Angels & Secrets – Verhängnisvolles Schicksal

Vorahnungen

„Es muss bald sein. Sehr bald, hörst du?“ Azraels Stimme hatte den samtenen, weichen Klang verloren. Er sprach eindringlich, fast streng.

Vicky fühlte ein Jucken auf dem Kopf. Das verhieß nichts Gutes. Es machte sie ganz unruhig.

„Wieso hast du es plötzlich so eilig?“, wollte sie wissen.

Azrael antwortete nicht sofort. Die Pause ließ Vickys Jucken noch stärker werden. Nervös kratzte sie sich zwischen den wilden kurzen Strähnen, die von keiner Haarbürste der Welt gebändigt werden konnten.

„Du hast es mir versprochen!“, erinnerte Azrael.

Das stimmte irgendwie. Vicky hatte ihm angeboten, dafür zu sorgen, dass er wieder zusammengesetzt wurde.

Mit einem tiefen Seufzer ließ sie ihren Blick über die dunklen Steintrümmer streifen, die auf dem Boden verstreut lagen. Nach dem letzten Regen war das Gras so stark gewachsen, dass es einige Körperteile der zerbrochenen Statue fast völlig verdeckte.

Seit sie ein kleines Mädchen war, hatte sie für Azrael geschwärmt. Azrael, die Engelsstatue in dem kleinen Park zwischen den hohen Häuserblöcken. Früher war hier ein Friedhof gewesen, an den heute noch einige Grabsteine erinnerten, die schief aus der Erde ragten. Kaum jemand kam hierher, um sich in den Schatten der Bäume zu setzen oder einem Konzert der Vögel zu lauschen.

Kaum jemand außer Vicky.

Sie hatte diesen Ort von jeher gemocht. Früher hatte Azraels dunkle Steingestalt Vicky geradezu magnetisch angezogen. Alles an ihm war für sie sexy. Der nackte Körper, der nur um die Mitte von einem losen Tuch verhüllt war, seine Haltung, die an einen Balletttänzer erinnerte, und die kräftigen Schwingen, die aus seinen Schulterblättern wuchsen. Die Flügel waren leicht gespreizt wie zum Abflug. Vicky musste immer grinsen, weil sie das knackige Hinterteil frei ließen.

„Dieser Po macht froh“, hatte Nessa einmal gereimt.

Nessa war eine der beiden besten Freundinnen von Vicky und Mitbegründerin der Liebesdetektei „Wilde Wahnsinnsengel.

„Ich möchte spätestens in drei Wochen wieder auf dem Sockel stehen“, erklärte Azrael.

Sein Kopf lag seitlich auf dem Moos wie auf einem Kissen. Obwohl aus Marmor, hatte er die Augen geöffnet, die blau und lebendig strahlten. Seine Lippen bewegten sich, als wären sie aus Fleisch und Blut.

„Einfach nur so?“, forschte Vicky erneut nach.

Wieder eine Pause. Dann: „Nein, nicht einfach nur so.“

„Sondern?“

In diesem Moment hätte Azrael, wäre er ein Mensch, wahrscheinlich geseufzt. Aber er war ein steinerner Engel, den Vicky ungewollt vom Sockel gestoßen hatte.

„Was wird mit meinen Engelskräften, wenn …“, begann sie. Sie schaffte es nicht weiterzusprechen. Aus Angst, Azrael könnte ihr die unglaublichen Kräfte wieder nehmen, die sie durch ihn bekommen hatte.

„Weil ich dich geküsst habe, als wir umgestürzt sind, bin ich zum Halbengel geworden. Ich … ich habe doch immer alles getan, was meine Aufgabe war. Ich kann das auch weiter machen.“

Oh nein … Vickys schlimmste Befürchtungen schienen einzutreten, auch wenn sie noch nicht ausgesprochen waren. Azraels Zögern war eine klare Bestätigung.

„Du hast es versprochen“, wiederholte Azrael fast vorwurfsvoll.

Vicky, die im Schneidersitz neben seinem Kopf im Gras hockte, stand auf. Sie beugte sich über das Bein, das Azrael, als er noch stand, leicht vorgestreckt hatte wie zu einem eleganten Schritt. Mit beiden Händen griff sie danach und versuchte, es aufzuheben. Einige Zentimeter schaffte sie sogar, ließ es dann aber wieder zu Boden fallen. Es war viel zu schwer für sie allein, dabei war es noch einer der kleineren Steinbrocken.

Vicky sah zu dem leeren Sockel.

„Das muss ein Profi machen“, sagte sie.

„Kümmere dich bitte darum!“, verlangte Azrael.

„Mache ich“, versprach Vicky und meinte es ernst. So schwer es ihr auch fiel.

„Gut.“ Ihr ungewöhnlicher Freund war zufrieden. Die rechte Hand, die abgetrennt vom Arm zwischen Gänseblümchen lag, bewegte sich. Die Finger winkten Vicky näher zu kommen. Sie ging daneben in die Hocke und griff nach Azraels kühler Hand, die ihre sofort sanft drückte.

„Alles im Leben hat seine Zeit, Vicky.“

Schlimmer hätte Azrael die ganze Sache nicht ausdrücken können. Was er sagte, konnte nur eines bedeuten.

Vickys Zeit als Halbengel war bald vorbei. Azrael würde, sobald er wieder als ganze Statue stand, seine Kräfte von ihr zurückholen.

Danach würde sie, genau wie vorher, nur noch ein stinknormales Mädchen sein, mit zu wenig Busen, Haaren, die machten, was sie wollten, zu dünnen Beinen und einem Pickel, der da und dort in ihrem Gesicht auftauchte.

Das war aber nicht alles …

„Ich muss los!“, sagte Vicky und stand auf.

„Auf bald!“ Azrael lächelte und zwinkerte ihr zu.

„Ganz sicher.“

Sie winkte ihm kurz, drehte sich um und ging. In ihrer Brust machte sich ein dunkles, schweres Gefühl breit.

Sie meinte, eine schwere Last auf den Schultern zu tragen. Ihre Augenlider waren wie aus Blei. Langsam schleppte sie sich zu der halbhohen, überwucherten Mauer und kletterte darüber.

Was war los mit ihr? Hatte das nur mit dem zu tun, was Azrael ihr gesagt hatte?

Ihr wurde auf einmal ganz übel. Sie wankte zu der Hausmauer, die sich neben dem asphaltierten Weg erhob und stützte sich mit einer Hand ab. Ihr Brustkorb schien sich nicht weit genug auszudehnen, sie hatte das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen.

Schweiß rann ihr über Gesicht und Rücken. Vicky spürte ihr Herz angestrengt und mit aller Kraft, aber trotzdem viel zu langsam hämmern. Es fühlte sich an, als wollte es sich gegen den Druck wehren, der auf ihr lastete.

Nach vorn gebeugt und würgend, als müsse sie sich übergeben, stolperte sie voran. Der Weg führte zwischen zwei Wohnhäusern hindurch. An dieser Stelle war er sehr schmal und schattig. Die Kühle erfrischte Vicky ein wenig.

Vor ihr, am Ende des Durchgangs, fuhren Autos auf der Hauptstraße hin und her. Durch den Spalt waren sie nur als buntes Muster zu sehen.

Vickys Ziel war die Straße. Dort hatte sie ihr Fahrrad abgestellt.

Sie meinte, ihre Beine mit den Händen vom Boden hochziehen zu müssen. Schritt für Schritt kämpfte sie sich voran.

Himmel! Was war nur los mit ihr? Sollte sie zu Azrael zurückkehren? Vielleicht hatte er eine Erklärung.

So schnell und unerwartet, wie das rätselhafte Gefühl über sie gekommen war, verschwand es auch wieder. Vicky meinte zu spüren, dass es von ihr wich, als hätte jemand eine Decke weggezogen. Sie richtete sich auf und atmete mehrere Male tief durch, bevor sie weiterging. Über die Schulter warf sie einige Blicke nach hinten und auch nach oben zum Himmel.

Dort schwebte eine lang gezogene Federwolke.

Auf der Hauptstraße herrschte der übliche Spätnachmittagstrubel. Viele Leute nutzten den warmen Sommertag, um sich ein Eis, einen Kaffee oder einen Cocktail in einer der Bars zu genehmigen.

„Hi, Baby!“, hörte Vicky eine tiefe, kehlige Stimme hinter sich.

Ferienjobs

Hinter Vicky stand Nessa. Sie grinste breit.

Nessa, eigentlich Vanessa, war das genaue Gegenteil von Vicky. Fast einen Kopf kleiner, doppelt so breit und mit pechschwarzem Haar.

Schon legte Nessa ihr den schweren Arm um die Schulter. „He, Missy, was’n los? Siehst nicht gut aus.“

Vicky wollte mit Nessa nicht darüber reden, was sich gerade bei Azrael ereignet hatte. Und Nessa akzeptierte ihr Schweigen. Sie wusste von Vickys außergewöhnlichen Kräften.

„Lässt du dich wenigstens zu einer Schokoexplosion verführen?“

Dazu sagte Vicky nicht nein. Sie warf einen Blick auf die Uhr. Es war kurz vor fünf. Spätestens um sechs musste sie zu Hause sein. Das reichte noch.

„Schokoexplosion klingt gut“, antwortete sie.

Sie setzten sich an einen kleinen weißen Tisch in der neuen Eisdiele Happy Grönland. Der Besitzer hieß eigentlich Olaf, aber alle nannten ihn nur „Horror-Happy“.

Mit einem strahlenden Lächeln trat er vor die Mädchen und fragte: „Womit darf ich die Gaumen der jungen Damen heute verwöhnen?“ Seine Mundwinkel zogen sich so weit auseinander, bis sie fast die Ohrläppchen berührten. Dazu bleckte er seine weißen Zähne, als würde er Werbung für Zahnpasta machen.

Nessa bestellte eine Schokoexplosion mit zwei Löffeln.

„Kommt sofort mit Urknall!“, scherzte Horror-Happy und ließ ein schrilles Lachen folgen, das nach Geisterbahn klang.

„Mit Sally komme ich nicht mehr her. Sie beginnt zu schreien, wenn sie Horror-Happy sieht“, berichtete Vicky von ihrer kleinen Schwester im Kindergartenalter.

„Die Praline oben auf der Schlagsahne will ich haben“, machte Nessa schon mal klar.

Vicky nickte lächelnd. Erst jetzt bemerkte sie, dass Nessa nur eine Portion bestellt hatte. Das war ungewöhnlich. Normalerweise vertilgte sie nicht nur ihr eigenes Eis, sondern naschte auch noch bei Vicky und Gloria, der Dritten im Bunde der Wilden Wahnsinnsengel.

„Bin pleite“, erklärte Nessa. „Aber so was von. Die Ferien dauern einfach zu lang für das Taschengeld, das mir meine knausrigen Eltern geben.“

„Ich habe auch kaum noch was flüssig“, meinte Vicky. „Alles, was ich zum Abschluss der letzten Klasse bekommen habe, ist bereits weg.“

„Dabei haben wir noch drei Wochen Ferien“, stellte Nessa fest. Auf einmal zwinkerte sie vergnügt. „Die gute Neuigkeit: Die Geldknappheit hat bald ein Ende.“

„Wieso? Habt ihr einen Goldesel im Garten? Oder willst du eine Bank ausrauben? Oder hast du geerbt?“ Vickys Stimmung besserte sich von Minute zu Minute.

„Nein, nicht ganz so aufregend, dafür aber lohnender“, meinte Nessa geheimnisvoll.

Vicky stöhnte auf. „Nessa, bitte, sag einfach, was Sache ist. Keine Rätsel heute.“

„Lady, dein Nervenkostüm ist wohl für den Nacktbadestrand, was?“ „Hä?“

„So dünn, dass man es kaum noch sieht.“

„Ja, deshalb reiß nicht dran.“

„Okay. Ich habe zwei gute Neuigkeiten für dich. Wie viele davon willst du hören?“

Drohend, aber lachend hob Vicky die Faust. „Alle, und zwar sofort, und keine weiteren Fragen!“

„Schon gut, schon gut, Lady Nacktnerv!“ Nessa drückte Vickys noch immer geballte Hand behutsam nach unten. „Also, um wieder etwas Geld anzuspülen, habe ich einen Ferienjob angenommen.“

„Du hast was? Wie hast du den bekommen?“ Vicky wurde richtig neidisch. „Ich wollte auch einen, aber nicht mal in Dads Firma haben sie mich genommen. Bei denen musst du dich für einen Ferienjob anmelden, wenn du noch im Kindergarten bist. Und wenn du viel Glück hast, bekommst du zehn Jahre später auch tatsächlich einen.“

„Tja, Nessa macht’s möglich!“ Nessa rieb sich zufrieden die Hände.

Olaf servierte einen großen Eisbecher in einer hohen Glasschale. Darin schimmerte das dunkle Schokoeis. Und obendrauf türmte sich Sahne wie Schnee auf einem Berggipfel. Links und rechts steckte je eine Schokopraline.

„Weil die jungen Damen schon ein paar Mal da waren“, erklärte Olaf und deutete auf die Pralinen. Dazu verzog er sein Gesicht zum Horror-Lächeln. „Danke!“, sagte Nessa mit vollem Mund. Eine Praline war bereits darin verschwunden. Bevor sich Vicky ihre schnappen konnte, hatte Nessa sie schon in den Fingern und beförderte auch diese zwischen ihre Lippen.

Es war sinnlos, sich darüber zu ärgern. Deshalb ließ es Vicky bleiben. Wer mit Nessa befreundet war, musste damit leben, dass sie sich manchmal zum Staubsauger in Sachen Essen verwandelte.

Um wenigstens ihren Anteil Eis und Sahne zu bekommen, begann Vicky schnell zu löffeln.

„Was für ein Ferienjob ist das?“, wollte sie wissen.

Für Nessa war es eine Kleinigkeit, gleichzeitig zu essen und zu reden.

„Mam hat seit ewigen Zeiten eine Jahreskarte fürs Freibad und auf einmal die Idee, wir müssten sie ausnutzen. Also hat sie mich mit Nico letzte Woche hingeschickt.“

Nico war Nessas kleiner Bruder.

Vicky hatte keine Idee, wie Nessa durch den Besuch im Freibad zu einem Ferienjob gekommen sein könnte.

„Ich liege also auf der Wiese und brate ein bisschen in der Sonne“, fuhr Nessa fort. „Da höre ich über mir: ‚Na, ist da ein Wal gestrandet?‘“

„Gemein“, meinte Vicky. Nessas Körper erinnerte in ihrem stahlblauen Badeanzug allerdings wirklich ein bisschen an einen Walfisch. Das hätte Vicky natürlich nie gesagt.

„Mutig!“, sagte Nessa. „Ich nenne das mutig. Das Bürschchen, das mich Wal genannt hat, war von dieser sommersprossigen rothaarigen Sorte. Hinter ihm standen zwei Früchtchen, die wohl seine Freunde waren und denen er beweisen wollte, wie groß seine Klappe war.“

„Was hast du getan?“ Natürlich hatte Vicky eine Ahnung, trotzdem fragte sie.

„Nichts Besonderes. Ich war nur schneller auf den Beinen, als er wegrennen konnte. Dann habe ich ihn im Schwitzkasten zum Planschbecken geführt und dort seine Haare im Plätscherbrunnen gewaschen. Zum Spülen habe ich ihn an die sieben Mal untergetaucht, und zum Abschluss ist er zwischen den kleinen Knirpsen mit ihren Schwimmreifen und Schwimmflügelchen gelandet. Hat richtig süß ausgesehen.“

Bei der Vorstellung musste Vicky lachen.

Aber Nessa war noch nicht fertig. „Dann ist der Bademeister aufgetaucht, der ungefähr so aussieht wie ich, nur ein paar Schuhnummern größer und älter. Wir haben uns sofort verstanden. Diese kleinen drei Wanzen hatten bei ihm auch schon einige Frechheiten abgelassen.“

Langsam dauerte es Vicky zu lange.

„Ich muss dann bald los“, drängte sie Nessa.

„Ach, bin schon fast fertig. Also, an der Imbissbude arbeitet eine nette Lady, die mit dem Rotschopf und ähnlichen Landplagen nicht fertig wird und dringend Hilfe braucht. Ab Morgen verkaufe ich von zehn bis fünf alles, was Spaß macht und schmeckt.“

„Wirst du in Geld bezahlt?“

Nessa sah Vicky an, als hätte sie gefragt, ob sie vom Mond gefallen sei.

„In was sonst? Schweinen?“

„Naturalien nennt man das“, erklärte Vicky. „Du könntest doch auch Eis und Schokolade bekommen. Oder Pommes frites.“

Lachend sagte Nessa: „He, du willst wohl, dass ich dick werde? So viel kann nicht einmal ICH futtern. Klar bekomme ich Kohle, und nicht wenig.“ Sie nannte Vicky den Stundenlohn, der wirklich nicht schlecht war.

„Könnte ich auch gebrauchen“, stellte Vicky fest.

„Wir könnten uns den Job teilen“, schlug Nessa vor. „Alle zwei Stunden wechseln wir uns ab. So kann jede von uns auch noch baden und in der Sonne liegen.“

Vicky gefiel das Angebot, und sie wollte es auch gerne annehmen. „Muss nur zu Hause klären, wie das mit Sally ist. In den Ferien ist der Kindergarten nicht jeden Tag geöffnet und Mam ist viel unterwegs wegen ihrer neuen Hautcreme. Dann muss ich Sally hüten.“

„Keine Panik, Lady!“

Die Freundinnen teilten sich den Preis für den Eisbecher und bezahlten. Höchste Zeit für Vicky, nach Hause zu fahren.

„Gloria hat auch irgendwie Sehnsucht nach uns. Morgen Abend!“, fiel Nessa ein.

„Bei ihr?“

„Ja, mit Sturm auf Kühlschrank und Grill.“

„Ich werde da sein.“

„Ich vor dir!“

 


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Lucy May – Verhängnisvolles Schicksal

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Lucy May lebt in London und ist eine begeisterte Fußgängerin und Radfahrerin. Menschen, Gebäude, Denkmäler und Tiere, die sie unterwegs sieht, bringen sie auf Ideen. Sie arbeitet einen Teil der Woche in der Online-Redaktion eines Lifestyle-Magazins. An den übrigen Tagen schreibt sie an ihren Büchern, oft in einem winzigen Cottage am Meer in Margate/Kent. Ihr Freund und ihr Kater Prince sind immer dabei.