Vom richtigen Umgang mit Selbstzweifeln und der Notwendigkeit des Verkaufens als Autor:in Vermarkte dich – auch wenn dir das nicht liegt

Eigenwerbung? Wer hasst das nicht, oder? Wir haben ein paar praktische Tipps, wie du deine Aversion gegenüber Eigenwerbung überwinden und deine Schreibkarriere vorantreiben kannst.

Quelle: Intricate Explorer/unsplash.com

Für manche Leute ist das völlig in Ordnung, über sich selbst zu sprechen. Sie könnten es den ganzen Tag machen. Sie scheinen daran zu wachsen, sich damit wohlzufühlen. Aber es gibt auch die vielen anderen. Vielleicht gehörst du ja eher zu denen, die lieber zuhören, als selber zu sprechen? Eigenwerbung fühlt sich ein bisschen unangenehm an und ist nicht wirklich dein Ding? Du kannst diese aufdringlichen Verkäufer:innen in den Läden nicht leiden? Und selbst, wenn du das, was sie verkaufen, brauchst, kaufst du es auf keinen Fall von ihnen. Oder du hörst nicht einmal zu, folgst deinem Instinkt – rennst davon, legst einfach auf …
Du willst einfach nicht einer dieser Menschen sein. Du willst vielmehr erkannt werden, weil du gut schreibst – denn das werden die Leute ja bemerken. Wenn dein Text großartig ist, werden Redakteur:innen an deine Tür klopfen. Wenn du brillant schreibst, bekommst du Einladungen zu Interviews und Buchverlage wünschen sich, dass du für sie schreibst. Haben sie noch nicht? Werden sie nicht? Kann sein. Manchmal.

Das ist aber auch genau das Problem: Wo glaubst du, wird dich deine Autor:innen-Karriere hinführen, wenn dir das Verkaufen nicht liegt, dir unangenehm ist, du dich von deinen Selbstzweifeln zurückhalten lässt und darauf wartest, dass die Leute dich von alleine bemerken? Übernimm die Kontrolle deiner Karriere als Autor:in, wenn du es wirklich ernst meinst.

Überdenke deine Vorstellungen vom Verkauf

Du sollst dich als Autor:in selbst verkaufen – du fühlst dich aber nicht wohl dabei, du hast zu viel Angst und womöglich werden sie sich lustig über dich machen, vielleicht wirst du dumm klingen. Sind das deine Bedenken? Dann versuche folgendes: Lenke stattdessen das Rampenlicht von dir selbst weg – und auf deine Leser:innen. Das fühlt sich gleich besser an, nicht wahr? Du bist ein:e Geber:in. Gib also, indem du Wege findest, wie du Menschen zum Beispiel beim Schreiben hilfst – und teil deine Schreiberfahrungen mit ihnen. Beispielsweise:

  • dein neuster Jugendroman kann Leser:innen eine erfrischende Wendung der typischen Vampirgeschichte bieten
  • dein Artikel darüber, wo man anständig bezahlte Schreibjobs findet, kann anderen Autor:innen helfen, die mit Schreiben Geld verdienen möchten oder müssen
  • deine Erkenntnisse über Self-Publishing bei Amazon können anderen helfen, Fehler zu vermeiden
  • deine Buchempfehlung kann anderen helfen, ihre Produktivität und psychische Gesundheit zu verbessern

u.v.m. du siehst, worauf das hinausläuft?

Fazit: Lenke die Aufmerksamkeit auf deine Leser:innen und das, was ihnen guttun kann. Das wird die Art und Weise beeinflussen, wie sie im Umkehrschluss dein Schreiben fördern. Entscheide, welches Gefühl du ihnen vermitteln möchtest. Vielleicht möchtest du als hilfreich, verständnisvoll, einfühlsam, nachdenklich, unterhaltsam, freundlich, zugänglich, witzig oder sarkastisch wahrgenommen werden? Wenn du mit deiner Kommunikation zielstrebig bist, ziehst du die richtigen Leser:innen an. Sei dir also bewusst, in welchem Ton du schreibst und was du erreichen möchtest.

Selbstzweifel sind Teil deiner Reise

Es gibt eine allgemeine Angst unter Schriftsteller:innen: Wir sind nicht gut genug. Dieser Glaube nimmt in vielen Aussagen Gestalt an: „Das hätte ich besser schreiben können.“, „Ich kann nicht so gut schreiben, wie sie. Ich bin nicht so talentiert.“, „Ich kann nie auf solche Ideen kommen.“, „Ich werde immer wieder abgelehnt“, „Das hat kaum jemand gelesen. Es muss schrecklich sein.“, „Warum schreibe ich noch? Das ist sinnlos.", „Ich bin damit nicht zufrieden. Es ist nicht perfekt.“ Das Faszinierende daran ist, dass selbst versierte Autor:innen diese Ängste noch haben. Die preisgekrönte Autorin und Nobelpreisträgerin Maya Angelou sagte einmal: „Ich habe elf Bücher geschrieben, aber jedes Mal denke ich: ‚Oh oh, sie werden es jetzt herausfinden. Ich habe mit jedem ein Spiel gespielt und sie werden mich erkennen.'“ (Begabt und talentiert, aber mit Unsicherheit und geringem Selbstwertgefühl — highability.org). In einem BBC-Interview im Jahr 1964 sprach J.R.R. Tolkien offen über das Schreiben der Der Herr der Ringe-Trilogie: „… ich habe tatsächlich über die Auflösung geweint … es gab eine enorme Menge an Überarbeitungen. Ich habe die ganze Arbeit zweimal getippt … Es gibt immer noch einige Fehler … schreckliche Fehler in der Grammatik, die für einen Professor für Englisch und Literatur ziemlich schockierend sind.“

Diese „nicht gut genug“-Haltung findet sich bei vielen erfolgreichen Menschen auch außerhalb des Schreibens: Meryl Steep, die am meisten nominierte Oscar- und Golden-Globe-Schauspielerin der Geschichte, leidet immer noch unter dem „Ich bin nicht gut genug“-Syndrom: „Du denkst: ‚Warum sollte mich jemand wieder in einem Film sehen wollen? Und ich weiß sowieso nicht, wie ich mich verhalten soll, also warum tue ich das?“ Wenn diese bekannten Menschen auf dem Niveau, das sie haben, erfolgreich sein können – und dennoch Selbstzweifel verspüren, bedeutet das, dass wir Selbstzweifel akzeptieren und Wege finden müssen, damit umzugehen. Es wird wahrscheinlich nie verschwinden.

Und – egal wie selbstbewusst, „talentiert“ und erfolgreich die Medien hochkarätige Menschen darstellen, in Wirklichkeit haben sie die gleichen Selbstzweifel wie wir alle. Dennoch haben sie Wege gefunden, das zu tun, was sie lieben – außergewöhnlich gut – trotz ihrer Zweifel. Dies ermutigt, hartnäckig zu bleiben und nicht aufzugeben, wenn du dich niedergeschlagen fühlst. Du fragst dich, wie du das machen sollst?

Ein 7-Schritte-Prozess zur Bewältigung von Selbstzweifeln

In seinem Buch Change Your Brain – Change Your Life erzählt Daniel Amen, ein praktizierender Psychotherapeut, wie Gehirnzellen positive und negative Erfahrungen verarbeiten. Je mehr Verstärkung wir einer der beiden Erfahrungen geben, desto mehr reagieren unsere Gehirnzellen und geben diese Botschaften an den Rest unseres Körpers weiter. Amen nutzt sieben Schritte, um zu motivieren und sich im Leben glücklicher zu fühlen:

Schritt 1: Erkenne an, dass deine Gedanken echt sind

Schritt 2: Achte darauf, wie negative Gedanken deinen Körper beeinflussen (welche Reaktionen hast du?)

Schritt 3: Beobachte, wie positive Gedanken deinen Körper beeinflussen (wie fühlst du dich?)

Schritt 4: Beobachte, wie dein Körper auf jeden Gedanken reagiert, den du hast

Schritt 5: Betrachte schlechte Gedanken als Umweltverschmutzung (von Geist und Körper)

Schritt 6: Verstehe, dass deine Gedanken nicht immer die Wahrheit sagen (Gedanken können lügen – bedenke, dass du sie nicht als Wahrheit annehmen musst)

Schritt 7: Wähle positive Gedanken aus, trainieren deine Gedanken

 

Fazit: Sei dir deiner Gedanken bewusst und wie du sie beeinflussen kannst. Pflege Gedanken, die dir helfen.

Wenn du das gelesen hast, kannst du die wichtigsten psychologischen Blockaden angehen, die dich möglicherweise daran hindern, Maßnahmen zu ergreifen, die dir gut tun. Du hast jetzt praktische Beispiele und fundierte Tipps zu:

  • Reflektiere, wie du über den Verkauf denkst
  • Konzentrieren dich auf das Helfen
  • Gib deinen Ton für die Eigenwerbung an

Und ganz wichtig:

Schenke deinen Leser:innen deine einzigartigen Erfahrungen und deine guten Geschichten! Freue dich über sie. Und: Bewältige deine Selbstzweifel.

Was sind deine Gedanken dazu? Schreib uns! Wir freuen uns auf dich und deine Anmerkungen! :-)

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