Autorin Kerstin Sonntag im Interview

Liebesroman-Autorin Kerstin Sonntag im Gespräch zu Mein Herz in Alaska.

Worum geht es in deinem Buch Mein Herz in Alaska?

Mein Herz in Alaska „…ist ein Buch fürs Herz und für die Seele.“ (Leserstimme)
In dieser Geschichte geht es darum, sich unbequemen Wahrheiten zu stellen, Narben der Vergangenheit zu heilen und für eine glücklichere Zukunft zu kämpfen. Die Begegnung in Alaska stellt sowohl die junge New Yorkerin Ivy als auch den wortkargen Piloten Jack vor neue Herausforderungen. Doch auch andere Nebenfiguren erleben überraschend eine emotionale Reise zu sich selbst und erfahren, genau wie Ivy und Jack, einen Wendepunkt in ihrem Leben …

Mit welchen drei Worten würdest du deine Hauptcharaktere Ivy und Jack jeweils beschrieben?

Ivy – fantasievoll, sanftmütig, ehrgeizig
Jack – impulsiv, scharfsinnig, willensstark

Gibt es einen persönlichen Liebling unter den Nebencharakteren für dich? Wenn ja, wer ist es und warum?

Das ist definitiv Elin, die Inhaberin der Karibu-Lodge in Tikatna. Elin ist anpackend, mutig und herzlich und ist stets darum bemüht, andere glücklich zu machen und zu umsorgen. Deswegen fühlen sich die Gäste bei ihr auch so wohl. In der Lodge sind sie Teil einer großen Familie. Dabei vergisst Elin nur allzu leicht, dass auch sie Bedürfnisse hat, die erfüllt werden wollen. Elin trägt ebenfalls einen tiefen Schmerz in sich, von dem kaum jemand etwas ahnt.

Wie bist du auf die Idee für deinen Liebesroman gekommen?

Das ist wirklich witzig. Irgendwann bin ich beim Fernsehen auf die Serie Mein Haus in Alaska gestoßen. Und da mich Land und Menschen total begeistert haben, dachte ich mir, ich könnte doch mal einen Roman mit Schauplatz Alaska schreiben.
Und dann gibt es da noch Formate, die sich mit dem Um- und Ausbau und der Renovierung von Häusern beschäftigten. Das finde ich sehr spannend, und plötzlich wusste ich, was meine weibliche Hauptfigur für einen Beruf haben würde! Relativ schnell war auch klar, dass der männliche Gegenpart Pilot sein würde. Und auf einmal hatte ich den Plot für den Roman in meinem Kopf.

Was genau hat dich am Setting Alaska so fasziniert?

Alaska mit seiner wildromantischen Landschaft ist für mich der Inbegriff von Wildnis, Weite und Ursprünglichkeit. Mich faszinieren die raue Schönheit der Umgebung, die Einsamkeit aber auch die teilweise harten Lebensbedingungen. Wie hat Jack das in der Geschichte so schön formuliert: „Sie (Die Menschen) ahnten nicht, dass das Leben in Alaska einen an seine Grenzen bringen und Seelen zu zerstören vermochte.“

Was ist Tikatna für ein Ort und gibt es ein reales Vorbild für die Kleinstadt?

Tikatna ist eine reizvoll von Wasserarmen und Waldflächen umgebene, winzige Gemeinde auf der Kenai-Halbinsel, südlich von Anchorage gelegen. Man kennt sich dort und Klatsch und Tratsch blühen wie Unkraut. Die Menschen in Tikatna sind eine eingeschworene Gemeinschaft und stehen Fremden grundsätzlich erst einmal skeptisch gegenüber. Wenn du dir aber einmal ihren Respekt verdient hast, heißen sie dich herzlich in ihrer Mitte willkommen.

Es gibt kein reales Vorbild für Tikatna. Die fiktive Kleinstadt ist vielmehr eine Mischung aus verschiedenen Orten auf der Kenai-Halbinsel, wie etwa Cooper Landing, Homer oder Soldotna.

Musstest du viel für den Handlungsort recherchieren? Wenn ja, wie bist du darangegangen?

Für diesen Roman war viel Hintergrundarbeit nötig. Ich habe mir Dokumentationen und Filme über Alaska angesehen, Bücher und Reportagen über Land, Geschichte und Leute gelesen und im Internet recherchiert.

Beispielsweise habe ich die Geschichte der Besiedelung der Kenai-Halbinsel, die ja das Setting des Romans darstellt, recherchiert. So sind im Zuge der Recherche einige Namen im Buch entstanden, wie zum Beispiel das Tanaina Café von Molly Simmons, das ich nach den Tanaina (Dena’ina, die einzige Gruppe der Alaska-Dene, die bis zur Küste vorstieß, sich in dauerhaften Siedlungen niederließ und den Seefischfang übernahm) benannt habe, oder der Name des kleinen Orts Tikatna, hergeleitet aus Tikahtnu, dem „viel Wasser führenden Fluss“, wie einst die Tanaina das Gebiet des Cooklet-Inlet bezeichneten.

Wie sieht dein Alltag als Autorin aus und schreibst du gerade an etwas?

Mein Alltag dreht sich im Prinzip rund ums Schreiben. Nach dem Aufstehen kümmere ich mich meist erst einmal um den Haushalt. Wenn das Gröbste erledigt ist, ziehe ich mich in mein Schreibkämmerlein zurück und arbeite, bis es Zeit wird, das Mittagessen zu machen (wenn ich großes Glück habe, kommt keiner nach Hause, aber das passiert leider selten). Nachmittags nutze ich oft wieder jede freie Minute zum Schreiben, wenn nichts anderes anliegt. Manchmal brauche ich allerdings mal eine Auszeit, um den Kopf freizupusten. Dann gehe ich raus in die Natur, treffe mich mit einer Freundin im Café oder mache ein bisschen Musik mit meiner Bariton-Ukulele.

Aktuell schreibe ich an einer neuen Liebesgeschichte mit Schauplatz Mallorca. Eigentlich bin ich immer mit irgendeinem Projekt beschäftigt – ich kann gar nicht anders ; -)

Und was tust du, wenn du gerade nicht schreibst?

Wenn ich nicht schreibe, plotte ich oder denke über meine Projekte nach.
Dann ist ja da auch noch die Familie, die mich hin und wieder sehen möchte …

Liest du selbst gerne Liebesromane und hast du eine Buchempfehlung für uns?

Ich lese selbst leidenschaftlich gern. Geschichten, die von der Liebe und dem Leben, von Freundschaft und familiären Banden und Verwicklungen erzählen. Zeitgenössische Romane und hin und wieder auch Historisches. Und ich möchte euch die tollen Romane meiner AutorenkollegInnen ans Herz legen, denn darunter finden sich unglaublich wunderbare Geschichten.