Nadin Hardwiger im Interview

Nadine HardwigerWas bedeutet dein Buch Sleeping Rosanna für dich?

Ich freue mich, dass die Trilogie um die drei Märchenfrauen nun vollständig ist und es den Mädels gut geht.

Wie lange hast du daran gearbeitet?

Bisher stehen 4.305 Minuten in meinem Aufwandsbüchlein. Dazu kommen noch viele, viele Minuten Lektoratsarbeit und Lesearbeit – und noch ein-, zweimal Lesen … und so einige Stunden, die ich wie immer verschusselt habe aufzuschreiben.

Wie kamst du auf die Idee?

Dornröschen stand von Anfang an auf meiner Liste der fünf Märchen, die ich in unserer Welt willkommen heißen wollte.

Worum geht es in deinem Roman?

Es war einmal ein Königspaar, das wünschte sich sehnlichst ein Kind. Dornröschen ward geboren und erhielt von den zwölf weisen Frauen des Landes alle guten Gaben. Nur die Dreizehnte ward ihr nicht wohlgesonnen: Dornröschen sollte sich an einer Spindel stechen und in einen hundertjährigen Schlaf fallen.

Und so geschah es … Nach hundert Jahren weckte ein Prinz Dornröschen mit einem Kusse aus ihrem Schlafe und erlöste sie. Und so wurden sie glücklich miteinander. Aber mehr verrate ich auch hier nicht.

Was reizt dich daran, moderne Märchen zu schreiben?

Irgendwie kommen mir meine märchenlosen Geschichten etwas nackt vor. Als würde ohne diese magischen Märchenmomente etwas fehlen.

Welche Projekte planst du für die Zukunft?

Ich müsste mit meinen Kindern mal wieder neue Anziehsachen einkaufen gehen. Denn in den letzten Wochen, die ich hauptsächlich mit Rosanna im Baccara verbracht habe, sind sie wieder ein ganzes Stück gewachsen.

Außerdem finde ich Patrizias Hochzeit hoch interessant … und Weihnachten … und auf eine Kindergeschichte so richtig randvoll mit Fantasie hätte ich auch mal wieder Lust …

Was tust du, wenn du nicht am Schreiben bist?

Geschichten erfinden, lesen, backen, meine Kinder zur Eile antreiben, E-Mails schreiben, Schulranzen kontrollieren, To-Do Listen schreiben, Sport, To-Do Listen wegschmeißen, meinen Mann darüber informieren, warum ich gerade wieder keine Zeit habe, um mit ihm eine Fahrradtour zu unternehmen, Dinge aufräumen, die nicht mir gehören, auf Arbeit fahren, arbeiten, mit meinen Kollegen rumwitzeln, wie es wohl sein wird, wenn ich es auf die Bestsellerliste schaffe, nach Hause fahren, für Mathe lernen, Englischvokabeln abfragen, deutsche Grammatik bildhaft erklären, Klavierübungen lauschen, Urlaubspläne schmieden, Querflötentöne gerade rücken, Tore bejubeln, Pliés beklatschen … in einem der Betten meiner Kinder einschlafen …

Nadin Hardwiger – Sleeping Rosanna

Nadin Hardwiger arbeitet als Beraterin für ein IT-Unternehmen, doch die Sprache der Programmierung genügt ihr nicht. Begeistert stöbert sie nach Worten, ersinnt Figuren und webt Geschichten – am liebsten mit einem Glitzerkörnchen Magie und Glücks-Ende.

Zur Autoren-Seite

Nadin Hardwiger über Märchen

Nadine HardwigerWie bist du auf die Idee gekommen, ein Buch zu schreiben?

Die Frage klingt so einfach und doch fällt mir keine Antwort ein außer „Weil ich will“. Wäre das nicht auch ein prima Buchtitel? Und hier noch ein ganz klassischer Standardsatz, dieser rangiert gleich hinter „Bist Du groß geworden.“: „Ich habe schon immer geschrieben.“ Meine Mini-Tochter würde jetzt noch hinterherschieben: „Is so!“

Warum gerade ein Märchen?

Mein altes grünes abgewetztes Märchenbuch begleitet mich seit Kindertagen und ist mein allergrößter Schatz in meinen Bücherregalen.

Märchen ziehen sich konstant durch mein Leben. Als ich im recht zarten Kindesalter in eine Scheibe fiel und genäht werden musste, war es meine Omi Gisela, die neben mir stand und mir Rotkäppchen erzählte – und noch einmal, und noch einmal. Heute weiß ich, wie tapfer sie war, vor allem wenn ich selbst mit wackeliger Stimme meinen Kindern Märchenlieder vorsinge während sie verarztet werden.

Welche waren deine Lieblingsmärchen als Kind?

Natürlich die Prinzessinnenmärchen. Schaut mal auf www.maerchenbasar.de. Dort findet ihr neben vielen schönen anderen auch zwei neue Märchen von mir.

Hast du ein Lieblingsbuch?

Susanne Barden von Helen Dore Boylston – oder im englischen Original Sue Barton. Ich lese die Bücher immer wieder und wieder und jedes Mal scheint davor, dabei und danach die Sonne heller – ach, ich könnte schon wieder …

Welche Autoren und Genres liest du sonst so?

Backbücher! Und ich lese am liebsten das, was ich auch schreibe: Gut-Tu-Bücher. Von Anfang an möchte ich das Gefühl haben, alles wird gut und wenn das dann auch noch witzig und mit leichter Hand geschrieben ist – her damit. Schnuppert mal in die Bücher von Helen Dore Boylston oder Jenny Colgan oder Jana Voosen oder Kristina Günak oder Shanna Swendson oder Sarah Addison Allen …

Natürlich gibt es auch Ausnahmen: Für ein paar Monate lebte ich in Forks, zusammen mit Bella und Edward. Und auch in den schottischen Highlands bei Claire und Jamie. Klar war ich auch in Narnia und Mittelerde, in Alaska und auf Hawaii und eine ganze Weile in Walnut Grove … Fortsetzung folgt …

Welche Märchen planst du für die Zukunft?

Viktoria wird ihren hausmeisterlichen Froschkönig zwar nicht an die Wand schmeißen, aber ganz verschonen wird sie Nik leider auch nicht …

Und natürlich wartet unser Dornröschen Rosanna bereits in ihrem Rosenladen sehnsüchtig auf einen Prinzen. Nur, wenn sie in letzter Zeit nicht immer so müde wäre, gut dass ihre Cousine Jutta ihr hilfsbereit zur Seite steht.

Liest Du Deinen Kindern auch heute noch Märchen vor?

Sicher – und sie mir.

Was sagt Deine Familie zu Deinem Buch?

„Das ist ja so toll!!! Ich bin ja sooo stolz!!!“

„Mmmh, schön. Gibt’s heute Nudeln?“

„Ganz gut, mach weiter.“

„Darf ich mitschreiben?“

„Das musst Du anders machen!“

„Und wird das jetzt der neue Harry Potter – ha ha ha.“ – Grrr … nein, wird es nicht und soll es doch auch gar nicht … Obwohl ich mir Emma Watson durchaus als Lucindarella vorstellen könnte 😉

Nadin Hardwiger – Lucindarella

Nadin Hardwiger arbeitet als Beraterin für ein IT-Unternehmen, doch die Sprache der Programmierung genügt ihr nicht. Begeistert stöbert sie nach Worten, ersinnt Figuren und webt Geschichten – am liebsten mit einem Glitzerkörnchen Magie und Glücks-Ende.

Zur Autoren-Seite