Interview Katherine Collins im Autoreninterview zu Einmal Schottin für immer, bitte!

Worum geht es in deinem Buch Einmal Schottin für immer, bitte?

Sina Conrad, Chefin der Agentur Weddingdreams, heiratet ihren Verlobten Lord Islay Campbell. Ihre Halbschwester Zoe und Stiefschwester Verena reisen an, um die schwesterliche Bande vor der Hochzeit aufzufrischen. Verena sieht sich als unerwünscht, da ihre Beziehung zu der zehn Jahre älteren Sina von jeher angespannt ist, und sieht sich als billige Aufsichtsperson der fünfzehnjährigen Schwester Zoe, die keine Gelegenheit ungenutzt lässt, um sie in ein schlechtes Bild zu rücken oder aufzuregen. Sina bleibt ihr gegenüber ablehnend und warnt sie, die Hochzeit nicht zu gefährden. Iona, Sinas Assistentin, wird zu Verenas Babysitter abgestellt, sieht sich aber eher als ihre Komplizin, denn wenn Verena etwas braucht, dann war es Spaß – inklusive einer heißen, schottischen Affäre!
Verenas Pläne sind zukunftsorientierter. Sie muss ausziehen, einen Job finden und die Verantwortung für Zoe endlich abstreifen. Liebe steht nicht auf ihrem Plan und Ionas Bemühungen stören Verena. Allerdings kann sie nicht verleugnen, dass ihr ein gewisser Schotte durchaus unter die Haut geht.

Wie kamst du auf die Idee für deine humorvolle Liebesgeschichte?

Die Geschichten auf Farquhar entwickeln sich von selbst. Schon im ersten Teil der Reihe lernen wir Sina kennen, im zweiten verfolgen wir, wie sie sich verliebt und erfahren einige Informationen über ihre eigene Vergangenheit. Als im letzten Teil Islays verkannte Schwester an den sexy Schotten gebracht wurde, und dabei etwas an der familiären Bindungsfront gekratzt wurde, dachte ich, dass es Zeit sei, Sinas Schwestern aus der Versenkung zu holen. Die Hochzeit ist der perfekte Ort, um die Familie zusammenzuführen und eine Katastrophe ist vorprogrammiert, wenn zu viel Ballast aufeinandertrifft. Bei ernsten Themen wie Erwachsenwerden, Identitätsfindung und Befreiung aus einem erlernten Muster braucht es eine gewisse Portion Humor, damit die Geschichte leichter zu verdauen ist.

Wie würdest du den Charakter deiner Protagonistin beschreiben?

Verena ist gefangen zwischen Wunsch und Zwang. Ihre Vorstellung von ihrem Leben ist eingepfercht zwischen ihren Möglichkeiten. Sie ist genervt von ihrer Familie, weil sich die Eltern nicht kümmern, Sina sie für alles Verantwortlich macht und Zoe ihr mit voller Absicht das Leben schwermacht. Sie will einerseits allem entfliehen, kann sich aber gleichzeitig nicht von der Verantwortung befreien, die sie sich für die kleine Schwester aufgelastet hat. Sie liebt ihre Schwester, hat Mitleid mit ihr und wünscht sich die Anerkennung Sinas. Aber sie weiß auch, wo ihre Grenzen sind.

Was macht die Beziehung zwischen Verena und Rory besonders?

Verena und Rory sind beides Menschen, die sich für andere aufopfern. Sie sind familiär und zu beschäftigt mit anderen, als dass sie sich auf ihre Gefühle konzentrieren könnten.

Als Verenas Stiefschwester heiratet, geht einiges schief. Hast du selbst schon eine chaotische Hochzeit miterlebt?

Ich habe bei der Organisation und Dekoration einiger Hochzeiten ausgeholfen und weiß, dass immer etwas schiefgeht. Die Katastrophen, die ich beschriebe, sind natürlich übertrieben und ich hoffe, dass keine Braut mitbekommen muss, wie ihre Hochzeit den Bach runtergeht. Chaotisch finde ich jede Hochzeit, denn Menschen sind unkalkulierbare Faktoren, die man nicht kontrollieren kann. Mann kann froh sein, wenn der betrunkene Großonkel irgendwann den Makarena tanzt oder die Trauzeugenrede peinlich wird.

Du hast nun schon zahlreiche Romane veröffentlicht, die in Schottland spielen. Was macht die Begeisterung von diesem Land so besonders?

Ich mag Geschichte und generell die Underdogs. Schottland gehört zu den Ländern, die eine sehr blutige Geschichte hinter sich haben, aber ihre Identität behalten haben. Sie sind immer noch Kämpfer. Durch Schottland zu reisen, hat eine besondere Magie. Zwar tendiere ich dazu, das Unglück anzuziehen – ich bin eine kleine Verena, die hundertprozentig das Talent hat, Menschen in Torten zu stoßen und mir ist das zweite Torten-Massaker ganz ähnlich passiert – und sollte mich nicht zu weit von der Zivilisation entfernen, trotzdem liebe ich die Erinnerung an jeden Tag, den ich in Schottland verbracht habe.

Welches Buch/Welche Bücher liegen zurzeit auf deinem Nachttisch?

Ich habe keinen Nachttisch. Ich lese zur Zeit Kurzgeschichten, die ich im Zuge eines Projekts mit einer Kollegin veröffentlichen möchte. Mein letzter Roman war ein Geschenk und nicht meine Wahl. Eine Familiengeschichte, die ich nicht mochte. Davor durfte ich Die Spionin des Händlers von Jessica Weber lesen, ein historischer Roman, der in Hamburg im 17 Jahrhundert spielt. Die Beschreibungen der Orte ist eindringlich und die Handlung spannend. Mit der Protagonistin wurde ich nicht warm, aber das muss ich auch nicht, damit eine Geschichte gelungen ist. Mein Genre ist Horror, Thriller und Krimi, manchmal Fantasie, wenn es eine tiefere Bedeutung hat.