Interview Cornelia Härtl im Autoreninterview zu ihrem Krimi

Worum geht es in Gefährliches Vertrauen?

Es geht um Unsicherheit. Auf jeder einzelnen Ebene der Geschichte müssen sich die handelnden Figuren irgendwann diese Frage stellen: Wird mein Vertrauen missbraucht?

Kannst du deine Protagonistin Lena in einem Satz beschreiben?

Lena Borowski ist eine mutige Sozialarbeiterin, die privat und beruflich unkonventionelle Wege geht und sich dabei weder von gesellschaftlichen Konventionen, noch von politischen Machtspielen abhalten lässt.

Autoreninterview Cornelia Härtl
In einem solchen Haus wohnt Lena

Lena ist keine klassische Detektivin. Was macht sie trotzdem zu einer guten Ermittlerin?

Opfer „lautloser Verbrechen“, die sich hinter verschlossen Türen abspielen, können sich nicht oder nur schlecht wehren. Mit Lena habe ich Ihnen jemanden an die Seite gestellt, die für sie kämpft. Mit ihrer Intelligenz, ihrer Unerschrockenheit und ihrer Hartnäckigkeit.


Wie kamst du auf die Idee für die Lena Borowski-Reihe?

Ich bin zwar Betriebswirtin, kenne die Verhältnisse in sozialen Brennpunkten jedoch aus über 25-jähriger haupt- und nebenberuflicher Tätigkeit im sozialen Bereich, sowie verschiedenen ehrenamtlichen Tätigkeiten. Eine außergewöhnliche Sozialarbeiterin zur Heldin zu machen ergab sich aus dem, was ich dabei tagtäglich wahrgenommen habe.

Autoreninterview Cornelia Härtl
Recherche

Soziale Brennpunkte, Menschenhandel, Rotlichtmilieu – sind dir diese Themen besondere Anliegen?

Ein guter Krimi sollte in erster Linie unterhalten. Dabei finde ich meine Stoffe überall dort, wo wir als Gesellschaft nicht mehr so genau hinsehen wollen, hoffen, „jemand“ (anderes) kümmere sich doch bitte darum.

Und wie genau verarbeitest du sie in deinen Krimis?

Diese Stoffe verpacke ich in eine spannende Story, die nicht mit erhobenem Zeigefinger daherkommen soll. Wenn mir Leser*innen dennoch sagen, dass sie über meine Geschichten nachdenken, dass sie weiterlesen, obwohl das Thema hart ist, finde ich das klasse. Bedeutet es doch, dass sie sich auch mit den Geschichten meiner Figuren auseinandersetzen

Was genau erwartet uns in Lenas zweitem Fall in Tödliche Enthüllung?

Lena wird mit dem Selbstmord einer guten Kollegin konfrontiert. Während sie die Vertretung von Emilia übernimmt, kommt sie dabei bei einem Non-Profit-Unternehmen Dingen auf die Spur, die sie beunruhigen. Sie fängt an, an der offiziellen Version zu zweifeln und bekommt es mit sehr mächtigen Gegnern zu tun.

Wie kamst du zum Schreiben? Wolltest du schon immer Autorin werden?

Ha! Das ist eine gute Frage ???? Tatsächlich habe ich meine ersten Kurzgeschichten mit Mitte Zwanzig geschrieben. Sie landeten allesamt in einer Schublade. Erst viele Jahre später wurde das Schreib-Gen wieder aktiv. Ich nahm an einem Roman-Wettbewerb teil und kam in die Endrunde. Gewonnen habe ich zwar nicht, aber die Rückmeldungen waren so positiv, dass ich wieder mit dem Schreiben angefangen habe. Seit rund 15 Jahren veröffentliche ich nun unter verschiedenen Namen Romane und Kurzgeschichten.


Du bietest auch Schreibworkshops an. Hast du einen Tipp für DebütautorInnen?

Viel lesen. Regelmäßig schreiben. Immer überarbeiten. Und niemals die Zielgruppe aus den Augen verlieren. Auch wenn uns das eigene Werk gefallen muss – wer veröffentlichen will, schreibt nicht für sich selbst, sondern für andere.


Welches Buch liest du gerade?

R.I.P der isländischen Autorin Yrsa Sigurdardóttir