Dolores Mey im Interview

 Worum geht es in deinem Buch Sommer im Gutshof zum Glück?

Es geht um eine sehr attraktive Lehramtsstudentin, die es satthat, von den Männern nur als schmückendes Beiwerk gesehen zu werden. Sie möchte für das was und wer geliebt werden und nicht nur für ihr Aussehen. Weil ihr derzeitiger Freund sie erneut enttäuscht, trennt sie sich von ihm und übernimmt den Ferienjob ihrer Freundin auf einem Reiterhof für Ferienkinder. Eigentlich will sie dort ihre Wunden lecken und wieder zu sich selbst kommen und muss feststellen, dass die Männer auf dem Land alles andere als langweilig sind.

 

Deine Protagonistin landet auf einem Gutshof und soll dort arbeiten. Hast du selbst schon mal auf einem Gutshof gearbeitet?

Nein, so, wie Sarah (die Hauptprotagonistin im Roman) nicht, aber ich bin auf dem Land großgeworden, da kriegt man schon einiges mit. Abgesehen davon, kenne ich ein Gehöft, dass dem, worüber ich schreibe, ähnelt. Das Knowhow über den Ferienbetrieb habe ich mir von einer guten Freundin geholt. Sie hat jahrelang einen Reiterhof betrieben. Und von einem gelernten Pferdewirt habe ich mir weiter Informationen geholt.

 

Wie bist du auf die Idee zu dem Roman gekommen?

Da gab es mehrere Inspirationsquellen. In unserer Nähe gibt es ein großes Gehöft, das seit Generationen von einer adligen Familie land- und forstwirtschaftlich bewirtschaftet wird. Immer wieder konnte ich verfolgen, wie dieser Umstand – Adel und Pferde – Menschen fasziniert. Außerdem hat mich die Frage beschäftigt, warum es für augenscheinlich schöne Menschen nicht immer einfach sein muss, partnerschaftliche Beziehungen einzugehen.

 

In deinen Büchern ist immer eine große Portion Romantik und es geht meist um die ganz große Liebe. Wieso ist dir dieses Thema so wichtig?

Ich denke, ich bin schon als Romantikerin auf die Welt gekommen. Aber darüber hinaus, finde ich, dass wir in unserem Alltag ruhig ein bisschen mehr Romantik gebrauchen können, bei all dem, was wir bewältigen müssen und was uns an Hiobsbotschaften zugemutet wird. Wenn ich an Romantik denke, geht es mir nicht um gängige Klischees, die sind mir viel zu langweilig. Die wahre Romantik liegt für mich in der Situation und ist genauso wenig planbar, wie die Liebe.

Warum ist beides wichtig? Weil ohne Liebe alles NICHTS ist.

Meine Geschichten gibt es tatsächlich nur mit Liebe, weil die Liebe – in ihren vielen Facetten – es uns ermöglicht, die Herausforderungen des Lebens zu meistern und erträglicher zu machen. Deswegen verarbeite ich in meinen Romanen – neben einer prickelnden Liebesgeschichte – auch immer die Themen unserer Zeit, die allein betrachtet, oft alles andere als romantisch sind.

 

Würdest du auf einem Gutshof Urlaub machen?

Nein. Wenn man vom Land kommt, ist das nicht so sensationell. Aber für jemanden aus der Großstadt, insbesondere für Kinder, ist das sicher sehr aufregend.

 

Wie sieht dein perfekter Sommer aus?

Ich finde, es gibt nichts schöneres, als einem lauen Sommerabend draußen zu sitzen, mit Freunden zu klönen und ein Glas Wein zu genießen. Wenn man dann auch noch die Sterne sehen kann – perfekt. Ansonsten mag ich den Sommer, weil man sich nicht ständig darüber Gedanken machen muss, was man anziehen soll.

 

Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Wenn es darum geht, ab wann ich mir gewünscht habe, schreiben zu können, also eine richtige Autorin zu sein, dann war das schon in meiner Jugend. Aber das Leben hat so seine eigenen Gesetze, weshalb ich dann viele Jahre weiter träumen musste, bis ich angefangen habe, den Traum zu verwirklichen. Das war vor ca. zehn Jahren.  In einem Anfall von schrecklicher Langeweile habe ich den Schuhkarton mit Ideen ausgeschüttet, der sich im Lauf der Jahre angesammelt hatte, und habe angefangen zu schreiben. Mir war klargeworden, dass, wenn ich es jetzt nicht mache, nie mehr tue. Im gleichen Zuge habe ich mich bei einer Fernuni für Belletristik angemeldet. So habe ich meinen Traum verwirklicht und es bis heute nicht bereut.

 

Du hast auch einen Roman mit vielen andern Autorinnen zusammen geschrieben (Ein Earl im Unterrock). Wie kann man sich das vorstellen. Ist es nicht anstrengend, sich auch nach der Meinung der anderen Autorinnen richten zu müssen?

Ja und nein. Es ist definitiv eine Herausforderung. Erleichtert hat die Sache, dass jede Autorin nur eine Figur zum Leben bringen musste und der Plot klar strukturiert war.

 

Was liest du am liebsten in deiner Freizeit?

Das, was ich auch schreibe. Geschichten, in denen es um die Liebe und das Leben geht. Aber ich lese auch gerne Biografien. Die genieße ich vor allem als Hörbücher.

 

Dein absoluter Sommer-Buchtipp:

Oh je, leider muss ich da passen. Ich schreibe zurzeit an einer neuen Geschichte. Tatsächlich ist es auch eine Sommergeschichte und es ist im Prinzip die Fortsetzung oder Nebengeschichte zu dem Roman Sommer im Gutshof zum Glück. Deswegen habe ich wenig bis gar keine Kapazitäten frei, um zu lesen –  kann deswegen leider keinen Tipp abgeben.

Zum E-Book

Lange hat Dolores Mey alles was aneinandergereihte Buchstaben aufwies verschlungen und sich immer wieder gewünscht, doch auch schreiben zu können. Nach Jahren, in denen Familie und Kindererziehung im Vordergrund standen, hat sie schließlich ihr Mann dazu animiert, ein Fernstudium für Belletristik zu absolvieren. Nach Abschluss dieses Studiums und weiteren Fortbildungen hat sich die Autorin endlich daran gemacht, ihren ersten Roman zu schreiben. Inzwischen sind vier Bücher entstanden, die sie gemeinsam mit ihrem Mann im Selbstverlag veröffentlich hat.