Maddie Fuchs im Interview

Worum geht es in deinem Buch Glitzer im Kopf?

Es geht um eine junge Frau namens Sofia Fitz. Sie ist auf der Suche nach dem Glück und der Meinung, es läge im Besitz schöner Dinge, in einem gewissen Status in der Gesellschaft. Deswegen möchte Sofia reich heiraten und sich das schöne Leben von Antonio, einem wohlhabenden Anwalt, finanzieren lassen. Auf ihrem Weg begleitet sie jedoch auch David, der treue beste Freund. Er will seiner Freundin zeigen, dass der Sinn des Lebens nicht im Ansammeln von Luxusgütern, sondern in Dingen liegt, die man mit Geld nicht kaufen kann.

 

Sofia und David sind Freunde mit gewissen Vorzügen. Kann das überhaupt gut gehen?

Ich denke, auf Dauer nicht. Jeder, der so eine Freundschaft deren Vorzüge einmal genossen hat, wird wissen, dass sich nach einer gewissen Zeit mindestens einer von beiden doch verliebt. Sex schafft Nähe, und das kann man nicht allzu lange leugnen.

 

Wie würdest du Sofia in drei Worten beschreiben?

Materialistisch, lebensfroh, egozentrisch.

 

Hegt Sofia echte Gefühle für Antonio oder lässt sie sich vom Luxus blenden?

Sofia ist fasziniert von Antonio. Von seiner Macht, seinem Geld und seiner Herkunft. Sie hat ihr Leben lang von dieser Welt geträumt und entwickelt aus dieser Bewunderung heraus tatsächlich Gefühle für Antonio. Er gefällt ihr ja auch als Mann sehr gut, und sie haben tollen Sex. Ich würde sagen, sie empfindet für ihn eine Mischung aus geschmeichelt sein, Bewunderung, Ehrfurcht und Stolz, an seiner Seite zu sein.

 

Macht Geld allein glücklich?

Nein, definitiv nicht. Es ist schön, finanziell sorglos zu sein, keine Frage. Aber zum einen ist man viel stolzer auf etwas, wenn man selbst dafür gearbeitet hat. Und zum anderen würde ich persönlich die „Sorgen“ der Reichen nicht haben wollen. Wie man sein Imperium hält, die vielen Feinde und auch falschen Freunde, die man hat, all der Druck der auf einem lastet. Ich habe selbst meine Erfahrungen in solchen Kreisen gesammelt und möchte nicht dazugehören.

 

Sofia träumt von einem Leben als verwöhnte Ehefrau. Die Gefahr, sich dabei selbst zu verlieren ist hoch. Was möchtest du anderen Frauen mit auf den Weg geben, die dasselbe Ziel vor Augen haben?

Ich hatte dieses Ziel vor einigen Jahren auch, und habe tatsächlich einen Mann kennengelernt, der mir dies hätte ermöglichen können. Was kann ich anderen Frauen daraus mit auf den Weg geben? Am Ende des Tages zählt es nicht, wie viele Geschenke er dir macht oder dass du seine schicken Autos fahren darfst. Sondern, dass dich der Mensch an deiner Seite aufrichtig liebt und dir stets den Rücken stärkt. Dass ihr Zeit miteinander verbringt und Interessen teilt.

Ein großes Problem, das ich bei reichen Ehemännern sehe, ist, dass die Verlockungen sehr vielfältig sind wenn die Geldbörse groß ist. Diese Männer sind oft abends noch unterwegs bei „Geschäftsessen“, sind Workaholics und oft auch durstige Weintrinker. Sie lassen ihre Frauen viel allein, behandeln sie mit wenig Respekt, selbst dann, wenn sie deren Kinder aufgezogen haben. Und am Ende ist man vollkommen abhängig davon, dass der Mann die Rechnungen zahlt. Was, wenn man sich doch scheiden lässt?

Ich sage: Der Wunsch nach einem guten Leben ist durchaus legitim. Aber macht das Erreichen dieses Ziels nicht von einem Mann abhängig! Krempelt die Ärmel hoch und arbeitet selbst dafür. Auch wenn man hübsch genug ist, sich „einen zu angeln“- Schönheit vergeht. Aber wahre Liebe, Unabhängigkeit und Stolz auf eigener Hände Arbeit sind unvergänglich.

 

Mit welchem der beiden Männer würdest du dein Liebesglück finden?

Definitiv mit David. Es tat mir jedes Mal so schrecklich leid, ihm sein Glück nicht zuzuschreiben. Aber keine Sorge, in der Fortsetzung passiert ihm Gutes.

 

Du hast die Wahl: Urlaub im Luxushotel mit Infinitypool oder Camping unter Sternenhimmel?

Hmmm, dann das Hotel! Ja, ich möchte mich gern für 2 Wochen im Jahr rundum verwöhnen lassen, mit dick gepolsterten Liegen und einem Vormittags-Mojito. Ich arbeite das ganze Jahr über sehr hart UND bin Mutter eines Kleinkindes. Da habe ich mir (hoffentlich 2019!) eine Auszeit im Jahr verdient. Niki soll natürlich dabei sein. Ein Städtetrip darf ruhig abenteuerlicher sein und da würde ich weniger auf eine Rundum-Sorglos-Unterkunft schauen. Aber mit einer Klorolle im Gebüsch zu verschwinden (wie beim Camping), das ist dann doch nichts für mich.

 

Wie kamst du auf die Idee für dein Buch? Warst du schon mal in einer ähnlichen Situation wie Sofia?

Wie bereits oben erwähnt: Ja. Ich hatte viele Jahre lang dieses Ziel und war der Meinung, dass Menschen wie Antonio bewunderns-, und ihr Leben erstrebenswert wäre. Gut, dass ich die Gelegenheit bekam hinter die Kulissen zu blicken. Das hat mir gezeigt, was wirklich wichtig ist: Zeit, Respekt, Gesundheit, Ehrlichkeit.

 

Hast du deine Geschichte und Figuren von vorne rein durchgeplottet oder hast du einfach darauf losgeschrieben?

Ich habe tatsächlich einfach drauf los geschrieben. Die Szenen und Figuren waren schon alle in meinem Kopf, ich musste selten nachdenken wie es weitergehen soll oder wie ich wen nenne. Es war alles da.

 

Wann hast du mit dem Schreiben angefangen?

Ich habe bereits in der Grundschule sehr gern geschrieben und stets Lob für meine Aufsätze gesammelt. In den Ferien dachte ich mir dann immer Geschichten für meine Schwester Fee aus.

 

Was macht für dich einen guten Liebesroman aus?

Dass es interessant bleibt! Ein guter Liebesroman sollte spritzig, gefühlvoll, sexy aber nicht kitschig sein. Es gehören auch dramatische Szenen dazu, wie das Zusammentreffen von Isabel und Sofia. Die Liebe ist nicht rational. Ich selbst mag z.B. die Bücher von Susan Elizabeth Philipps sehr und lese sie immer wieder.

 

Welchen Buchcharakter liebst du so sehr, dass du dir wünschst, ihn/sie selbst geschrieben zu haben?

Den großen Gatsby.

 

Und zu guter Letzt: Hast du eine Buchempfehlung für uns?

Aber ja!

Ich lese einmal im Jahr „Tender is the Night“ vom großen Fitzgerald (daher auch Sofias Nachname Fitz). Ich liebe es, wie er mit Worten Bilder malt (auf Englisch).

Außerdem mag ich „Park Avenue Prinzessinnen“ von Plum Sykes. So herrlich oberflächlich und zickig, ich muss es einfach immer wieder lesen. Vielleicht gerade weil ich nicht mehr so bin.

Und für die gute Laune, wie bereits erwähnt, die Susan E. Philipps Bücher. Am liebsten die, die sich um ihre Football-Geschichten drehen. Ich liebe es, dass in einer abgeschlossenen Geschichte vertraute Figuren aus ihren vorigen Romanen auftauchen. Außerdem waren das die ersten Sexszenen, die ich je gelesen habe.

Maddie Fuchs kam während der Zeit auf dem Gymnasium durch einen Schreibwettbewerb mit dem Journalismus in Verbindung. Sie gewann einen Preis und wurde kurz nach dem Abitur neben der Uni als Reporterin bei einer lokalen Zeitung eingestellt. Bald jedoch merkte sie, dass es ihr wichtiger ist über Dinge zu schreiben, die sie wirklich bewegen als fremde Geschichten zu erzählen. So kam Maddie zu ihrem ersten eigenen Roman.

Hier geht’s zu ihrem E-Book.

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