Short Stories So gelingt dir das Schreiben von Kurzgeschichten 01. März 2021

Quelle: S O C I A L . C U T/unsplash.com

Es macht dir sicher nichts aus, gut zu schreiben, mehr zu verkaufen und deine Bekanntheit als Autor*in zu steigern, wo auch immer du dich auf deiner Autorenreise befindest, oder? Klingt gut und ist machbar. Die Lösung lautet: Schreib auch Kurzgeschichten.

In und mit Kurzgeschichten lernst du nicht nur besser zu schreiben, du sorgst auch für mehr Veröffentlichungen und damit für eine größere Sichtbarkeit für dich als Autor*in. Du kannst Kurzgeschichten auch für das Marketing deines nächsten Romans einsetzen, indem du die Charaktere deines nächsten Romans zum Beispiel vorab neuen Leser*innen vorstellst. Besser schreiben, mehr verkaufen und noch bekannter werden? Warum nicht!

Was eine Kurzgeschichte ist und was nicht

Eine Kurzgeschichte ist sehr kompakt. Und eine Herausforderung. Damit sie nämlich wirklich fesselt, muss jeder Satz Charakter haben und die Handlung vorantreiben, dafür sorgen, dass der Leser*in eine Haltung einnehmen kann und – jeder Satz muss informieren, einen Sinn haben. Dafür hat jedes Wort in diesem Satz zwei oder drei Zwecke zu erfüllen. Eine Kurzgeschichte ist also kein Kapitel eines Romans, es sei denn natürlich, du schreibst es um.

Was eine Kurzgeschichte tut und was nicht

Eine Kurzgeschichte dreht sich immer um eine Offenbarung. Ereignisse bewirken, dass ein Charakter etwas erkennt, das alles für immer verändert. Erscheint diese Offenbarung gleich am Anfang, betont die Geschichte die Wirkung auf den Charakter des Protagonisten. Wird die Offenbarung ans Ende gestellt, betont die Geschichte die Echtheit des Charakters vor den Ereignissen und hebt hervor, was dem Protagonisten verloren geht. Wenn die Offenbarung in der Mitte erscheint, zeigt die Geschichte ein wenig von beidem. Die besten Kurzgeschichten schaffen auch Offenbarungen für die Leser*innen. 

Die Idee für eine Kurzgeschichte finden

Vielleicht siehst du einen Charakter. Vielleicht hörst du irgendwo ein Stück von einem Gespräch. Vielleicht fragst du dich immer wieder mal dieses faszinierende Was wäre wenn? Vielleicht willst du herausfinden, wie eine Figur aus einem deiner Romane so wurde, wie sie ist? Vielleicht möchtest du einen Weg des Schreibens erleben, der sich von dem unterscheidet, was du beim Schreiben eines Romans erlebst? All das sind mögliche Ansätze, um Ideen für Kurzgeschichten zu generieren. Verschiedene Geschichten können auf unterschiedliche Weise angegangen werden. Wichtig ist aber: Je früher du die Offenbarung, die Erleuchtung, den entscheidenden Moment der Veränderung identifizierst, desto besser und schneller wirst du die Kurzgeschichte vor Augen haben, um sie niederzuschreiben.

Wie man eine Kurzgeschichte beginnt

Der berühmte erste Satz hat zwei zusätzliche Jobs: Er muss den Leser faszinieren und er muss den Leser davon überzeugen, dass es sich lohnt, damit jetzt seine Zeit zu verbringen.

Fasziniere den Leser, indem du ihm eine Frage stellst, die du nicht beantwortest. Der Leser muss dann weiterlesen, um zu dieser Antwort zu gelangen.

Die Frage sollte allerdings nicht lauten: Was passiert? Wenn der Leser*in verwirrt ist, hört er auf zu lesen. Anstatt den Leser*innen zu erlauben, sich zu fragen, wo genau die Ereignisse der Geschichte eigentlich passieren, sag es den Leser*innen einfach. So fragen sich die Leser*innen nämlich eher, wie der Charakter dort hingekommen ist oder wie er da wieder weg- und herauskommt. Überzeuge die Leser*innen, dass sie mit dir und deiner Kurzgeschichte Zeit verbringen können und erstelle einen Charakter. Stelle eine oder besser die Frage. Dann schreibe den zweiten Satz.

Das Ende der Kurzgeschichte – so geht‘s

Es gibt ganz unterschiedliche Möglichkeiten, eine Kurzgeschichte zu beenden, aber alle zeigen deutlich, dass ein Ende erreicht ist. Es sollte kein Zweifel bestehen, dass du das Ende der Geschichte erreicht hast. Solltest du eine Geschichte gewählt haben, die einen Rahmen hat, der in die Geschichte einführt, dann kehrst du am Ende zu diesem Rahmen zurück. Du kannst aber auch mit deinem letzten Satz den ersten widerspiegeln – dann schließt sich sozusagen der Kreis. Oder aber du erstellst einen letzten Satz, der ein paar Elemente wie zum Beispiel Charaktere, Details, Ideen aus dem ersten Teil der Geschichte zusammenfasst.  

Und zwischen Anfang und Ende?

Hab Spaß.