Christoph F.J. Rotter über seinen Roman Der Nachtflüsterer

Worum geht es in deinem Roman Der Nachtflüsterer?

Alles beginnt mit einem gewöhnlichen Date, das nicht so richtig zündet. Völlig unerwartet stoßen die Protagonisten jedoch auf eine Chatnachricht, in der ein Unbekannter einen Mord ankündigt. Neugier und die Möglichkeit, jemandem das Leben zu retten, sorgen dafür, dass sich die Wege doch noch nicht trennen. Und so erleben die beiden die gefährlichste Nacht ihres Lebens.

 

Wie bist du auf die Idee gekommen?

Menschen hängen heute selbst bei einem Date an ihrem Handy – immer und überall. Das ist furchtbar nervig und frustrierend, so auch für Ben in meinem Roman. Man fragt sich, was die Leute für wichtige Parallelunterhaltungen führen. Und so kam die Idee. Es wäre doch reizvoll, in die verschiedenen Unterhaltungen rein zu lesen. Dass solche Chats nicht immer nur banale Gespräche sind, sondern sehr persönlich, geheimnisvoll, verwirrend oder kriminell sein können, gab mir den Impuls.

 

In deinem Roman geht es um eine Nachricht, die Viola und Ben zufällig lesen. Hast du selbst schon mal eine SMS oder Chat-Nachricht bekommen, die nicht für dich war?

Hin und wieder hat mich durchaus mal eine WhatsApp erreicht, die in der Eile in das falsche Fenster getippt wurde. Bisher waren aber leider keine Peinlichkeiten und zum Glück auch keine Mordabsichten dabei.

 

Die Geschichte beginnt mit einem Date, das alles andere als gut läuft. Hast du selbst ähnliche Erfahrungen gemacht?

Nein, meine Dates waren natürlich immer fantastisch, lustig und wortgewaltig, zumindest wenn ihr mich fragt. Meine Frau urteilt hier anders. Wir lachen noch heute über die ersten langweiligen Geschichten und die peinlichen Gesprächspausen. Ihr seht, ich plaudere in meinem Roman durchaus aus dem Nähkästchen.

 

Wie würdest du in der Situation reagieren, in der sich Ben und Viola plötzlich wiederfinden? Würdest du dich ebenfalls auf den Weg zur Rettung der Studentin aufmachen? Oder würde dich die Angst eher lähmen?

Gute Frage, nächste Frage. Ich denke, wenn man gemütlich auf dem Sofa sitzt, kann man diese Frage nicht beantworten. Allein das Adrenalin und der Zeitdruck würden entscheiden, wie ich reagiere. Ich kann nur hoffen, dass ich ebenso beherzt auf Rettungsmission gehen würde wie die beiden.

 

Wieso schreibst du Thriller, was magst du an diesem Genre besonders?

Ich liebe fesselnde Geschichten, die einen an der Krawatte packen, fest zuziehen und nicht mehr los lassen. Genau das lässt sich in diesem Genre wunderbar umsetzen. Man kann in einem Thriller von Anfang bis Ende Vollgas geben, wie etwa beim Nachtflüsterer, aber ebenso reizen mich auch clevere Psychothriller, die immer wieder falsche Fährten legen und so Spannung erzeugen.

 

Was war bisher der beste Thriller, den du gelesen hast?

Die Therapie von Sebastian Fitzek hat mich nachhaltig beeindruckt.

 

In deinem Roman dreht sich alles um diese eine Chatnachricht. Bist du selbst jemand, der viel an seinem Smartphone ist oder benutzt du es eigentlich gar nicht?

Ich bin ein ziemlicher Poweruser, leider.

Mails checken, schnell die ein oder andere Bestellung machen, surfen oder sich nur irgendwo hin navigieren lassen … ganz ehrlich, ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wie das Leben ohne Smartphone ging. Eigentlich schade, aber Bequemlichkeit nimmt man nur allzu gerne an. Ich zwinge mich aber, beim Essen oder gemeinsamen Fernsehabenden die Finger davon zu lassen.

 

Du bist hauptberuflich Lehrer. Hast du deinen Schülern von deinem Roman erzählt? Würdest du ihn vielleicht sogar mit deiner Klasse lesen?

Explizit davon erzählt habe ich nicht, aber so etwas bleibt in Zeiten des Internets nicht lange unentdeckt und man kommt darüber ins Gespräch. Und spätestens jetzt mit der Veröffentlichung ist es schon eher Schulgespräch.

Lesen würde ich den Roman vielleicht auf einer Klassenfahrt mit Klasse 10. Im Unterricht sollte man eher Jugendliteratur mit altersspezifischen Themen lesen, reine Spannungsromane sind da nicht optimal. Natürlich freue ich mich aber, wenn meine „älteren“ Schüler mein Buch privat lesen. Für die Jüngeren ist Der Nachtflüsterer ja noch nichts.

 

An was schreibst du momentan?

Aktuell arbeite ich an einem neuen Thriller, in dem es um eine Kindesentführung in einem Freizeitpark geht. Der Protagonist muss zu dessen Rettung unter Zeitdruck eine unmoralische Aufgabe erledigen. Eine unvorhersehbare Kettenreaktion wird ausgelöst.

 

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Christoph F.J. Rotter, geboren 1984 in Speyer, wuchs im ländlichen Neulußheim auf. Bereits im Kindesalter begeisterten ihn Märchen und Legenden, die Faszination für Phantastisches und Abenteuer ist seitdem ungebrochen. Ebenso hat er ein Faible für Horror, Mystery und düstere Thriller. Er absolvierte sein Masterstudium für Germanistik und Biologie an der Universität Landau in der Pfalz. Danach verschlug es ihn nach Plochingen, wo er mit seiner Frau, seinem kleinen Sohn und zwei Katzen lebt und in Esslingen am Neckar als Realschullehrer tätig ist. Nach seinem ersten, bisher noch unveröffentlichten Manuskript – der Auftakt der Fantasy-Trilogie Geschichten aus Minerwa – bedient er unterschiedlichste Genres. Egal ob Thriller, Young-Adult-Dystopien, Cosy-Crime, All-Age-Fantasy oder Liebesromane, die Inspiration für neue, spannende Werke ist da.

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