Hot Neighbors

Kapitel 1

Freitagnachmittag

Fünfzehn Uhr und ich sitze allein zu Hause. Wie hat es nur so weit kommen können?

Seufzend trete ich ans Fenster und schaue in die Ferne. Von Weitem kann ich einen Teil des Riesenrads im Prater sehen. Trotz der Schwüle sind einige Wiener auf der Straße unterwegs. Die wissen den Feierabend zu genießen. Sie zu beobachten, frustriert mich.

Ich wünschte, ich hätte jemanden an meiner Seite, einen Freund, einen Partner, jemanden, der sich Gedanken um mich macht. Klar kann ich dafür sorgen, dass ich im Bett nichts vermissen muss. Schließlich braucht es keine Liebe, um Spaß mit einem Mann zu haben. Aber noch bin ich über die Sache mit Sven nicht hinweg. Sonst hätte ich schon die ein oder andere Idee, wie ich mich ablenken könnte. Der neue Nachbar, auf den ich heute einen Blick habe werfen dürfen, wäre eine Möglichkeit. Immer wieder muss ich an ihn denken. Die Fantasie, was dieser starke Mann mit mir anstellen dürfte, lässt mein Herz rasen. Bei der Hitze sollte ich das schnell abstellen.

Aus der Küche hole ich mir ein Glas Wasser und den Apfelstrudel, den ich mittags in der Bäckerei gekauft habe. Damit mache ich es mir jetzt auf der Couch bequem. Im Fernsehen läuft ein Wissensquiz. Ich habe den Ton abgestellt, weil ich die nervige Stimme des Moderators nicht ertrage.

Vielleicht hätte ich doch die Mädels auf dieser Tour ins Salzburger Land begleiten sollen. Maren und Tina haben schon seit Tagen von nichts anderem geredet. Aber hinter mir liegt eine anstrengende Woche. Jetzt in der Ferienzeit ist am Flughafen so verdammt viel los. Die Langstreckenflüge erlauben mir als Stewardess, fremde Länder zu bereisen, in die ich sonst nie kommen würde. Zeit für ein Privatleben bleibt mir allerdings nicht viel.

Dabei gäbe es noch einiges zu organisieren. An der Wand meines Wohnzimmers stapeln sich bereits die Umzugskartons. Dekoartikel, die ich etwas voreilig gekauft habe, verstellen mir den direkten Weg vom Esstisch zur Couch. Bin ich froh, wenn dieses Chaos beseitigt ist!

Ab Montag kann ich in meine neue Wohnung. Ich muss die Wände neu streichen, im Schlafzimmer einen Teppich verlegen lassen, den Einbau der Küche kontrollieren. Die meisten Möbel nehme ich mit, weshalb ich einen Freund gebeten habe, mir seinen SUV zu borgen. Die Kleiderkästen müssen hier abgebaut und drüben wieder aufgestellt werden, bevor ich meine Sachen wieder einräumen kann. Für all das habe ich mir extra die kommende Woche freigenommen. Das nächste Wochenende will ich schon in der neuen Wohnung verbringen.

Ich schaufle den Apfelstrudel in mich rein. Die Liste von Dingen, die mich erwarten, stresst mich. Und wenn ich gestresst bin, esse ich. Gott sei Dank habe ich mir bei meinem Job gute Nerven antrainiert, aber dieser Umzug liegt mir im Magen. Und dazu ist es auch noch unerträglich heiß. Ich trage bloß ein dünnes Hemdchen, und trotzdem läuft Schweiß meinen Rücken hinunter. Sven hat sein Versprechen, die Klimaanlage zu reparieren, nicht gehalten. Jetzt muss ich es allein ausbaden. Noch ein Punkt auf Svens Minusliste.

Hätte er mich nicht verlassen, könnte ich diese tolle Wohnung genießen, ohne ständig trübselig zu werden, wenn mich etwas an ihn erinnert. Ich muss hier weg, um nicht mehr an ihn denken zu müssen und wieder neu anfangen zu können. Nur wegen Sven fühle ich mich in meinen eigenen vier Wänden einsam. Er trägt überhaupt Schuld an vielen Dingen, die gerade in meinem Leben schieflaufen. Wegen unserer Trennung bin ich unkonzentrierter und leichter reizbar. Ich habe mir eine Rüge eingefangen, als ich einem aufdringlichen Fluggast mit harscheren Worten als notwendig klargemacht habe, dass sein Flirten unangebracht ist. Davor hätte ich einen Flug beinahe verpasst, weil ich verschlafen habe.

Es ist höchste Eisenbahn, dass ich die Kurve kriege. Sollte ich meinen Job verlieren, würde ich bald auf der Straße landen. Und sowas steht mir gar nicht.

Vielleicht nehme ich die Einladung des Piloten an, der mich schon seit Ewigkeiten um ein Date bittet. Als ich noch vergeben war, hat mich diese Hartnäckigkeit amüsiert. Aber möglicherweise wäre ein Verehrer, der ehrlich an mir interessiert ist, im Augenblick genau das Richtige für mich.

Auf dem Gang höre ich Stimmen. Ein Mann und eine Frau. Sie halten direkt bei meiner Tür an. Mit viel Schlüssel klimpern und lautem Lachen der Frau wird die Wohnung gegenüber geöffnet. Na, wenigstens mein neuer Nachbar scheint Spaß zu haben.

Dass der sich überhaupt schon traut, Besuch zu empfangen! Heute Vormittag habe ich beobachtet, wie er aus einem riesigen Umzugswagen unzählige Kisten und Möbel geschleppt hat. Wegen des Umzugswagens habe ich stechende Eifersucht empfunden. Für die Menge an Zeug ist er aus meiner Sicht allerdings zu bemitleiden. Er kann seine Wohnung unmöglich jetzt schon präsentabel hergerichtet haben. Ob seiner Begleitung das egal ist? Vielleicht wäre ich auch nicht sonderlich anspruchsvoll, wenn ich bei einem attraktiven Kerl wie ihm landen könnte.

Er entspricht genau meinem Beuteschema: schulterlanges hellbraunes Haar, muskulöse tätowierte Oberarme, stechende blaue Augen. Ein optischer Leckerbissen. Heute Morgen habe ich überlegt, wie schade es ist, dass ich bald wegziehe und deshalb keine nähere Bekanntschaft mit ihm schließen kann. Eine kurze Affäre wäre auch in meinem Sinn. Doch es scheint, als hätte er eine Freundin. Tja, Pech gehabt.

Ob seine Brust behaart ist? Trotz des engen Muskelshirts habe ich das aufgrund der Entfernung nicht erkennen können. Ich liebe bei meinen Kerlen Haare auf der Brust, solange es nicht überhandnimmt.

Die Beine in den kurzen Hosen waren stark gebräunt. Ein Sportler möglicherweise. Ich kann ihn mir nicht in einem Büro vorstellen.

In den Umzugskartons habe ich Bücher entdeckt. Gehören die seiner Freundin? Ich würde gern glauben, dass Lesen zu seinen Hobbys zählt. Nichts ist mehr sexy als ein muskulöser Kerl mit Herz und Hirn.

Vergiss das Herz, mahne ich mich. Das brauchst du schon gar nicht. Sein Hirn kann von Vorteil sein, wenn es darum geht, auf die Bedürfnisse einer Frau Rücksicht zu nehmen. Notfalls reicht aber auch der durchtrainierte Körper. Einer, der sich hart an mich presst.

Meine Brustwarzen beginnen zu kribbeln. Ich lasse meine Hand von meinem Bauch zu meinen Brüsten wandern, streiche mit dem Daumen leicht über eine Spitze, die sich sofort verhärtet. Wenn mir diesen Dienst doch bloß jemand anders erweisen würde!

Mit geschlossenen Augen stelle mir meinen neuen Nachbarn vor. Sein Blick ist begierig, als er sich zu mir beugt. Seine Lippen schließen sich über dem Stoff, unter dem sich meine Brustwarzen abzeichnen. Ja, das würde mir gefallen.

Hastig streife ich mir das Hemdchen über den Kopf. In meiner Fantasie drängt er mich zurück, bis ich liege. Seinen Mund direkt auf meiner Haut zu spüren, macht mich total an. Er saugt an meinen Brustspitzen, lässt seine Zungenspitze damit spielen. Begehrlich, wenig zaghaft. Der Kerl weiß, was er will.

Während er seine Zärtlichkeiten unterbricht und langsam sein Muskelshirt hochschiebt, werde ich meinen Slip los. Meine Augen heften sich auf die Haut, die er freilegt; der Stoff offenbart straffe Bauchmuskeln. Dann kommt eine behaarte Brust zum Vorschein, ganz wie ich sie mir vorgestellt habe.

Mein heißer Nachbar beugt sich wieder über mich und küsst mich auf den Hals. Seine Hände umfassen meine Brüste, liebkosen sie, bevor er neuerlich mit der Zunge über die harten Knöpfe streicht. Gleichzeitig legt er sich zu mir auf die Couch.

Sein Gewicht auf mir fühlt sich perfekt an. Sein Körper ist so schwer und so hart.

In der Stille der Wohnung kommt ein lautes Stöhnen über meine Lippen.

Er schiebt eine Hand zwischen meine Beine. Es handelt sich lediglich um eine federleichte Berührung, doch ich spüre die Explosion meiner Nervenenden bis in mein Innerstes. Seine Finger schweben über meiner Haut; ein neckisches, sanftes Werben.

Auf meiner Brust spüre ich seine freie Hand. Er massiert meinen Busen mit festem Griff, zieht an meinen Brustwarzen, dreht sie zwischen Daumen und Zeigefinger, sodass sich der süße Schmerz in Wellen in meinem Körper fortpflanzt.

Frustriert wimmere ich, weil die Berührung meines heißen Nachbarn an meiner intimsten Stelle im Gegensatz zu dem kräftigen Zwirbeln viel zu sanft ist. Gott, ich liebe dieses Necken. Einige Sekunden lang genieße ich die unterschiedlichen Liebkosungen, doch dann reicht es nicht mehr. Meine Mitte pocht sehnsüchtig. Ich packe seine Hand und presse sie fest an mich.

Der Mann auf mir lacht leise und bewegt einen Finger. Mit der Fingerkuppe dringt er dabei in mich ein.

Wieder stöhne ich laut, hebe ihm mein Becken entgegen, damit ich mehr von ihm spüre. Als Antwort zieht er sich zurück und kreist mit dem Daumen über meiner Klitoris. Die Muskeln in meinem Becken spannen sich an.

Die Reibung nimmt an Intensität zu. Während er mich weiter neckt, lässt er immer wieder seine Fingerspitze in mich gleiten. Ich will ihn ganz fühlen. Mein Herz pocht schnell, mein Atem kommt stoßweise und jede Faser meines Körpers ist angespannt und sehnt sich nach Erfüllung. Doch er lässt sich Zeit, um mich an die Grenze des Erträglichen zu bringen.

Bestimmt ahnt er, wie sehr ich mich nach ihm verzehre. Ich bin mir sicher, er kann erkennen, wie verrückt er mich macht.

„Jetzt“, bettle ich schließlich. Es scheint, als hätte der Raum sich unnatürlich aufgeheizt. Meine Haut glüht und Schweißtropfen perlen auf meiner Stirn. Ich bin seltsam fiebrig. „Jetzt!“

Zwei seiner Finger schieben sich endlich ganz in mich. Das Gefühl ist unwahrscheinlich intensiv. Mein Mund öffnet sich zu einem lautlosen Schrei. Er stößt zu, reibt sich dabei zusätzlich an meiner empfindlichsten Stelle und um das Vergnügen perfekt zu machen, beugt er den Kopf und saugt an meiner Brustwarze.

Alle Muskeln meines Körpers verkrampfen sich und überraschend schnell halte ich den Atem an. Ich bin ein gespannter Bogen, der darauf wartet, sämtliche Energie abzugeben. Ein paar weitere Bewegungen der Hand in und an mir, ein sanfter Biss in meine Brust und die Spannung entlädt sich in einem Feuerwerk meiner Sinne.

Mein Körper versucht ihn mit zuckenden Kontraktionen festzuhalten. Hinter meinen geschlossenen Augen leuchten Lichtblitze auf, Wärme breitet sich von meinem Magen aus, kühlt sich aber viel zu schnell wieder ab. Mir ist gleichzeitig heiß und kalt. Ich zittere, habe ein leises Surren im Ohr und ringe nach Luft. Schwindel erfasst mich, als die Couch sich unter mir dreht. Fast befürchte ich, die Besinnung zu verlieren.

Meine Finger umfassen immer noch meine Brust und meine Scham, als ich wieder zu mir komme. Mein Mund ist ausgetrocknet, sodass ich krampfhaft schlucke. Ich fröstle, obwohl das Zimmer sich nicht abgekühlt hat. So intensiv habe ich schon lange keinen Orgasmus mehr erlebt.

Grinsend öffne ich die Augen. Das Bild meines heißen Nachbarn verfolgt mich immer noch. Doch jetzt ist mein Begehren gestillt. Ich muss nicht mehr befürchten zu sabbern, wenn mir der nächste attraktive Mann über den Weg läuft. Und das Beste? Trotz kaputter Klimaanlage ist es mir gelungen, mich etwas abzukühlen.

Dieser Zustand wird leider nicht lange andauern.


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Bettina Kiraly – Hot Neighbors

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Als Teenager startete Bettina Kiraly mit Gedichten und kurzen Fragmenten von Geschichten. Zehn Jahre dauerte ihr erster Roman von der Idee zur Vollendung. Nun feiert sie demnächst ihr zehnjähriges Jubiläum als veröffentlichte Autorin und bald ihre dreißigste Veröffentlichung.

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