Joy Franklin über ihren neuen Roman

Worum geht es in eurem Buch L.A. Heat – Tödliche Leidenschaft?

Es geht um die Undercover-Ermittlerin Venus de Franco, die zur Sitte strafversetzt wird, weil sie eine Affäre mit einem verheirateten Vorgesetzten hatte. Sie verfolgt einen Killer, der im Callgirl-Milieu sein Unwesen treibt, und gerät sehr schnell selbst ins Fadenkreuz.

 

Ihr habt diesen Roman zusammen geschrieben, wie hat das funktioniert? Gab es auch mal Zankereien?

Nein, die gab es niemals. Wir sind es zum einen gewohnt, im Team zu arbeiten. Die meisten denken immer, ein Roman wird vom Autor allein entwickelt. Das stimmt so nicht, denn meistens haben Lektoren, Programmleiter, Verleger, Marketing- und Vertriebsleute usw. auch ein Wörtchen mitzureden. Zum anderen haben wir schon öfter miteinander zu tun gehabt und wussten, dass wir gut harmonieren. Und zuletzt: Wir sind beide nicht besonders eitel, wenn es um unsere Texte geht, daher suchen wir immer schnell einen Kompromiss.
Ganz praktisch haben wir die Story gemeinsam entwickelt – am Telefon. Eine hat sie dann aufgeschrieben, die andere ergänzt, dann kam die Kapitelübersicht. Anhand der haben wir uns dann vorangearbeitet, manchmal haben wir Kapitel abwechselnd geschrieben, manchmal hat eine von uns drei Kapitel vorgelegt, so wie wir Zeit hatten. Am Ende haben wir beide das Manuskript überarbeitet.

 

Wie seid ihr auf die Idee gekommen einen Roman zu zweit zu schreiben? Denn eigentlich kommt ihr aus ganz unterschiedlichen Genres.

Genau das war der Grund, warum wir gemeinsam ein Buch geschrieben haben: zwei Autorinnen, zwei Genres, zwei Mal Fachexpertise. Jede bringt andere Talente und Kenntnisse mit. Klar, wir hätten es wohl auch allein geschafft – aber zu zweit haben wir viel mehr Spaß gehabt und auch viel mehr voneinander gelernt. Außerdem war es motivierend, sich an das nächste Kapitel zu setzen, wenn das vorangegangene voller neuer Inspiration steckte, die man aufgreifen konnte.

 

Woher kam die Idee zu L.A. Heat – Tödliche Leidenschaft?

Wir wollten einen Thriller schreiben, in dem die Erotik nicht nur schmückendes Beiwerk, sondern handlungsrelevant ist. Daher war klar, dass wir uns im Rotlichtmilieu aufhalten mussten. Eine verdeckte Ermittlerin ist immer gut, und wenn die dann auch noch ein recht ausschweifendes Privatleben hat, das ihr von Zeit zu Zeit auf die Füße fällt, steht die Handlung im Prinzip schon fast.

 

Ihr wart nicht vor Ort, sondern habt nach eigener Aussage lediglich mit Google Maps recherchiert, wie hat das funktioniert?

Es ist erstaunlich, wie weit man mit Google Street View kommt. Man kann sich damit schon sehr genau vorstellen, wie es in L.A. und San Diego aussieht. Klar, der echte Lokalkolorit fehlt, den erlebt man nur, wenn man selbst dort ist. Aber der Spielort war ja für uns vor allem Kulisse, nicht Inhalt des Romans, daher hat es in unseren Augen ausgereicht, digital nach Amerika zu reisen.

 

Venus – eure Protagonistin – ist Polizistin. Habt ihr Insiderwissen in diesen Beruf oder wie habt ihr dazu recherchiert?

Eigentlich haben wir unser Wissen ausschließlich von Filmen und Serien, die jeder kennt. Da eine von uns jedoch schon einige Krimis und Thriller geschrieben hat, wusste sie natürlich, wie die Polizeiarbeit funktioniert.

 

Schreibt ihr noch weitere Romane zusammen?

Bislang war der Roman unsere erste und einzige Zusammenarbeit. Uns hat das gemeinsame Schreiben sehr viel Spaß gemacht, wir würden gern weitermachen und haben das Ende des Romans bewusst ein wenig offengehalten, um eine Fortsetzung zu schreiben. Jetzt warten wir auf die Reaktionen der Leser, ob sie überhaupt mehr von Venus lesen wollen. Oder möglicherweise auch Nancy? Die kommt bei den Lesern ziemlich gut an.

 

Habt ihr einen Buchtipp für uns?

Liebes Kind von Romy Hausmann hat uns gut gefallen. Außerdem fanden wir Killerjagd von Christine Drews empfehlenswert, zu dem es einen E-Book-Roman aus der Sicht des Mörders gibt: Killerblog.

 

Hat Venus auch einige Eigenschaften von euch selbst abbekommen?

Definitiv! Wir sind beide eher von der direkten Sorte und reden nicht lange um den heißen Brei herum. Außerdem faszinieren uns moderne, feministische Frauen, die sich durchsetzen können. Das heißt nicht, dass wir uns in jeder Situation so verhalten würden wie unsere Protagonistin. Aber das ist es ja, was beim Schreiben so viel Spaß macht: Man kann so tun, als wäre man jemand anderes – eine bessere Version seiner selbst.

 

Wart ihr schon mal in L.A., jetzt nachdem der Roman fertig ist? Was würdet ihr sehen wollen?

Wir waren beide noch nie in L.A. und würden sehr gern mal hinfahren. Am liebsten die Küste von San Francisco aus über Los Angeles bis an die mexikanische Grenze fahren … In einem Cabrio aus den 60ern!

 

Zum E-Book

Joy Franklin ist das Pseudonym von zwei deutschen Autorinnen, die bereits in zahlreichen großen Publikumsverlagen veröffentlicht haben. In ihrem ersten gemeinsamen Roman Venus Undercover verbinden sie all das miteinander, was sie lieben: witzige und selbstbewusste Frauenfiguren, jede Menge Spannung und knisternde Erotik.

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