Anja Schenk im Interview

Worum geht es in deinem Buch Engel, Punsch und Weihnachtsküsse?

Die vierunddreißigjährige Miriam Engel steht auf den ersten Blick mit beiden Beinen fest im Leben. Sie verdrängt die dramatischen Ereignisse aus ihrer Jugend, die ihr Leben und ihr Handeln beeinflussen, bis jene Ereignisse unverhofft hervorbrechen. Sie versucht dem aus dem Weg zu gehen und reist über Weihnachten nach New York, wo sie Vincent kennenlernt. Ausgerechnet dann, als sie glücklich wie nie zuvor ist, muss sie sich entscheiden, ob sie sich ihrer Vergangenheit stellen oder sich weiterhin selbst belügen will. Die Geschichte erzählt vom Davonlaufen und Zurückfinden zu sich selbst.

Wie würdest du die Protagonistin Miriam Engel beschreiben?

Miriam ist einerseits selbstbewusst, lässt sich andererseits aber schnell aus der Fassung bringen. Sie ist eine starke Frau, die einiges einstecken musste und muss, aber auch eine Meisterin im Verdrängen. Sie stolpert und steht wieder auf.

Wie kommt es, dass dein Roman in der Weihnachtszeit spielt? Liegt dir Weihnachten besonders am Herzen?

Ich empfinde die Weihnachtszeit auch als eine Zeit zum Innehalten, Überdenken, Hinterfragen und Kraft schöpfen. Und für manche Menschen ist es vielleicht genau die richtige Zeit, um zu den eigenen Wurzeln zurückzufinden, wie die Protagonistin meines Romans.

Wieso hast du dich neben Dresden für New York als Handlungsort entschieden? Warst du selbst schon einmal dort?

Ich war bisher zweimal in New York und bin dem Zauber dieser Stadt, in der alles möglich scheint, verfallen. Bei meiner letzten New-York-Reise haben sich die ersten Ideen zu diesem Roman geformt. Aber zu einem noch größeren Teil spielt die Handlung in der Stadt Dresden, die ich unheimlich gern mag und in der ich selbst lange Zeit gewohnt habe.

Du hast ja bisher hauptsächlich Kinderbücher geschrieben. Wie war es für dich nun einen Liebesroman zu verfassen? Werden noch weitere kommen?

Es ist ein wenig anders aber letztlich unterscheidet es sich gar nicht so gravierend. Geschichten, egal ob für kleinere oder größere Leser, brauchen Elemente, die eine gute Geschichte ausmachen, wie etwa: spannende Handlungsorte, Konflikte und Hürden, die es zu überwinden gilt, überraschende Wendungen und Protagonisten, mit denen man mitfiebert und die für mich gern auch mal etwas verquer und unperfekt sein dürfen. Ob sich zu diesem Roman irgendwann ein weiterer gesellen wird, weiß ich noch nicht. Das werden mir die Ideen zu gegebener Zeit sicher einflüstern. Im Moment stecke ich allerdings in ganz neuen, wunderbaren Kinderbuchprojekten und genieße das sehr.

Was liest du selbst am liebsten?

Ich lese gern Romane über starke Frauen, die in schwierigen Zeiten ihren Weg finden. Ich lasse mich aber auch gern von spannenden Krimis und Thrillern fesseln und mag berührende Familiengeheimnisse. Und immer wieder mal ein schönes Kinderbuch.

Wie sieht dein Schreiballtag aus?

Ich wünschte, ich hätte einen. Mit Beruf und Kindern ist es nicht leicht, eine Schreibroutine zu entwickeln, geschweige denn, diese durchzuhalten. Ich nutze jede freie Minute, auch wenn an manchen Tagen nicht mal eine Stunde Schreibzeit zusammenkommt. Meistens schreibe ich abends bis in die Nacht.

Was tust du besonders gern, wenn du nicht gerade schreibst?

 

Wenn die Augen von nächtlichen Schreibstunden schon fast viereckig sind, tanke ich so oft es geht neue Energie bei einem Waldspaziergang. Den Wald habe ich zum Glück direkt vor der Haustür. Ansonsten liebe ich es, mir eine frische Meeresbrise um die Nase wehen zu lassen und bin allgemein sehr gern am Wasser. Ich bin mit meinen Kindern unheimlich gern kreativ tätig, obwohl wir uns hinterher manchmal schlapp lachen über schiefe Kunstwerke. Außerdem backe ich gern, was ich besser kann als kochen.

Hast du noch eine Buchempfehlung für uns?

Ein Buch, das mich nachhaltig bewegt hat, ist Die Nachtigall von Kristin Hannah. Eine Geschichte über zwei sehr verschiedene Schwestern im besetzten Frankreich.