Dark Hearts – Spiegel der Seele

1. Wie ich einem Hund die Fresse polierte oder eher er mir, je nachdem, aus welchem Blickwinkel man es betrachtet

Ich rannte, berührte kaum noch den Boden und versuchte, während ich um die nächste Ecke schlitterte, nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Meine Kondition war mal besser gewesen, vielleicht sollte ich das nächste Mal den Salat der Pizza und den Pommes vorziehen. Hinter mir knurrte es und ich hechtete weiter. Ich verachtete Hunde. Gefährliche, dumme Biester, die sich mit ihrer süßen Art in jedes Menschenherz stehlen konnten. Ich beschleunigte mein Tempo, denn das Knurren wurde lauter und mein Kopf fuhr herum. Ein Husky. Verfluchter Mist, der war riesig.
Ich konnte das Gartentor unseres Hauses schon erkennen, als das Vieh mich am Schwanz packte und herumschleuderte. Ich landete auf den Füßen, fauchte und rannte weiter. Blöder Hund. Er spielte mit mir, das spürte ich. Hätte er mich verletzen wollen, hätte er dazu die Chance gehabt. Das Katz-und-Maus-, oder in diesem Fall das Katz-und-Hund-Spiel machte ihm Spaß. Mir normalerweise auch. Nur heute nicht. Heute war ein beschissener Tag gewesen und das der krönende Abschluss, die Kirsche auf der Sahne sozusagen. Schlimmer konnte es kaum mehr kommen.
Ich erreichte das Tor, schlüpfte durch ein Loch im Zaun und kam schlitternd zum Stehen.
Ha!
Ich hatte den Wettlauf gewonnen. Schwer atmend drehte ich mich um und schaute direkt in rostbraune Augen. Der Hund hechelte und starrte zurück.
Der Würde meines Sieges entsprechend, wandte ich mich erhobenen Hauptes ab und schritt langsam und bedächtig die Stufen zu unserem Haus hinauf, immer darauf bedacht, meinen Schwanz elegant hin und her gleiten zu lassen. Durch die Katzenklappe gelangte ich ins Innere. Dort konzentrierte ich mich auf meine menschliche Gestalt und leitete die Wandlung ein. Ich spürte, dass meine Knochen sich verlängerten, meine Muskeln sich streckten und eine andere Form annahmen. Innerhalb weniger Sekunden hatte ich mich zurück in einen Menschen verwandelt. Zum Glück viel mir die Wandlung derart leicht. Meine Knochen knackten, als ich die Klamotten anzog, die ich vorher neben der Tür abgelegt hatte. Ich betrachtete mich kurz im Spiegel, strich mein leicht kupferstichiges braunes Haar glatt und zählte meine Sommersprossen. Weit kam ich nicht, es waren hunderte. Fast mein ganzes Gesicht nahmen sie ein. Das ungesunde Essen aka Pizza und Co. hatte nicht nur meiner Kondition geschadet, sondern auch meiner Kleidergröße. Ich musste dringend trainieren gehen, denn essen würde ich weiterhin alles, was mir schmeckte, und so viel in mich hineinpasste. Kleidergröße zweiundvierzig war für mich noch kein Weltuntergang, eher mehr erotische Nutzfläche.
„Katarina?“, rief meine Mutter aus dem Wohnzimmer. 
„Ich bin zurück. Gibt’s was zu essen?“ Immerhin hatte ich beim Rennen gerade mindestens eine Million Kalorien verbrannt, da konnte ich mir einen kleinen Snack gönnen.
Der Sessel ächzte. „Steht in der Küche, komm.“
Lautlos tappte ich ihr hinterher und setzte mich an den Küchentisch. Sie stellte meine Portion vor mir ab und nahm mir gegenüber mit einer Tasse Kaffee Platz.
„Willst du auch eine Tasse?“, fragte sie, nachdem ich die Nudeln innerhalb kürzester Zeit verschlungen hatte.
„Lieb gemeint, aber ich gehe mich umziehen. Meine Schicht fängt gleich an.“ Ich nahm meinen leeren Teller und erhob mich, doch Mama hielt mich zurück.
„Setz dich, wir müssen reden.“
Oh, oh, das hörte sich ungut an und klang, als würde ich die Tasse Kaffee brauchen.
Mit einem dampfenden Becher in den Händen setzte ich mich meiner Mama gegenüber und sah sie fragend an.
„Du musst ausziehen.“
Schockiert sog ich die Luft ein. „Bitte was?“
„Du hast deine Träume aus dem Blick verloren. Du musst nicht bei mir bleiben, weil dein Vater gestorben ist. Ich komme allein klar. Du bist Anfang zwanzig und hast ein unglaublich großes Talent, das musst du nutzen. Kaum jemand kann die Menschen mit seiner Stimme derart berühren wie du. Mach etwas daraus. Lebe dein Leben, nicht meins.“
Das hatte gesessen. So kannte ich meine Mutter nicht. Ich wusste zwar, dass sie es gut meinte, trotzdem verletzte das Gesagte mich. „Aber …“
„Nein, kein Aber“, fiel sie mir ins Wort. „Ich weiß, dass du dein Leben hier und mich liebst, jedoch sage ich nicht, dass du verschwinden und nie wiederkommen sollst. Gehe deinen eigenen Weg. Strebe danach, die Menschen mit deiner Musik zu bewegen und die Welt zu verändern. Sei einfach wieder du.“ Sie strich sich eine Strähne hinters Ohr. „Ich liebe dich. Und denk bloß nicht, dass ich dich loswerden will, allerdings hast du dich in den letzten Monaten verändert, bist zurückhaltend und in dich gekehrt. Ich komme klar, versprochen.“
„Ich habe Angst“, gab ich kleinlaut zu. Das zuzugeben fiel mir unglaublich schwer, denn es widerstrebte der Katze in mir.
„Ich weiß, deswegen sage ich dir heute, was meine Mutter damals zu mir gesagt hat. Die Angst sollte dich niemals davon abhalten, dein Leben zu leben. Sie darf dich begleiten, aber nicht lenken. Manchmal wird sie dir ein guter Ratgeber sein, manchmal wirst du sie verfluchen. Doch lass dich niemals von ihr aufhalten, das zu tun, was dir dein Herz sagt. Damals hielt ich das für philosophischen Stuss, heute weiß ich, was sie damit gemeint hat.“ Nachdenklich trank ich einen Schluck Kaffee. Mama hatte recht, die letzten Monate hatten mich verändert und ich bekam selbst oft das Gefühl, mich verloren zu haben. Die Furcht, die Dinge könnte sich verändern oder ich könnte erneut jemanden verlieren, war unermesslich groß. Das musste aufhören.
Mein Handy auf dem Tisch brummte und eine WhatsApp-Nachricht von Maria leuchtete auf. Genau! Maria. Seit einem Jahr studierte sie in Hamburg. Eigentlich wollten wir zusammen dort hin, allerdings hatte der Tod meines Vaters alles verändert. Ein Besuch bei ihr konnte nicht schaden und würde mir vielleicht die Zeit zum Nachdenken geben, die ich nach diesem Gespräch mit Mama brauchte. Der Entschluss war gefasst und Aufregung machte sich in mir breit.
„Danke, Mama. Danke, dass du hinter mir stehst, egal, was ich tue.“ Ich küsste die Frau, die mir das Leben geschenkt hatte, auf die Wange und ging in mein Zimmer, um mich für die Arbeit umzuziehen.

***

Kurz darauf betrat ich Die schwarze Katz – von mir liebevoll die Bar genannt.
Das geräumige Lokal erstreckte sich über zwei Ebenen. Gegenüber der Tür befand sich die Theke, hinter der sich einige Büros versteckten. Eine kleine Bühne rundete das Bild ab. Tische unterschiedlicher Größte füllten den Raum nahezu komplett aus. Nur eine kleine Tanzfläche durchbrach die Struktur. Mein halbes Leben verbrachte ich hier und ich liebte es. Es wurde nie langweilig, brachte frischen Wind in meinen sonst so vorhersehbaren Alltag.
Die schwarze Katz war eine bekannte Wandlerbar. Menschen verirrten sich kaum zu uns. Was auch an Karl lag, der ungebetene Gäste abwimmelte. Deswegen war die schwarze Katz so beliebt. Was in ihren vier Wänden geschah, blieb dort. Wandler konnten sich ungestört unterhalten, ihrer Natur freien Lauf lassen, ohne Angst zu haben, entlarvt zu werden.
Die Tatsache, dass Sascha, der Besitzer, eine wichtige Rolle in unserer Gemeinschaft einnahm, trug sicher ebenfalls dazu bei, dass sich unsereins hier derart wohl fühlte. Denn obwohl wir uns seit Jahrzehnten den Menschen angepasst hatten und in familiären Strukturen lebten, betrachteten sich die Wanderfamilien in kleinen Städten häufig als Rudel.
Dank meines Jobs bekam ich jeden Tag eine andere Geschichte eines anderen Gastes zu hören und ging mit ihm auf Reisen. Doch eine Geschichte über meine eigene Reise hatte ich bisher nicht erzählen können.
„Hey, Kat, da bist du ja endlich. Schwing deinen Arsch hinter die Bar und hilf mir.“ Sascha grinste mich an und Maike, seine Frau, schloss mich in die Arme. Beide gehörten für mich zur Familie.
„Wo sind die Kinder?“, fragte ich.
„Oma hat heute das Babysitten übernommen. Sascha und ich machen uns gleich einen ruhigen Abend mit der Buchhaltung“, antwortete Maike sarkastisch und schnitt eine Grimasse.
Schnell verstaute ich meine Handtasche und meine Jacke unter dem Tresen und gesellte mich zu meinem Chef, um ihm zur Hand zu gehen.
„Was liegt an?“
Er reichte mir ein Bierglas nach dem anderen und ich stellte sie der Reihe nach neben den Zapfhahn. „Fünf Weizen und zwei Radler für Tisch acht. Jetzt, wo du da bist, kann ich mich ja verdrücken und mit der Buchhaltung anfangen.“ Seine Lippen verzogen sich und er sah aus, als hätte er in einen sauren Apfel gebissen.
„Ach, Sascha? Können wir nachher über meinen Urlaub reden?“
„Klar, komm, sobald Trixi da ist, zu mir. Das lenkt mich und Maike von der Buchhaltung ab.“ Zwinkernd verschwand er.
Nachdem ich die Getränke an Tisch acht gebracht und die Essensbestellung an unseren Koch Mario weitergegeben hatte, wischte ich die Theke sauber. Zum gefühlt zehnten Mal. Demnächst würde ich die oberste Beschichtung abschrubben, ganz sicher. Es war kaum etwas zu tun und ich langweilte mich. Um die Uhrzeit ließen die Gäste auf sich warten, doch der Ansturm zum Abend würde zum Glück nicht mehr lange auf sich warten lassen.
Nach einer Weile räumte ich Tisch acht ab und hoffte auf neue Gäste. Das Lokal war fast leer, lediglich ein altes Paar, das miteinander tuschelte, hatte sich eingefunden. Die Zeit verging derart langsam, als müsste sie vorher gewaltsam durch eine Sanduhr gepresst werden.
Gerade als ich aus der Küche eilte, kündigte die Türglocke das Eintreffen neuer Gäste an und ich seufzte erleichtert.
Endlich.
Die kleine Gruppe drängte sich durch die Tür. Zwei Männer und eine Frau. Dadurch, dass der Eingangsbereich weit von mir entfernt lag, blieben mir ihre Gesichter verborgen.
Sie setzten sich an Tisch siebzehn und ich wartete einige Minuten, damit sie ihre Getränke auswählen konnten. Dann ging ich gut gelaunt zu ihnen und auf dem Weg erkannte ich bereits, dass nur zwei Personen am Tisch saßen. Einer der Männer musste auf die Toilette verschwunden sein, während ich hinter der Theke so getan hatte, als wäre ich ultrabeschäftigt. Irritiert stand ich wie bestellt und nicht abgeholt vor dem Tisch. Sollte ich umdrehen und später wiederkommen? Erwartungsvoll schauten mich die beiden am Tisch Sitzenden an. Die junge Frau trug ein über dem Bauchnabel abgerissenes schwarzes Shirt und dazu eine dunkle Röhre. Ihr auf der rechten Seite abrasiertes Haar war ebenso schwarz wie ihr Oberteil und ihre Boots. In Ohren und Nase steckten bronzefarbene Ringe, die Lippen waren rot geschminkt, sonst trug sie kein Make-up.
Den Mann schätzte ich auf Ende zwanzig, er hatte einen Dreitagebart und kurzes schwarzes Haar. Ein dunkles Hemd, Jeans und elegante dunkelbraune Lederschuhe rundeten Look vom Rockstar ab.
Fürs Umdrehen war es zu spät, daher fragte ich schnell nach ihrer Bestellung.
„Einen Eistee bitte“, flüsterte die Frau.
Der Mann lächelte mich an. „Dazu ein Bier und eine Cola.“
Nickend notierte ich die Bestellung und zurück an der Theke füllte ich die Gläser.
Mit polternden Schritten kam Trixi auf mich zu. „Sag mir, dass es was zu tun gibt, ich brauche Ablenkung. Dringend!“, rief sie durch den gesamten Raum.
Mir stockte der Atem einen Moment. „Was ist passiert?“ Ihr sonst blondes Haar war dunkellila.
„Ben hat mich gestern verlassen. Ich brauchte deswegen eine Veränderung. Und jetzt sieh dir an, was dieser Friseur mir angetan hat. Sie sind lila, Kat! LILA!“ Den Tränen nahe sah sie mich an und ich nahm sie kurz in den Arm. Nachdem wir uns gelöst hatten, drückte ich ihr das halb volle Colaglas in die Hand.
„Hier. Die Bestellung von Tisch siebzehn.“ Angriff war die beste Verteidigung. Leider stahl sie mir damit meine Gäste und somit mein Amüsement. Lustlos wischte ich erneut über den Tresen und spähte zu Tisch siebzehn. Trixi saß bei den Gästen und unterhielt sich mit ihnen.
Die Gelegenheit nutzend, ging ich zu Sascha ins Büro, um meinen Urlaub mit ihm zu besprechen.
Enthusiastisch klopfte ich an die Tür, wartete einen Moment und trat ein. Mein Boss hob den Blick von den Papieren und betrachtete mich, als sähe er mich zum ersten Mal. In seiner Iris und den Pupillen konnte ich das Tier erkennen. Der Adler, der sich danach sehnte, die Lüfte erobern zu können. Es hieß, die Augen seien der Spiegel der Seele. Bei uns Wandlern trifft das besonders zu. Jeder unserer Art kann in den Augen des anderen das Tier in ihm ausmachen. So romantisch das klingt, manchmal ist es nervig. Wenn du einen Typen zum Beispiel anmachst und lieber die Löwin als der Stubentiger sein möchtest. Gleichzeitig verrät das Seelentier schon erste Charaktermerkmale der Person. Deswegen hielt ich mich meist von Hunden fern. Liegt mir wohl im Blut. Katzen sind eben keine Hundefreunde.
„Können wir über meinen Urlaub sprechen?“, holte ich Sascha aus seinen Gedanken. Er schüttelte seinen dunkelblonden Haarschopf und schaute erneut zu mir hoch.
Der kleine Raum strahlte eine unglaubliche Gemütlichkeit aus. Von Maike fehlte jede Spur. Ich beneidete die beiden, denn sie ergänzten sich nicht nur als Menschen perfekt, sondern auch als Tierwesen. Der Bartkauz konnte zusammen mit dem Adler den Himmel erobern und sprichwörtlich in den Sonnenuntergang fliegen.
„Ach ja, stimmt. Sobald wir mit dem Kram fertig sind, kann ich deine Schichten übernehmen. Du hast sowieso viele Urlaubstage übrig. Es ist gut, wenn du die langsam dezimierst. Wie lange willst du denn weg?“
Ich überlegte. „Wie lange kannst du mich entbehren?“
So musste ich keine Entscheidung treffen, Saschas Antwort würde mir vieles erleichtern.
„Drei Wochen? Oder vier?“
Ich liebte meinen Chef. „Drei klingt klasse. Ich danke dir! Wann kann ich starten?“, fragte ich aufgeregt und gleichzeitig nervös.
„Eine Woche, maximal. Länger will ich das Zeug sowieso nicht sehen. Wo soll’s denn hingehen?“
„Nach Hamburg, Maria besuchen. Mama meint, ich habe mich verändert in den letzten Monaten. Irgendwie hat sie recht, daher will ich den Kopf freibekommen.“
„Stimmt. Du singst nicht mehr und deine letzte Reise ist ewig her. Dabei konnte dich früher nichts hier halten. Hat es mit dem Tod deines Vaters zu tun?“
„Nein.“ Doch. Vielleicht. Okay, ganz sicher.
„Na gut. Nimm dir die Zeit, die du brauchst, Mädchen.“
Sascha stand auf und nahm mich in den Arm. Ich schmiegte mich an ihn und genoss die Wärme.
„Trixi könnte übrigens ebenfalls eine Umarmung vertragen“, sagte ich, nachdem wir uns voneinander gelöst hatten.
Angespannt musterte er mich. „Was ist passiert?“
„Ben hat Schluss gemacht“, gab ich ihm die Kurzfassung.
„Was? Wenn ich diesen Idioten finde, steche ich ihm die Augen aus.“ Sascha ging an mir vorbei und ich folgte ihm in den Schankraum. Dort nahm er Trixi mit sich und die beiden verschwanden wieder im Büro.
Die Bar hatte sich gefüllt und alle waren gut versorgt. Stille umfing mich und nur leise Stimmengewirr durchdrang sie. Seltsam. Hing der CD-Player? Sascha weigerte sich, ein moderneres Gerät anzuschaffen und auf einen Player umzusteigen, mit dem direkt vom Handy oder Laptop abgespielt werden konnte. Deswegen bückte ich mich unter die Theke und drückte den Einschaltknopf der Musikanlage. Es blieb still. Mist. Das Wechseln der CD half ebenfalls nicht und auch ein sanfter Schlag blieb ergebnislos.
Scheiße. Eine Bar ohne Musik verdiente kaum den Namen.
„Hallo?“, drang eine dunkle männliche Stimme zu mir herunter.
„Einen Moment, ich hab’s gleich.“
Ziemlich optimistisch. Angepisst schritt ich zum Äußersten und zog den blöden Stecker aus der Strombuchse. Das passiert, wenn du dich weigerst, das zu tun, was ich will, dachte ich und betete, dass endlich Musik erklingen würde.
„So gern ich Ihren hübschen Hintern anstarre, ich bin am Verdursten“, tönte der Kerl von oben.
Ich verdrehte die Augen und schloss den CD-Spieler erneut an den Strom an. Es klappte.
„Ha, Sieg!“, triumphierte ich über die Technik.
Als ich unter der Theke hervorkroch, sah den zweiten Mann der kleinen Gruppe von vorhin an der Bar lehnen, ich erkannte ihn sofort an seinen Klamotten. Er trug ein schwarzes Oberteil, eine dunkle Jeans, hatte dunkelbraune Haare und durchtrainierte Arme, die er auf der Theke aufstützte. Der aß sein Gemüse wohl auf.
„Was kann ich für Sie tun?“, fragte ich betont freundlich und musterte ihn. Sein Gesicht zierte ein Bartansatz, der sein kantiges Kinn umspielte. Sein Haar schimmerte braun im gleichen Ton seiner Iris … Ich schnappte nach Luft.
„Hey, Kitty, ich hatte gehofft, dass wir uns wiedersehen“, sagte er und strahlte mich an.
Der Kerl war dieses blöde Vieh, das mich heute Mittag verfolgt und am Schwanz gepackt hatte. Ich konnte Hunde nicht besonders gut leiden, hatte ich das erwähnt?
Charmant lächelte er mir entgegen. Wie gern hätte ich ihm das Grinsen aus dem Gesicht gekratzt.
„Kat“, sagte ich.
Verwirrt sah er mich an. „Wie bitte?“
„Ich heiße Kat, nicht Kitty.“


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Alexandra Fuchs ist in einem kleinen Dorf in der Nähe von Stuttgart aufgewachsen. Schon früh konnten sie Bücher in ihren Bann ziehen. Bald darauf fing sie an kleine Kurzgeschichten und Gedichte zu schreiben. Daraus wurden schließlich Geschichten, die ganze Bücher füllen konnten. Nachdem sie am Bodensee Literatur Kunst Medien studiert hat und dabei ihrer Kreativität freien Lauf lassen konnte, arbeitet sie nun bei einem Stuttgarter Verlag. Zusammen mit ihrem Hund genießt sie das Landleben und findet vor allem bei ausgiebigen Spaziergängen Inspiration für die unzähligen Geschichten, die ihr den Schlaf rauben.