Swingers and Sins

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Kapitel 1

Da war doch jemand. Lola setzte augenblicklich das Fernglas an. Hinter einem der erleuchteten Fenster im ersten Stock hatte sich etwas bewegt. Die Lücke zwischen dem Schwarzdornstrauch und dem Stamm der mächtigen Lärche, unter deren Nadeldach sie lag, war groß genug, um das gesamte Grundstück zu überschauen. Es war der perfekte Beobachtungsposten, hoch gelegen und vor unerwünschten Blicken gut verborgen.

Lola lenkte das Okular die lange Reihe grauer Flügelfenster entlang, bis sie jenes im Blick hatte, das ihre Aufmerksamkeit erregt hatte. Hinter Glas erspähte sie eine Frau mit langen dunkelblonden Haaren, lachend und völlig unbekleidet, die sich mit einer anderen, nicht einsehbaren Person unterhielt. Als jemand die roten Vorhänge zuzog, wurde Lola ausgeschlossen.

Mehrere Minuten lang tat sich gar nichts. Lola widmete sich wieder dem eisernen Tor, als ein weiterer Wagen vorfuhr. Es war eine Limousine. Die Farbe war in der fortgeschrittenen Abenddämmerung nicht mehr genau zu erkennen. Aus der Fahrertür stieg ein Mann in nachtschwarzer Kleidung und trat auf den Cowboy auf der anderen Seite der Gitterstäbe zu. Der war hier offensichtlich die Torwache. Als es noch heller gewesen war, hatte Lola ihn eingehend mit ihrem Fernglas sondiert. Einen Mann in einem eigelben Anzug mit einem weißen Stetson auf dem Kopf und braunen Lederstiefeln hatte sie sich bislang nicht vorstellen können. Noch dazu gut aussehend. Dieser Typ hatte ihren Horizont bezüglich gerade noch duldbarer modischer Extravaganzen erweitert. Seine Augenfarbe hatte sie nicht erkennen können, wohl aber ein paar mokkabraune Locken unter seinem Hut.

Nach einem kurzen Austausch mit dem neuen Gast öffnete er das Tor. Die Limousine durfte einfahren. Lola verfolgte ihren Weg an den Obstbäumen vorbei zur Rückseite des Anwesens, wo ihrer Zählung nach inzwischen rund sechzig Fahrzeuge parken mussten.

In einem anderen Fenster des ersten Stockwerks ging das Licht an. Lola reagierte prompt und nahm es ins Visier. Da fast überall Vorhänge tiefere Einblicke verwehrten, war sie für jede solcher Gelegenheiten dankbar. Sie wollte sich einen bestmöglichen Überblick verschaffen, bevor sie in dieses geheimnisvolle Gebäude eindrang.

Für einen kurzen Moment rückten hinter der Glasscheibe zwei schemenhafte Gestalten ins Blickfeld, die eine Kiste oder Truhe zwischen sich her trugen. Schon Sekunden später erlosch das Licht wieder.

Lola setzte ihr Fernglas ab, als sie hinter sich das Knacken eines brechenden Zweiges vernahm. Vorsichtig drehte sie sich herum und hockte sich aufrecht. Die Silhouetten der Bäume und Sträucher verharrten unbeweglich und still. Allmählich kroch die Dunkelheit des Waldes über seine Grenzen hinaus und nahm vom restlichen Land Besitz. Am Himmel leuchteten Sterne auf.

In der Annahme, falschem Alarm aufgesessen zu sein, widmete sich Lola wieder dem Gebäude. Das Hoflicht war zwischenzeitlich eingeschaltet worden und erhellte die gepflasterte Auffahrt vom Tor bis zur Haustür. Die aber schien niemanden zu interessieren. Genau wie beim ersten Mal, als Lola auf der Lauer gelegen war, hatte bislang niemand nach Abstellen seines Wagens das Haus umrundet, um vorne zu klingeln. Für die Gäste musste folglich irgendwo an der Rückseite ein Eingang offenstehen. Lola hätte gerne noch auf das Eintreffen ihrer Zielperson gewartet, aber um die Sache mit der Hintertür zu klären, beschloss sie nun, ihren Standort zu wechseln. Da die Nacht aufzog, sollte sie es riskieren können, ihre Deckung zu verlassen.

In angeratener Distanz folgte Lola dem Verlauf des schmiedeeisernen Zauns, der dieses einsame Grundstück einschloss. Hinter den Fenstern des Erdgeschosses brannte inzwischen fast überall Licht, doch Vorhänge verwehrten jeglichen Ein- und Ausblick. Auf einem der Obstbäume bemerkte Lola einen blinkenden roten Punkt. Garantiert eine Sicherheitskamera. Lola war deswegen nicht weiter beunruhigt. Hier draußen würde sie sie bestimmt nicht aufzeichnen.

Als es ihr günstig erschien, suchte Lola am Waldrand Deckung hinter einem Busch. Sie wollte nicht riskieren, zufällig in die Scheinwerferlichter ankommender Fahrzeuge zu geraten, wenn sie in ihre Parkplätze rangierten.

Die Rückseite des Anwesens bekam Lola zum ersten Mal zu Gesicht. Auf Höhe des Erdgeschosses, und damit gegenüber dem dezent ausgeleuchteten Parkplatzareal deutlich erhoben, hatten sich zahlreiche Gäste auf einer Terrasse eingefunden. In eleganter Abendgarderobe standen sie in Grüppchen beisammen, tranken Wein, Sprudel oder was auch immer und naschten von Häppchen, die auf Stehtischen auslagen. Ein Teich zur Rechten, bestimmt zweimal so groß wie die Terrasse, war festlich beleuchtet. Ob der zum Schwimmen gedacht war oder zur Fischzucht genutzt wurde, war Lola nicht ersichtlich. Es interessierte sie auch nicht. Im Augenblick planschte jedenfalls niemand darin herum. Von der Terrasse aus führte ein Steg hinaus.

Auf einem Balkon unter der Schräge des Satteldachs hatten sich ebenfalls Leute eingefunden. Lola sah sich die Gruppe da oben näher an, konnte aber kaum mehr als dunkle Umrisse erkennen. Bislang war ihr hier niemand bekannt vorgekommen. Aber sie war sich gewiss, dass sich das noch ändern würde. Mindestens eine Person, die sich über kurz oder lang zu dieser Schar gesellen würde, kannte sie nur allzu gut.

Ein weiterer Wagen umrundete das Gebäude und reihte sich zu den anderen abgestellten Fahrzeugen. Dieses Mal ein Kleinwagen. Mann und Frau, beide in mittleren Jahren und sommerlicher Abendkleidung, entstiegen ihm. Lola verfolgte ihren Fußmarsch zu einer Tür, wo ihnen nach kurzem Warten aufgemacht wurde. Inwieweit die beiden zuvor eine Klingel betätigt hatten, war Lola entgangen.

Gleich neben dieser Tür nahm etwas seinen Anfang, das wie ein Wintergarten oder eher wie ein Gewächshaus aussah und sich mindestens zehn Meter weit an die Hausfassade schmiegte. Einzusehen war es nicht.

Lola stutzte, als sie sah, wer den beiden Neuankömmlingen die Kellertür aufhielt. Da war eine weißblonde Frau, splitternackt, nur mit etwas klobigem Halsschmuck behangen. Bunte Holzringe und Federn, soweit Lola das erkennen konnte. Neben ihr rückte ein durchtrainierter Mann ins Blickfeld, ebenfalls unbekleidet, wenn man von einem obszön schmalen Lendenschurz absah. Nachdem die zwei neu angekommenen Gäste eingetreten waren, verschloss er die Tür wieder. Ob das die Hausherren waren? Lola bezweifelte es.

Ein Rascheln im rückwärtigen Gebüsch ließ sie zusammenzucken. Sie wirbelte herum, doch noch geblendet vom Außenlicht des Anwesens stierte sie zunächst in vollkommene Schwärze. Als sich ihre Augen nach ein paar Sekunden auf die Lichtverhältnisse eingestellt hatten, sah sie nichts außer Baumsilhouetten, Sträucher und dunkles Buschwerk. Sie ärgerte sich über ihre Nervosität. Es gab nicht den geringsten Grund, schreckhaft zu sein, impfte sie sich nachdrücklich ein. In jedem Wald gab es Geräusche. Niemand war hier draußen. Und schon gar nicht wollte ihr jemand etwas antun.

Lola nahm sich wieder dem Gebäude an. Als sie einen weiteren Wagen auf den Parkplatz rollen sah, schlug ihr Herz einen Takt schneller. Die Farbe des Wagens war im Zwielicht der Hofbeleuchtung und der umgebenden Finsternis nicht klar zu erkennen, aber als ihr ein Blick auf das Kennzeichen möglich war, sah sie sich in ihren Erwartungen bestätigt. Miranda war soeben eingetroffen.

Lola setzte das Fernglas ab und atmete tief durch. Als sie das Areal erneut in Augenschein nahm, stieg Miranda auch schon aus ihrem Wagen. Ihr schulterlanges, naturschwarzes Haar wehte im abendlichen Sommerwind, der das Anwesen umschmeichelte. Das heiße Kleidchen, in dem sie steckte, hatte sie auch bei der letzten Mitarbeiterversammlung getragen. Hatte bei ihrem neuen Abteilungsleiter Eindruck schinden wollen – was ihr auch gelungen war.

Flüchtig leckte sie ihren Erdbeermund, ging zum Heck des Wagens und nahm eine Sporttasche aus dem Kofferraum. Lola wusste ziemlich genau, was dieses Gepäckstück enthielt.

Miranda machte sich damit auf den Weg zur Tür. Es sah nicht so aus, als ob sie angeklopft oder eine Klingel betätigt hatte. Die Tür öffnete sich wie von selbst. Erneut erschienen Tarzan und Jane unter dem Türbogen und komplimentierten Miranda mit einer einladenden Geste herein. Dieser Offerte kam sie ohne zu zögern nach. Hinter ihr wurde die Tür wieder geschlossen.

Lola biss die Zähne aufeinander. Was spielte sich in diesen Mauern ab? Sie hatte natürlich eine gewisse Vorstellung, erst recht seit Miranda im Büro ständig anzügliche Andeutungen fallen ließ, zu welcher Art von Partys sie neuerdings regelmäßig eingeladen wurde. Anfänglich hatte Lola es für Aufschneiderei gehalten. Nach einer Weile aber hatte sie die Sache neu überdenken müssen. Vor allem, weil Aufschneiden eigentlich nicht zu Miranda passte. Dergleichen hatte sie nie nötig gehabt. Als zuletzt dann auch noch ihr Ex Denni bestätigt hatte, dass Miranda seit etwa einem halben Jahr an jedem zweiten Wochenende in ihm unbekannte Gefilde entschwand, war Lola klargeworden, dass an ihren vorgeblichen Abenteuern irgendetwas dran sein musste.

Zunächst hatte sie angenommen, Miranda hätte einfach einen neuen Partytempel für sich entdeckt, wo sie nun mit ach so tollen und super geistreichen Leuten abhing, und müsste Lola das nun genüsslich unter die Nase reiben. Entsprechende Locations waren aber üblicherweise öffentlich zugängliche Adressen und keine geheimen Zusammenkünfte in abgelegenen Herrenhäusern, bei denen den Gästen obskure Losungssprüche abverlangt wurden, damit sie eingelassen wurden. Lolas Neugier war geweckt worden.

Nachdem Lola einen weiteren Gast durch die Hintertür hatte eintreten sehen, zog sie sich zu ihrem ursprünglichen Beobachtungspunkt bei der Lärche zurück. Sie war bereit, aufs Ganze zu gehen und Mirandas Geheimnis zu ergründen. Wenn da nur diese elende Nervosität nicht wäre, die ihr womöglich alles zunichtemachen würde.

Ein weiterer Wagen hielt am Tor an und begehrte Einlass, der ihm ohne viel Federlesens gewährt wurde. Lola kannte den heutigen Losungsspruch, demzufolge müsste man auch ihr den Zutritt gestatten. Aber was dann? Garantiert gäbe es noch ein paar weitere Schnappfallen und Gelegenheiten, bei denen sie sich verraten könnte. Zum Beispiel den Umstand, dass sie sich den Losungsspruch mit einer List ergaunert hatte und überhaupt nicht eingeladen war.

Egal. Den Preis, endlich herauszufinden, womit Miranda sich hier die Zeit vertrieb, erachtete Lola als verlockend genug, dieses kleine Risiko auf sich zu nehmen. Was konnte schon groß passieren? Im schlimmsten Fall würde man sie abweisen oder rauswerfen. Mit beiden Schmähungen würde sie leben können. Für die Aussicht, Mirandas Geheimnissen auf die Spur zu kommen, würde sie auch mehr als das hinnehmen.

Fest entschlossen, ihr sorgfältig vorbereitetes Vorhaben in die Tat umzusetzen, marschierte Lola zu ihrem Wagen zurück. Sie hatte ihn auf einem nahen Forstpfad abgestellt. Das Fahrzeug war nicht mehr weit, als sie erneut ein Geräusch aufschreckte. Dieses Mal war es der Schrei eines Uhus. Einmal öfter mahnte sie sich zur Ruhe. Sie atmete tief durch, dachte an ihre Yoga-DVD und versuchte ihre innere Mitte wiederzufinden. Dieser Coup erforderte Coolness. Die aufzubringen, konnte doch nicht so schwer sein.

Ihr Wagen hatte schon Form in der Finsternis angenommen, als Lola abrupt innehielt. Spielten ihr ihre Augen einen Streich oder lehnte da jemand an ihrer Kühlerhaube? Sie schaute genauer hin. Entweder war sie einer optischen Täuschung aufgesessen oder es bewegte sich dort tatsächlich etwas. Etwas oder jemand.

Gewissheit erlangte sie, als eine Taschenlampe aufleuchtete.

Lola erschrak. „Hey! Wer ist da?“

In einem ersten überdrehten Moment dachte sie an diesen Cowboy. Womöglich fungierte der auch als Sicherheitsdienst und patrouillierte jetzt hier draußen wie ein Sheriff auf einem Pferd umher, um Schleicher mit seinem Lasso einzufangen.

„Hi, Lola“, sprach eine männliche Stimme. „Eine wunderschöne Nacht für einen Spaziergang, oder?“

„Verdammt, was soll denn das?“, blaffte Lola und bemühte sich, ihren Schrecken zu verbergen. Sie hatte die Stimme erkannt. Trotzdem hätte sie am liebsten Reißaus genommen. Schon allein der Peinlichkeit wegen.

„Na ja, das könnte ich jetzt auch dich fragen“, entgegnete Denni. Eigentlich hieß er Daniel, aber alle nannten ihn Denni. „Ich spioniere meiner Ex hinterher. Und du? Was machst du hier?“

„Einen Einkaufsbummel“, antwortete Lola.

Jemand lachte kurz auf, aber das war nicht Denni. Es war jemand hinter ihm. Denni war also nicht allein.

Lola konnte niemanden erkennen, weil sie die Lampe noch immer blendete. „Kannst du vielleicht mal dieses blöde Ding da ausmachen?“

Denni tat es und seufzte. „Gib einfach zu, dass du aus demselben Grund hier bist. Dann könnten wir das hier einigermaßen mit Würde auflösen.“

Über den Zweck ihres Hierseins gab es tatsächlich nichts herumzudeuten. Wohl aber über ihre Motivation.

„Miranda geht mir tierisch auf die Nerven mit ihren permanenten Anspielungen“, sagte Lola. „Jetzt will ich herausfinden, was da dran ist.“

Das entsprach soweit der Wahrheit. Im Büro verging kaum ein Tag, an dem Miranda nicht irgendwelche Bemerkungen fallen ließ, was für ein erfüllendes Wochenende sie mal wieder hinter sich hätte. Was Lola verschwieg, war, dass sie gern selbst solche Abenteuer erleben würde, wie Miranda sie da in letzter Zeit so vollmundig anklingen ließ. Erotische Abenteuer, ungehemmt und zügellos.

Warum Denni hier war, lag auf der Hand. Er stand noch immer auf Miranda, dieser Idiot. Lola fragte trotzdem.

„Und warum schnüffelst du ihr nach?“

„Aus ähnlichen Gründen“, behauptete er. „Ich will mich vergewissern, dass es ihr gut geht. Dass alles in Ordnung ist. Und dass sie keine Dummheiten macht. Du weißt schon.“

„Das ist natürlich Blödsinn“, meldete sich der noch unbekannte Typ irgendwo hinter Denni in der Dunkelheit zu Wort. Wahrscheinlich ein Kumpel von ihm. „Er ist eifersüchtig. Obwohl sie ihn gar nichts mehr angeht.“

„Halt bitte die Klappe, Greg“, fuhr Denni ihn an.

Greg. Lola dämmerte, wen Denni da dabeihatte. Sie erinnerte sich an einen Gregor, den Denni und Miranda ihr vor Urzeiten mal in einer Kneipe vorgestellt hatten. Ein rundum schmucker Kerl mit tiefblauen Augen und dunklen Haaren, den Lola damals gern vernascht hätte. Leider hatte er seine Freundin dabeigehabt. Sich in Partnerschaften zu drängen, war für Lola tabu. Sonst hätte sie sich vielleicht auch Denni schon mal unter den Nagel gerissen. Der war seit dem Aus mit Miranda wieder Single, aber noch nicht über sie hinweg. Auch konnte Lola nicht recht einschätzen, wie Miranda darauf reagieren würde, wenn sie mit ihm etwas anfing.

Irgendetwas aber musste passieren. Lolas letzter Fick war nun bald acht Monate her.

„Okay, also was ist das hier?“, fragte Denni geschäftig. „Wer wohnt in diesem Anwesen und was geht da drin vor sich?“

„Woher soll ich das wissen?“, erwiderte Lola. „Bin nie drin gewesen.“

Denni wurde ungeduldig. „Na, was erzählt dir Miranda denn im Büro? Was passiert da in diesem Haus?“

„Erzählen tut sie gar nichts“, sagte Lola. „Sie macht nur immer wieder Andeutungen.“

„Was für Andeutungen?“

Es war nicht der richtige Augenblick, um Denni zu schonen, darum legte Lola die Karten unverblümt auf den Tisch. „Andeutungen über einen Ort, an dem sie sich ordentlich austobt. Sexuell.“

Denni blieb daraufhin stumm, aber Greg ging in die Offensive. „Ach, und der soll hier sein? Mitten im Nirgendwo?“

„Miranda ist hier, oder?“, sagte Lola. „Also muss das hier der Ort sein. Oder besser dieses Anwesen.“

Greg trat ein wenig näher. Mehr als die Kontur eines Gesichts war im fahlen Sternenlicht nicht zu erkennen.

„Woher weißt du denn, dass sie hier ist?“, fragte er.

„Muss sie ja wohl, wenn gleich zwei Hobbydetektive ihr gefolgt sind.“ Lola hob demonstrativ ihr Fernglas. „Außerdem habe ich sie gesehen. Sie ist schon im Haus.“

Nun schwiegen beide Männer eine Weile. Schließlich fand Denni wieder Worte. „Hast du noch andere bekannte Leute ausmachen können?“

Lola verneinte wahrheitsgetreu. Armer Kerl, dachte sie. Miranda hatte ihn abserviert und längst abgeschrieben, aber er tapste ihr noch immer dackelhaft hinterher.

„Na schön, und was hast du jetzt vor?“, fragte Greg.

„Ich fahre wieder nach Hause, wenn ihr mich an mein Auto lasst“, log Lola.

Denni gab seinen Platz an der Kühlerhaube auf, Greg trat einen Schritt beiseite, womit der Weg frei war. Lola entriegelte ihren Wagen und stieg ein. „Und was habt ihr vor?“, fragte sie, bevor sie die Wagentür schloss.

„Irgendwo einen trinken“, behauptete Greg. „Es sei denn, du leihst uns dein Fernglas.“

Lola gab nur ein schales Grinsen zurück, das Greg wahrscheinlich nicht mal gesehen hatte. Sie startete den Wagen und rollte die etwa dreißig Meter rückwärts auf die Straße zurück. Eigentlich hatte sie sich hier noch umziehen wollen, aber da waren diese beiden Störenfriede aufgetaucht und hatten ihren Plan korrumpiert.

Die Straße machte nur eine einzige Biegung, bevor die schmale Zufahrt zu diesem ominösen Anwesen abzweigte. Lola hielt ihren Wagen kurz vorher an und entnahm ihrem Kofferraum ihr mitgeführtes Abendkleid. In Jeans und Jägerweste würde man sie wahrscheinlich nicht reinlassen. In ihrem nachtblauen Einteiler rechnete sie sich schon mehr Chancen aus. Entscheidend aber würde fraglos der Losungsspruch am Tor sein.

 

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Robin Aurelia wuchs, inmitten von Weinbergen, im Trentino auf und betreibt heute mit einer Freundin eine Partnervermittlungsagentur. Neben Singles stellen die beiden ihre Dienste vor allem Paare zur Verfügung, die ihre bisherigen sexuellen Horizonte erweitern möchten. Vermittelt werden auch Laiendarsteller und Komparsen für erotische Aufnahmen und Filmproduktionen. Die turbulenten Erfahrungen in diesem in vieler Augen obszönen Gewerbe flossen in Robins literarisches Debüt Swingers and Sins – Villa des Verlangens.