Interview Krimi Autor David Seinsche über seinen neuen Roman

Worum geht es in deinem Buch So tödlich der Wald?

Kurz gesagt, wird ein in der ostfinnischen Kleinstadt Nurmes urlaubender Münchner Kommissar zu den Ermittlungen in einem Mordfall hinzugezogen. Gemeinsam mit seinem finnischen Partner kommt er einem Komplott auf die Spur. Sie geraten selbst in Lebensgefahr, als sie versuchen, den Mörder zur Strecke zu bringen.

 

Was veranlasste dich dazu, deinen Krimi vor der Szenerie Finnlands spielen zu lassen?

Ich war selbst mehrfach in Finnland im Urlaub und habe erlebt, wie düster es im Herbst und Winter werden kann, vor allem in den ländlichen Gebieten. Daher eignete sich die Gegend rund um Nurmes besonders gut für die Geschichte.

 

Was fasziniert dich am Genre Kriminalroman?

Ich mag es, den Charakteren zuzusehen, wie sie sich in eine Ermittlung „hineinwühlen“, ihre geistigen Fähigkeiten nutzen, um Kriminalfälle aufzuklären und auch vor scheinbar unüberwindbaren Hindernissen nicht haltmachen, sondern sich der Herausforderung stellen und über sich hinauswachsen.

 

Du schreibst viel über die menschlichen Abgründe. Glaubst du der Mensch ist von Grund auf Böse?

Gut und Böse sind meines Erachtens subjektive Blickwinkel, die auf den moralischen Vorstellungen einer Gesellschaft basieren. Wo eine Person etwas Gutes sieht, erkennt eine andere Person etwas Böses. Um es kurz zu sagen: Nein, ich glaube nicht, dass der Mensch von Grund auf Böse ist, aber gleichzeitig ist er auch nicht Gut.

 

Kannst du dir vorstellen, auch mit anderen Genres zu experimentieren?

Ich habe mich, bevor ich mich hauptsächlich den Thrillern und Krimis gewidmet habe, in den Genres Fantasy, Mystery und Science-Fiction bewegt. In Zukunft wird sich sicher wieder eine Möglichkeit ergeben, in einem für mich noch fremden Genre zu schreiben.

 

 

Autorenbild David Seinsche

Was macht für dich den perfekten Kommissar aus?

Für mich ist ein Kommissar perfekt, wenn er nicht perfekt ist. Er muss selbstsicher sein, aber sich selbst erlauben können, Fehler zu machen und daraus zu lernen. Er muss meines Erachtens fähig sein, seinen Geist zu klären und Dinge objektiv zu betrachten. Gleichzeitig muss er clever sein, um oftmals scheinbar unzusammenhängende Spuren zu kombinieren und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen.

 

Und den perfekten Krimi?

Nicht nur die Ermittler, sondern auch der Antagonist muss interessant und nachvollziehbar sein. Niemand ist einfach so böse, sondern hat immer plausible Beweggründe für sein Handeln. In einem für mich perfekten Krimi erleben die Protagonisten eine persönliche Weiterentwicklung. Handwerklich betrachtet, möchte ich einen lockeren Schreibstil, der mich „bei der Stange“ hält und sich nicht in kleinsten, über mehrere Seiten reichenden Details verliert.

 

Wie schaltest du nach einem so düsteren Thema ab?

Beim Schreiben habe ich … nun ja, quasi eine andere Persönlichkeit. Sobald ich aber mein Tagessoll erfüllt habe, kann ich geistig direkt auf meine normale Persönlichkeit umschalten.