr Lieblingsbücher, als ich aufzählen kann! Ich liebe die Werke von James Lee Burke, einem amerikanischen Krimi- und Thrillerautor, und John Sandford, einem weiteren Amerikaner, der Spannungsromane schreibt (mein Lieblingsgenre). Ebenso Allison Brennan, Allison Leotta und Lisa Gardner. Die zeitgenössischen Liebesromane und Frauenromane von Nora Roberts, Robyn Carr und Kristan Higgins und die historischen Romane von Victoria Alexander. Es gibt so viele gute Schriftsteller!

 

Wie bist du zum Schreiben gekommen? Woher kam die erste Idee?

So banal es klingt: Ich schreibe, seit ich schreiben kann. Meinen ersten Roman habe ich mit zehn Jahren verfasst. Eine abstruse Polarforscher-Story, wahrscheinlich von Dokumentarfilmen inspiriert. Gottseidank hat der Verlag, an den ich das handgeschriebene Manuskript schickte, abgelehnt. Aber die waren nett und haben mir ein Buch geschenkt und mich ermutigt, nicht aufzugeben. Habe ich befolgt.

 

Und zu guter Letzt: Gibt es etwas, dass du deinen deutschen Fans und Lesern sagen möchtest?

Nur eine kurze Geschichte: Der Mädchenname meiner Urgroßmutter war Sarah Sponheimer, geboren in Deutschland im Jahr 1840. Über ancestry.com habe ich Sarahs Geburtsort herausgefunden, sogar die Kirche in Waldböckelheim, wo sie am 26. Juli 1840 getauft wurde! Als meine Tochter Rebecca und ihr (mittlerweile) Ehemann im Sommer 2017 eine Deutschlandreise machten, hielten sie in Waldböckelheim und machten die Kirche ausfindig! Ich habe ein Foto angefügt, das Rebecca zeigt, wie sie auf den Stufen dieser ehrwürdigen und beeindruckenden Kirche sitzt (deren Namen ich nicht kenne, aber vielleicht einer unserer Leser?) Sarah wanderte 1875 in die USA aus, wenige Jahre, nachdem ihr Vater Jakob gestorben war. Sie traf meinen Urgroßvater, Peter Zehren, der auch ein deutscher Immigrant war, der sich in Philadelphia niedergelassen hatte. Zusammen hatten sie sieben Kinder, das jüngste war meine Großmutter Margaret.

Rebecca auf den Treppen der deutschen Kirche

Rebecca auf den Treppen der deutschen Kirche