Interview Elisabeth Marienhagen über ihren neuen Roman

Worum geht es in deinem Buch Der Tote von Wynden Manor?

Die verarmte Lady Penelope Temper und ihr Mops Sir Charleston finden einen von einer Gipsschicht umhüllten Toten. Es ist ihr Ex-Verlobter Audley Blake. Als Hauptverdächtige sucht sie auf eigene Faust nach dem Täter. Der geheimnisvolle Torquill Thornfield, ein Gast ihrer Frühstückspension, und ihre beste Freundin Agnes helfen bei der Suche nach dem Mörder. Dabei kommen sie wohlgehüteten Geheimnissen der Dorfbewohner auf die Spur und Persephones Glaube an ihre Menschenkenntnis wird nachhaltig erschüttert. Wem kann sie überhaupt noch trauen?

 

Dein Roman spielt hauptsächlich in einem Herrenhaus und einem kleinen Dorf in Dartmoor. Warst du selbst vor Ort, um dort zu recherchieren? Und gibt es das Herrenhaus wirklich oder entspringt es deiner Fantasie?

Letzten Herbst bin ich selbst an einige Schauplätze des Romans gereist. Ashburton und Buckfastleigh haben mich bezaubert mit ihren bunt gestrichenen Häusern und Fenstern, den hübsch geschnitzten Haustüren, Teestuben und kleinen Geschäften. Ich konnte die hügelige Landschaft bewundern und darüber staunen, wie schmal die von Hecken gesäumten Straßen von einer Ortschaft zur anderen tatsächlich sind. Allerdings existieren sowohl das Dorf Wynden als auch das dazugehörige Herrenhaus nur in meiner Fantasie.

 

In deinem Roman spielt der Mops von Lady Temper eine wichtige Rolle. Wieso hast du einen Hund dafür ausgewählt?

Sir Charleston ist ein fröhlicher Geselle, der ein wenig Freude in Persephones Leben bringt. Mit ihm redet sie über Probleme. Er ist ein erstaunlich guter Zuhörer. Außerdem begleitet er sie gerne auf ihre Spaziergänge. Für sie ist er das ideale Haustier.

 

Die junge Lady Temper, deine Protagonistin, trägt den Vornamen Persephone. Wie bist du auf diesen Namen gekommen? Hat er eine tiefere Bedeutung?

Persephones Name (genauso wie Torquills) war auf einmal da, ohne, dass ich groß darüber nachgedacht hätte. Er stammt aus dem Griechischen und bedeutet, ‚die welche die Garben drischt‘. Persephone gilt als eine Fruchtbarkeits-, Toten- und Unterweltsgöttin. Mein Heldin gräbt Geheimnisse aus und hat mit Toten zu tun – für mich passte dieser Name sofort (während sie selbst nicht so glücklich damit ist und lieber einen weniger ausgefallenen hätte).

 

Woher nimmst du deine Inspiration und wie kamst du auf die Idee zu dem Roman?

Oft regen Gespräche und Diskussionen mich an, mir Gedanken zu machen über das ‚Was wäre wenn‘. Daraus entsteht mitunter ein kleiner Dialog oder ein Bild und das Kopfkino kommt in Gang. Aus diesen kleinen Szenen versuche ich, die Idee für eine Geschichte zu spinnen.

 

Du schreibst auch noch in anderen Genres. Hast du dabei eine Vorliebe? Fällt es dir in einem Genre besonders leicht Romane zu schreiben?

Ich schreibe gerne Geschichten, in denen eine Portion Humor vorkommt. Ich mag gerade die Vielfalt, es reizt mich, nach einem Krimi eine Romanze oder ein Märchen zu schreiben. Das gefällt mir.

 

Du hast die Wahl: ziehst du lieber in ein Herrenhaus auf dem Dorf oder in eine moderne Stadtvilla? Warum?

Persephones Mutter, genießt beides, je nachdem, wonach ihr ist. Die elegante Stadtwohnung und die Ruhe von Wynden Manor. So würde ich es am liebsten auch halten.

 

Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Vielleicht durch die Gute-Nacht-Geschichten, die unsere Eltern meinen Brüdern und mir vorgelesen haben? Wenn eine ausgelesen war, haben wir manche zusammen weitergesponnen. Aufgeschrieben haben wir sie damals nicht, aber ich entsinne mich heute noch, dass ich in einer dieser selbsterdachten Storys von einer Riesenqualle gebissen worden bin und sehr empört darüber war, als das Abenteuer so enden sollte.

 

Hast du Marotten beim Schreiben?

Wenn das gilt? Ich stelle meine Ohren auf Durchzug und bin für alles andere taub.