J. C. Philipp über ihr neues E-Book und die unglaubliche Geschichte dahinter

Das Erbe von Broom Park beginnt mit der jungen Fischerstochter Hazel MacAllan, die an der schottischen Westküste zwischen Oban und Ballachulish lebt. Zu dem Buch gibt es eine sehr romantische Geschichte, die die Liebesgeschichte des Romans umso schöner macht.

Die Autorin J. C. Philipp erzählt:

Vor einigen Jahren hatten mein Mann und ich eine Ehekrise. Wir machten Trennung auf Probe und ich suchte im Internet nach Ablenkung bei einer Partnerbörse. Ich nannte mich selbst „Hazel“. Nach einiger Zeit fing ich an mit einem Kerl zu chatten, der sich „Glen Coe“ nannte. Wir hatten viele Gemeinsamkeiten und verstanden uns blendend. Er erzählte von Problemen mit seiner Ex-Frau und seinem schwierigen Job und ich von meinen Problemen. Nach zwei Monaten verabredeten wir uns zu einem Blind-Date. Er schrieb mir vorher „ich sollte auf alles gefasst sein“. Darauf was passierte war ich dann nicht gefasst. Vor mir stand mein Mann. Inzwischen sind wir 25 Jahre verheiratet und haben 2017 in Schottland, in Ballachulish, unser Eheversprechen erneuert. Daher hat das Buch für uns beide eine große Bedeutung. 

 


 

Worum geht es in deinem Buch Das Erbe von Broom Park?

Das werde ich hier nicht alles verraten. Das wäre als würde man im Buch die letzte Seite zuerst lesen.  Nur so viel: Es ist ein historischer Roman der 1813 beginnt. Die Heldin ist eine junge Schottin, die sich in einen Mann verliebt, den sie nicht haben kann. Das Schicksal führt sie von der Westküste nach Edinburgh und schließlich nach Indien. Sie findet ihre große Liebe. Es dauert aber lange, bis sie das erkennt.

 

Was war der Moment, in dem dir klar wurde, dass du diese Geschichte aufschreiben wolltest?

Nach meinem ersten Roman (von 1998) der in Wales spielt, wollte ich irgendwann eine neue Geschichte schreiben, die in Schottland spielt. Das war noch weit vor dem großen Schottlandroman-Hype.

 

Ein schottisches Herrenhaus, ein verfallener Ballsaal, eine Plantage in Indien – deine Schauplätze sind sehr bildgewaltig. Entspringt das alles deiner Fantasie?

Ja, die ist nämlich blühend. Die Inspiration dazu ziehe ich aus meinen Reiseerfahrungen in bisher 40 Länder. Darunter auch nach Schottland, England, Wales und Irland.  Es sind sowohl die traumhaften Landschaften als auch die kulturellen und architektonischen Schönheiten, wie Schlösser, Herrenhäuser, Parks und Gärten, Museen und Tempel, die sich mir auf ewig eingeprägt haben.

 

Hast du die Erzählung schon im Voraus geplant oder hast du dich beim Schreiben von deiner Intuition leiten lassen?

Teile waren geplant, wie z.B. die Plantage. Vieles ergibt sich aber erst, wenn ich schreibe einfach so oder wird aufgrund von weiteren Erkenntnissen angepasst.  Eigentlich wollte ich die Heldin in die Karibik schicken … Indien passte aber besser in die Zeit und gab mehr, bisher noch nicht erzählte Historie, um etwas daraus zu machen.

 

Deine Hauptfigur Hazel hat ein sehr bewegtes Leben. Wie bewahrt sie sich auch in schwierigen Zeiten ihre Hoffnung?

Sie ist einfach eine Kämpferin, die nicht aufgibt. Sie verspricht ihrer Mutter stark zu sein und dieses Versprechen hält sie.

 

Welcher Satz aus dem Buch ist dein „Lieblingssatz“?

Oh je … da muss ich jetzt aber mal überlegen. Ich denke der letzte Satz im Buch, der am Anfang auch schon mal vorkommt. Wenn man das Licht in Schottland mal erlebt hat, dann vergisst man das nie wieder.

 

An welchen Schauplätzen des Romans bist du selbst schon gewesen?

In Schottland an allen. Meine Eltern sind früher fast jedes Jahr zum Angeln hingefahren und ich musste mit. Sie hatten einen Freund – Douglas – der hatte ein Haus im Broom ParkDrive in Lesmahagow und ein Ferienhaus in Ballachulish in dem wir ein paarmal Gäste waren. Ich liebe Glen Coe und kenn es noch, als die Straße einspurig mit Ausweichplätzen war und kaum Touristen unterwegs waren. Auch in Edinburgh war ich und bis hoch an die Nordküste. Mein Mann teil inzwischen meine Liebe für Schottland.

 

Wie sahen deine Recherchen dazu aus?

Reisen nach Schottland. Viel über die Geschichte Europas lesen zu der Zeit in der das Buch spielt. Über die Zeit zwischen 1800 und 1850 hatte ich schon für mein erstes Buch viel gelesen und damals noch in der Bibliothek gestöbert. Vieles recherchiere ich natürlich auch im Internet. Ich hatte vorher noch nie von den Pindari gehört und ich glaube, dass über den Pindari War kaum etwas bekannt ist.

 

Wie lange hat die Arbeit an Das Erbe von Broom Parkgedauert?

Zu lange. Das Buch ist schon einige Jahre fertig. Ich war nur, nachdem der Verlag für mein erstes Buch aufgelöst wurde und es kaum Exemplare gab, etwas frustriert. Ich hab es immer vor mir her geschoben, einen neuen Verlag zu suchen, da es beim ersten Mal ein echter Kampf war.
Im August 2017 haben mein Mann und ich dann anlässlich unserer Silberhochzeit noch einmal geheiratet: In Schottland, in Ballachulish. Er im Kilt, ich in Weiß. Sehr romantisch.Dort zu sein, hat dann den letzten Kick gegeben, das Buch nochmal zu überarbeiten und es endlich einem Verlag anzubieten. Ich habe mich dann ganz bewusst für eine Veröffentlichung als E-Book entschieden.

 

Hast du eine Fortsetzung geplant?

Oh ja!  Die Recherchen dazu laufen schon.

 

Was hast du bisher veröffentlicht?

Im Jahr 1998 erschien mein erster Roman Chestnuthill – Das Haus auf dem Kastanienhügel als gedruckte Ausgabe. Leider war der Verlag sehr klein und wurde später aufgelöst. Ich habe die Rechte zurückerhalten und hoffe auf eine Neuauflage einer überarbeiteten Version als E-Book.

 

Welches Buch liest du gerade?

Zur Zeit lese ich einige historische Romane, um zu sehen, was auf dem Markt derzeit im Angebot ist und wie da der Stil ist.
Rein zum Genusslesen waren das letzte die Krimis Friesen Lohn und Friesen Klinik von Stefan Wollschläger, die in Ostfriesland spielen. Ich lese gerne Roman oder Krimis, die in den Gegenden oder Ländern spielen, in denen ich mich grade aufhalte und ich war da grade eine Woche in Ostfriesland.

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J. C. Philipp wurde 1966 im Taunus geboren. Sie wuchs in einem überaus reiselustigen Elternhaus auf und besuchte, seit sie 10 Jahre alt war, unter anderem regelmäßig Schottland, England und Wales. Inzwischen hat sie 39 Länder bereist und spricht 5 Sprachen. Ihren ersten Roman, Chestnut Hill, begann sie noch während der Schulzeit. Schreiben ist für sie Entspannung und Arbeit zugleich. Sie legt Wert darauf, nach entsprechender Recherche, viele belegte Geschichtsdaten in ihre Romane einzuarbeiten. Mit ihrem Mann und ihren Haustieren lebt die begeisterte Reiterin im Taunus in einem 300 Jahre alten Fachwerkhaus.