Interview Katherine Collins im Autoreninterview zu Ein Schotte zum Verwechseln

Worum geht es in deiner Reihe Ein Schloss in den Highlands?

Letztlich handelt die Reihe von der Liebe. Ich entführe meine Leserinnen in das wunderschöne Schottland und stelle ihnen einzigartige Charaktere vor. Meist dürfen wir uns in einen Schotten verlieben, aber voranging wohl in das Setting: Das Schloss mit seinen Bewohnern, die Familie und schließlich in die Vorstellung, eines Tages ebenfalls kreativen Luxusurlaub auf Farquhar machen zu können.

Was erwartet uns im ersten Band Ein Schotte zum Verwechseln?

Der Auftakt der Reihe war als Kurzgeschichte konzipiert und warf eine sehr launische, da unglückliche Liny in die Arme des adligen Lachlan Kendrick McDermitt, der sich in den Highlands vor den Paparazzi versteckt hält. Liny hat eine sehr traumatische Trennung hinter sich und ist ausgewandert. Nun arbeitet sie mit ihrer besten Freundin Sina als Hochzeitsplanerin. Der neue Auftrag findet auf Farquhar statt, aber das Schlösschen ist so gar nicht in der Verfassung, eine noble Hochzeitsfeier ausrichten zu können. Ihre Kritik fasst Lachlan nicht gut auf, dass sie noch ruppiger ist, als er selbst, hilft ebenfalls nicht, aus den beiden Freunde zu machen. Allerdings schwellt etwas zwischen ihnen und eine Nacht voll donnernder Leidenschaft ändert einiges.

Was verbindet die Protagonisten der sechs Teile?

Die ersten vier Teile verbinden die Familienmitglieder miteinander. Die Hochzeit von Lachlan und Liny lässt ein Heer an Verwandtschaft auf Farquhar auflaufen und lässt Linys bester Freundin Sina die Wahl, ob sie sich lieber in Lachlians Zwilling Ian oder doch lieber in Islay, den grantigen Cousin der Brüder, verliebt. Daraufhin lernen wir die Schwester des Duos kennen. Catriona steckt in einer lieblosen Ehe und findet auf Farquhar mehr, als nur ihr Glück und der Grundstein für die Fortsetzungen gelegt, denn nichts ist förderlicher für die Kreativität, als ein atemberaubendes Setting.
In Teil fünf steht dann der Hotelbetrieb im Vordergrund, auch wenn wir im sechsten Teil direkt wieder familiär werden. Sina heiratet! Und wie sollte es anders sein, platzt das Schloss einmal mehr dank der Muschpoke …

Hast du innerhalb der Reihe ein persönliches Lieblingspärchen?

Ich bin ein klein wenig wie Liny, Catriona und Vanessa, daher liegen mir die Protagonisten sehr am Herzen. In Islay sehe ich meinen Mann, in Hailey meine Tochter … Jede Geschichte hat seinen Reiz und ein Lieblingspärchen zu wählen, ist da schwer. Aber ich denke, dass mir Ians Geschichte am Liebsten ist. Er wird zuvor sehr seicht beschrieben und auch sein Kampf mit seiner Herkunft und mit seiner Mutter wird immer nur angedeutet. Er zeigt wohl am meisten Herz und hat daher einen besonderen Stellenwert für mich.

Du hast auch viele historische Liebesromane geschrieben. Wenn du selbst solch ein romantisches Abenteuer erleben würdest, wärst du lieber im heutigen oder im historischen Schottland?

Definitiv in der Gegenwart! Die Vergangenheit hat nichts Romantisches. Ich lobe mir das Wasserklosett, Strom, fließendes, heißes Wasser … und selbst wenn mein Cottage ähnlich Richards all diese modernen Annehmlichkeiten nicht haben sollte, darf man nicht vergessen, wie rechtlos und angreifbar man besonders als Frau in der Vergangenheit gewesen ist. Ich finde einen Ball sicherlich romantisch und Kutschen süß, trotzdem könnte ich nicht genügend Hühneraugen zudrücken, um all das Ungemach zu vergessen, dass mich in jeder Epoche der Vergangenheit erwarten würde.
Ich nehme also ein romantisches Abenteuer im heutigen Schottland, gerne mit Lachlan oder Ian McDermitt, oder auch Ewan McKennedy. Aber ich lasse mich auch gerne überraschen …  

Was fasziniert dich an den Highlands? Warst du zur Recherche in Schottland?

Ich war in Schottland. Leider viel zu kurz und mein längerer Trip, der für den letzten Sommer geplant gewesen war, musste ja leider ausfallen. Ich habe Skye besucht und war schon erschlagen vom puren Nichts. Ich lebe auf dem Dorf und doch war es noch einmal eine ganz andere Sache, tatsächlich auf ein Auto angewiesen zu sein und planen zu müssen, wie weit man mit seinem Tank kam. Mal schnell Eier holen, oder Brötchen, gab es nicht, Kinder schicken? Nope. Wir waren sehr abgelegen und doch war es herrlich. Nun, ich hatte 2020 sechs Wochen eingeplant, es muss mir wohl gefallen haben ;) Die Strecken sind natürlich unschön. Ich lebe im Ruhrgebiet, wir fallen hier einmal hin und landen bei einer Autobahn. Ich weiß daher nicht, wie man es überleben soll, eine halbe Stunde fahren zu müssen, bevor man auf ein Dorf trifft, oder auf eine Straße, die breit genug ist, um schnell zu fahren. Es war eine Herausforderung und ich kann es kaum erwarten, endlich die Städte abzuklappern und Nessie zu fangen. Ihr werdet meinen Erlebnisbericht dann sicher zu lesen bekommen …

Wie kamst du auf die Idee die Reihe Ein Schloss in den Highlands zu schreiben?

Es war gar nicht meine Idee. Lachlan und Liny waren als Kurzgeschichte von knappen hundertfünfzig Seiten konzipiert gewesen. Ich schrieb zu der Zeit nur Historisches oder meine Heimat-RomanticThrill-Romane. Die Anfrage kam tatsächlich vom Verlag und ich überlegte dann, wie ein zweiter Teil aussehen konnte. Drei und vier waren automatisch mit da, auch wenn drei etwas holprig daherkam. Eigentlich hatte ich die Reihe auch abgeschlossen, aber nun springen mich schon wieder Verwandte an und verlangen, dass ich ihnen eine Liebschaft verschaffe. Iona hat mir da keinen Gefallen getan. Nun mischte sich auch noch Sinas Schwester ein und ein weiterer Cousin der McDermitts schleicht zurzeit um meine Tastatur. Wenn ich euch einen Rat geben darf: Heiratet nicht auf Farquhar. Irgendwie läuft das nie rund :)

Wie sieht dein typischer Arbeitsalltag als Autorin aus?

Typisch gibt es bei mir nicht. Mein Hauptproblem ist, dass ich eine Nachteule bin, mich meine Kinder aber dazu zwingen, ihren aufgezwungenen Rhythmus aufzunehmen. Generell bin ich während der Schulzeit eher nicht anzusprechen, dafür aber in der Nacht. Ich habe „Büro“-Tage und „Freizeit“. Allerdings bedeutet ersteres, dass ich mich um formale Dinge kümmere. Emails, Abrechnungen, Satz, Lektorate etc. Die Freizeit ist Schreibzeit, da wird nur in die Tasten gehauen (und recherchiert, geplottet, Charaktere erstellt … also kreativ gearbeitet). Dabei bestimmen äußere Einflüsse eben, was ich mache. Es gibt eben zu viel Ablenkung im „echten“ Leben.

Was liest du selbst gerne? Verrätst du uns dein Lieblingsbuch?

Ich habe früher Historische Liebesromane, Sci-Fi, Fantasy und „Literatur“ verschlungen, lese derzeit aber eher Krimi, Thriller und Horror – wenn ich nicht mit den Kollegen beschäftigt bin.
Ein Lieblingsbuch habe ich nicht. Hatte ich auch nie, da jede Geschichte etwas besitzt, aus dem man etwas ziehen kann. Sie sind für sich schön, auch wenn die Handlung mal an den Haaren herbeigezogen ist, die Figuren besser ordentlich verprügelt werden sollten oder am Ende fraglich ist, ob ich den Sinn der Sache verstanden habe.