Vier Pfoten für ein Wunder

Stuttgart, November 2017. Es sind die gemütlichen Lesestunden, die in der kalten, dunklen Jahreszeit für Glück auf dem Sofa sorgen: In der Liebesgeschichte Vier Pfoten für ein Wunder sorgt Autorin Jennifer Wellen mit einer Mischung aus packenden Rettungsaktionen, Wunschträumen, die sich verwirklichen, und einer ordentlichen Portion Romantik für einen unterhaltsamen Spannungsbogen, der nicht nur Hundeliebhaber fesseln wird.

Rechtzeitig zu Weihnachten in das perfekte Glück? Die Protagonisten Catlin und Nick leben zusammen auf einem Bauernhof in Arizona und scheinen ihr Liebesglück gefunden zu haben. Doch das Weihnachtsfest steht vor der Tür und die Sorgen beginnen: Denn Catlin hält nicht viel von Weihnachten, für sie ist es ein Tag wie jeder andere. Als sie eine versteckte Botschaft am Halsband ihres Hundes findet, scheint sich das Blatt plötzlich zu wenden. Kurzerhand begibt sich Catlin auf die Suche nach dem anonymen Schreiber und macht dabei eine überraschende Entdeckung. Gibt es doch noch Weihnachtswunder?

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9783960873044

Ein geliebter Hund, der zum Überbringer einer mysteriösen Botschaft wird, Wünsche, die in Erfüllung gehen, dramatische Wendungen und natürlich ein Happy End machen diesen Liebesroman zu einer herzerwärmenden Lektüre in der Vorweihnachtszeit.

Vier Pfoten für ein Wunder

„Was schenken wir James und Bethanys Kindern?“ Catlin griff zu einem Buch und blätterte es durch. Es handelte sich um eine Geschichte über einen Schneemann namens Freddy Frosty. Heutzutage gab es richtig schöne Kinderbücher. Mit bunten Illustrationen und farblich abgestimmt auf die jeweilige Zielgruppe. Sie konnte sich nicht daran erinnern, in ihrer Zeit im Heim je ein so schön gestaltetes Werk in den Händen gehalten zu haben. Wenn sie ein Kind haben sollte, würde sie sich mit ihr oder ihm zusammen ins Bett kuscheln und gemeinsam genau solche Bücher lesen.

Hastig schlug sie das Buch zu, stellte es zurück ins Regal zu den anderen und ignorierte den Stich in ihrer Herzgegend. Vermutlich würde daraus ja nichts werden. Ob Dog es mochte, wenn sie ihm vorlas?

„Was hältst du von Barbies?“ Nick hielt zwei Pappkartons hoch, in denen sich die perfekt geformten Plastikpuppennachbildungen einer Eiskunstläuferin und einer Winterelfe befanden. Er bewegte erst den einen dann den anderen in die Höhe, so als wolle er sie auffordern, sich für eine von beiden zu entscheiden.

„Herrgott Thornton, hast du mal in das Zimmer der Mädels geguckt? Das besteht quasi nur aus Barbies.“ Catlin schüttelte energisch den Kopf. Die Kinder von ihren besten Freunden James und Bethany sollten sicher nicht lernen, dass eine hübsche Figur und lange Haare alles im Leben war. Schönheit brachte einige Vorteile, aber auch jede Menge Risiken mit sich. Wie sie selbst am eigenen Leibe hatte erfahren müssen. Bei ihrem Heimleiter Hamesworth war ihr ihr Aussehen zum Verhängnis geworden, während sie es die Jahre danach benutzt hatte, um sich erfolgreich als Beischlafdiebin über Wasser zu halten. Aber auch das hatte irgendwann seinen Tribut gezollt. Sie war an den falschen Typen geraten und beinahe im Gefängnis gelandet.

Sie ließ ihren Blick über die Regale in der Spielwarenabteilung gleiten, der an einem großen Werbeschild hängenblieb. Ja das wäre doch was!

„Was hältst du hiervon? Ein elektronischer Lernstift für beide und passend dazu zwei Bücher über Elfen oder Pferde.“

Nick runzelte die Stirn. „Lernstift?“

Sie nickte. „Er liest den Kindern vor oder erzählt ihnen Geschichten.“ Vorsichtig nahm sie den Teststift in die Hand und drückte auf den On-Knopf. Er piepte und begrüßte sie mit einem: Schön, dass du da bist.

Nick verzog das Gesicht. „Dafür gibt es doch Eltern. Also wenn wir irgendwann mal ein Kind haben, erzähle ich ihm lieber selbst Geschichten.“

Catlin tippte auf einige Symbole in dem Buch. Der Stift erkannte jedes davon und erklärte, was genau sich dahinter verbarg. Faszinierend.

„Ihm?“, entfuhr es ihr, als ihr klar wurde, was Nick da gerade gesagt hatte.

Er grinste. „Es wird natürlich ein Junge, ist doch klar. Ein Mädchen wird nicht freiwillig mit mir an Autos herumschrauben.“

Sie dachte kurz nach. „Aber dann wird unser Sohn mehr Zeit mit dir verbringen, als mit mir und ich muss immer alleine shoppen oder zum Friseur gehen.“ Unweigerlich flammte der negative Schwangerschaftstest in ihr auf und Catlin spürte, wie ihre Wangen warm wurden.

Nick lachte. „Okay ich sehe schon, wir brauchen auf jeden Fall mindestens zwei Kinder. Ein Mädchen für dich und einen Jungen für mich.“ Er trat neben sie und nahm ihr den Stift aus der Hand, um ihn selbst auszuprobieren.

In diesem Moment konnte sie nicht anders. Sie musste wissen, wie Nick über eine kinderlose Beziehung dachte. Was wenn er unbedingt welche wollte und sie ihm keine schenken konnte?

„Und was wenn uns gar keine Kinder gegönnt sind?“

Sie sah Nick angespannt dabei zu, wie er wahllos auf dem Buch herumtippte. Plötzlich machte der Stift nur noch Geräusche. Grunzen, Muhen, Miauen, Bellen. Catlin hätte am liebsten vor Anspannung gejault.

„Warum sollten uns keine Kinder vergönnt sein?“, gab er beiläufig zurück.

Sie zögerte kurz. „Vielleicht weil es immer noch nicht geklappt hat.“

Nick sah sie an. Er wurde umgehend ernst und legte den Stift weg. „Cat, bitte. Ich finde, du machst dir viel zu viele Gedanken. Wir probieren es erst seit einem halben Jahr. Ich habe von Paaren gehört, bei denen der Klapperstorch erst Jahre später an die Tür geklopft hat.“ Spontan zog er sie in seine Arme. Catlin schluckte schwer. Plötzlich hatte sie einen Kloß in ihrem Hals, der so groß wie ein Tennisball zu sein schien. „Und zu viel Gegrübel macht es auch nicht besser. Im Gegenteil. Es erhöht nur den Stresspegel. Was passieren soll, passiert. Lass es doch einfach geschehen.“ Sie schmiegte sich an ihn. Mit der Hand strich er ihr beruhigend über den Rücken.

„Und wenn wir das Gefühl haben, es klappt nicht, dann sollten wir zwei doch wohl die Ersten sein, die darüber nachdenken, einem Kind aus einem Heim ein schönes zu Hause zu geben, oder?“ Er schob sie ein Stück von sich und sah sie an. Er lächelte. Und plötzlich löste sich der Kloß auf.

Vielleicht hatte Nick recht. Vielleicht verlangte sie einfach zu viel. Vielleicht war der Zeitpunkt noch nicht der richtige. Sie hatte gerade erst ihre Ausbildung zur Tierpflegerin beendet. Womöglich sollte sie sich zuerst um einen Studienplatz für Tiermedizin kümmern. Kinder konnte sie auch mit fünfunddreißig noch bekommen. Also hatte sie doch noch fünf Jahre Zeit. Zeit genug, ein Studium anzufangen und zu beenden.

Catlin nickte zustimmend, ließ die Sache vorerst auf sich beruhen und wandte sich wieder dem Spielzeug zu. „Dann eben kein Lernstift und keine Barbies. Was hältst du dann von Malen nach Zahlen?“ Die seltsame Grimasse, die Nick in diesem Moment zog, zeigte ihr, dass auch Malen nach Zahlen keine Option war. Seufzend griff sie zu seiner Hand und zog ihn weiter in Richtung der Gesellschaftsspiele. Kommt Zeit, kommt Rat.

***

Zurück in Anthem trat Catlin zuallererst auf die Terrasse, um nach Dog zu rufen. Doch er ließ sich einfach nicht blicken. Nick maß derweil den Zaun aus, um am nächsten Tag die neuen Elemente besorgen zu können. Um sich von ihrer Unruhe abzulenken, griff sie zu den Rollen Weihnachtspapier, die sie im Schreibwarenladen besorgt hatten, und begann die ersten Geschenke einzupacken.

Für die Kinder von James hatten sie sich nach langer Diskussion für zwei Gesellschaftsspiele entschieden, die sie dann mit ihnen gemeinsam spielen wollten. Bethany, James Frau, würde den neuen Roman von Ken Follett bekommen, sowie eine kleine Flasche Cashmere, ihr Lieblingsparfum, das perfekt zu der kalten Jahreszeit passte. Für James gab es nur eine Option – ein Gutschein eines Home Depots. Er brauchte immer neues Werkzeug und um ihm nicht etwas zu schenken, was er vielleicht schon hatte, konnte er sich für den Gutschein selbst etwas aussuchen.

Da fiel ihr ein, dass sie für Nick ja auch noch ein Geschenk brauchte. Sie wusste nur nicht recht was. Ihm etwas zu schenken, empfand sie als wirklich schwer. Zumal ihr Weihnachten nicht so lag. Vielleicht ein Buch über Autos? Oder ein Modellauto? Aber wäre das wirklich was für einen Automechaniker? Sie nahm sich vor, James um Rat zu fragen. Als Nicks bester Freund wusste er bestimmt, was Nick sich wünschte.


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Jennifer Wellen ist promovierte Biologin und arbeitet seit einigen Jahren als Dozentin in der Erwachsenenbildung. Wenn sie nicht gerade angehende Physio- und Ergotherapeuten unterrichtet, schreibt sie mit Wonne Kurzgeschichten oder Frauenromane. Zusammen mit ihrer Familie und den obligatorischen Schriftstellerkatzen lebt sie derzeit im Ruhrgebiet.