Autor Michael Trommer im Interview zu Totenspiel

Worum geht es in deinem Buch Totenspiel?

Der Mord an dem gefeierten Schauspieler Wolf im Jahr 1997 lässt den Aachener Kommissar Mehrwald und seine Kollegin tief in dessen DDR-Vergangenheit eintauchen. Affären im Westen, Verwicklungen mit der Stasi und Wolfs kompromisslose Art, seine Karriere zu verfolgen, werfen anfangs viele Fragen auf.
Der Schauspieler selbst bringt den Kommissar dann letztendlich auf die Spur seines Mörders, wenn auch mit anderer Absicht.

Der Roman dreht sich um einen Theaterschauspieler, und spielt daher auch viel im Theater. Spielst du selbst Theater oder wie kamst du darauf?

Mein Vater war lange Jahre Dirigent am Aachener Stadttheater und so bin ich mit dem Umfeld „Bühne“ aufgewachsen. Ich habe selbst später in einer Schauspielgruppe bei mehreren Stücken mitspielen dürfen und mag Lampenfieber, Scheinwerfer und das Agieren vor Kamera oder Publikum.
Daher bot sich das Thema einfach an, weil viel aus der eigenen Erfahrung einfließen konnte.

Ein Krimi braucht viel Recherche, vor allem, wenn reale Ereignisse im Zentrum stehen. Wie hast du hier recherchiert?

Wie gesagt, spielen eigene Erlebnisse eine große Rolle, zumindest was das Bühnenleben betrifft. Im Umfeld der Stasi- und DDR-Geschichte habe ich sehr viele persönliche Kontakte über social media Kanäle, Einblicke in Datenbanken und dokumentarische Filmsequenzen nutzen können.

Wie bist du auf die Idee gekommen?

Mit zwanzig habe ich mir die Reiseschreibmaschine meiner Eltern geliehen und mich an mein erstes Buch gesetzt – ebenfalls ein Krimi. Er wurde nie veröffentlicht, was vielleicht auch daran gelegen haben mag, dass ich nicht über die ersten sechzig Seiten hinausgekommen bin und das Buch nie fertig wurde.
Ich schreibe jetzt schon lange zu allen möglichen Themen im Bereich Social Media und in meinem eigenen Blog. Mit der Zeit häuften sich die Aufforderungen von Freunden, doch mal „was Richtiges“ zu schreiben und so hatte ich dazu irgendwann auch einfach Lust.
Als Krimi Fan war ich schnell auf das Genre fixiert, das Aachener Lokalkolorit ergab sich, weil ich dort während Schule und Studium gelebt habe und jetzt, nach über dreißig Jahren, wieder in Aachen wohne. Und zum Thema Theater habe ich ja schon was erzählt.

Dies ist dein erster Roman, der veröffentlicht wird. Hast du einen Tipp für Autoren, die noch auf der Suche nach einem Verlag sind?

Ich bin über einen Bekannten auf die Schiene „Literatur-Agent“ gestoßen und habe den Kontakt dorthin gesucht. An Verlage selbst bin ich noch nie direkt herangetreten. Ich gehe davon aus, dass die Agentur besser weiß, welcher Verlag für welche Texte in Frage kommt.

Wie lange hast du gebraucht, um diesen Roman zu schreiben, was war herausfordernd dabei?

Die erste Idee und erste Seiten habe ich in Word Dokumenten im April 2018 gespeichert, wie ich gerade sehe. Danach ging es zwar mit dem eigentlichen Schreiben sehr schnell, nur die Recherchen zwischendurch haben viel Zeit gekostet, weil ich da möglichst genau sein wollte.
Aber ich liebe es, mich in neue Themen hineinzustürzen und mir dort „Grundwissen“ anzueignen.

Sind alle Ereignisse im Roman frei erfunden?

Absolut. Aber Gemeinsamkeiten mit Kommissar Mehrwald als Griechenland Fan und Hobby-Koch möchte ich nicht leugnen…

Woran schreibst du gerade?

Aachen, der Kommissar und die Kollegin bleiben erhalten, es geht wieder um einen Mord. Die Themen ändern sich, bleiben aber Aachen-spezifisch. Die alten Römer und das schon seit meiner eigenen Studienzeit bekannte Problem, dort eine bezahlbare Bude zu finden, bestimmen das nächste Buch. Wie das zusammenpasst? Abwarten!

Hast du einen Buchtipp?

Ich mag die Krimi Serie von Tom Hillenbrand, seine ständig wechselnden Themen rund um das Luxemburger Restaurant mit seinem Besitzer und Koch Xavier Kieffer. Man taucht in jedem Band in eine neue Welt rund um Oliven, Thunfisch, Kakao oder Restaurantführer.