Interview Angelika Monkberg im Interview

Worum geht es in deinem Buch Das verlorene Herz von Belfort?
Die Heldin Phine lebt als Findelkind im Gasthof ihrer Zieheltern, die sie für jede schwere Arbeit heranziehen. Doch die besten Zeiten der Relaisstation an der Straße zum Stammsitz der Herzöge von Belfort sind vorbei. Räuber machen die Gegend unsicher und durch die neue Bahnlinie, die auch weitere Überfälle verhindern soll, wird eine Rast in George Fletcher’s Inn sogar ganz unnötig werden.
So stehen die Dinge, als eines Mittags ein gut aussehender Fremder im Gasthof auftaucht. Karim Marchant wirbt Phine ihren Zieheltern ab und nimmt sie als sein Dienstmädchen in die Residenz mit. Dort wird sie in eine Intrige hineingezogen, die ihr ganzes Leben verändert, und nur um Haaresbreite für sie und den Mann, den sie liebt, zu einem glücklichen Ende führt.

Was hat dich inspiriert, einen historischen Roman zu schreiben? Wie sahen deine Recherchen aus?
Das Fach Geschichte interessiert mich im Grunde schon immer. Schlachten und Siege waren aber noch nie mein Ding, sondern der Alltag unserer Vorfahren. Ich habe über die Jahre viele Bücher zu diesem Thema gelesen, und so reifte eben der Plan, selbst Puzzleteile aus dieser umfangreichen und faszinierenden Fundgrube an Stoff in das Drahtgerippe einer Handlung einzufügen. Selbst die Grundkonstellation der Handlung, das schwer arbeitende Dienstmädchen, die Tänzerin, die Schauspielerin, die das Herz eines weit höher gestellten Mannes erobert, hat durchaus historische Vorbilder.
Für die konkrete Recherche waren natürlich noch einmal ein ganzer Stapel Literatur nötig. Dabei reichte die Bandbreite von:
Maccoll, Gail: How to marry an English Lord
und
Life at the court of Queen Victoria
bis zu: Sykes, Percy M.: A history of Afghanistan
Ich musste schließlich wissen, ob das Schicksal, das ich mir für die Eltern meiner Heldin angedacht hatte, im historischen Zusammenhang überhaupt möglich gewesen wäre.
Außerdem habe ich natürlich das Internet umgegraben. Man findet alles – von Fotos des frisch restaurierten Salonwagens der Königin Victoria, über Listen aller Adelsfamilien in Schottland, Aufgabenlisten und Lohnlisten für Dienstboten, Eisenbahnfahrpläne, und last but not least: Mode, Mode, Mode!
Ausdrücklich erwähnen möchte ich auch, dass mir bei einigen Details der Handlung zwei Expertinnen wertvolle Hinweise gegeben haben. Sylvia Hartung für historische Tänze und Mimi Mathews zu Blumenschmuck für Frisuren und Ballkleider.

Dein Roman spielt in Schottland. Was verbindest du mit Schottland? Warst du selbst schonmal dort?
Schottland, das ist für mich ein faszinierender Gegensatz. Zum einen eine fast mythische Landschaft aus Bergen und Meer mit uralter Geschichte. Gleichzeitig ist Schottland aber auch sehr modern. Ich war leider, leider selbst noch nie dort. Aber das kann ja noch werden.