Interview Jennifer Wellen über ihren spannenden Liebesroman Lost in Pain

Worum geht es in deinem Buch Lost in Pain – Zurück zu dir?

Um Catlin, eine Betrügerin und Beischlafdiebin. Sie erhält einen Brief mit dem Hinweis auf ihre möglichen Wurzeln. Natürlich will sie unbedingt ihre Vergangenheit klären, muss dazu jedoch von Phoenix nach Connecticut fahren. Allerdings hat sie weder Auto, noch Führerschein und leidet zudem an Klaustrophobie. Somit kommt sie auf die Idee ihren Freund aus dem Waisenhaus zu fragen, den sie aber seit zehn Jahren nicht mehr gesehen hat. Und da sie kurz zuvor noch einen Ring geklaut hat, wird sie vom Besitzer verfolgt. Also handelt es sich um eine Art Verfolgungs-Roadtrip.

Wie lange hast du daran gearbeitet?

Gar nicht so lange, vielleicht ein Dreiviertel Jahr. Mit Überarbeitung und Lektorat dann vielleicht ein Jahr. Allerdings alles neben dem normalen Brotjob, der bei mir derzeit noch Full-time annimmt, weil ich vom Schreiben noch nicht leben kann.

Wie kamst du auf die Idee für dein Buch? Gab es eine Art Initialerlebnis?

Ach nicht wirklich. Aber manchmal habe ich so zündende Gedanken beim Autofahren, die sich dann zu einem Strohfeuer weiterentwicklen. Ursprünglich hatte ich eine Geschichte von einer Protagonistin schreiben wollen, die keinen Führerschein hat und gerne einen machen möchte. Sie ist aber total chaotisch, der Fahrlehrer dagegen total durchstrukturiert und leicht pedantisch. Dann habe ich die Geschichte irgendwie weiterentwickelt und am Ende ist die Geschichte von Catlin herausgekommen. Aber wie weiß ich nun nicht wirklich!

Was reizte dich daran, die Geschichte von Catlin zu erzählen?

Ehrlich gesagt mache ich mir da nie Gedanken drüber. Ich schreibe einfach drauf los. Was raus muss, muss raus. Vor allem, wenn es keine Miete zahlt. Hauptsache die Geschichte ist schön und ich könnte mir vorstellen, sie selbst lesen zu wollen.

Du hast schon einige Bücher veröffentlicht, vor allem Liebesromane. Wie kam es dazu, dass du einen Romantic-Suspense-Roman geschrieben hast?

Ich wollte mal eine ernstere Geschichte in einer anderen Perspektive schreiben. Bislang hatte ich immer nur Chick-Lit geschrieben. Catlins Geschichte hat sich da eben angeboten. Vor allem weil sie durch ihre Erfahrungen im Waisenhaus eben so geworden ist, wie sie ist. Eine unstete, klaustrophobische Betrügerin. Da passte es auch ganz gut mit dem Diebstahl und dem Verfolgungsaspekt, was eben einen Romantic-Suspense-Roman ausmacht. Lost in Pain ist daher ein sogenannter Hide&Seek-Roman.

Welche Projekte planst du für die Zukunft?

Erst mal schreibe ich gerade an vier Projekten parallel, wobei zwei auf Eis liegen. Ansonsten habe ich immer viele Ideen, aber eine hat sich schon wieder in meinem Kopf manifestiert, die ich so schön finde, dass ich am liebsten gleich ein Exposé schreiben möchte. Aber ich zügele mich. Erst müssen die zwei anderen Projekte fertig gestellt werden, da sie im Oktober mit nach Frankfurt zur Buchmesse sollen, und dann kann ich endlich etwas neues plotten, während ich die zwei anderen noch fertig stelle.

Was liest du selbst gerne?

Alles Hauptsache Genre Liebe. Was nicht heißt, dass ich nicht auch mal einen guten Thriller lese. Allerdings nur, wenn er wirklich spannend klingt, oder ich den Autor gut kenne.

 

Jennifer Wellen Interview Portrait

Wie bist du überhaupt zum Schreiben gekommen?

Ich wollte schon immer mal ein Buch schreiben. Meinen ersten Versuch habe ich mit Dreizehn unternommen. Aber ich hatte am Ende meine eigene Schrift nicht mehr entziffern können und deshalb schnell die Lust daran verloren. Damals hatte ich nämlich noch keinen Computer. Hätte mich vielleicht jemand in der Hinsicht gefördert, hätte ich vielleicht schon viel eher angefangen zu Schreiben.

Zwischendurch lebte der Wunsch dann immer mal wieder auf, aber ich habe ihn über Abitur, Studium und Arbeit ständig verdrängt. Allerdings ertappte ich mich dabei, dass ich, je älter ich wurde, richtige Plots entwickelte. Als dann meine Tochter auf die Welt kam, hatte ich diesen blöden Gedanken, von zu Hause aus arbeiten zu wollen. Als Autor. Und da habe ich mich zum ersten Mal richtig schlau gemacht, recherchiert und meine allererste Kurzgeschichte geschrieben. Seit dem Tag bin ich keinen Tag mehr ohne das Schreiben.

Wie versetzt du dich in Schreib-Stimmung?

Gar nicht. Denn ich bin immer in Schreibstimmung! Fragt mich lieber mal, wie ich meine Schreibstimmung unterdrücke, das ist viel spannender.

Gibt es eine Art Soundtrack zu Lost in Pain – Zurück zu dir?

Leider nicht. Ich höre beim Schreiben nämlich keine Musik. Ich brauche Ruhe. Manche Lieder motivieren mich zwar, aber nur ganz selten habe ich wirklich eine passende Melodie zu der Geschichte. Bei einem meiner neuen Projekte habe ich tatsächlich mal ein Lied im Kopf. Shut up and Dance with me. Es handelt sich hier um einen Chick-Lit Roman, der von einer Eiskunstläuferin handelt. Da passt das Lied wie Faust aufs Auge und ist sogar Teil der Geschichte!

Was tust du, wenn du nicht schreibst?

Na das, was alle anderen alleinerziehenden Mütter auch tun müssen. Kind betüdeln, kochen, waschen, bügeln, die Viecher versorgen und ach ja – nebenbei noch Geld verdienen mit meinem Brotjob als Dozentin.

Hast du eine Buchempfehlung für uns?

Mein absoluter Lieblingsautor ist Gulliaume Musso. Sein Buch Wirst du da sein ist eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe. Spannend bis zum letzte Satz, da bis dahin völlig unklar ist, wie die Geschichte ausgeht. Also klare Leseempfehlung.

Was ist das Wichtigste, was man über dich wissen sollte?

Dass es in Zukunft noch ganz viel Liebe von mir zu lesen geben wird!