Interview Barbara Haid im Interview

Worum geht es in deinem Buch New York Passion?

 

Natascha hat eine schwere Zeit hinter sich und versucht nach einem Burnout wieder zurück ins Leben zu finden. Sie fühlt sich innerlich wie tot und glaubt gar nicht mehr zu Empfindungen fähig zu sein. Als sie in Wien einen New Yorker Polizisten kennenlernt und diesen in seine Heimatstadt begleitet, brechen die so lange nicht mehr gelebten Emotionen aus ihr heraus und wollen nun mit aller Gewalt gelebt werden, je exzessiver, desto besser. Trotzdem erliegt sie immer wieder ihren Selbstzweifeln und dem Gefühl nicht wertvoll genug zu sein. Im Laufe der Geschichte wird sie immer wieder mit diesem Thema konfrontiert. Stück für Stück holt sie sich das Leben zurück. Sie setzt sich mit ihren Ängsten auseinander und lernt sich als den Menschen zu akzeptieren, der sie wirklich ist. Mit allen Fehlern und Schwächen.

Wie würdest du die Protagonistin Natascha beschreiben?

Natascha ist eine junge Frau, die sich und ihre Bedürfnisse aus den Augen verloren hat. Sie ist wie eine verlorene Seele, die nicht weiß, was sie braucht, um glücklich zu sein und dies nach und nach herausfindet.

Wieso hast du dich für New York als Handlungsort entschieden? Warst du selbst schon einmal dort?

Ich war vor ein paar Jahren mit einer Freundin zu meinem Geburtstag in New York und war von der Stadt fasziniert. Fußgänger, die wie selbstverständlich bei Rot über die Straße gehen oder Autofahrer, die einfach mitten auf dem Zebrastreifen stehen bleiben. Die Menschen dort sehen das ziemlich gelassen. In Wien hätte der Autofahrer schon eine Schimpfkanonade über sich ergehen lassen müssen, wenn nicht sogar einen Schlag auf die Motorhaube.
Den Handlungsort hatte ich mir zwar schon vorher überlegt, aber dieser Aufenthalt hat meine Wahl nur noch mehr bestätigt.

Woher kam die Inspiration zu New York Passion?

In einer schmerzlichen Zeit meines Lebens bin ich täglich mit unserem Hund spazieren gegangen, um auf andere Gedanken zu kommen.  Auf diesen Spaziergängen habe ich angefangen mir Geschichten auszudenken, die ich jeden Tag weiter ergänzt habe. Ungefähr bei der Hälfte der ersten Geschichte habe ich dann begonnen diese aufzuscheiben. Irgendwie hatte ich mich vorher nicht getraut, weil ich der Meinung war, dass ich über den ersten Satz nicht hinauskomme. Diese Sorge war umsonst; ich habe sechs Stunden ohne Unterbrechung geschrieben. Das war ein wahnsinnig schönes und erfüllendes Gefühl!

 

Welche Projekte hast du für die Zukunft geplant? Schreibst du auch in anderen Genres?

Ich möchte meine zweite Geschichte, die ich damals gleichzeitig mit „New York Passion“ begonnen habe, fertigstellen. Es ist ebenfalls ein Erotikroman, jedoch im Bereich Fantasy. Ich hatte eine Phase, da konnte ich stundenlang „Skyrim“ (Computerspiel) spielen. Das hat mich zu dieser Story mit Vampiren und Gestaltenwandlern inspiriert. Außerdem habe ich einen Cosy Crime begonnen mit einem Biker als Kommissar.

Welche Art von Büchern liest du selbst am liebsten?

Ich liebe Bücher jeglicher Art, egal ob Krimis, Historische Romane oder Jugendbücher. Ich glaube ich habe sämtliche Jugendbücher meiner Kinder selbst gelesen. Ich kann ein Buch in einem Schwung lesen. Wichtig ist, es muss mich gleich von Beginn an fesseln.

Wie sieht dein Schreiballtag aus?

Da ich auch noch einen Brötchenjob habe, bleiben mir meistens nur die Abende bzw. die Wochenenden, um zu schreiben. Kreativität kann man leider nicht wie einen Lichtschalter anknipsen; ich muss dafür in der richtigen Verfassung bzw. Stimmung sein. Wenn mir danach ist, dann setze ich mich hin und schreibe. Das kann jeden Tag sein oder aber auch mal eine Zeit lang gar nicht. Etwas zu erzwingen bringt nichts.

 Was tust du wenn du gerade nicht schreibst? Wie verbringst du deine Freizeit am liebsten?

In meiner Freizeit mache ich Portraitzeichnungen mit Kohle und Schwarzkreide. Nach der Matura wollte ich eigentlich Grafik studieren, aber es ist dann doch anders gekommen. Ich bin bei meinem damaligen Sommerjob bis heute hängen geblieben.
Innenarchitektur ist eine meiner Leidenschaften. Wenn eine Freundin einen Rat bezüglich Dekoration der Wohnung, Gestaltung der Wände oder was auch immer braucht, kann sie auf mich zählen. Ich weiß einfach was zu ihr passt und wie es anschließend aussehen wird. Ich liebe es diese Verwandlung zu erleben und daran mitzuarbeiten.
Ansonsten treffe ich mich gerne mit Freunden. Zu guter Musik kann ich ewig tanzen und mache die Nacht zum Tag. Im Sommer unternehme ich sooft als möglich Motorradtouren mit meinem Freund.

Hast du noch eine Buchempfehlung für uns?

Ich liebe die Historischen Kriminalromane von Gerhard Loibelsberger mit seinem schrulligen Kommissar Nechyba, die im alten Wien spielen, zum Ende der Donaumonarchie. Hier kommt auch der Wiener Schmäh nicht zu kurz.