Jana Engels im Interview

Worum geht es in deinem Buch Das Erbe von Lorraine?

Im Grunde darum, dass man sein Leben nie bis ins Detail durchplanen kann, dass Enttäuschungen unvermeidlich sind und unser Leben trotz allem bereichern, es sogar in bestem Sinne auf den Kopf stellen können. Isabelle muss viele Enttäuschungen wegstecken. aber wenn dies nicht der Fall wäre, gäbe es keinen Grund für sie, die Reise nach Lothringen anzutreten. Die Erfahrungen, die sie dort macht, beeinflussen ihr ganzes weiteres Leben.

 

Der Roman startet ziemlich tragisch, denn Isabella wird ohne Vorwarnung verlassen. Hast du selbst etwas ähnliches erlebt?

Nein, überhaupt nicht. In dieser Hinsicht habe ich mit der Protagonistin nichts gemeinsam.

 

Was hat dich zu der Geschichte inspiriert?

In erster Linie die Landschaft. Das Setting stand zuerst. Ich mag Frankreich und die Moselregion. Dann erst erschien Isabelle auf der Bildfläche für die ich eine tolle Liebesgeschichte schreiben wollte.

 

Isabella hat einen tollen Lebenstraum: ein eigenes Café. Was ist dein eigener Lebenstraum?

Im Kreise meiner Lieben ein hohes Alter zu erreichen, geistig fit zu bleiben und dabei als erfolgreiche Schriftstellerin tätig zu sein.

 

Dein Roman spielt unter anderem in Frankreich. Wieso hast du dir dieses Setting ausgesucht? Warst du vor Ort und hast dort recherchiert?

Ich mag Frankreich. Schon in der Schule habe ich regelmäßig Austauschfahrten mitgemacht. Später immer mal wieder Kurztrips dorthin unternommen. Für längere Aufenthalte bot sich leider nie die Möglichkeit. Recherchiert habe ich natürlich auch. Das war für diese Geschichte unerlässlich.

 

Beschreibe deine Protagonistin in drei Worten.

Klug, ehrlich, fürsorglich

 

Warum schreibst du gerne Liebesromane?

Ich schreibe gern über das Leben, zwischenmenschliche Beziehungen mit all ihren schönen und tragischen Seiten. Die Liebe zu anderen Menschen, ob sie erwidert oder enttäuscht wird, prägt uns. Verleitet uns zuweilen zu törichten Handlungen.  Zu seinen Gefühlen zu stehen ist eine große Herausforderung, wer liebt ist verletzlich. Wer liebt kennt das größte Glück und die tiefste Verzweiflung. Das ist eine intensive Erfahrung, die ich in meinen Geschichten festhalten möchte.

 

Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Ich war schon immer eine Leseratte. Als Kind habe ich Unmengen an Büchern verschlungen.
Als Jugendliche habe ich dann die ersten Kurzgeschichten und Gedichte verfasst. Ich hatte sogar schon damit begonnen, ein Buch zu schreiben.
Es blieb bei den ersten Seiten und es folgte eine lange Schaffenspause auf dem Gebiet. Erst als mein Sohn sich in der Grundschule nicht mit dem Lesen anfreunden konnte, besann ich mich wieder darauf. Mein erstes Kinderbuch schrieb und illustrierte ich für ihn und exakt nach seinen Vorgaben.

 

Hast du eine bestimmte Schreibroutine?

Ich weiß, was notwendig ist, um effektiv zu schreiben. Am liebsten ziehe ich mich dazu tagelang vollständig zurück. Doch das lässt zum Großteil nicht problemlos in meinem Alltag umsetzen. Das macht mich dann unzufrieden und am langen Ende bin ich für einige meiner Mitmenschen in dieser Zeit sehr anstrengend, um es milde auszudrücken.

 

An was schreibst du gerade?

Mein aktuelles Schreibprojekt erzählt von einer junge Frau, einer Studentin im ersten Semester an der Universität. Auch hier stehen Themen aus ihrer Vergangenheit und zwischenmenschliche Beziehungen im Vordergrund.

 

Und zuletzt: dein allerliebstes Lieblingsbuch, dass du immer wieder lesen kannst ist …

Es sind zwei: Ditte Menschenkind von Martin Andersen Nexø und Effi Briest von Theodor Fontane

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Jana Engels wurde 1978 in Berlin geboren und ist mittlerweile in der Eifel angekommen. Gemeinsam mit ihrem Mann und den vier Kindern lebt sie in Kall. Hauptberuflich ist sie in der IT unterwegs, aber nebenberuflich ist sie ein künstlerisch-kreativer Kopf. Neben der Veröffentlichung literarischer Texte leitet sie Schreibwerkstätten für Kinder und Jugendliche. In ihrer Freizeit widmet sie sich der Musik und der Malerei.