Hasta la Pista – Wo die Liebe hinfährt

Kapitel 1: Miese Zeiten für Pandabären

„…“

Wie ein Blasebalg pumpte ich mich über die Luftröhre und die Bronchien bis zum letzten Lungenbläschen mit Rauch voll. Wennschon, dennschon. Doch leider schüttelte mich bereits im nächsten Moment ein fieser Hustenanfall und trieb mir die Tränen in die Augen.

„Na, na, na“, krächzte meine Freundin Tine und klopfte mir beherzt auf den Rücken. „Wir sollten besser aufhören zu rauchen. Ich höre mich schon an wie Ivan Rebroff. Und du wie eine Dampflok mit TBC.“

„Ach was“, japste ich nach Luft. „Wir fangen doch gerade erst an damit, da können wir nicht schon wieder aufhören.“ Ich schnappte mir die Schachtel und zündete mir einen weiteren Glimmstängel an. „Los, weiter geht’s. Kneifen gilt nicht. Du hast gesagt, dass du das mit mir durchziehst. Und ohne Kippen geht’s nun mal nicht.“

Das mit den Zigaretten hatte ich gestern in einem Frauenmagazin gelesen. Na ja, nicht ganz so. Genau genommen hatte da gestanden: Das beste Mittel gegen böse Geister aus Gegenwart und Vergangenheit ist das Ausräuchern. Leider wurde mir beim Geruch von Räucherstäbchen schlecht. Also mussten wir Andys Geist mit Zigarettenrauch vertreiben. Jedenfalls hatte ich meiner besten Freundin Tine erklärt, dass ich ohne die Räucheraktion aus dem Erdgeschoss springen würde. Und da sie nach gefühlten dreihundertsiebenundzwanzig Jahren glücklicherweise immer noch an mir hing und mir außerdem Roy Blacks Ende ersparen wollte, hatte sie der Räuchernummer zugestimmt. Als überzeugter Nichtraucherin schlugen ihr die Zigaretten allerdings mächtig auf den Magen. Ganz grün um die Nase war die Arme schon. Aber von einer Busenfreundin konnte man in Extremsituationen schon mal vollen Einsatz erwarten. Auch, wenn’s ihr den Magen aushebelte.

„Weißt du was?“, fragte ich, um sie abzulenken. „Ich glaube, wir müssen einfach mehr Bewegung in die ganze Sache bringen. So im Sitzen reicht das Räuchern einfach nicht.“ Also kletterte ich auf den Küchentisch.

„Anja, komm sofort runter da“, rief Rebroff-Tine erschrocken.

Ich schüttelte den Kopf. „Nö. Komm du rauf. Alleine kann ich nicht Sirtaki tanzen.“

„Sirtaki?“

Ich nickte energisch. „Sicher. Was willst du denn sonst auf einem Küchentisch tanzen? Pogo?“

Tine seufzte erneut schwer. „Muss das wirklich sein?“, fragte sie gequält.

Ich sah sie nur mit Tränen in den Augen an und nickte, da kletterte sie tatsächlich mit wackeligen Knien zu mir auf den noch wackeligeren Tisch.

Dankbar sah ich sie an. Meine gute Tine. Die quadratisch, praktisch, gute Rechtsanwältin. Die für mich sämtliche Prinzipien über Bord warf und auf einem Küchentisch herumhoppelte. Ich atmete tief ein und aus. Zum Glück gab es auf der Welt jemanden, der mich so sehr liebte, dass er sich für mich komplett zum Affen machte. Ein schöner Gedanke.

„Los geht’s“, krächzte ich und drückte auf den Play-Knopf meiner Fernbedienung.

Ein schmalziger Schlager aus der Mottenkiste meiner Mutter tönte uns entgegen. In Extremsituationen halfen mir die fies frisierten Sängerinnen und Sänger aus den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts manchmal besser als Schopenhauer und Konsorten. Kein Mensch wusste von dieser überaus peinlichen Marotte, nur Tine. Es war ein echter Liebesbeweis, dass sie sich das Zeug jetzt nicht nur gemeinsam mit mir anhörte, sondern sogar mit mir dazu Sirtaki auf dem Küchentisch tanzte. Was wären wir alle ohne beste Freundin? Nur etwas, das die Katze macht. Doch trotz dieses tröstlichen Gedankens, halfen mir die Schlager im Moment herzlich wenig weiter. Und während Tine mit gequältem Gesicht ungelenk die Beine hob, blieben meine auf der Tischplatte. Die Sängerin dudelte gerade herzzerreißend etwas davon, dass jeder Schmerz einmal zu Ende ging. Schwachsinn! Das blieb für immer so! Für alle Zeiten blieb ich ein Häuflein Elend. Weil Andy ein Schwein war. Ein Schwein, das ich liebte. Auf der Stelle kullerten die kurzfristig versiegten Tränen von Neuem.

Tine ließ die Beine schnell wieder auf dem Tisch und nahm mich dafür fest in den Arm. „Och, Anja, Süße, nicht.“

Ich würgte heulend hervor: „Mach den Mist bloß aus. Schnell!“ Denn nun behauptete die Schmalzsängerin sogar noch, dass man an Liebeskummer nicht sterben konnte.

„Und ob man daran stirbt. So fühlt es sich jedenfalls an“, jammerte ich. In der Tat wusste ich nicht, ob meine Lunge vor oder nach meinem Herz explodieren würde. Die Lunge wegen der Zigaretten, das Herz wegen meinem Ex-Schwein. Der hing jetzt garantiert nicht mit seinem Busenfreund heulend in seiner Küche und räucherte mich aus. Das war schon deshalb nicht möglich, weil Andy im Krankenhaus lag. Aber auch dort war Ausräuchern nicht notwendig, er war mich längst losgeworden. Schon vor Wochen. Und ich hatte es nicht einmal bemerkt. Bis vorgestern. Da war sein Betrug aufgeflogen.

Nachmittags hatte er mich vor Selbstmitleid zerfließend aus dem Krankenhaus angerufen, weil er sich das Bein gebrochen hatte. Beim Klettern. Dabei war der Kerl so sportlich wie ein Lehnsessel. Außerdem war er vom vielen Kiffen zwanzig Stunden am Tag derart tiefenentspannt, dass er gar nicht auf die wahnwitzige Idee kam, irgendwelche Wände hochzuklettern.

Deshalb hatte ich die Geschichte zuerst auch nicht geglaubt, sondern erst einmal eine Runde herzhaft gelacht. Das fand er irgendwie gar nicht witzig. Ziemlich sauer hatte er darauf bestanden, sich im Mainzer Klinikum zu befinden, wo es stinklangweilig war und wo er dringend seinen iPod benötigte, der bei mir in einer Ecke herumlag. Mit schlechtem Gewissen, weil mein Geliebter schwer verletzt in einem zugigen, verkeimten Krankenhaus vor sich hin litt, während ich mich über ihn lustig machte, hatte ich bei der Arbeit alles stehen und liegen lassen und meinem Chef eine wirre Geschichte von lebensgefährlichen Unfällen in der Familie aufgetischt. Dann war ich heimgedüst, hatte mich aufgehübscht, den iPod geschnappt und war mit Blümchen und Schokolade zu Andy ins Krankenhaus geflogen.

Als ich ankam, war der gerade bei einer Untersuchung. Und so empfing mich in seinem Zimmer nur sein Bettnachbar, ein leutseliger Rotzbremsenträger, der mich offensichtlich für Andys Schwester hielt. Das passierte häufig, weil wir beide schulterlange schwarze Ringellocken hatten.

Noch bevor ich „Piep“ sagen konnte, hatte sich der Kerl mit dem Bröselbesen lang und breit über Andys sexy Freundin ausgelassen. Seiner Aussage nach eine „kesse Blondine. Zuckersüß und rattenscharf. Mit einem Gesicht wie aus diesen japanischen Comics.“ Mir war auf der Stelle schlecht geworden. Schockiert hatte ich mich auf einen Besucherstuhl fallen lassen und den  rotzbremsigen Schwärmereien gelauscht. Jedes Wort fühlte sich an wie ein Messer. Auch wenn ich nicht die kleine Meerjungfrau und der Schnauzer kein Prinz war.

Nach ein paar Minuten war ich zerfleischt genug. Ich hatte Blumen und Schokolade in einen Mülleimer, den iPod auf Andys Bett gedonnert und war aus dem Zimmer gerannt. Eine Stunde später begann das Dauerklingeln auf meinem Handy. Die ersten zwanzig Anrufe hatte ich einfach weggedrückt. Dann hatte mein Bedürfnis, Klarheit zu haben, gesiegt. Und die bekam ich auch. Die erstaunliche Quintessenz des wirren Geständnisses war: Andy war eben nur ein Mann – und Gloria eine Frau.


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Sophia Monti – Hasta la Pista – Wo die Liebe hinfährt

Sophia Monti wurde 1971 in Stuttgart geboren, studierte Romanistik, Anglistik und Germanistik und schrieb nach einem Zeitschriftenvolontariat in verschiedenen Redaktionen, Werbeagenturen und Pressestellen in Deutschland und Spanien. Als freie Autorin und Redakteurin lebt sie heute mit ihrem Mann und zwei Söhnen in der Nähe von Stuttgart.

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Ein Mitbewohner zum Verlieben

Kapitel 1

„Wir kennen uns seit der Schulzeit! Seit der Grundschule! Wie lange sind wir jetzt schon befreundet …?“ Ich tat, als müsste ich überlegen.

Daniel biss sich auf die Unterlippe.

„Seit beinahe zwanzig Jahren!“

„In der Grundschule waren wir noch gar nicht befreundet!“, rief mein angeblich bester Freund aus. „Maja, es tut mir wirklich, wirklich leid. Aber ich kann dich nicht hier wohnen lassen.“

Die Endgültigkeit in seiner Stimme trieb mir zum wiederholten Male an diesem Tag Tränen in die Augen.

„Oh nein, bitte nicht heulen!“

Ich zog die Nase hoch und kämpfte die Tränen zurück. „Wenn, dann heule ich nicht wegen dir! Obwohl du genau das verdient hättest! Heute ist der schlimmste Tag meines Lebens und ich verlange nicht mal von dir, dass du dich mit mir betrinkst oder von Club zu Club ziehst. Nicht mal verbalen Trost. Nur das blöde zweite Zimmer deiner WG, das sowieso seit zwei Wochen leer steht!“

„Jetzt nicht mehr.“

Vor Schreck vergaß ich zu atmen.

„Das Zimmer ist weg“, fuhr Daniel fort.

„Weg?“, echote ich.

„Ich habe seit zwei Tagen einen neuen Mitbewohner.“

Mit einem Mal wich jegliche Kraft aus meinem Körper. Ich lehnte mich mit dem Rücken gegen die Flurwand. Mein Blick blieb an der großen Reisetasche hängen, die ich in Eile mit den nötigsten Sachen vollgestopft hatte.

Ich war so sicher gewesen, dass ich in Daniels WG unterkommen könnte. Was jetzt? In ein Hotel? Die Vorstellung tat sich wie ein finsterer Abgrund vor mir auf. Ich sah mich ganz allein in einem kühlen, unpersönlichen Raum sitzen. Wahrscheinlich würde ich mir vor lauter Einsamkeit und unverarbeiteter Trauer Alkohol aufs Zimmer bestellen und dabei nicht nur mein dürftiges Gehalt vertrinken, sondern gleichzeitig zur Alkoholikerin werden.

„Warum fährst du nicht zu deinen Eltern?“

Ich kratzte meinen letzten Rest Energie zusammen, um Daniel böse anzufunkeln. „Du weißt genau, dass die mittlerweile im letzten Kuhkaff wohnen.“ Trotzdem besaß die Vorstellung, mich so richtig bemuttern zu lassen, einen gewissen Reiz. Aber länger als fünfunddreißig bis vierzig Minuten am Tag hielt ich diese Fürsorglichkeit auch nicht aus. Und den Rest des Tages säße ich dann zwei Zugstunden von meiner Arbeit und meinen Freunden entfernt zwischen Pferdeställen und Heuballen in der Ödnis fest.

„Was ist mit deiner Freundin von der Arbeit, dieser Elena?“, bemühte Daniel sich weiter, mir Alternativen aufzuzeigen und somit sein schlechtes Gewissen zu beruhigen. „Kann sie dich nicht für ein paar Tage aufnehmen?“

„Die wohnt mit ihrem Freund zusammen und beschwert sich ständig, dass der Platz schon für zwei Personen nicht reicht.“

„Ach stimmt, hast du mal erzählt. Und Nadine? Mit der bist du doch auch schon seit der Schule befreundet.“

„Die ist gerade in Frankreich, Auslandssemester.“

„Oh… okay. Wer käme denn noch in Frage? Ich kenne ja leider sonst keine Freunde von dir.“

„Weil ich sonst keine Freunde habe. Danke, dass du mich daran erinnerst.“ Der schlimmste Tag meines Lebens wurde tatsächlich immer schlimmer. Jetzt war ich nicht mehr nur tieftraurig und verlassen, sondern merkte auch, dass es mit meinen selbsternannten Wir-sind-immer-für-dich-da–Freunden nicht wirklich weit her war.

„Okay, stopp!“, befahl Daniel in diesem Moment. „Du hörst sofort auf, dich im Selbstmitleid zu suhlen. Du hast schließlich jede Menge Freunde! Du kennst doch so viele Leute von der Uni.“

„Nur weil ich mit denen studiere und wir ab und zu gemeinsam in der Mensa essen, kann ich noch lange nicht bei denen einziehen!“, rief ich lauter als beabsichtigt. Ich zwang mich, ein paar ruhige Atemzüge zu tun, bevor ich weitersprach. Ich musste jetzt praktisch denken. Alles Selbstmitleid, jegliche falsche Scham beiseiteschieben und alles auf eine Karte setzen. Ich blickte Daniel entschlossen in die Augen. „Ich weiß nicht, wo ich hin soll.“ Ich zögerte, weil mir jetzt schon Leid tat, was ich gleich sagen würde: „Wirf ihn raus.“

„Was?“

„Wenn es sich bei deinem neuen Mitbewohner nicht um deine todkranke Mutter handelt – und wir beide wissen, dass du deine Mutter, selbst wenn sie krank wäre, niemals bei dir wohnen lassen würdest – muss es doch möglich sein, dass du ihm die Lage erklärst. Und ihn höflich darum bittest, sein Zimmer wieder aufzugeben. Du sagst, er wohnt erst seit zwei Tagen hier, wahrscheinlich hat er sich noch gar nicht eingelebt und findet es gar nicht so schlimm, sich noch mal nach was Neuem umzusehen.“

„Du … das ist nicht dein Ernst, oder? Egal, wie sehr du versuchst, es dir schönzureden: Niemandem macht es nichts aus, zwei Tage nach dem Einzug wieder aus der Wohnung geworfen zu werden!“

„Na ja, Rauswerfen ist im Grunde ja auch das falsche Wort … Du könntest einfach mal in Ruhe mit ihm reden. Oder wir alle zusammen. Genau! Ich erkläre ihm die Lage und du -“

„Maja“, unterbrach mich Daniel. „Das geht nicht. Wenn er irgendjemand wäre, ein Fremder, den ich über eine Annonce gefunden hätte, ja, dann würde ich das für dich tun. Ich schwöre, ich würde ihn irgendwie für dich loswerden. Aber mein neuer Mitbewohner ist auch ein Freund von mir und … ehrlich gesagt glaube ich, ihm geht es noch viel schlechter als dir. Du hättest vorher anrufen sollen, Maja. Dann hätte ich dir die Lage erklärt und du hättest noch ein paar Tage bei Leon bleiben können.“

„Das hat er mir auch angeboten, aber das kann einfach nicht euer Ernst sein!“ Meine Stimme kletterte mindestens zwei Oktaven nach oben.

Daniel hob entschuldigend beide Hände. „Nur bis du etwas Neues gefunden hast. Zumindest würdest du dann jetzt nicht auf der Straße stehen. Was ist eigentlich zwischen euch passiert, dass du Hals über Kopf aus der Wohnung geflohen bist?“

„Findest du, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um dir mein Herz auszuschütten? Hier, auf deinem WG-Flur mit diesen hässlichen grünen Wänden? Ich obdachlos und du auf dem besten Weg, unsere Freundschaft auf dem Gewissen zu haben?“

„Jetzt beruhig dich aber mal wieder!“

Ich atmete tief ein und wieder aus. Und tatsächlich brachte mich das auf einen neuen Einfall. „Okay. Ich bin ruhig. Und ich spreche jetzt selbst mit deinem ominösen Mitbewohner.“ Ich quetschte mich an Daniel vorbei und lief eilig den langen Flur entlang. Mein Ziel war die erste Tür auf der rechten Seite, direkt hinter einem kleinen Schuhschrank. Ich streckte die Hand nach der Klinke aus, als Daniel mich plötzlich am Arm packte und zurückriss.

„Das kannst du nicht machen!“, zischte er. „Es geht ihm wirklich nicht gut. Die zwei Tage, die er jetzt hier ist, habe ich ihn kaum zu Gesicht bekommen. Ich glaube, er ist depressiv.“

„Depressiv?“ Ich zwang mich, nicht hysterisch aufzulachen. „Über wen reden wir hier eigentlich? Kenne ich ihn?“

Daniel wich meinem Blick aus. „Du solltest lieber gehen.“

„Ich habe dich was gefragt!“

„Nei… ja“, presste er hervor. Er hatte noch nie lügen können. Doch allein die Tatsache, dass er es versucht hatte, gab mir zu denken.

„Wer ist es?“

Daniel sah zu Boden. Fehlte nur noch, dass er sich gleich die Ohren zuhielt und zu summen anfing.

Mein Blick wanderte von Daniel zu der cremefarbenen Zimmertür und wieder zurück zu Daniel.

Da sah mich mein bester Freund plötzlich wieder an. „Kannst du mir nicht einfach vertrauen und glauben, wenn ich dir sage, dass es besser wäre, wenn du gehen würdest?“

„Nein!“ Mir war bewusst, dass ich schon wieder laut wurde und womöglich auch ein kleines bisschen überreagierte. Doch meine Selbstbeherrschung hatte ich heute, so schien es, am Frühstückstisch zurückgelassen.

„Maja, willst du jetzt auch noch Streit anfangen?“

„Wir sind doch schon längst mittendrin!“

Plötzlich hörte ich, wie hinter mir die Tür geöffnet wurde. „Falls es euch noch nicht aufgefallen sein sollte: Ihr seid extrem laut. Und ich hätte gerne meine Ruhe.“

Während ein Teil meines Gehirns grübelte, woher ich diese kühle Stimme kannte, fragte sich der andere, warum Daniel die Person hinter mir mit einem derart entsetzten Gesichtsausdruck anstarrte.

Ich fuhr herum und starrte ebenfalls. Gleichzeitig begann mein Herz wie verrückt zu schlagen.

Es war Felix.

Dieser siebenundzwanzigjährige Felix sah ein wenig anders aus als der neunzehnjährige Felix, den ich in Erinnerung hatte. Trotzdem erkannte ich ihn sofort wieder. Und plötzlich nahm dieser Tag, der bisher der schlimmste meines Lebens gewesen war, eine unerwartete Wendung. Er wurde zu dem Tag, den ich mir während der letzten acht Jahre immer mal wieder ausgemalt hatte, ohne wirklich daran zu glauben, dass er sich jemals ereignen würde.


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Fiona Winter – Ein Mitbewohner zum Verlieben – Was sich liebt, das neckt sich

Da Fiona Winter schon früh eine große Leidenschaft für das Schreiben hegte, absolvierte sie noch während der Schulzeit einen zweijährigen Schreiblehrgang.

Nach der Schulzeit studierte sie Englisch, begann später außerdem ein Psychologiestudium und schrieb ihre ersten Romane. Heute lebt sie mit ihrem Mann in Frankfurt und arbeitet als freiberufliche Übersetzerin.

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Nadin Hardwiger im Interview

Nadine HardwigerWas bedeutet dein Buch Sleeping Rosanna für dich?

Ich freue mich, dass die Trilogie um die drei Märchenfrauen nun vollständig ist und es den Mädels gut geht.

Wie lange hast du daran gearbeitet?

Bisher stehen 4.305 Minuten in meinem Aufwandsbüchlein. Dazu kommen noch viele, viele Minuten Lektoratsarbeit und Lesearbeit – und noch ein-, zweimal Lesen … und so einige Stunden, die ich wie immer verschusselt habe aufzuschreiben.

Wie kamst du auf die Idee?

Dornröschen stand von Anfang an auf meiner Liste der fünf Märchen, die ich in unserer Welt willkommen heißen wollte.

Worum geht es in deinem Roman?

Es war einmal ein Königspaar, das wünschte sich sehnlichst ein Kind. Dornröschen ward geboren und erhielt von den zwölf weisen Frauen des Landes alle guten Gaben. Nur die Dreizehnte ward ihr nicht wohlgesonnen: Dornröschen sollte sich an einer Spindel stechen und in einen hundertjährigen Schlaf fallen.

Und so geschah es … Nach hundert Jahren weckte ein Prinz Dornröschen mit einem Kusse aus ihrem Schlafe und erlöste sie. Und so wurden sie glücklich miteinander. Aber mehr verrate ich auch hier nicht.

Was reizt dich daran, moderne Märchen zu schreiben?

Irgendwie kommen mir meine märchenlosen Geschichten etwas nackt vor. Als würde ohne diese magischen Märchenmomente etwas fehlen.

Welche Projekte planst du für die Zukunft?

Ich müsste mit meinen Kindern mal wieder neue Anziehsachen einkaufen gehen. Denn in den letzten Wochen, die ich hauptsächlich mit Rosanna im Baccara verbracht habe, sind sie wieder ein ganzes Stück gewachsen.

Außerdem finde ich Patrizias Hochzeit hoch interessant … und Weihnachten … und auf eine Kindergeschichte so richtig randvoll mit Fantasie hätte ich auch mal wieder Lust …

Was tust du, wenn du nicht am Schreiben bist?

Geschichten erfinden, lesen, backen, meine Kinder zur Eile antreiben, E-Mails schreiben, Schulranzen kontrollieren, To-Do Listen schreiben, Sport, To-Do Listen wegschmeißen, meinen Mann darüber informieren, warum ich gerade wieder keine Zeit habe, um mit ihm eine Fahrradtour zu unternehmen, Dinge aufräumen, die nicht mir gehören, auf Arbeit fahren, arbeiten, mit meinen Kollegen rumwitzeln, wie es wohl sein wird, wenn ich es auf die Bestsellerliste schaffe, nach Hause fahren, für Mathe lernen, Englischvokabeln abfragen, deutsche Grammatik bildhaft erklären, Klavierübungen lauschen, Urlaubspläne schmieden, Querflötentöne gerade rücken, Tore bejubeln, Pliés beklatschen … in einem der Betten meiner Kinder einschlafen …

Nadin Hardwiger – Sleeping Rosanna

Nadin Hardwiger arbeitet als Beraterin für ein IT-Unternehmen, doch die Sprache der Programmierung genügt ihr nicht. Begeistert stöbert sie nach Worten, ersinnt Figuren und webt Geschichten – am liebsten mit einem Glitzerkörnchen Magie und Glücks-Ende.

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Liz May im Interview

Liz MayWas bedeutet für dich dein Buch?

Mein Buch habe ich in erster Linie für mich und meine Freunde geschrieben. Als ich dieses Buch schrieb, war ich als Sozialpädagogische Familienhelferin tätig und habe damit einen Ausgleich zu meiner Arbeit gefunden. Es war für mich eine gute Methode, meinen Stress abzubauen. Außerdem war es gedacht für Freunde, die die Tätigkeit einer Sozialpädagogischen Familienhelferin nicht kennen und glauben, wir trinken den ganzen Tag nur Kaffee und spielen Kicker.

Wie lange hast du an deinem Buch gearbeitet?

Ungefähr ein Jahr, da ich es neben meiner Haupttätigkeit geschrieben habe.

Wie bist du auf die Idee gekommen?

Die Ideen für mein Buch gaben mir die Menschen, mit denen ich privat oder beruflich zu tun hatte.
Das heißt nicht, dass sich alles so ereignet hat, wie ich es im Buch beschreibe. Einiges hat sich genau so abgespielt, andere Teile sind meiner Fantasie entsprungen.

Worum geht es in deinem Buch?

Gloria, eine Studentin der Sozialpädagogik, benötigt Geld, um ihr Studium zu finanzieren. Sie erhält ein lukratives Angebot als Sozialpädagogische Familienhelferin. Dort trifft sie auf Menschen die zum Teil echte „ Originale“ sind. Aber auch Personen, die nicht gleich als „sonderbar“ zu erkennen sind, entpuppen sich als solche. Gloria erlebt viele skurrile Situationen, auf die sie nur mit Humor reagieren kann. Eingebettet in eine schöne Liebesgeschichte beginnt für Gloria ein neuer Lebensabschnitt.

Hast du weitere Projekte?

Ja, ich probiere mich gerade aus.

Welche Projekte planst du für die Zukunft?

Im Bereich Kinder- und Jugendliteratur schreibe ich gerade an einer Fantasygeschichte.

Was liest du selbst gerne?

Es kommt ganz darauf an, ob ich mich beruflich weiterbilden möchte, dann lese ich viel Fachliteratur. Zur Entspannung lese ich gerne Bücher mit gesellschaftspolitischem Hintergrund.

Welche anderen Autoren magst du?

Es gibt wirklich eine Menge guter Autoren, die ich gerne lese, zurzeit mag ich am liebsten den Spanier Carlos Ruiz Zafón.

Was ist dein Lieblingsbuch?

Manche Bücher, die ich sehr schätze, lese ich auch mehrmals. Momentan ist es Das Spiel des Engels von Carlos Ruiz Zafón.

Was reizt dich daran, humorvolle Beziehungsromane zu schreiben?

Humor ist für mich ein wichtiges Lebenselixier, in jedem Lebensbereich. Dies gilt besonders für Beziehungen, ob zu Freunden oder zum Lebenspartner.

Was tust du, wenn du nicht am Schreiben bist?

Gemeinsam mit einem Geschäftspartner aus der IT-Branche habe ich ein Unternehmen gegründet und entwickle eine neue Form einer Social-Media-App.

Liz May – Feinripp und Schlagsahne

Liz May hat lange Jahre für den Kinderschutzbund sowie für verschiedene Jugendämter im Bundesgebiet als sozialpädagogische Familienhelferin und Familientherapeutin gearbeitet. Aus ihren Erfahrungen hat sie einige Geschichten zusammengetragen und zu dem Roman Feinripp und Schlagsahne verarbeitet.

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