Online ist alles anders – so gelingt dein Workshop Acht Tipps für das Präsentieren von Online-Schreibworkshops

Falls du vorhast, als professioneller Schriftsteller dein Einkommen durch Workshops, Vorträge, Präsentationen etc. zu ergänzen, solltest du ein paar Dinge über die Unterschiede zwischen Online-Präsentation und persönlicher Begegnung wissen.

Quelle: Marvin Meyer/unsplash.com

Vorträge müssen meist nicht viel angepasst werden, um sie online zu präsentieren. Du hältst deinen Vortrag, die Leute sitzen da, hören zu und stellen am Ende Fragen, die hoffentlich vom Veranstalter moderiert werden. Vielleicht vermisst du etwas von der spürbaren Begeisterung, wenn du dein Publikum live vor dir hast, dir fehlen die Gesichtsausdrücke der Leute etc. – aber es funktioniert trotz allem ziemlich gut.

Anders ist das bei einem Online-Workshop. Workshops haben natürlich immer eine Struktur, aber sie sind doch meist sehr offen für Improvisation. Allerdings brauchen die Teilnehmer auch online praktische Aktivitäten oder Übungen, mit denen sie arbeiten können. Was dagegen nur mäßig funktioniert, sind echte, lebendige Gruppendiskussionen.

Das Timing ist wichtig. Es wird dir wahrscheinlich nicht möglich sein, einen mehr als zweistündigen Online-Workshop durchzuführen: Ein Workshop, den du vielleicht bisher über einen ganzen Tag in der „realen“ Welt durchgeführt hast, solltest du daher entweder drastisch kürzen – was nicht ideal wäre – oder aber über einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen in zweistündige Sitzungen aufteilen. Du fragst dich jetzt, ob das die Wirkung deines Workshops abschwächt? Und was ist mit der Bindung der Gruppe – wie kann man die online erreichen? In einem persönlichen Workshop entwickelt sich diese ja ganz natürlich im Verlauf des Workshops und in den Kaffee- oder Mittagspausen.

Acht Tipps für deine ersten Online-Workshops über Zoom, Teams, Skype o.Ä.:

  1. Entspann dich, aber sei vorbereitet: Die Leute erwarten von einem Online-Workshop nicht ganz dasselbe wie von einem persönlichen Workshop.
  2. Teilnehmern von Online-Workshops macht es zum Beispiel meist nichts aus, keine Zeit zum eigentlichen Schreiben zu haben, aber sie konzentrieren sich genau darauf, Antworten auf bestimmte Fragen zu erhalten.
  3. Die Leute bevorzugen Feedback und Ratschläge zu Dingen, die sie bereits geschrieben haben oder planen zu schreiben, anstatt neue Dinge basierend auf deinen geplanten Übungen zu erstellen.
  4. Eine Gruppenbindung wirst du in einem Online-Workshop nicht in gleicher Weise erleben wie in einem persönlichen – aber es werden doch gute Verbindungen in der Diskussion hergestellt.
  5. Struktur ist wichtig, aber Raum für Improvisation solltest du dir trotzdem lassen.
  6. Zwei Stunden funktionieren gut und fühlen sich wie eine natürliche Grenze an. Die Ergebnisse eines so terminierten Workshops werden nicht verwässert.
  7. Keine Spielerei: Der Hintergrund deiner Präsentation ist nicht wirklich ein Problem. Solange er unauffällig und einigermaßen aufgeräumt ist, scheinen die meisten keine Notiz davon zu nehmen. Aber natürlich kannst du auch deinen eigenen Hintergrund wählen (schau mal auf unsplash.com nach guten Bildern).
  8. Zeigen und Erzählen solltest du auf ein Minimum beschränken: In einem persönlichen Workshop kannst du eine kurze Powerpoint-Präsentation zeigen, um beispielsweise den Prozess der Erstellung eines Bilderbuchs zu demonstrieren, und das wird häufig zu einer guten Diskussion führen.
    Obwohl es funktionieren kann, wenn du deinen Bildschirm freigibst, um dasselbe online zu tun, hat das leider nicht die gleichen Auswirkungen. Die Leute neigen dazu, sich weniger damit zu beschäftigen. Die technischen Möglichkeiten, die du für einen persönlichen Workshop verwenden könntest, werden in einem Online-Workshop einfach nicht richtig übertragen: In einem persönlichen Workshop dienen sie als Unterhaltungspunkt und der Herstellung einer guten Verbindung zu deinen Teilnehmern, online scheinen sie eine Ablenkung darzustellen.

Starte einfach durch und probiere auch mal was aus, du machst das sicher richtig gut. Berichte uns gerne über deine Erfahrungen!