Heiraten will gelernt sein

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Kapitel 1

»Und wir werden wirklich heiraten?«

Ich schmiegte mich an Max’ Brust. Max war mein Verlobter. Der Mann, mit dem ich von jetzt an mein Leben verbringen wollte.

»Na klar«, bestätigte er und angelte die Fernbedienung unter der Daunendecke hervor. Unserer Daunendecke. Ich war immer noch dabei, mich mit dem Gedanken vertraut zu machen. Kniff mich tagtäglich, um sicherzugehen, dass ich nicht träumte.

»Und ich werde Mrs. Wainwright?«

»Klar, falls du meinen Namen annehmen willst.«

»Falls?« Auf Max’ Stirn zeichnete sich eine angestrengte Falte ab, die ich eingehend betrachtete. Was wollte er mir damit sagen? »Bist du dir unsicher, was das angeht?« Max zuckte mit den Achseln, küsste mich und schaute auf den Fernseher. »Das bleibt ganz dir überlassen. Ich finde deinen Namen ja schön. Wäre eigentlich schade, ihn zu

ändern.«

Das musste ich ein Weilchen verdauen. Und einen Anflug von Misstrauen vertreiben. Ich neigte eigentlich nicht zur Paranoia. Aber das war einfach nicht mein Terrain. Die Liebe, meinte ich. Ich hatte geglaubt, mit der ganzen Sache nichts anfangen zu können, bis ich Max kennenlernte; bis dahin hielt ich Liebe für ein Anzeichen von Schwäche, für eine sentimentale Reaktion auf Liebesromane und Make-up-Werbung. Doch das hatte sich in letzter Zeit geändert; binnen weniger Monate hatte ich mich vom Workaholic und überzeugten Single zur liebestrunkenen Verlobten entwickelt. Was natürlich neue Umgangsformen erforderte – die ich erst noch lernen musste. Aber das würde ich schon schaffen.

»Ich werd’s mir mal überlegen«, sagte ich leichthin. Max nickte; ihm schien das Thema keine Sorgen zu bereiten. Mir schon. Diesmal wollte ich alles richtig machen, nicht wie letztes Mal, als ich zum Traualtar schritt. Diese Ehe sollte perfekt werden.

Nicht, dass ich schon mal verheiratet gewesen wäre. Nur … na ja … fast verheiratet.

Aber das ist eine ziemlich lange Geschichte. Die man nicht gerne auf Partys erzählt, es sei denn, man ist dazu gezwungen.

»Was wollen wir dieses Wochenende machen?«, fragte ich. »Lass uns doch heute Abend essen gehen. Dann erzähle ich dir von meinen Catering-Plänen für den Empfang. Und über die Gästeliste sollten wir uns auch Gedanken machen.«

»Heute Abend?« Max wandte sich mir zu. Er sah leicht besorgt aus. »Tut mir leid, aber das geht nicht.«

Ich schaute ihn anklagend an. »Und das sagst du mir erst jetzt?«

Er blickte unbehaglich drein. »Mir ist was dazwischengekommen. Gestern Abend hab ich einen Anruf gekriegt …«

»Ich wusste es!« Ich boxte ihn. »Du hast behauptet, das sei nichts Wichtiges gewesen. Aber ich hab doch bemerkt, dass du dich hinterher komisch benommen hast!« Das stimmte. Das Telefon hatte gegen zehn geklingelt,und er war rausgegangen, um abzunehmen. Das war ganz normal, aber als er wieder ins Zimmer gekommen war, hatte er irgendwie eigenartig gewirkt. Ausweichend und schuldbewusst. Nun wusste ich also, warum.

»Tut mir wirklich leid, Jess. So was kommt eben manchmal vor, das weißt du ja.«

»Klar.« Ich war enttäuscht, versuchte das aber zu verdrängen. Schließlich musste Max ja nicht ständig mit mir zusammen sein. Auch nicht am Samstagabend.

»Ist was Geschäftliches«, äußerte er mit einem Achselzucken. »Ich muss mit einem Kunden essen gehen.«

Ich nickte und hoffte, dabei möglichst verständnisvoll auszusehen. Es würde mir gelingen, verliebt und stark zugleich zu sein, sagte ich mir streng. Wenn ich mich genügend anstrengte, würde ich das auch schaffen, der Überzeugung meiner Oma zum Trotz. Meine Großmutter hatte nämlich nicht viel von der Liebe gehalten. Die Liebe war der Ruin meiner Mutter gewesen, das hatte Oma mir immer wieder erzählt. Falsche Hoffnungen, Unvernunft, Charakterschwäche und Verlust der Moral – das alles wurde durch die Liebe verursacht. Mam war bei einem Autounfall ums Leben gekommen, aber das hielt meine Großmutter nicht davon ab, Mams Schwäche für Lippenstift, ihre immer hochrutschenden Röcke und ihre Neigung zu großen, gut aussehenden, dunkelhaarigen Männern für ihren Tod verantwortlich zu machen. »Denk immer dran«, hatte Oma mir mindestens einmal die Woche mitgeteilt, »dass du es nur durch harte Arbeit und Unabhängigkeit zu etwas bringst im Leben. Betrachte die Liebe als deinen Feind, Jessica. Am Anfang merkst du es vielleicht gar nicht, aber im Lauf der Zeit wird die Liebe dir alles zerstören.« Bei alldem darf man vielleicht nicht vergessen, dass mein Großvater meine Oma genau zu dem Zeitpunkt verließ, als sie gezwungen war, mich bei sich aufzunehmen. Auch dafür machte sie meine Mutter verantwortlich. Und mich. Und die Männer im Großen und Ganzen. Ehrlich gesagt, war meine Kindheit nicht gerade ein Zuckerschlecken gewesen. »Na schön«, sagte ich. »Ich meine, kein Problem. Ich hatte nur … gedacht, dass wir mal früh ins Bett gehen könnten.«

»Ich dachte, du wolltest essen gehen?«

Max sah mich prüfend an, und ein kleines Lächeln spielte um seine Lippen.

»Ich wollte nur höflich sein«, sagte ich leicht verdrossen.

»Du könntest doch mit Helen ausgehen«, schlug Max vor.

»Ja, klar«, sagte ich. Er hatte natürlich recht. Aber ich wollte eben nicht mit Helen ausgehen, sondern mit ihm. In letzter Zeit war er so eingespannt gewesen – ständig war er aus dem Haus geschossen, um ins Büro zu fahren oder nach der Arbeit Kunden zu treffen. Ich hatte ihm x-mal angeboten, ihm zu helfen, aber er hatte jedes Mal abgelehnt und verkündet, ich solle mir keine Sorgen machen, alles sei bestens. Und das stimmte auch. »Ich wollte nur, na ja, eben den Abend mit dir verbringen.«

Max nickte. »Ich weiß. Tut mir echt leid. Ich würde auch nichts lieber tun, als den Abend mit dir zu verbringen. Es ist nur … du weißt schon. Ich bin jetzt Geschäftsführer. Ich muss eben meinen Job machen.«

»Natürlich«, erwiderte ich artig. Tatsächlich war Max wild entschlossen, in seiner neuen Position erfolgreich zu sein, und dafür musste er seine gesamte Zeit opfern. Im Grunde war ich damit einverstanden, nicht zuletzt weil ich in gewisser Weise schuld daran war, dass er in der Agentur aufgestiegen war. Und es war auch meine Schuld, dass er sich mit seinem besten Freund, Anthony, zerstritten hatte, der die Agentur vorher geleitet hatte. Max hatte mir immer gesagt, etwas Besseres hätte ihm gar nicht passieren können, aber dennoch … ich sollte ihn jedenfalls unterstützen.

»Aber ich könnte doch mitkommen?« Der Einfall kam mir spontan. Sein Kunde war ja auch mein Kunde. Ich war jetzt Etatdirektorin bei Milton Advertising – seit vier Monaten. Max hatte mich befördert, nachdem ihm jeder in der Agentur versichert hatte, man würde ihm keine Vetternwirtschaft unterstellen.

»Nein, es …« Max runzelte die Stirn. »Ist noch ein potenzieller Kunde. Nicht diese Art von … ich meine, ich sollte mit ihm alleine sein. Ich denke … das hat er sich so vorgestellt. Tut mir leid, Jess.«

»Ach so.« Ich biss mir auf die Lippe. »Nein, nein, macht ja nichts. Kein Problem, wirklich.« Ich blickte im Zimmer umher. Es war tatsächlich kein Problem. Bevor ich Max kennenlernte, hatte ich so viele Samstagabende ohne ihn verbracht – da sollte ich doch diesen einen problemlos verkraften. Ich könnte ein Buch lesen. Oder eines der Nachrichtenmagazine, die sich auf dem Küchentisch stapelten. Oder … Ich seufzte. Ich hatte auf nichts davon Lust. »Ich steh jetzt mal auf«, sagte ich mit leicht gekränktem Unterton. »Und mach uns Frühstück. Du kannst ja weiter Nachrichten schauen, wenn du willst.«

»Nun sei doch nicht so. Verzeih mir wegen heute Abend«, sagte Max. »Wie wär’s denn, wenn wir stattdessen frühstücken gingen? Dann kannst du mir die ganzen Sachen wegen der Hochzeit erzählen.«

»Frühstücken gehen?« Ich überlegte kurz, wog mei

nen Ärger gegen den Wunsch auf, so viel von Max’ knapp bemessener Zeit mit ihm zusammen zu verbringen wie möglich. »Na gut«, räumte ich ein. »Aber es muss ein ausgedehntes Frühstück sein. Und Zeitunglesen ist verboten. Abgemacht?«

»Abgemacht.« Max grinste. »Aber vorher musst du noch mal ins Bett kommen und dafür sorgen, dass ich überhaupt Hunger kriege.«

»Und wie soll ich das wohl anstellen?«, fragte ich, aber das Ende des Satzes klang schon sehr undeutlich, da Max mich unter die Decke zurückzog und meine Frage auf seine Art beantwortete.

»So«, sagte Max. Eine Stunde später saßen wir an einem Tischchen in einer kleinen Brasserie, tranken dampfend heißen Kaffee aus dem Becher und tunkten Croissants in Marmeladenteiche.

»So was?«, fragte ich. Da ich gerade in mein Croissant gebissen hatte, verteilte ich dabei Krümel auf dem ganzen Tisch.

»So, nun erzähl mir von der Hochzeit«, sagte Max und lehnte sich zurück. »Wolltest du nicht mit mir darüber sprechen?«

Ich schluckte den Bissen runter und zuckte mit den Achseln. »Ja, schon. Aber auch noch über andere Sachen. Es gibt ja nicht nur die Hochzeit zu besprechen.«

»Natürlich nicht«, erwiderte Max ernsthaft. »Was gibt’s denn noch?«

Ich dachte einen Moment nach. »Zum Beispiel den Launch von Projekt Handtasche. Ich habe …«

»Nee, über Arbeit darfst du auf keinen Fall reden. Wir haben Wochenende.«

»Stimmt, hast recht.« Ich nickte. Projekt Handtasche war mein großes Projekt bei der Agentur. Trotz des Namens hatte es nichts mit Taschen zu tun, sondern ausschließlich mit Geld. Chester Rydall, Vorstandsvorsitzender von Jarvis Private Banking, hatte einen Investmentfonds für erfolgreiche, wohlhabende Frauen gegründet. Und ich hatte den Auftrag für die Konzeption der Werbekampagne an Land gezogen, indem ich behauptete, man müsse Investmentbanking für Frauen so spannend und einfach erscheinen lassen wie den Kauf einer neuen Handtasche. Darauf war Rydall erstaunlicherweise total abgefahren. »Na gut, dann …«

»Dann was?« In Max’ Augen glomm ein schelmischer Funke. »Willst du stattdessen die Lage am Gaza-Streifen erörtern? Oder mit welchen steuerlichen Maßnahmen man die Inflation bremsen kann?«

»Ja, genau«, antwortete ich bockig. »Genau das wollte ich mit dir besprechen.«

»Gut«, äußerte Max und lehnte sich zufrieden grinsend zurück.

»Finde ich auch«, sagte ich.

»Na, dann mal los.«

Ich machte den Mund auf, bereit, alles auszuspucken, was ich über amerikanische Politik und Wirtschaft wusste. Dann klappte ich den Mund wieder zu. Ich hätte niemals von mir geglaubt, dass ich eine dieser Frauen sei, denen die politische Weltlage weniger wichtig sein könnte als die Beschäftigung mit der kniffligen Frage, was man den Hochzeitsgästen als Gastgeschenk mit auf den Weg geben könnte. Aber so sah es aus, denn ich konnte an nichts anderes denken als an den schönen Raum, den ich für die Feier gefunden hatte, und den zauberhaften klei

nen Ort in Südfrankreich, wo ich gerne die Flitterwochen verbringen wollte.

»Oder könnte ich vielleicht doch über die Hochzeit reden?«, erkundigte ich mich kleinlaut.

Max lachte. »Tu das doch bitte, Jess. Es interessiert mich wirklich.«

Ich warf ihm einen kurzen Blick zu. Zurzeit neckte Max mich ständig, was ulkig war, denn er galt allgemein als ziemlich humorlos. Es machte mir allerdings zu schaffen, dass ich manchmal nicht sicher war, ob er mich auch tatsächlich ernst nahm. »Wenn du lachst, erzähle ich aber gar nichts.«

»Das würd ich doch niemals tun«, versicherte er mir.

»Ich werd ganz ernst bleiben. Es handelt sich schließlich um eine ernste Angelegenheit. Ernster als die Erderwärmung und die Weltwirtschaftskrise und sogar ernster als Projekt Handtasche.«

»Projekt Handtasche?«, wiederholte ich, zog eine Augenbraue hoch und gestattete mir ein kleines Lächeln.

»Ach, jetzt bist du aber wirklich albern. Nichts kann wichtiger sein als das.«

Max grinste. »Das hör ich doch gern. Einen Moment lang hab ich mir ernsthaft Sorgen gemacht, dass du von Aliens entführt wurdest und man mir nur einen Klon hinterlassen hat.«

»Nun, ich bin aber kein Klon, sondern ich selbst«, erwiderte ich pikiert. »Und die Tatsache, dass du mich heute Abend wegen irgendeines langweiligen Kunden versetzt, wirft für mich die Frage auf, ob ich dich tatsächlich heiraten möchte. Aber mal angenommen, ich ziehe das durch, soll ich dich dann jetzt auf den neuesten Stand bringen, oder willst du weiterhin doofe Witzeleien von dir geben?«

»Keine Witzeleien mehr«, gelobte Max. »Obwohl ich nicht verstehen kann, was du gegen die einzuwenden hast. Witzeleien sind das Fundament jeder gesunden Beziehung.«

»Mag ja sein, aber das Fundament für eine Ehe kann nicht nur aus Scherzchen bestehen. Also, ich dachte an Lachs als Hauptgang.«

»Und wie dachtest du dir den Lachs?«

Ich musste wider Willen lächeln. »Mit Spargel«, antwortete ich und verdrehte die Augen. »Zum Dessert dann vielleicht Apfel-Pie. Keine Vorspeise – und nach der Trauung reichen wir zum Champagner nur Canapés.«

»Klingt prima«, äußerte Max beifällig.

»Im Ernst?«

Er nickte. »Das wird wunderbar, Jess, ganz bestimmt. Ich kann’s kaum erwarten.« Er schaute mich so liebevoll an, dass ich rot wurde.

Ich nickte. »Ja, ich find’s auch toll.«

»Gut.« Er beugte sich zu mir und drückte mir die Hand.

»Also, und was passiert dann nach dem Apfel-Pie?«

Ich grinste. »Nicht so wichtig. Erzähl ich dir ein andermal.«

»Nein, ich möchte es aber jetzt wissen«, erwiderte er.

»Ich möchte über die Hochzeitstorte reden, über den ersten Tanz, dein Kleid, meinen Anzug, die Kleider der Brautjungfern, die Farbe der Servietten …«

»Ich darf dir nicht verraten, was ich anziehe«, sagte ich lächelnd. »Aber na gut, wenn du’s unbedingt wissen willst.«

»Will ich. Ehrlich.« Er nahm wieder meine Hand, und zum tausendsten Mal in diesen drei Monaten, seit Max mir einen Heiratsantrag gemacht hatte, dachte ich, dass ich doch wirklich die glücklichste Frau unter der Sonne war. Ich hatte so ein wahnsinniges Glück. Andere Leute wussten nicht, wie schelmisch und witzig und treu Max war. Aber ich wusste es. Und er gehörte mir. Mein Herz schlug jedes Mal höher, wenn ich daran dachte.

»Also gut«, sagte ich und rief mich zur Ordnung. »Wir haben eine Schokoladentorte, ohne Obst, und für den ersten Tanz …«

»Ja?«

»Dachte ich … na ja …«

»Was denn?« Max blickte mich neugierig an und trank einen Schluck Kaffee.

»Ich dachte mir, wir könnten den Tanz aus Dirty Dancing aufführen. Du weißt schon, diese Nummer, die sie zu I’ve Had the Time of My Life gemacht haben.«

»Was?« Max verschluckte sich vor Schreck und spuckte Kaffee auf den Tisch.

»Du willst nicht?« Ich riss enttäuscht die Augen auf und schob leicht die Unterlippe vor.

»Ob ich nicht will? Nein, ich meine, schau, das ist wirklich nicht mein … o mein Gott, ist das dein Ernst?«

Ich schaute ihn unsicher an, schluckte und fing dann an zu kichern. »Nein, mein Schatz. Aber wie du schon sagtest: Witzeleien sind das Fundament einer guten Beziehung, oder etwa nicht?«

»Witzelei? Oh, Gott sei Dank«, schnaufte Max, wischte sich die Stirn und sah mich ungläubig an. »Du bist fies«, sagte er. »Ich hätte einen Herzinfarkt kriegen können.«

»Ich denke, du könntest einen ziemlich guten Patrick Swayze abgeben, wenn du dich ordentlich ins Zeug legen würdest«, erwiderte ich grinsend.

»Du bist eine gefährliche Frau, Jessica Wild. Gefährlich und raffiniert und …«

Sein Handy klingelte.

»Und was?« Ich kicherte. »Gefährlich und raffiniert und was?«

»Und …« Er blinzelte. »Merk dir, wo wir waren«, sagte er, bevor er den Anruf annahm. »Hallo? Hier ist Max.« Er runzelte leicht die Stirn und warf mir einen schnellen Blick zu. Dann lächelte er entschuldigend, stand auf und entfernte sich vom Tisch. »Nein«, hörte ich ihn noch sagen, bevor er nach draußen ging, »nein, so ist es nicht. Ich bin nur …«

Und was noch?, fragte ich mich, während ich meinen Kaffee umrührte. Gefährlich, raffiniert und nervig? Gefährlich, raffiniert und krankhaft besessen von Hochzeitsvorbereitungen? Ich schaute aus dem Fenster. Draußen stand ein glamourös wirkendes Paar. Mit ihren glänzenden, blonden Haaren, blendend weißen Zähnen und dem perfekten Outfit sahen die beiden aus, als seien sie just einem Hochglanzmagazin entsprungen. Irgendwie erinnerten sie mich an Anthony … beim Stichwort ›Anthony‹ fiel mir wieder ein, wie verblüfft ich gewesen war, dass Anthony sich offenbar in mich verliebt hatte, und wie unwohl ich mich immer mit ihm und seinen Freunden gefühlt hatte. Damals hatte ich geglaubt, dass Beziehungen eine Art Tauschgeschäft waren und dass man nur mit makellosen Zähnen und schönen Haaren einen gut aussehenden, reichen Freund finden würde. Inzwischen war ich schlauer. Max liebte mich nicht wegen meiner guten Zähne, sondern weil ich ich selbst war. Und ich liebte ihn auch, mehr, als ich sagen konnte; es fühlte sich an wie ein Glühen, das in meinem Bauch anfing und dann meinen ganzen Körper in Licht tauchte. Es hielt mich warm, dieses Gefühl. Und brachte mich selbst in den unpassendsten Momenten zum Lächeln.

Und dabei hätte ich Max um ein Haar verloren. Oder vielmehr gar nicht erst gefunden: Vor sechs Monaten erbte ich nämlich ein bisschen Geld. Ziemlich viel Geld sogar, aber das Erbe war an Bedingungen geknüpft. Meine Freundin Grace, eine alte Dame, die im selben Altersheim untergebracht war wie meine Großmutter, hatte es mir vererbt, und obendrein noch ein entzückendes Häuschen auf dem Land. Bevor sie starb, hatte Grace es sich allerdings in den Kopf gesetzt, dass ich heiraten sollte. Sie ließ mir keine Ruhe mehr damit. Und zu guter Letzt hatte ich einen Freund erfunden, nur damit sie endlich zufrieden war. Ich hätte mir vorher vielleicht überlegen sollen, dass sie dann über nichts anderes mehr reden würde; als mir die Idee kam, hielt ich sie für die einfachste Lösung. Das Gegenteil war der Fall. Ich musste mir Rendezvous, Wochenendtrips und Liebesgeflüster mit diesem imaginären Mann ausdenken – eine ganze Beziehung also. Und am Ende war ich mit dem Kerl auch noch verlobt – und schließlich verheiratet. Ich wusste, das hörte sich verrückt an. War es auch. Aber in den wenigen Stunden pro Woche, die ich mit Grace verbrachte, war sie völlig glücklich. Ich hatte bei meinen Flunkereien natürlich niemals darauf spekuliert, dass sie mir ein kleines Vermögen hinterlassen würde, wenn sie starb. Und ganz gewiss hatte ich mir nicht gedacht, dass sie es Jessica Milton hinterlassen würde. Mrs. Jessica Milton. Ach so, ich sollte vielleicht noch erwähnen, dass ich Grace erzählt hatte, ich sei mit meinem Chef liiert, Anthony Milton. Max’ bestem Freund. Anthony hatte sich gleich nach der Hochzeit verabschiedet. Der Hochzeit, die nicht stattfand. Es war nämlich so: Um an das Geld zu kommen, hatten Helen und ich das Projekt Hochzeit gestartet, eine Kampagne, mit der Anthony dazu gebracht werden sollte, sich Hals über Kopf in mich zu verlieben. Als ich merkte, dass ich mich in Max verliebt hatte, konnte ich es jedoch nicht mehr in die Tat umsetzen.

Das perfekte Paar draußen schien sich nicht einig zu werden über das Speiseangebot der Brasserie und schlenderte schließlich weiter.

»Und wunderschön«, raunte Max mir ins Ohr; ich zuckte zusammen, weil ich nicht gemerkt hatte, dass er zurückgekommen war.

»Was?«, fragte ich verwirrt. »Was ist wunderschön?«

»Das gehört noch zu dem ›und‹«, antwortete er und küsste mich auf den Kopf.

»Wunderschön?« Ich schüttelte ungläubig den Kopf.

»Sei nicht albern.«

»Bin ich nicht«, sagte er und schaute mir tief in die Augen, was mich wiederum zum Rotwerden veranlasste.

»Was war los?«, fragte ich, um das Thema zu wechseln; Komplimente anzunehmen, fiel mir gar nicht leicht.

Er verdrehte die Augen und schenkte uns Kaffee nach.

»Ach, nichts. Nur ein … etwas schwieriger Kunde. Ich fürchte, ich muss in einer halben Stunde los. Aber ich denke, bis dahin sollten wir uns noch ein paar von diesen kleinen Kuchen zu Gemüte führen. Was meinst du?«

»Du musst wirklich schon so bald los?«, fragte ich, und mein Gesicht fühlte sich plötzlich starr an. »Aber heute Abend hast du doch auch keine Zeit.«

Max schaute mich verlegen an. »Ich weiß. Ich versprech dir, dass ich es wiedergutmache, ja?«

»Nicht nötig«, erwiderte ich und zwang mich zu einem Lächeln. Max konnte ja nichts dafür. Er hatte nun mal diesen schwierigen Kunden. Nur weil ich jetzt kein Workaholic mehr war und am liebsten meine gesamte Zeit mit Max verbracht hätte, musste er ja schließlich nicht dasselbe empfinden. Ich meinte, natürlich empfand er das auch so, aber … aber … es war nicht so wichtig, meinte ich. Wir liebten uns, und das war das Einzige, was zählte.

»Es ist wirklich nicht schlimm. Kuchen, ja? Also, holen wir uns welchen.«

 

Kapitel 2

»Du hast drei von diesen Kuchen gegessen? Und was ist mit deiner Hochzeitsdiät?«

Ich blickte Helen stirnrunzelnd an und verdrehte dann die Augen. Es war Samstagabend, und ich war fest entschlossen, einen netten Abend mit meiner besten Freundin zu verbringen und ausnahmsweise mal nicht an Max zu denken. Nicht zu viel jedenfalls. Nur genau so viel wie eine starke, unabhängige Frau an ihn denken würde, die zufällig auch noch bis über beide Ohren in ihn verliebt war. Das Stirnrunzeln vertiefte sich, als mir der Gedanke kam, dass womöglich auch noch eine andere starke, unabhängige Frau in Max verliebt sein könnte, doch ich rief mich zur Ordnung. »Ich mache keine Hochzeitsdiät«, stellte ich klar. »Ich bin zufrieden mit mir.«

»Im Ernst?« Helen rümpfte die Nase. »Aber niemand, der eine Hochzeit plant, ist zufrieden mit sich. Es geht doch schließlich darum, sich zu verändern, oder etwa nicht?«

»Helen!« Ich schüttelte genervt den Kopf. Seit ich Helen während des Projekts Hochzeit gestattet hatte, mich in einen Bleistiftrock und hochhackige Pumps zu zwängen und mir bei ihrem Friseur goldblonde Strähnchen machen zu lassen, um Anthony Milton den Kopf zu verdrehen, war sie nun der Überzeugung, dass dieser neue Look »mein wahres Selbst« darstelle und es Schlamperei sei,mich »gehen zu lassen« (was hieß, dass ich so aussah wie vorher). »Ich brauch diesen Kokolores nicht. Max liebt mich so, wie ich bin. Er mag es nicht, wenn ich mit aufgestylten Haaren und Stilettos daherkomme. Max ist nicht Anthony, wieso begreifst du das nicht?«

»Weiß ich ja«, erwiderte Helen verdrossen. »Aber es geht schließlich um deine Hochzeit. Du solltest dir schon ein bisschen Mühe geben.«

»Ich gebe mir Mühe«, versetzte ich unerbittlich. »Mit dem Raum. Den Blumen. Dem Essen.«

»Ja, aber was soll mit deinen Haaren werden? Du musst zu Pedro gehen. Bitte. Er wäre am Boden zerstört, wenn er nicht irgendwas damit machen darf.«

»Pedro?« Ich blickte sie unsicher an. Das letzte Mal war ich zu Beginn des Projekts Hochzeit bei Pedro gewesen, und zwar nicht freiwillig, sondern weil Helen mich dorthin geschleppt hatte. Dann hatte sie Pedro aufgetragen, sein Bestes zu geben, worauf er mich in jemanden verwandelt hatte, den ich nicht wiedererkannte. Die betreffende Person war hübsch gewesen, aber es hatte mich dennoch verstört, jedes Mal eine Fremde zu sehen, wenn ich in den Spiegel schaute.

»Du musst ja nicht mal färben lassen«, versuchte Helen, mir die Sache schmackhaft zu machen. »Er kann sie auch nur hochstecken. Und ein bisschen schneiden …«

Sie griff nach meinen Haaren und betrachtete missbilligend die Spitzen.

Ich rückte ein Stück von ihr ab. Ich hatte nichts einzuwenden gegen glänzende, gepflegte Haare. Nicht wirklich. Ich war nur nicht bereit, die notwendigen Schritte dafür zu unternehmen, weil ich mir dabei eitel und oberflächlich vorkam. Aber der Hauptgrund war eigentlich, dass mich gestylte Haare an die junge Frau erinnerten, die Anthony Miltons Verlobte gewesen war. Diese Frau, die ich nun gar nicht mehr verstehen konnte. Die gelogen und betrogen und um ein Haar den Mann verloren hatte, den sie liebte. Jetzt, da ich Max an meiner Seite hatte, wollte ich kein Risiko mehr eingehen. Obwohl er sich bestimmt nicht gleich von mir trennen würde, wenn ich mir die Haare ein bisschen schneiden ließ. Gegen simples Gepflegtsein war schließlich nichts einzuwenden.

»Na gut«, gab ich nach. »Er kann zwei bis drei Zentimeter wegnehmen. Aber nicht mehr.«

Das schien Helen glücklich zu machen. »Und, was wollen wir heute Abend so treiben?«, fragte sie. »Um die Häuser ziehen? Tanzen bis in die Morgenstunden? Oder uns Wiederholungen von CSI anschauen?«

Sie grinste, weil ich bei Letzterem leuchtende Augen bekam. »Wir können auch ausgehen«, sagte ich etwas zögerlich.

»Ist schon gut«, sagte Helen seufzend und legte mir den Arm um die Schultern. »Zuhausebleiben ist bestimmt die neue Form des Ausgehens.«

»Meinst du?«, fragte ich interessiert.

Helen schüttelte fassungslos den Kopf. »Nee, Jess. Ausgehen ist die neue Form des Ausgehens. Aber ich habe mich allmählich mit der Tatsache abgefunden, dass aus dir kein Partygirl mehr wird – egal, was ich anstelle. Und du bist meine Freundin. Wenn du also lieber zu Hause bleiben und dir anschauen willst, wie Leute abgemurkst werden, dann geht das schon in Ordnung.«

Ich musste lachen, obwohl ich gerade empört blicken wollte. »Wie wär’s, wenn wir was zu essen bestellen? Ich lad dich ein«, schlug ich vor.

»Ist schon okay, ich kann uns was kochen«, erwiderte Helen und rümpfte dann die Nase. »Was rede ich denn da? Ich vergesse immer wieder, dass du jetzt ja reich bist. Genau, lass uns doch ein Curry bestellen. Ich hab irgendwo noch Speisekarten. Und lass uns Champagner trinken.«

»Champagner zum Curry? Meinst du wirklich?«, fragte ich grinsend. Ich vergaß selber ständig, dass ich reich war. Um ehrlich zu sein, dachte ich gar nicht oft daran. Ich hegte schließlich nicht die Absicht, meine Arbeit an den Nagel zu hängen oder mir lachhaft teure Schuhe zuzulegen, was laut Helen unbedingt notwendig war. Es war eher so, dass ich die Tatsache geflissentlich zu ignorieren versuchte, dass Grace mir so viel Geld vererbt hatte. Ich wusste nämlich auch gar nicht recht, was ich damit anfangen sollte. Deshalb hatte ich Grace’ Anwalt beauftragt, den größten Teil davon für mich anzulegen. Der Rest war auf meinem Konto geparkt und wartete darauf, dass mir ein sinnvoller Verwendungszweck einfallen würde. Dasselbe galt übrigens für Grace’ Haus.

Helen nickte entschieden. »Wir feiern«, sagte sie. »Und dabei trinkt man nun mal Champagner. Ich weiß auch genau, wo wir welchen kriegen. Ist nur zwanzig Minuten weg von hier.«

»Zwanzig Minuten? Hier um die Ecke ist doch ein Spirituosenladen«, wandte ich ein.

»Schon, aber der Laden, den ich meine, ist viel besser«, erwiderte Helen bestimmt.

Sie schaute mich dabei nicht an, und ich zog zweifelnd eine Augenbraue hoch. »Was meinst du mit ›viel besser‹? Verschweigst du mir irgendwas, Helen?«

»Nein!«, protestierte Helen mit Unschuldsmiene.

»Ganz und gar nicht. Ich, na ja, ich denke bloß, wenn wir schon Champagner trinken, sollten wir uns was richtig Gutes gönnen. Findest du nicht auch?«

Ich zuckte mit den Achseln. Es war schwer, gegen Helen anzukommen, wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hatte. »Klar, warum nicht.«

»Super!« Helen grinste.

Wir zogen also unsere Mäntel an, tappten die Treppe runter und latschten durch diverse kleine Straßen zur Hauptstraße.

»Ich hoffe jedenfalls, dass du diesen Champagner magst, weil ich nämlich denke, du solltest den für die Hochzeit ordern«, verkündete Helen und hakte sich bei mir ein. »Es ist roséfarbener Champagner und viel besser als der gewöhnliche. Ich meine, weißer Champagner ist inzwischen … ein bisschen aus der Mode, meinst du nicht auch?«

»Ach ja?«, sagte ich zweifelnd.

»Unbedingt. Roséchampagner dagegen … kannst du dich erinnern, wann du zum letzten Mal welchen getrunken hast?«

Ich schüttelte den Kopf. Ich konnte mich, ehrlich gesagt, nicht einmal erinnern, ob ich überhaupt jemals welchen getrunken hatte. »Findest du das nicht ein bisschen sehr … mädchenhaft?«, fragte ich.

»Kein Stück.«

Ich verzog das Gesicht. »Ich weiß nicht so recht.«

»Vertrau mir«, sagte Helen entschieden. »Roséchampagner ist die richtige Wahl.« Wir blieben vor einem Weinladen stehen; sie öffnete die Tür, und wir gingen rein. Hinter dem Ladentisch stand ein Mann, der Helen erfreut angrinste. Sie warf ihm jedoch einen warnen

den Blick zu und zog mich zum Champagnerregal. »Hier, schau mal.« Sie nahm eine Flasche Roséchampagner heraus. »Sieht der nicht toll aus?«

Ich betrachtete die Flasche, deren Etikett mit aufgeprägten Blumen verziert war. Vermutlich war das jetzt kein günstiger Zeitpunkt, um Helen mitzuteilen, dass unsere Caterer die Getränke mitlieferten – auch den Champagner. Aber etwas sagte mir, dass es hier noch um etwas anderes als Alkoholika ging. Außerdem war ich Helen etwas schuldig. Angesichts eines rosafarbenen Schaumgetränks Begeisterung zu heucheln, war das Mindeste, was ich für sie tun konnte. »Doch, wirklich«, pflichtete ich ihr bei. »Aber wie schmeckt er?«

Der Knabe vom Ladentisch kam herüber und verharrte hinter uns. »Hallo«, sagte er.

»Hallo«, erwiderte Helen mit herzlichem Lächeln.

»Wir wollten nur … das ist Jess. Meine Freundin. Von der ich dir erzählt habe. Die den Champagner kaufen will.«

»Ach so?« Ich hatte ganz vergessen, wie diktatorisch Helen sein konnte, wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hatte. »Hör mal«, sagte ich. »Ich sollte das wohl vorher mit Max abklären. Ich muss mich doch nicht jetzt sofort entscheiden, oder?«

Helen verschränkte die Arme vor der Brust. »Nein, natürlich nicht.« Sie überlegte kurz. »Ruf ihn doch einfach kurz an.«

»Jetzt?« Ich runzelte die Stirn. »Nein, er hat zu tun. Er hat gleich ein Geschäftsessen mit einem Kunden. Ich frag ihn morgen. Es ist doch nicht eilig, oder?«

Helen wirkte leicht unbehaglich, und ich verengte misstrauisch die Augen. »Was wird hier eigentlich gespielt, Helen?«, fragte ich. »Spuck’s endlich aus.«

Sie starrte mich einen Moment an, dann kicherte sie.

»Also gut«, sagte sie schließlich. »Sam hier …« Sie wies auf den Knaben, der mich belämmert angrinste. »Er und ich … na, jedenfalls gibt es gerade eine Verkaufsaktion für den Roséchampagner. Wenn Sam vierundzwanzig Flaschen verkauft, bekommt er als Belohnung ein langes Wochenende in der Champagne in Frankreich. Für zwei.«

Ich sah sie fassungslos an. »Und du bist der zweite Teil?«

Sie lächelte verlegen. »Der Champagner schmeckt echt lecker«, sagte sie. »Ideal für Hochzeiten.«

Ich schüttelte ungläubig den Kopf, dann kramte ich mein Handy aus meiner Tasche. »Ich frag Max«, sagte ich. »Aber wenn er nicht will, werd ich nicht weiter mit dir diskutieren, ist das klar?«

»Ist klar.« Helen nickte dankbar.

Ich öffnete mein Telefonbuch und starrte dann irritiert auf die Namen. Wer war eigentlich Henry? Und wieso hatte ich hier Stuart Wolfs Nummer abgespeichert? Das war der Finanzdirektor von Milton Advertising, mit dem ich so gut wie nie ein Wort gewechselt hatte. Ich kniff die Augen zusammen. Irgendwas stimmte nicht mit meinem Handy. Es sah sogar anders aus. Dann wurde mir klar, was passiert war.

»Mist. Ich hab das falsche Handy eingesteckt.«

»Falsches Handy?«, fragte Helen. »Wie meinst du das?«

»Das hier ist das Handy von Max.«

»Und jetzt kannst du ihn nicht anrufen?« Helen sah völlig erschüttert aus.

»Ich kann versuchen, ihn auf meinem Handy anzurufen«, sagte ich schnell. Ihre Leichenbittermiene konnte ich nicht ertragen. Wenn Helen sich ins Zeug legte, kriegte sie bei mir eben immer, was sie wollte.

Sie nickte eifrig, aber bevor ich meine Nummer eingeben konnte, klingelte das Handy. Da ich annahm, dass es sich um Max handelte, meldete ich mich, ohne vorher aufs Display geschaut zu haben.

»Hallo?«

Schweigen am anderen Ende. Dann: »Hallo. Könnte ich bitte Max sprechen?«

Eine Frauenstimme. »Oh«, sagte ich enttäuscht. »Ich fürchte, das geht nicht. Er ist nämlich nicht hier. Ich meine, nicht bei mir. Kann ich … ihm was ausrichten?«

»Ausrichten?«, sagte die Frau. »Ich weiß nicht. Mit wem spreche ich denn bitte?«

Sie hörte sich ziemlich merkwürdig an.

»Mit Jessica Wild«, antwortete ich. »Ich bin Max’ Verlobte.«

»Seine Verlobte? Oh je. Ach du meine Güte. Sie sind seine Verlobte?« Die Frau wirkte ziemlich schockiert, und ich merkte, wie mir plötzlich heiß wurde.

»Ja«, sagte ich. »Seine Verlobte. Und wer sind Sie, bitte?«

»Ich? Oh. Oh.« Dann herrschte Schweigen, und die Verbindung wurde unterbrochen. Panisch blickte ich auf das Display. Die Nummer war unterdrückt worden. Nicht anders zu erwarten.

»Was ist?«, fragte Helen und trat zu mir. »Du siehst schrecklich aus. Wer war denn dran?«

Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Und erst recht nicht, was ich denken sollte. »Wer dran war?«, fragte ich konfus. »Ähem, niemand eigentlich. Nur jemand … für Max.«

»Du hast also noch gar nicht mit ihm gesprochen?« Ich schüttelte den Kopf. Mir war heiß und leicht übel, als hätte ich etwas Unbekömmliches gegessen. »Mach ich jetzt. Ihn anrufen, meine ich.« Ich drehte mich weg und sagte mir, dass ich mich jetzt auf keinen Fall aufregen durfte. Es ging doch um Max. Den lieben, guten, ehrlichen Max. Diese Frau war vermutlich irgendeine irre alte Schachtel, die in ihn verknallt war. Kein Grund jedenfalls, sich Sorgen zu machen. Ich ging das Telefonbuch durch und suchte nach meinem Namen. Er stand nicht drin. Erschüttert starrte ich auf das Display. Er hatte die Nummer von Stuart Wolf abgespeichert, aber meine nicht? Er hatte die Nummer von Gillie, unserer Rezeptionistin, abgespeichert, aber meine nicht? Erbost schaute ich die ganze Liste durch und schüttelte jedes Mal den Kopf, wenn ein Name auftauchte. Dann hörte ich damit auf. Weil ich meine Nummer gefunden hatte. Schatz. Er hatte sie unter »Schatz« abgespeichert.

Wenige Sekunden später hatte ich Max dran.

»Max!« Ich war so erleichtert, seine Stimme zu hören.

»Alles okay mit dir?«

»Ja! Ja, absolut«, sagte ich und fühlte mich sofort besser. Auf einen Schlag vergaß ich die ganzen blöden Zweifel und Sorgen, die mir bis eben im Kopf herumgeschwirrt waren. »Aber ich hab aus Versehen dein Handy eingesteckt.«

»Ach so, jetzt verstehe ich.«

»Was?«

»Ich hab die Wiederholungstaste gedrückt und hatte einen sehr eigenartigen Mann dran, der mit mir über Blumen reden wollte.«

»Ach, das war Giles«, sagte ich kichernd. Giles war mein Florist und mein neuer schwuler Lieblingsfreund. Blumenarrangements hatten für ihn dieselbe Bedeutung wie für Politiker die nächste Wahl. »Tut mir leid.«

»Kein Problem. Und, amüsierst du dich mit Helen?«

»Wir kaufen gerade Roséchampagner«, antwortete ich.

»Sie meint, den sollten wir für die Hochzeit nehmen.«

»Rosé? Wirklich?«, fragte Max zweifelnd.

Ich lächelte und spürte, wie mich dieses wunderbare, warme Leuchten durchströmte, wie immer, wenn ich mit Max redete. »Sie meint, normaler Champagner sei mittlerweile nicht mehr angesagt.«

Max lachte. »So einfach wird eine ganze Region von der Landkarte gestrichen. Na großartig. Also, dann … Und Roséchampagner klingt doch prima. Glaube ich jedenfalls.«

»Super. Dann bestelle ich den. Wir sehen uns dann später, oder?«

»Ich kann’s kaum erwarten. Ach, und, Jess?«

»Ja?«

»Es ist nicht so extrem wichtig, aber es wäre vielleicht ganz sinnvoll, wenn du mein Handy ausschalten würdest.«

»Ausschalten?«

»Ja. Ich meine… ich kriege eine Menge geschäftliche Anrufe. Ist vielleicht einfacher, wenn die Leute mir gleich eine Nachricht hinterlassen. Sonst musst du dir haufenweise langweilige Nachrichten merken.«

»Ach so«, sagte ich unsicher. »Okay, mach ich.«

Ein kurzes Schweigen entstand. »Bis jetzt hat noch niemand angerufen, oder?«

»Nein!«, antwortete ich, fragte mich aber, weshalb ich ihn anlog. »Nein, niemand.«

»Gut. Dann bis später.«

»Bis später.«

»Und?«, fragte Helen, die auf mich zugeschossen kam.

»Und was?«, fauchte ich.

»Der Champagner«, sagte Helen leicht gekränkt. »Der Roséchampagner, was ist damit?«

»Ach so, ja«, sagte ich und rief mich zur Ordnung. Das warme Leuchten. Denk an das warme Leuchten in deinem Inneren. »Er meint, das wäre in Ordnung.«

Helen klatschte in die Hände. »Oh, prima. Sam, Jess kauft den Champagner!«

Sie zog Sam, der mir ein schiefes Grinsen zuwarf, hinter dem Ladentisch hervor. »Sie werden’s nicht bereuen«, sagte er. »Das Zeug ist wirklich klasse. Ich nenne es Glückschampagner. Wenn man den trinkt, macht das einfach nur glücklich. Wie viele Flaschen möchten Sie denn?«

»Eigentlich würde ich ihn schon gerne vorher mal probieren, wenn das geht.« Ich fühlte mich sehr eigenartig, als sei ich in eine andere Dimension der Realität geraten, in der alles so war wie immer… und doch auch wieder nicht. Denn in dieser Dimension bekam Max sonderbare Anrufe und hielt mich dazu an, sein Handy auszuschalten, obwohl er sonst geradezu versessen auf jeden einzelnen Anruf war.

»Probieren? Aber natürlich«, sagte Sam liebenswürdig. Er öffnete eine Flasche, und der Korken gab ein wohltönendes leises Ploppen von sich, anstatt zur Decke hochzuschießen. »Bitte.«

Er reichte mir ein Plastikglas, und ich trank einen Schluck. »Ist wirklich gut«, äußerte ich. Was auch stimmte. Den Rest goss ich mir ziemlich zügig hinter die Binde.

»Und? Jetzt sind Sie bestimmt schon ganz glücklich, wie?«, fragte Sam, der selbst einen Schluck getrunken hatte und bereits breit grinste.

»Wäre möglich«, antwortete ich. Das warme Leuchten kam wieder. Nicht ganz dasselbe wie vorher, aber jedenfalls ein warmes Leuchten. »Könnte ich noch einen Schluck haben?«

»Ich hätte auch gern ein Glas«, warf Helen ein.

Sam schenkte uns beiden ein. Helen trank einen Schluck und nickte. »Siehst du? Ich wusste, dass der gut ist. Schmeckt doch wunderbar, oder?«

»Äußerst wunderbar«, pflichtete ich ihr bei, denn der Champagner sorgte dafür, dass mein Kopf sich leichter anfühlte und die Frau am Telefon mir auf einmal ziemlich irreal vorkam. Außerdem sah Helen jetzt glücklich aus, und das steigerte mein Wohlbefinden. Es spielte auch wirklich keine Rolle, dass wir gar keinen Champagner brauchten für die Hochzeitsfeier. Ich könnte die Kisten ja in unserer Wohnung aufbewahren. Dann konnten Max und ich uns jeden Abend, wenn wir von der Arbeit heimkamen, ein Glas Roséchampagner als Aperitif genehmigen. »Ich schätze mal, ich nehme die vierundzwanzig Flaschen.«

»Sie sind ein Schatz.« Sam blinzelte. »Für Ihre Hochzeitsfeier, nicht wahr? Das ist ein guter Griff. Eine Hochzeit ist eine ganz große Sache. Man muss ja wissen, dass man die richtige Entscheidung getroffen hat, nicht wahr?« Ich sah ihn an und dachte an Max, an den lieben Max, der mich nie belogen und der noch nie etwas getan hatte, was mich verletzt hätte. Dann nickte ich. »Ich weiß«, sagte ich lächelnd. »Ich habe die richtige Entscheidung

getroffen. Auf jeden Fall.«

Sam wickelte eine Flasche für uns ein und sagte, den Rest würde er liefern. Dann küsste Helen ihn auf die Wange, woraus etwas mehr wurde, und ich wandte mich verlegen ab und überlegte, ob ich einstweilen nach draußen gehen sollte, oder ob das die beiden nur noch ermuntern würde. In diesem Moment kam ein Mann herein, der mir vage bekannt vorkam. Wir sahen uns an.

»Jessica Wild?«

Ich zuckte leicht zusammen; ich hatte nicht gedacht, dass der Mann mich kannte, und betrachtete nun sein Gesicht eingehender. »Hugh?«

»Schön, dass du dich erinnerst. Meine Güte, wie geht’s dir?«

Es war Hugh Barter. Hugh »Schlaumeier«, wie wir anderen bei Milton Advertising ihn damals peinlicherweise nannten. Er gehörte zur Agentur, als ich gerade dort anfing, benahm sich aber immer, als sei seine Arbeit unter aller Würde, als sei er viel zu gut für so ein kleines Unternehmen. Max hatte Anthony vorgeworfen, dass er Hugh eingestellt hatte, während Anthony Hugh ständig verteidigte. Das Problem bei alledem war nur, dass Hugh tatsächlich sehr gut war – bei seiner Arbeit jedenfalls. Die Kunden waren vernarrt in ihn. Und er hatte immer alles parat – nicht zuletzt deshalb, weil er jeden drangsalierte, um an alles ranzukommen, was er brauchte, aber den Kunden war das einerlei. Wir Kollegen waren alle erleichtert, als er endlich zu einer größeren Agentur namens Scene It wechselte, auch wenn er dabei unsere gesamten Kundendaten mitgehen ließ.

Ich sah, wie Helen sich von Sam löste, um Hugh in Augenschein zu nehmen, und stellte mich so hin, dass er sie nicht sehen konnte. Ich wollte ihn nicht noch ermutigen.

Er hielt sich ohnehin schon für das Allertollste unter der Sonne.

»Gut, danke. Und dir?«, fragte ich in ziemlich gezwungenem Tonfall.

»Super«, antwortete er leichthin. »Ich bin jetzt Account Director bei Scene It, also quasi der zweitwichtigste Mann in der Agentur. Hast du gehört, dass wir letzten Monat einen Preis gewonnen haben? Das geht auf mein Konto.«

»Toll«, sagte ich ungerührt. Helen hatte sich nun komplett aus Sams Umarmung gelöst und blickte mich erwartungsvoll an. »Hugh war früher bei Milton«, sagte ich mit angespanntem Lächeln. »Er ist jetzt bei Scene It, einer anderen Agentur. Hugh, das ist meine Freundin Helen. Und das ist Sam.«

Helen grinste Hugh an, doch er schien es nicht zu bemerken. Er nickte flüchtig zu den beiden hinüber und wandte sich dann wieder mir zu. »Ich hab gehört, dass Anthony bei Milton aufgehört hat. Wolltet ihr beiden nicht heiraten oder so?«

Ich räusperte mich und verkniff mir das Grinsen. Als Hugh noch bei Milton war, nannten ihn einige Leute

»Mini-Tony«, weil er Anthony in allem nacheiferte. Na gut, schon möglich, dass der Spitzname auf meinem Mist gewachsen war; ich wusste es nicht mehr so genau. »Ja, er hat aufgehört. Ist gegangen. Für eine Weile jedenfalls. Oder vielleicht auch für länger. Und ja, wir wollten heiraten. Aber wir … haben uns dann doch dagegen entschlossen. Ich heirate jetzt Max.«

»Max?« Hugh sah mich so fragend an, als müsste ich zu dem Witz noch die Pointe erzählen. »Ist das dein Ernst?«

Ich nickte. »Ja. Totaler Ernst.«

»Und Max ist jetzt Geschäftsführer?«

Ich nickte wieder, diesmal etwas widerstrebender. Hugh gab ein leises Pfeifen von sich. »Sehr interessant. Du bist doch auch befördert worden, oder?«

»Ja, bin ich.«

Hugh grinste. »Gut gemacht. Schlau eingefädelt. Hätte nicht gedacht, dass du so was drauf hast, aber Anthony abzustoßen, war ein genialer Zug. Max bringt’s viel mehr. Ist für uns natürlich eine weitaus massivere Bedrohung, aber das macht auch mehr Spaß. Wenn man schon kämpft, will man ja einen ebenbürtigen Gegner haben.«

Ich kniff die Augen zusammen. »Ich habe Anthony nicht ›abgestoßen‹. Er ist von sich aus gegangen. Aber was Max angeht, hast du recht: Er ist wirklich richtig super.«

Hugh zuckte mit den Achseln. »Richtig super ist vielleicht übertrieben, aber gut ist er wohl schon, auf seine Art. Und, was gibt’s an Klatsch und Tratsch? Neue Kunden? Irgendwas, das ich wissen sollte?«

»Nein«, antwortete ich argwöhnisch und fragte mich, was er wohl mit »auf seine Art« gemeint hatte. Es war nicht so, dass ich Hugh nicht vertraut hätte, sondern eher… na gut, ich vertraute ihm nicht. Genau genommen traute ich ihm nicht im Geringsten. Und seiner Agentur auch nicht. Sie konkurrierte seit jeher mit Max und setzte bei jedem Pitch alle erdenklichen hinterhältigen Methoden ein, um Kunden von uns abzuziehen. Max hatte mir schon x-mal gesagt, dass Scene It all das repräsentierte, was er bewusst vermied; jedes Mal wenn er Scene It irgendwo in der Fachpresse erwähnt fand, trat ein Ausdruck auf sein Gesicht, der jedermann in seiner Nähe dazu veranlasste, ihn absolut in Ruhe zu lassen. Max zufolge war Scene It für sämtliche Probleme in der Werbebranche verantwortlich zu machen. Die Scene-It- Leute waren intrigant, halsabschneiderisch und unehrlich; außerdem verbreiteten sie immer wieder bösartige Gerüchte. Und am allerschlimmsten war die Tatsache, dass Scene It um ein Haar Milton Advertising aufgekauft hätte, ohne dass Max überhaupt davon Wind bekommen hatte. Das lag mittlerweile etliche Jahre zurück und war zu einer Zeit passiert, als Anthony dem Alkohol und dem Glücksspiel verfallen war und sich furchtbar in die Klemme gebracht hatte. Der Geschäftsführer von Scene It hatte ihm das Angebot gemacht, seine Schulden komplett zu übernehmen und ihm eine Stelle mit einem ansehnlichen Gehalt in Aussicht gestellt; im Gegenzug hätte Anthony sämtliche Angestellten entlassen und die Agentur an die Lathams übergeben müssen. Max war noch rechtzeitig dahintergekommen, aber dieses Vorkommnis hatte er nie vergessen: das niederträchtige Komplott und die Verlogenheit sämtlicher Beteiligten. Dass Hugh zu Scene It überwechselte und etliche Kunden mitnahm, verbesserte das Verhältnis auch nicht gerade – im Gegenteil: Das hatte in Max’ Wahrnehmung vermutlich das Fass zum Überlaufen gebracht.

»Ich meine, jedenfalls nichts, was dich interessieren könnte«, fügte ich hinzu.

»Ach, ich gehe jede Wette ein, dass dem nicht so ist«, sagte Hugh, trat näher zu mir und setzte ein kleines Lächeln auf. »Bei euch tobt doch bestimmt das Leben. Ich hab zum Beispiel von eurem Projekt Handtasche gehört. Klingt eindrucksvoll. Das ist deine erste große Kampagne, oder?«

»Ja«, sagte ich. »Ich hab den Pitch gewonnen, und du weißt ja …«

»Dann kriegst du auch die Kampagne, schon klar«, sagte Hugh mit herzlichem Lächeln. »Sehr schlau, Jess. Ich wusste, dass du’s draufhast.«

»Im Ernst?« Ich betrachtete ihn prüfend.

»Ich hab das Max ständig gesagt. Anthony wahrscheinlich auch, aber der war damals nur daran interessiert, wen er als Nächstes flachlegen konnte, deshalb war das ziemlich sinnlos …« Er grinste ein wenig verlegen. »Ich meine, ich dachte mir damals, das sei sinnlos. Ich konnte ja nicht wissen, dass ihr beide dann … na ja …« Er blickte zu Helen hinüber und wieder zu mir. »Will mir keiner hier aus dem Fettnäpfchen raushelfen, in das ich gerade reingetrampelt bin?«

Ich musste wider Willen lachen. »Ich glaube, du steckst schon zu tief drin«, erwiderte ich, »aber danke für die Bemühung. Ich nehme an, du hast wenigstens versucht, mir was Nettes zu sagen, oder?«

»Ja, stimmt«, antwortete Hugh sichtlich erleichtert.

»War jedenfalls nett, dich wiederzusehen, Jess.« Er schaute mich so direkt an, dass ich den Blick abwandte. Als ich ihn erneut ansah, spielte wieder das lässige Lächeln um seine Lippen.

»Geht mir auch so«, sagte ich munter. »Aber wir müssen los. Stimmt’s, Hel?«

»Stimmt«, sagte Helen. »Hast recht. Tschüss, Sam. Tschüss, Hugh.« Sie pustete Sam einen Kuss zu und bedachte Hugh mit einem langen Blick. Dann folgte sie mir nach draußen.

»Was war denn da los?«, fragte sie, sobald wir außer Hörweite waren.

»Das war Hugh Barter«, antwortete ich.

»Na, das weiß ich doch«, erwiderte Helen ungeduldig.

»Ich möchte wissen, warum er dich so angeschmachtet hat.«

»Angeschmachtet?«, sagte ich und lief rot an. »Ich weiß nicht, was du meinst.«

»Na ja«, sagte Helen achselzuckend, »wenn man furchtbar verliebt ist, merkt man wahrscheinlich nicht, wenn man von anderen Männern abgecheckt wird. Muss nett sein. Mich hat er jedenfalls nicht mal wahrgenommen.«

Während Helen sprach, wurde mir bewusst, dass ich unterdessen Max’ sonderbares Benehmen und die Frau am Telefon komplett vergessen hatte.

»Stimmt«, sagte ich, nicht ganz aufrichtig. »Wenn man so verliebt ist wie ich, fällt einem das wirklich nicht auf. Und, bleibt’s beim Curry?«

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Gemma Townley, die Schwester der Autorin Sophie Kinsella, geht gerne eigene Wege: So gründete sie ein Konkurrenzblatt zur offiziellen Unizeitung ihrer Hochschule, schrieb Musikkritiken für Szenemagazine und – ganz seriös – Artikel für Wirtschaftszeitungen. Heute arbeitet sie als Wirtschaftsjournalistin und publiziert in namhaften Blättern wie dem Financial Management. Ganz nebenbei hat die leidenschaftliche Musikerin mit ihrer Band Blueboy zwei Alben aufgenommen. Gemma Townley lebt mit ihrem Mann und ihrem kleinen Sohn in London.