Reaktor – Der unsichtbare Mörder

1

Das war ein guter Ort zum Sterben. Wenn er sich jetzt hinsetzte, würde er nie wieder aufstehen. Chris Bernasconi ging trotzdem auf die Holzbank zu.

   Sein Körper schmerzte, als würde er von innen zerfressen, in seinem Kopf hämmerte es wie in einem aktiven Bergwerk.

   Chris Bernasconi atmete tief aus und setzte sich. Er spürte das warme Holz der Bank und blickte auf den endlos erscheinenden Baikalsee. Das Wasser funkelte in der Sonne. Es roch nach Fisch und Meer, auch wenn Letzteres im Grunde nicht sein konnte.

   Aber in diesem Land war ohnehin alles anders, als er erwartet hatte.

   Die meisten Klischees über Russland stimmten nicht, das galt erst recht für Sibirien. So brannte auf seiner von Ekzemen übersäten Haut die Sonne und statt von Schneeflocken wurde er von Schnaken umschwärmt.

   Sie stachen ihn gleich zu mehreren, doch Chris Bernasconi wehrte sich nicht. Es war sinnlos, die Schnaken zu töten, wahrscheinlich würden sie es ohnehin nicht überleben, wenn sie von seinem Blut tranken.

   Außerdem hatte er keine Kraft mehr, sie zu verjagen.

   Er hatte einen der größten Umweltskandale der Neuzeit aufgedeckt, doch das war nichts gegen das, was noch kommen würde.

   Die Menschheit musste gewarnt werden.

   Was, wenn es Darius nicht schaffen würde?

   Wenn sie ihn vorher abfingen?

   Gemeinsam hatten sie jahrzehntelang für höhere Sicherheitsvorkehrungen gekämpft, für funktionierende Notfalllösungen, für echte Alternativen.

   Doch für sich selbst hatten sie darauf verzichtet.

   Mit zittrigen Händen nahm Chris Bernasconi ein Blatt Papier und einen Kugelschreiber aus seiner Hemdtasche. Er atmete schwer, jede Bewegung schmerzte, sogar das Anknipsen des Kugelschreibers.

   Es ging um die Wahrheit.

   Er wusste, die Menschen wollten die Wahrheit gar nicht hören, sondern das, was gut klang, was in ihr Weltbild passte.

   So wie die Legende, dass die Amerikaner für die Mondlandung Millionen Dollar für die Entwicklung eines Kugelschreibers ausgegeben hatten, der in der Schwerelosigkeit schreiben konnte, während die Russen einfach Bleistifte verwendet hatten.

   Die Geschichte klang gut, fußte auf bekannten Vorurteilen und war massenhaft verbreitet worden. Doch sie war von vorn bis hinten erfunden. Fake News.

   Willkommen im postfaktischen Zeitalter.

   Die Menschen glaubten nur das, was sie glauben wollten.

   Und was sie nicht sahen, das gab es nicht.

   Obwohl es die größte Gefahr von allen war.

   Doch er musste die Menschen warnen, selbst wenn es nur ein Teil von ihnen verstehen würde.

   Unter Schmerzen strich Chris Bernasconi das Papier glatt, setzte zu schreiben an und spürte wieder dieses wahnsinnige Hämmern unter seiner Schädeldecke.

   Ein Tropfen Blut fiel auf die Spitze des Kugelschreibers und benetzte das Papier darunter. Chris Bernasconi fasste sich an die Nasenflügel, betrachtete seine blutverschmierte Hand und schloss für einen kurzen Moment die Augen. Konzentrier dich!

   Der Kugelschreiber versagte, ließ ihn die Worte ins Leere schreiben.

   Er drehte das Papier um, drückte den Kugelschreiber fester, doch er schrieb nicht und das Blut tropfte weiter.

   Chris Bernasconi wollte aufstehen, aber seine Beine gehorchten ihm nicht mehr. Er sackte zur Seite, riss noch einmal die Augen auf, doch als er auf dem harten Boden aufschlug, bemerkte er es schon nicht mehr.

2

Mia Adam hing am Kühlturm eines Atomkraftwerks auf hundertzwanzig Metern Höhe und fragte sich, warum von allen Aktivistinnen ausgerechnet sie nicht mit einem Polizeieinsatz gerechnet hatte.

   Weil sie ausnahmsweise auf der anderen Seite stand? Weil Nick sie mit seinem Charme überredet hatte, bei der Aktion       dabei zu sein, da er drei Mitstreiter ersetzen musste?

   Also hatte sie mitgemacht, obwohl sie Polizistin war.

   »Ohne dich muss ich die Aktion abblasen«, hatte er erklärt und hinzugefügt, dass sich die Polizei die letzten Male immer zurückgehalten habe. »2014 haben wir mit über hundert Aktivisten das AKW Beznau geentert, sind am Reaktorgebäude hochgeklettert und niemand hat uns daran gehindert.« Er hatte ihr versprochen, dass niemand erfahren würde, wer diese kleine, junge, hübsche Aktivistin mit dem rothaarigen Bubikopf war.

   Das Wörtchen ‚hübsch‘ hatte den Ausschlag gegeben und sie verfluchte sich dafür.

   Dieser Sommermorgen wäre ideal für ein entspanntes Picknick im Grünen gewesen, doch stattdessen war sie schon um vier Uhr morgens aufgestanden, vom Treffpunkt nach Däniken gefahren worden und hing jetzt am Kühlturm, ausgestellt wie ein Orang-Utan-Weibchen im Zoo. Neben Mia prangte ihr Plakat, mit der wenig diplomatischen Aufschrift: ‚Atomkraft ist scheiße, in Japan gibt’s Beweise‘.

   Unten am Kühlturm standen ein paar Sicherheitsleute des Kraftwerks und Dutzende Polizisten.

   Die Polizei war eben nie dort, wo man sie brauchte.

   Und gerade jetzt konnte Mia die Kollegen überhaupt nicht brauchen.

   Einer der Polizisten schrie etwas in ein Megafon, aber sie verstand kein Wort.

   Sie blickte zu den anderen Aktivisten, Ratlosigkeit stand in ihren Gesichtern. Und dann gab Nick das Signal zum Abseilen.

   Sie schaute ihn voller Unverständnis an, doch er schien entschlossen, aufzugeben.

   Aber Mia war nicht hier um aufzugeben, sie war hier, um zu kämpfen. Wenn sie festgenommen wurde und Bundespolizeichef Graf das mitbekam, dann konnte sie ihre Marke abgeben.

   Und wie sollte Graf es nicht mitbekommen, wenn die Polizisten sie verhafteten?

   Nick seilte sich ein paar Meter ab und alle anderen folgten ihm.

   Bis auf Mia.

   »Was ist?«, rief er und blickte nach oben zu ihr. »Wir müssen runter!«

   »Warum?«, entgegnete sie und kannte doch die Antwort schon.

   »Wir haben keine Chance.« Er deutete auf die Polizisten unter ihnen. »Außerdem ist unser Ziel erreicht. Wenn sie uns festnehmen, kommen wir bestimmt in die Tagesschau.«

   Alles, nur das nicht, dachte Mia und hielt sich weiter am Seil fest.

3

Montage hatten etwas Bedrückendes an sich, aber der erste Tag nach dem Urlaub war noch viel deprimierender. Fiel beides zusammen, fühlte sich der Morgen wie eine kleine Katastrophe an. Das Lebenswerte trat in den Hintergrund und der Zwang in den Vordergrund.

   Als Erik Lindberg nach dem Aufstehen in den Spiegel schaute, sah er nicht – wie die Kolleginnen immer meinten – Jude Law mit Anfang dreißig, sondern einen übermüdeten Kommissar mit Ringen unter den Augen.

   Als er später einen der dunkelblauen Anzüge anlegte, die er normalerweise auf der Arbeit trug, kam dieser ihm zentnerschwer vor. Klar war es schön, Kolleginnen wie Mia Adam und Katharina Zach wiederzusehen, auf andere wiederum hätte Erik Lindberg noch jahrelang verzichten können.

   Zu letzteren zählte sein Vorgesetzter, Bundespolizeichef Beat Graf.

   Lindberg fuhr zur Arbeit und war keine fünf Minuten anwesend, da zitierte Graf den Kommissar schon zu sich.

   Kurz darauf saß Lindberg auf diesen unbequemen Besucherstühlen in Grafs Büro und sah dem Bundespolizeichef zu, wie der sich einen Espresso aus seiner persönlichen Kaffeemaschine eingoss. Natürlich, ohne Lindberg einen anzubieten.

   »Während Ihrer Abwesenheit hat sich einiges getan.« Graf strich sich über die polierte Glatze und fragte nicht mal anstandshalber, wie denn Lindbergs Urlaub verlaufen war.

   »Gibt es einen neuen Fall?«, fragte Lindberg, obwohl er sich sicher war, dass er davon aus der Presse erfahren hätte.

   Graf schüttelte den Kopf. »Ich hatte Kontakt mit den Kollegen vom Landeskriminalamt in Berlin.« Er legte eine genüssliche Pause ein, nippte an seinem Espresso – und in dem Moment wurde Lindberg klar, dass es heute nicht bei einer kleinen Katastrophe bleiben würde.

   »Ich hab mich schon immer gewundert, wie Sie diesen Wohlers so schnell wieder fassen konnten, nachdem er aus dem Gefängnis entflohen war.« Graf blickte Lindberg überheblich an.

   »Das war ein mehrfacher Mörder«, erwiderte Lindberg. »Meine Freundin lag wegen ihm monatelang im Koma, erst jetzt, während meines Urlaubs, konnte sie auf eine Aufwachstation verlegt werden, sie muss jedes Wort einzeln lernen, sie kann noch wieder nicht laufen …«

   »Rache war noch nie ein guter Ratgeber«, unterbrach ihn Graf.

   »Ich habe mich nicht gerächt«, sagte Lindberg. »Ich habe Wohlers nur dorthin gebracht, wo er hingehört: ins Gefängnis.«

   »Genaugenommen hat das die Kollegin Adam erledigt.« Graf runzelte die Stirn. »Wo steckt die eigentlich?«

   »Ich habe keine Ahnung«, antwortete Lindberg und auch wenn er hoffte, dass das Thema Berlin damit erledigt war, ahnte er, dass der Bundespolizeichef ihm diesen Gefallen nicht tun würde.

   »Zum Dienstbeginn um acht Uhr war niemand in ihrem gemeinsamen Büro.« Graf schüttelte ungehalten den Kopf.

   »Wenn wir einen Fall haben, arbeiten wir dafür am Wochenende oder nachts.«

   »Oder Sie fliegen mal eben nach Berlin.«

   Lindberg schluckte.

   »Den Kollegen dort ist aufgefallen, dass der Schlüssel zur Asservatenkammer fehlt. Also haben die eine Inventur der Beweismittel gemacht und dabei festgestellt, dass ein Sudoku-Heft des besagten Herrn Wohlers ausgetauscht wurde.«

   Lindberg schloss die Augen, doch er spürte förmlich, wie Grafs Blicke ihn durchbohrten.

   »Jedenfalls stammt das Sudoku-Heft, welches in der Asservatenkammer lag, aus dem letzten Jahr, Wohlers hingegen ist viel früher festgenommen worden. Also kann es sich nicht um das Heft handeln, welches konfisziert worden ist.« Er grinste herablassend. »Es sei denn, Wohlers hat eine Zeitmaschine erfunden.«

   Lindberg schluckte noch mal. Er hatte das Heft bei seinem Besuch in Berlin entwendet, weil Wohlers es nach seinem Gefängnisausbruch von ihm erpressen wollte. Also musste das Heft ein Geheimnis tragen. Zusammen mit seinem Freund Gehirnklitschko hatte Lindberg schließlich herausgefunden, dass in den Sudoku-Zahlen die Kontonummer für ein Schweizer Nummernkonto verschlüsselt war, auf dem die Beute aus vorherigen Raubzügen von Wohlers lagerte. Daraufhin hatte er Wohlers in der Bank eine Falle gestellt. Dieser hatte sie leider gewittert, war am Ende aber mit Mias Hilfe festgenommen worden.

   Soweit perfekte Polizeiarbeit, auf die man hätte stolz sein können, wäre da nicht das illegal entwendete Beweismittel gewesen.

   »Was Sie vielleicht nicht wussten«, sagte Graf und trank mit Genießermiene seinen Kaffee aus. »In der Asservatenkammer in Berlin gibt es neuerdings eine Überwachungskamera.«

   Lindberg blickte seinen Vorgesetzten mit großen Augen an. Er wusste, wie sich unbedarfte Verdächtige verhielten, und hatte gerade jeden derer Fehler begangen. Das musste selbst Graf auffallen.

   »Wir haben jetzt zwei Möglichkeiten«, sagte Graf. »Ich kündige Sie fristlos …« Er machte eine Pause und ließ den Satz wirken.

   Fassungslos schaute Lindberg ihn an. Du mieser, dreckiger Bastard.


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Thomas Kowa, geboren 1969, wohnt in Bern und Mannheim. Er hat Betriebswirtschaft studiert und arbeitete über zwanzig Jahre in der Pharmaindustrie. Nebenbei ist er Musikproduzent, manchmal Weltreisender und Mitglied der Schweizer Fußballnationalmannschaft der Autoren. Mit dem Pharmathriller Remexan – Der Mann ohne Schlaf führte er die Figur des Erik Lindbergs in die Köpfe der Leser. Nach dem zweiten und ebenso spannenden Fall Redux – Das Erwachen der Kinder folgt nun der dritte Band Reaktor – Der Mann ohne Gewissen.

Der Pharmathriller Remexan – Der Mann ohne Schlaf jetzt als Editor’s Edition

Stuttgart, Juni 2017. Ein revolutionäres Medikament, ein Serienmörder, der seine Opfer verstümmelt wie Versuchsaffen und ein Wissenschaftler, der nicht die ganze Wahrheit erzählt – die Zutaten, aus denen Autor Thomas Kowa den ersten Fall für seinen Kommissar Erik Lindberg entstehen lässt. Im Thriller Remexan – Der Mann ohne Schlaf bringt der Pharmakonzern GENEKNOV das Medikament Remexan auf den Markt, das den täglichen Schlafbedarf auf eine einzige Stunde verkürzt. Als der CEO des Pharmakonzerns wie ein Versuchstier mit offenem Schädel und applizierten Elektroden aufgefunden wird, setzt Kommissar Erik Lindberg alles daran, die brutale Tat aufzuklären. Auch der Mord an einer Prostituierten landet auf seinem Schreibtisch. Als er herausfindet, dass sie an einer Remexan-Studie teilgenommen hat, gerät er auf eine neue Spur.

Remexan – Der Mann ohne Schlaf erscheint nun als Editor’s Edition bei dp DIGITAL PUBLISHERS und beinhaltet als umfangreiches Bonusmaterial die Kurzgeschichte Requiem, Steckbriefe des Ermittlerteams um Erik Lindberg, Original-Recherche-Files, einen Lageplan des Geschehens und ein akustisches Cover von „Enjoy the Silence“ von Depeche Mode, gesungen von Erik Lindberg.

Download Pressemitteilung: PM 06-2017_dp_Digital Publishers_EEREMTK

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Der erste Fall von Erik Lindberg jetzt als Editor’s Edition inklusive einer Extra-Kurzgeschichte, Steckbriefen des Ermittlerteams, Original-Recherche-Files, einem Lageplan des Geschehens sowie einem akustischen Cover-Song, gesungen von Erik Lindberg.

Remexan – Der Mann ohne Schlaf

Preisgekrönter Thriller- und Krimi-Autor Thomas Kowa neu im Programm von dp DIGITAL PUBLISHERS

Stuttgart, Mai 2016. Der Stuttgarter Digitalverlag dp DIGITAL PUBLISHERS hat nun auch den preisgekrönten Krimi- und Thriller-Autor Thomas Kowa unter Vertrag. Heute erscheint sein erster Pharma-Thriller mit dem Titel Remexan – Der Mann ohne Schlaf. Ein revolutionäres Medikament, ein Serienmörder und ein Wissenschaftler, der nicht die ganze Wahrheit erzählt, beschäftigen den schwedischen Kommissar Erik Lindberg in Remexan. Es ist der erste von mehreren Thrillern um diesen neuen Ermittler.

Der Pharmakonzern GENEKNOV bringt mit Remexan ein Medikament auf den Markt, das den täglichen Schlafbedarf auf eine einzige Stunde verkürzt. Ungeahnte Möglichkeiten scheinen sich zu ergeben. Doch dann wird der CEO des Pharmakonzerns brutal ermordet aufgefunden. Kommissar Erik Lindberg soll diesen brisanten Fall schnellstmöglich aufklären. Als auch der Fall einer ermordeten Prostituierten, die an einer Remexan-Studie teilgenommen hat, auf Lindbergs Schreibtisch landet, scheinen beide Fälle miteinander verbunden zu sein. Unter Druck gesetzt, weil die Ermittlungen sehr schnell zu Ergebnissen führen sollen, beginnt Lindberg, selbst Remexan zu nehmen. Bald erkennt er jedoch, dass wichtige Forschungsergebnisse über das Medikament geheim gehalten wurden …

Thomas Kowa hat die Idee zu diesem Thriller geträumt: „Wahrscheinlich war ich ziemlich übernächtigt und mein Körper fand das eine tolle Idee. Am nächsten Morgen stand für mich fest: Daraus muss jemand ein Buch machen.“ Thomas Kowa hat selbst über zwanzig Jahre in der Pharmaindustrie gearbeitet und hält es durchaus für möglich, dass es eines Tages ein solches Medikament geben wird. Er ist ein weltoffener, sehr vielseitiger Mensch – Autor, Poetry-Slammer, Musikproduzent und Mitglied der Schweizer Fußballnationalmannschaft der Autoren. Sein bei Lübbe erschienener Debütroman Das letzte Sakrament konnte gleichermaßen Leser und Kritiker begeistern. Thomas Kowa wurde unter anderem 2007 mit dem 2. Preis des Krimi-Wettbewerbs der Süddeutschen Zeitung ausgezeichnet und war mehrfach für die Longlist des Putlitzer-Preises der 42er Autoren nominiert. Während in seinen Thrillern fleißig gestorben werden darf, schafft er es in seinen Kurzkrimis, die Leser gleichzeitig zum Lachen und Fürchten zu bringen, und das ohne eine einzige Leiche! Die Kurzkrimis werden ebenfalls bei dp DIGITAL PUBLISHERS in dem neuen Imprint booksnacks erscheinen.

Den Trailer zum Thriller und nähere Informationen zum Roman und zum Verlag finden Sie auf www.digitalpublishers.de

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Thomas Kowa, geboren 1969, wohnt in Bern und Mannheim. Er hat Betriebswirtschaft studiert und arbeitete über zwanzig Jahre in der Pharmaindustrie. Nebenbei ist er Musikproduzent, manchmal Weltreisender und Mitglied der Schweizer Fußballnationalmannschaft der Autoren. In seinem Thriller Remexan erlebt der Ermittler Erik Lindberg seinen ersten Fall – und das ausgerechnet in der Pharmaindustrie …

Thomas Kowa im Interview

Thomas KowaWorum geht es in deinem neuen Thriller Remexan – Der Mann ohne Schlaf?

Es geht um das Medikament Remexan mit dessen Hilfe man nur noch eine Stunde pro Tag schlafen muss. Kurz nach der Markteinführung des Medikaments geschehen mehrere Morde an Pharmamanagern, die in Verbindung zum Remexan stehen. Dann wird der ermittelnde Kommissar Lindberg selbst vor die Entscheidung gestellt, das Remexan einzunehmen …

 

Wie bist du auf die Idee für Remexan gekommen?

Die Idee zu dem Medikament Remexan – mit dem man nur noch eine Stunde Schlafen muss – habe ich tatsächlich geträumt. Wahrscheinlich war ich ziemlich übernächtigt und mein Körper fand das eine tolle Idee :-). Am nächsten Morgen stand für mich schnell fest: Daraus muss jemand ein Buch machen. Damals habe ich noch gar nicht geschrieben und habe dann nur mit dieser Idee bewaffnet damit angefangen.
Den ersten Entwurf fand ich toll, aber da war ich leider der einzige. In langen Jahren und vielen Kursen habe ich dann das notwendige Handwerkszeug erlernt, habe die Story immer wieder überarbeitet und dazwischen andere Bücher und Geschichten veröffentlicht, aber dieser eine Traum, der hat mich nicht losgelassen. Und jetzt ist es endlich soweit.

 

Was fasziniert dich an Thrillern?

Thriller erlauben es in eine Parallelwelt abzutauchen, die fast genauso wie unsere ist. Nur ein paar Stellschrauben werden verändert – wie beispielsweise das Medikament mit dem man nur eine Stunde Schlafen muss in Remexan – und schon habe ich eine Spannung. Wie wird sich die Welt ändern? Wer profitiert, wer verliert? Und wer wehrt sich dagegen?

 

Wie realistisch ist das Szenario von Remexan?

Ich habe über zwanzig Jahre in der Pharmaindustrie gearbeitet und ich halte es durchaus für möglich, das es eines Tages ein solches Medikament gibt. Beispielsweise gab es schon in den 30er Jahren das Medikament Pervetin (im Grunde war das Speed) mit dem die Wehrmachtsoldaten tage-und nächtelang durchkämpfen konnten – bis dann die ebenso lange Erschöpfung kam und die Sucht. Wenn man an all die Fortschritte in der Medikamentenentwicklung in den letzten hundert Jahren denkt, kann ich mir gut vorstellen, dass in den nächsten Jahrzehnten ein solches Mittel auf den Markt kommt. Zumal das ganze ein Milliardengeschäft wäre und damit manche in der Pharmaindustrie bereit wären, über die eine oder andere Nebenwirkung hinwegzusehen.

 

Du hast selbst über zwei Jahrzehnte in der Pharmaindustrie gearbeitet, meinst du nicht, dass dir dein Buch dort Probleme bereiten wird?

Die Pharmaindustrie hat mit sehr vielen lebensrettenden Medikamenten dafür gesorgt, dass unsere Lebenserwartung immer länger wird, das Kinder mit Diabetes nicht mehr sterben müssen, oder das verheerende Epidemien wie die Pest oder Cholera nicht mehr auftreten können.
Das ist die gute Seite und es gibt unzählige Mitarbeiter in den Pharmafirmen die dafür jeden Tag ihr bestes geben. Und dann gibt es eine dunkle Seite, auf der Studienergebnisse gefälscht werden, Nebenwirkungen verschwiegen und Arzneimittelpreise mal eben um das hundertfache erhöht werden. Das ist die Seite, gegen die ich mit dem Buch anschreibe, denn im Grunde sind das kriminelle Handlungen, die niemand dulden sollte, sei der Gewinn noch so hoch. Natürlich wird mir da jeder CEO eines Pharmaunternehmens selbstredend zustimmen – nur ob er auch danach handelt, das ist die andere Frage.
Genau darum geht es auch in dem Buch: Wer setzt sich durch? Die aufrichtigen, ethisch korrekten, die in der Industrie arbeiten, oder die, denen es nur um den nächsten Bonus geht?

 

Wer ist „der Mann ohne Schlaf“, der im Untertitel des Buchs genannt wird?

Für mich ist das die Hauptperson des Romans, Kommissar Erik Lindberg. Von Alpträume geplagt versucht er für seine im Koma liegende Freundin da zu sein, er hat bei jedem Besuch eine andere Idee, wie er sie wieder ins Leben zurückbringen will – doch alle Versuche scheitern. Dann ereignen sich Mordfälle an Pharmamanagern und er erkennt, dass das Medikament Remexan damit in Verbindung steht. Gleichzeitig wird er vom Polizeichef unter Druck gesetzt, das Medikament zu nehmen. Es würde eine Menge Probleme lösen – keine Alpträume mehr, viel mehr Zeit für die Freundin und für die Ermittlungen – und trotzdem traut er dem Medikament nicht. Bis er es selbst nimmt…

 

Hast du eine Fortsetzung von Remexan geplant?

Ja, schon einen Monat später wird der Thriller Redux erscheinen – der zweite Fall von Kommissar Erik Lindberg. Es geht um einen alten Ritus, mit dem man im Mittelalter glaubte, Totgeborene wieder zum Leben erwecken zu können, der plötzlich wieder an ermordeten jungen Frauen angewendet wird. Dieses Ritus, den ich im Buch schildere gab es im Mittelalter tatsächlich und er ist auch heute noch verblüffend und faszinierend. Aber mehr möchte ich noch nicht verraten, das steht dann im Buch … 🙂

Thomas Kowa – Remexan

Thomas Kowa, geboren 1969, wohnt in Bern und Mannheim. Er hat Betriebswirtschaft studiert und arbeitete über zwanzig Jahre in der Pharmaindustrie. Nebenbei ist er Musikproduzent, manchmal Weltreisender und Mitglied der Schweizer Fußballnationalmannschaft der Autoren. In seinem Thriller Remexan erlebt der Ermittler Erik Lindberg seinen ersten Fall – und das ausgerechnet in der Pharmaindustrie …

Hier geht’s zum Trailer von Remexan und hier zu ersten Fall und hier zum zweiten Fall von Kommissar Erik Lindberg.