Rockstar Love – die neue Rockstar Romance Reihe

Jede Geschichte erzählt immer ein wenig von ihr selbst, von ihren ganz eigenen Wünschen und Träumen. Das mag daran liegen, dass der Alltag meist einfach Alltag ist, manchmal aber auch ein Drama oder sogar eine Tragödie mit ungewissem Ausgang darstellt. Mit ihren Geschichten möchte Autorin Sandra Helinski deshalb Welten erschaffen, in die man abtauchen kann, deren Probleme lösbar sind und die dann, wenn auch über Umwege, letztlich immer zum Happy End führen. Manchmal entwickeln die Figuren von Sandra Helinski ein Eigenleben, das so nie geplant war, manchmal tauchen Figuren in der Geschichte auf, die es auch in ihrem echten Leben gibt: Ein Konzept, das aufgeht, denn von Beginn an haben ihre Romane wie Rockstar Sommer oder Groß, blond, Rockstar! Traummann? eine breite und treue Leserschaft gefunden.
An diesen Erfolg soll nun die neue Rockstar LoveReihe anknüpfen. Den Start macht dabei der Chick-Lit-Roman Kein Rockstar ist auch keine Lösung:
Kiras größter Wunsch ist es, Medizin zu studieren. Leider legt ihr Freund Jan nicht so viel Ehrgeiz an den Tag. Er ist zufrieden damit, zusammen mit seiner Punkrock-Band Alternativlos Musik zu machen und auf den großen Durchbruch zu warten. Als er ihr öffentlich einen Heiratsantrag macht, trennt sie sich von ihm. Fünf Jahre später treffen sie erneut aufeinander. Jan hat den erhofften Durchbruch geschafft, braucht aber jetzt dringend jemanden, der sich um die Organisation der Band kümmert. Kira jobbt als Kellnerin, weil sie Geld braucht. Sie könnten sich gegenseitig helfen, wenn sie es schaffen, ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen …

Sandra Helinski im Interview zu Ihren bisherigen E-Book Veröffentlichung.

Download der Pressemitteilung: PM 08-2017_dp_Digital Publishers_Rock

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In der Liebe ist niemand sicher vor Missverständnissen und großen oder kleinen Katastrophen – die fesselnde Lovestory um eine angehende Medizinstudentin und einen gefeierten Rockstar bildet den Start der neuen Rockstar Romance-Reihe Rockstar Love, die ab August bei dp DIGITAL PUBLISHERS erscheint und die erfolgreiche Rockstar-Romanwelt weiterführt.

Küssen auf Französisch

Stuttgart, Juli 2017. Jeder Roman, also auch der Liebesroman, ist nur so gut, wie der Konflikt, der ihm zugrunde liegt. Ohne Konflikt keine Geschichte. So kann und sollte auch eine Liebesgeschichte gleich mit den ersten Zeilen so viel Spannung und Neugier aufbauen, dass man unbedingt weiterlesen will. Es muss prickeln durch Intelligenz und Humor in den Dialogen. Ist dann noch genügend Tiefe in die Charaktere gelegt, rühren sie den Leser im Herzen, bringen nach Möglichkeit dort etwas zum Klingen und wecken Erinnerungen an eigene Erfahrungen. Laura Albers will genau das: „Wenn ich eine emotionale und psychologische Entwicklung in der Geschichte erzählen kann, die unter der Oberfläche mitschwingt, habe ich einen meiner höchsten Ansprüche erreicht.“ Die Mutter einer fünfköpfigen Familie, die Deutsch als Zweitsprache an einer weiterführenden Schule unterrichtet, Theater spielt, in einem Chor singt und immer wieder das ein oder andere Buch übersetzt, schreibt sowohl für Kinder als auch für Jugendliche und Erwachsene.

In ihrem neuesten E-Book Küssen auf Französisch erzählt sie die romantische Liebesgeschichte von Sophie, einer junge Deutschen, die beschlossen hat, in Zukunft nicht mehr auf einen Lebensgefährten zu hoffen, sondern ihr Leben ohne Mann selbst in die Hand zu nehmen. Sie bekommt die Chance, einen Traumjob in den Galeries Jouvet Metz anzutreten. Dass zufällig Yannis Jouvet ihr Chef ist, den sie aus Jugendtagen kennt, ist kein Hindernis, denn inzwischen sind ja alle erwachsen. Doch es kommt, wie es kommen muss – Sophie verliebt sich in ihn. Als sie wegen eines familiären Unglücksfalls kurz zurück nach Deutschland reist, hat sich Yannis bei ihrer Rückkehr nach Metz verändert. Ihre besten Freunde geben Sophie zu verstehen, dass sie ab jetzt ihr Leben und ihre Gefühle selbst bestimmen sollte. Und das macht sie – allerdings anders, als sie ursprünglich dachte. Ganz nebenbei klärt sich dabei auch die Frage: Küssen Franzosen wirklich so gut, wie ihr Ruf es vermuten lässt?

Download Pressemitteilung: PM 07-2017_dp_Digital Publishers_Küssen auf Französisch

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Wer hat je gesagt, dass Liebe etwas Leichtes ist? Küssen Franzosen wirklich so gut, wie ihr Ruf es vermuten lässt? Und was ist, wenn man sein Leben endlich selbst in die Hand nimmt und mit den Wirren der Liebe umgehen lernt? Eine bewegende Liebesgeschichte von Laura Albers an den Schauplätzen Metz und Saint-Tropez.

Liebling, ich geh dann mal

„Das ist nicht dein Ernst!“

Ich funkelte Arno an, nicht ganz sicher, ob er sich nicht doch einen Scherz mit mir erlaubte. Mein Mann hielt den neu erworbenen Tiegel mit der ökologisch korrekten Feuchtigkeitsemulsion in die Höhe wie ein Corpus Delicti. Zielsicher hatte er sich genau diesen aus den Einkäufen herausgefischt, die ich auf dem Küchentisch ausgebreitet hatte.

„Hanna, das ist mein Ernst! Du hast tatsächlich zwölf Euro für eine schnöde Creme ausgegeben?“

Seine inquisitorische Frage ließ meinen Blutdruck ansteigen. Ich war hier diejenige, die das Geld verdiente.

Ich verschränkte die Arme vor der Brust, kniff die Augen zusammen und fixierte ihn: „Du willst mir jetzt nicht wirklich zu verstehen geben, dass …“

„Doch! Verdammt, Johanna! Was soll der Kosmetik-Quatsch? Wirst du im Alter zur Spießerin?“

Okay. Das reichte. Auch wenn ich kommunikationspsychologisch geschult war, Tritte unter die Gürtellinie mussten gekontert werden. Möglichst lautstark. Gerade holte ich Luft, als sich die Küchentür öffnete und Nele den Raum betrat. Mit einem Blick erfasste unsere Tochter die Situation.

„Moment!“, ordnete sie an, eilte zum Fenster und schloss es. Mit ihren knapp fünfzehn Jahren war ihr so gut wie alles peinlich. Vor allem die Eltern. Vor allem, wenn diese schreiend die Nachbarschaft beschallten.

Ich trommelte mit den Fingern auf meinem Unterarm: „Könnten wir jetzt bitte in Ruhe weiterstreiten?“

Nele schüttelte entnervt den Kopf und zog die Tür hinter sich zu. Mein Blick heftete sich erneut auf Arno.

Mein Mann. Mein geliebter Ehemann. 186 Zentimeter Sturheit, dichte, dunkelblonde Haare, eine immer noch beneidenswert athletische Figur, trotz weitgehender sportlicher Abstinenz, grau-blauer Blick, temporär auf Minusgrade heruntergekühlt. Wir waren uns so nah. Gedanklich, gefühlsmäßig und auch körperlich. Und dennoch schafften wir es immer wieder, uns gegenseitig zu verletzen. Niemand kann das so gut wie Menschen, die sich in- und auswendig kennen. Wenn keine sachlichen Argumente mehr halfen, ging es meist auf der persönlichen Ebene weiter, und die wunden Punkte, die der liebende Partner eigentlich schützen, aufpäppeln und möglichst unangetastet lassen sollte, wurden zu willkommenen Angriffspunkten. Treffer. Versenkt.

Dafür hasste ich Arno gelegentlich.

„Noch mal von vorne“, knurrte ich.

„Du hast mich sehr wohl verstanden!“

„Aber DU verstehst MICH nicht!“, brüllte ich.

Inzwischen hatten wir eine Phonstärke erreicht, die Karl Marx dazu veranlasste, seine Rute einzuklemmen und unter dem Küchentisch Deckung zu suchen.

„OH DOCH! Mein Verständnis reicht durchaus, um dich als fehlgeleitetes Werbeopfer zu identifizieren!“

„Weil ich eine FEUCHTIGKEITSCREME kaufe?“

„Weil du ein horrendes GELD dafür ausgibst!“

„Mann, das waren zwölf Euro! ZWÖLF! Nicht 120! Du bist so ein Geizhals!!!“

„Wie verzweifelt muss man sein, um sich dermaßen von der Kosmetikindustrie blenden zu lassen?“

Ich hyperventilierte fast. „ICH BIN NICHT VERZWEIFELT!“

Abends stand mir der Schaum vor dem Mund wie einem tollwütigen Tier. Ich stand im Bad und traktierte meine Zähne. Es grummelte immer noch in mir. Unser so häufig aus dem Ruder laufendes Streitritual machte mich fertig. Es kostete Kraft und Halsschmerztabletten und führte zu nichts. Ich wischte mir den hervorquellenden Schaum vom Kinn und begann die Putzrunde unten rechts von vorne. Plötzlich schob sich Arno von hinten heran und legte mir seine Arme um den Bauch.

„Na, Hannchen“, hauchte er an meinem Ohr.

Ich ignorierte ihn, so gut es ging.

Er verfolgte belustigt meine Zahnputzschaumschlacht.

„Komm, wir vertragen uns.“

Skeptisch hob ich meine Augenbrauen.

„Was hältst du von einem Versöhnungsquickie?“

„NICHTS!“, fauchte ich und der Spiegel war gesprenkelt wie eine Windschutzscheibe bei Schneesturm.

„Ach komm schon, Schatz.“ Arno begann, an meinem Ohr zu knabbern.

Ich wand mich aus seinen Armen.

„Ich bin doch keine Masochistin! Erst verletzt du mich bis in die Grundfeste meiner Existenz, rammst mir ein Messer in meine verwundbarsten Teile, in meine Ängste, mein Selbstbild, mein Selbstwertgefühl …“

Arno seufzte.

„… und dann soll ich dir schon wieder mein Herz und meinen Körper öffnen?“

Er verdrehte die Augen.

„Nun sei doch nicht immer so melodramatisch!“

Ich schob ihn von mir und zielte mit der Zahnbürste auf ihn.

„Ich bin so, wie ich bin. Und eins sag ich dir: Ich bin keine Spießerin, ich bin nicht alt und ich bin nicht verzweifelt!“

„Schon gut“, lenkte er ein. „Du bist jung wie der Frühling und frisch wie Morgentau.“

Ich schüttelte mit dem Kopf, ließ Wasser in meine Hände laufen und tauchte mit dem Gesicht hinein. Die Badezimmeraudienz war beendet. Tatsächlich zog Arno Leine, nicht ohne mir im Weggehen in den Hintern zu kneifen.


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Klara Sinn – Liebling, ich geh dann mal

Klara Sinn ist Jahrgang 1967 und lebt mit Mann, Tochter und Hund in Hessen. Mit Mitte Vierzig hatte sie fast alles ausprobiert oder erreicht, was sie sich in ihrer Sturm-und-Drang-Zeit so vorgenommen hatte. Plötzlich rückte ihr ein weiterer lang gehegter Wunsch wieder ins Bewusstsein: Das Schreiben. Von Ehemann und Tochter milde belächelt, packte es sie im Herbst 2012. Als der Roman tatsächlich fertig geworden und von der Familie ausreichend heftig bejubelt worden war, entschied sie sich, eine Verlagsveröffentlichung anzustreben.

Hier geht’s direkt zum E-Book.

Hasta la Pista – Wo die Liebe hinfährt

Kapitel 1: Miese Zeiten für Pandabären

„…“

Wie ein Blasebalg pumpte ich mich über die Luftröhre und die Bronchien bis zum letzten Lungenbläschen mit Rauch voll. Wennschon, dennschon. Doch leider schüttelte mich bereits im nächsten Moment ein fieser Hustenanfall und trieb mir die Tränen in die Augen.

„Na, na, na“, krächzte meine Freundin Tine und klopfte mir beherzt auf den Rücken. „Wir sollten besser aufhören zu rauchen. Ich höre mich schon an wie Ivan Rebroff. Und du wie eine Dampflok mit TBC.“

„Ach was“, japste ich nach Luft. „Wir fangen doch gerade erst an damit, da können wir nicht schon wieder aufhören.“ Ich schnappte mir die Schachtel und zündete mir einen weiteren Glimmstängel an. „Los, weiter geht’s. Kneifen gilt nicht. Du hast gesagt, dass du das mit mir durchziehst. Und ohne Kippen geht’s nun mal nicht.“

Das mit den Zigaretten hatte ich gestern in einem Frauenmagazin gelesen. Na ja, nicht ganz so. Genau genommen hatte da gestanden: Das beste Mittel gegen böse Geister aus Gegenwart und Vergangenheit ist das Ausräuchern. Leider wurde mir beim Geruch von Räucherstäbchen schlecht. Also mussten wir Andys Geist mit Zigarettenrauch vertreiben. Jedenfalls hatte ich meiner besten Freundin Tine erklärt, dass ich ohne die Räucheraktion aus dem Erdgeschoss springen würde. Und da sie nach gefühlten dreihundertsiebenundzwanzig Jahren glücklicherweise immer noch an mir hing und mir außerdem Roy Blacks Ende ersparen wollte, hatte sie der Räuchernummer zugestimmt. Als überzeugter Nichtraucherin schlugen ihr die Zigaretten allerdings mächtig auf den Magen. Ganz grün um die Nase war die Arme schon. Aber von einer Busenfreundin konnte man in Extremsituationen schon mal vollen Einsatz erwarten. Auch, wenn’s ihr den Magen aushebelte.

„Weißt du was?“, fragte ich, um sie abzulenken. „Ich glaube, wir müssen einfach mehr Bewegung in die ganze Sache bringen. So im Sitzen reicht das Räuchern einfach nicht.“ Also kletterte ich auf den Küchentisch.

„Anja, komm sofort runter da“, rief Rebroff-Tine erschrocken.

Ich schüttelte den Kopf. „Nö. Komm du rauf. Alleine kann ich nicht Sirtaki tanzen.“

„Sirtaki?“

Ich nickte energisch. „Sicher. Was willst du denn sonst auf einem Küchentisch tanzen? Pogo?“

Tine seufzte erneut schwer. „Muss das wirklich sein?“, fragte sie gequält.

Ich sah sie nur mit Tränen in den Augen an und nickte, da kletterte sie tatsächlich mit wackeligen Knien zu mir auf den noch wackeligeren Tisch.

Dankbar sah ich sie an. Meine gute Tine. Die quadratisch, praktisch, gute Rechtsanwältin. Die für mich sämtliche Prinzipien über Bord warf und auf einem Küchentisch herumhoppelte. Ich atmete tief ein und aus. Zum Glück gab es auf der Welt jemanden, der mich so sehr liebte, dass er sich für mich komplett zum Affen machte. Ein schöner Gedanke.

„Los geht’s“, krächzte ich und drückte auf den Play-Knopf meiner Fernbedienung.

Ein schmalziger Schlager aus der Mottenkiste meiner Mutter tönte uns entgegen. In Extremsituationen halfen mir die fies frisierten Sängerinnen und Sänger aus den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts manchmal besser als Schopenhauer und Konsorten. Kein Mensch wusste von dieser überaus peinlichen Marotte, nur Tine. Es war ein echter Liebesbeweis, dass sie sich das Zeug jetzt nicht nur gemeinsam mit mir anhörte, sondern sogar mit mir dazu Sirtaki auf dem Küchentisch tanzte. Was wären wir alle ohne beste Freundin? Nur etwas, das die Katze macht. Doch trotz dieses tröstlichen Gedankens, halfen mir die Schlager im Moment herzlich wenig weiter. Und während Tine mit gequältem Gesicht ungelenk die Beine hob, blieben meine auf der Tischplatte. Die Sängerin dudelte gerade herzzerreißend etwas davon, dass jeder Schmerz einmal zu Ende ging. Schwachsinn! Das blieb für immer so! Für alle Zeiten blieb ich ein Häuflein Elend. Weil Andy ein Schwein war. Ein Schwein, das ich liebte. Auf der Stelle kullerten die kurzfristig versiegten Tränen von Neuem.

Tine ließ die Beine schnell wieder auf dem Tisch und nahm mich dafür fest in den Arm. „Och, Anja, Süße, nicht.“

Ich würgte heulend hervor: „Mach den Mist bloß aus. Schnell!“ Denn nun behauptete die Schmalzsängerin sogar noch, dass man an Liebeskummer nicht sterben konnte.

„Und ob man daran stirbt. So fühlt es sich jedenfalls an“, jammerte ich. In der Tat wusste ich nicht, ob meine Lunge vor oder nach meinem Herz explodieren würde. Die Lunge wegen der Zigaretten, das Herz wegen meinem Ex-Schwein. Der hing jetzt garantiert nicht mit seinem Busenfreund heulend in seiner Küche und räucherte mich aus. Das war schon deshalb nicht möglich, weil Andy im Krankenhaus lag. Aber auch dort war Ausräuchern nicht notwendig, er war mich längst losgeworden. Schon vor Wochen. Und ich hatte es nicht einmal bemerkt. Bis vorgestern. Da war sein Betrug aufgeflogen.

Nachmittags hatte er mich vor Selbstmitleid zerfließend aus dem Krankenhaus angerufen, weil er sich das Bein gebrochen hatte. Beim Klettern. Dabei war der Kerl so sportlich wie ein Lehnsessel. Außerdem war er vom vielen Kiffen zwanzig Stunden am Tag derart tiefenentspannt, dass er gar nicht auf die wahnwitzige Idee kam, irgendwelche Wände hochzuklettern.

Deshalb hatte ich die Geschichte zuerst auch nicht geglaubt, sondern erst einmal eine Runde herzhaft gelacht. Das fand er irgendwie gar nicht witzig. Ziemlich sauer hatte er darauf bestanden, sich im Mainzer Klinikum zu befinden, wo es stinklangweilig war und wo er dringend seinen iPod benötigte, der bei mir in einer Ecke herumlag. Mit schlechtem Gewissen, weil mein Geliebter schwer verletzt in einem zugigen, verkeimten Krankenhaus vor sich hin litt, während ich mich über ihn lustig machte, hatte ich bei der Arbeit alles stehen und liegen lassen und meinem Chef eine wirre Geschichte von lebensgefährlichen Unfällen in der Familie aufgetischt. Dann war ich heimgedüst, hatte mich aufgehübscht, den iPod geschnappt und war mit Blümchen und Schokolade zu Andy ins Krankenhaus geflogen.

Als ich ankam, war der gerade bei einer Untersuchung. Und so empfing mich in seinem Zimmer nur sein Bettnachbar, ein leutseliger Rotzbremsenträger, der mich offensichtlich für Andys Schwester hielt. Das passierte häufig, weil wir beide schulterlange schwarze Ringellocken hatten.

Noch bevor ich „Piep“ sagen konnte, hatte sich der Kerl mit dem Bröselbesen lang und breit über Andys sexy Freundin ausgelassen. Seiner Aussage nach eine „kesse Blondine. Zuckersüß und rattenscharf. Mit einem Gesicht wie aus diesen japanischen Comics.“ Mir war auf der Stelle schlecht geworden. Schockiert hatte ich mich auf einen Besucherstuhl fallen lassen und den  rotzbremsigen Schwärmereien gelauscht. Jedes Wort fühlte sich an wie ein Messer. Auch wenn ich nicht die kleine Meerjungfrau und der Schnauzer kein Prinz war.

Nach ein paar Minuten war ich zerfleischt genug. Ich hatte Blumen und Schokolade in einen Mülleimer, den iPod auf Andys Bett gedonnert und war aus dem Zimmer gerannt. Eine Stunde später begann das Dauerklingeln auf meinem Handy. Die ersten zwanzig Anrufe hatte ich einfach weggedrückt. Dann hatte mein Bedürfnis, Klarheit zu haben, gesiegt. Und die bekam ich auch. Die erstaunliche Quintessenz des wirren Geständnisses war: Andy war eben nur ein Mann – und Gloria eine Frau.


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Sophia Monti – Hasta la Pista – Wo die Liebe hinfährt

Sophia Monti wurde 1971 in Stuttgart geboren, studierte Romanistik, Anglistik und Germanistik und schrieb nach einem Zeitschriftenvolontariat in verschiedenen Redaktionen, Werbeagenturen und Pressestellen in Deutschland und Spanien. Als freie Autorin und Redakteurin lebt sie heute mit ihrem Mann und zwei Söhnen in der Nähe von Stuttgart.

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