Interview Eduard-Florian Reisigl im Autoreninterview zu Mörderische Idylle

Worum geht es in deinem Buch Mörderische Idylle?

Christof Weinkeiler, ehemaliger Sternekoch, möchte ein neues Leben beginnen, abseits von der sogenannten Nouvelle Cuisine, die sein bisheriges Berufsleben bestimmte, sucht er seinen Weg zurück zu regionalem, bodenständigem. Ein unangemeldeter Besucher, der sich selbst zum Essen einlädt, verändert mit einem Schlag das beschauliche Leben von Christof. Der unbekannte stirbt, während er die Vorspeise, gefüllte Champignons, verzehrt. Ehe Christof sich erklären kann, was vorgefallen ist, wird er zum Hauptverdächtigen am Mord seines ungeladenen Besuchers.

Dein Krimi spielt im Elsass. Welchen Bezug hast du zu diesem Ort?

Das Elsass ist inzwischen meine Heimat, vor mehr als 20 Jahren traf ich in Tirol meine liebe Frau, die aus dem Elsass stammt. Nach etlichen Umzügen und vielen Mietwohnungen fanden wir hier unser Traumhaus mit großem Obstgarten und viel Potenzial zum glücklich leben. Ich kann mit gutem Gewissen sagen, das Elsass ist meine zweite Heimat! Wie Christof es so schön sagt, es ist nicht nur ein Haus, es ist ein wahres zuhause.

Christof Weinkeiler ist Sternekoch. Wie viel von deiner eigenen Erfahrung ist in den Roman eingeflossen?

Schon sehr viel, da Kochen für mich immer eine besondere Entspannung ausübt. Es war schon als Kind mein Wunsch, zu kochen. Meine erste Suppe aus frischem Gemüse aus dem eigenen Garten, durfte ich mit vier Jahren kochen. Ich wurde gelobt und meine Geschwister aßen mit Begeisterung. Erst Jahre später erfuhr ich, dass ich Salz und Zucker verwechselt hatte. Doch das ist Familie, Unterstützung in jeder Lebenslage!

Wie würdest du deinen Protagonist Christof Weinkeiler in drei Wörtern beschreiben?

Genussmensch, Analytisch, liebenswürdiger Dummkopf

Giftpflanzen nehmen in deinem Krimi einen großen Stellenwert ein. Musstest du viel für dieses Thema recherchieren?

Das war für mich der einfachste Part, da ich mit diesem Wissen aufgewachsen bin. Wie hier im Elsass, wachsen auch in Tirol viele verlockende Früchte, Blumen und Pilze im Wald. Mein Vater hat uns als Kinder oft mit in den Wald genommen, und uns auf die Gefahren und die Genüsse hingewiesen, die dort auf einen warten. Natürlich musste ich mir mich über Wirkungsweise und die Symptome informieren, um diese so treffend wie möglich zu beschreiben.

Was würdest du sagen, wie viel Realität hinter der Geschichte steckt?

Sagen wir mal so, die Geschichte ist ein Eisberg, zwei Drittel unter der Oberfläche sind Fiktion, ein Drittel stammt aus Zeitungsberichten, Erzählungen der Eltern, Großeltern und Recherche.

Was tust du, wenn du nicht am Schreiben bist?

Gibt es ein Leben neben den Schreiben? Ja natürlich. Ich übe meinen Beruf als Programmierer aus, restauriere mein Haus aus dem Jahre 1903 und liege entspannt unter meinen Obstbäumen und genieße das Leben zusammen mit meiner lieben Frau!

Liest du selbst gerne Krimis? Hast du einen Buchtipp für uns?

Ja, ich liebe Krimis, aber nicht nur dieses Genre, eigentlich verschlinge ich alles, was zwischen zwei Buchdeckeln gedruckt ist. Meine Leseempfehlung? Das hängt von meiner Stimmung ab, heute vielleicht ein Douglas Adams – Per Anhalter durch die Galaxis, morgen schon kann es ein Tom Hillenbrand mit seinem Koch Xavier Kieffer aus Luxemburg sein. Oder, wer ein bisschen in der ägyptischen Geschichte schwelgen mag, meine erste Trilogie, Blut der Pharaonen.