Sandra Helinski über Rockstar Sommer

Sandra HelinskiWorum geht es in deinem Buch Rockstar Sommer?

Hauptsächlich dreht es sich um Träume, Wünsche und Ziele, die dem Leben einen Sinn geben. Anna bekommt die Möglichkeit, ihre Träume wahr zu machen: ihr ungeliebtes Leben hinter sich zu lassen, ein altes Haus von Grund auf zu renovieren und in ihrem Traumjob als Verhaltenstherapeutin für Hunde zu arbeiten. Doch natürlich läuft im Leben nicht immer alles reibungslos. Es ist nämlich gar nicht so einfach, ganz allein diese Renovierungsarbeiten zu stemmen. Und wie kommt man an Kunden, wenn man sich scheut, fremde Menschen anzusprechen? Außerdem hat ihre beste Freundin Suzi auch noch eine Idee, ihr ohnehin sehr aufregendes Leben noch etwas aufzupeppen, indem sie ihr ihren Lieblingssänger Eddi Markgraf für einen Erholungsurlaub aufhalst. So muss Anna ihren Kundenkreis von Hunden noch auf Rockstars erweitern. Aber wie heißt es doch so schön: Man wächst an seinen Aufgaben.

 

Wie lange hast du an deinem Buch gearbeitet?

Das ging tatsächlich recht schnell. Ich habe im Mai letzten Jahres angefangen und konnte das letzte Kapitel im November abschließen. Es hat unheimlich Spaß gemacht, in Annas Leben einzutauchen, so dass mir immer neue Ideen gekommen sind. Für die Überarbeitung habe ich nochmal genauso lange gebraucht, denn ursprünglich hatte ich nicht vor, diese Geschichte zu veröffentlichen. Da musste ich doch einiges umarbeiten.

 

Wie kamst du auf die Idee?

Diese Geschichte vereint meine eigenen Wünsche und Träume mit ein bisschen Schwärmerei und dem Versuch, das alles in eine Geschichte zu bringen.

Die Idee dazu wächst eigentlich schon sehr lange in mir. Meist probiere ich in Gedanken ein paar Varianten aus, bis ich eine finde, die mich innerlich gar nicht mehr loslässt. Und die bringe ich dann zu Papier.

Die Gegend, in der die Geschichte spielt, kenne ich ganz gut, etwas weiter südlich hatten meine Großeltern, die auch Namenspaten für die Hauptfiguren waren, ein ähnliches Haus. Ich fand die Vorstellung, eines Tages so ein Haus zu renovieren und modern und ansprechend zu gestalten, sehr interessant. Und da ich vermutlich in der Realität nie dazu kommen werde, so etwas wirklich zu machen, musste es eben in meiner Fantasie geschehen.

Den ersten Patienten, den Anna bei sich aufnimmt, Pino, ein aggressiver Rottweilermischling, habe ich vor einigen Jahren selbst kennen gelernt. Damals hieß er Balu und kam ins Tierheim, weil er seine Besitzer gebissen hatte. Glücklicherweise hat er ein sehr gutes neues Zuhause gefunden. Leider nicht bei mir, obwohl ich ihn gern genommen hätte.

 

Der Traumjob von Anna ist eher ungewöhnlich … nämlich Verhaltenstherapeutin für Hunde. Warum hast du ausgerechnet diesen Beruf gewählt?

Ganz einfach: das ist mein Traumjob! Ich habe, genau wie Anna, bei einem Praktikum im Tierheim nach der Schule erkannt, dass ich ein Händchen für schwierige Hunde habe. Danach habe ich Verhaltensbiologie studiert und ein besonderes Augenmerk auf Wölfe, Hunde und Pferde gelegt. Meine Arbeit ist jetzt zwar gänzlich was anderes, aber meinen Traum, eines Tages Verhaltenstherapeutin für Hunde zu werden, habe ich nie wirklich aufgegeben. Und wer weiß, ich bin ja noch nicht alt …

 

Wie viel von dir steckt eigentlich in Anna? Bist du z. B. auch so handwerklich begabt wie sie?

In dem Roman steckt viel von mir. Das hat vor allem damit zu tun, dass ich der Meinung bin, man kann nur über etwas wirklich gut schreiben, was man auch beherrscht. Anna hat in dem Buch nur die Arbeiten selbst erledigt, die ich auch kann und schon gemacht habe. Wir haben erst vor zwei Jahren ein älteres Haus gekauft und seither viel darin renoviert, das meiste in Eigenleistung. Diese Fähigkeiten habe ich übrigens meinem Vater zu verdanken.

Was fasziniert dich an Rockstars so, dass du gerne Bücher über sie schreibst?

Das Unbekannte! Rockstars können das, was ich leider nicht kann: sie stellen sich auf die Bühne und reißen mit ihrer Musik Massen mit. Ich bin total unmusikalisch, aber wahnsinnig fasziniert von Leuten, die singen und Gitarre spielen können.

 

Und hattest du einen bestimmten Rockstar vor Augen als du an Eddi geschrieben hast? Manche vermuten ja einen gewissen blonden Finnen …

Na ja, wenn ich ehrlich bin, kam Eddi noch nicht immer aus Hamburg. Und er hieß in der ersten Fassung der Geschichte auch noch nicht Eddi. Er konnte noch nicht einmal besonders gut Deutsch. Im Laufe der Geschichte hat er dann immer mehr Eigenleben bekommen und ist von der Vorlage abgewichen. Und dann war es gar kein so großer Schritt mehr, die Geschichte umzuschreiben.

 

Hattest du bestimmte Lieder, die dich in romantischen oder dramatischen Szenen inspiriert haben?

Ich habe beim Schreiben eigentlich die ganze Zeit Musik gehört. Das lag aber hauptsächlich daran, dass ich im Wohnzimmer schreibe, abends, wenn die Kinder im Bett sind. Mein Mann ist dann aber auch noch da und wenn ich mich konzentrieren möchte, muss ich die Nebengeräusche irgendwie ausblenden. Das geht am besten mit Musik, die ich gut kenne und die mich in diesem Moment nicht ablenkt.

Es gibt aber schon Lieder, die mich zu bestimmten Szenen inspiriert haben. Da ist zum Beispiel „6-0“ von Sunrise Avenue. Darin geht es darum, dass ein Mann eine Frau unbedingt davon überzeugen möchte, mit ihm ins Bett zu gehen. Er ist sich sicher, dass er dieses Spiel gewinnen wird und zwar sechs zu null. Das Ende des zweiten Teils habe ich genau mit diesem Lied im Ohr geschrieben.

Und dann gibt es noch „Choose to be me“ (auch Sunrise Avenue 🙂 ). Ganz klar das Lied, dass Anna am Anfang immer wieder hört, als sie ihr altes Leben hinter sich lässt und ihre Erbschaft antritt.

 

Hast du schon weitere Projekte in der Pipeline?

Schwieriges Thema. Ich habe nämlich das Gefühl, dass ich seit einem Jahr gar nichts mehr schreibe. Das stimmt zwar nicht so richtig, denn neben der ganzen Überarbeitung der beiden veröffentlichten Romane habe ich auch eine neue Geschichte angefangen, aber es ist nicht dasselbe wie vorher, als ich mir fast jeden Abend wenigstens eine Stunde zum Schreiben genommen habe. Im Moment stockt es ziemlich und das macht mich auch nicht gerade froh. An Ideen mangelt es nicht. Mehr an der Motivation, mich Abend für Abend an den Laptop zu setzen. Ich hoffe, das wird schnell wieder!

Sandra Helinski – Neuanfang mit Rockmusik – Rockstar Sommer

Sandra Helinski ist hauptberuflich Projektmanagerin in der Suchtforschung und lebt mit ihrer Familie in einem kleinen Weindorf in der Pfalz. Weil sie sich schon ein wenig zu alt findet, um für Rockstars zu schwärmen, schreibt sie lieber einen Romane darüber, wie es wäre, sich in einen Rockstar zu verlieben …

Hier geht’s zu allen Teilen von Rockstar Sommer!

Fiona Winter im Interview

Fiona KawazoeWorum geht es in deinem Buch Für immer und Sushi?

In erster Linie geht es um eine Frau, der es schlecht geht, die eine Depression hat, und ihren unkonventionellen Versuch, damit umzugehen. Dann geht es natürlich auch um Japan und um die Liebe.

 

Wie lange hast du daran gearbeitet?

Ich habe mit dem Schreiben daran angefangen, als ich noch in Tokyo gewohnt habe. Das war kurz bevor ich wieder nach Deutschland zurückgegangen bin, Anfang 2014, und jetzt, Anfang 2016, bin ich damit fertig geworden. Inklusive aller Überarbeitungen hat es also gut 2 Jahre gedauert.

 

Was macht für dich die Faszination an Japan aus?

Das werde ich immer wieder gefragt, sowohl von Deutschen als auch von Japanern, aber ich weiß nie, was ich darauf antworten soll. Natürlich mag ich das japanische Essen, die vielen Freizeitmöglichkeiten, die gerade Tokyo zu bieten hat, und dass die Menschen so ruhig und freundlich sind, aber das sind ja alles nur Nebensächlichkeiten. Ich kann nicht erklären, woran es liegt, aber wenn ich in Japan bin, fühle ich mich einfach wohl.

 

Du hast selber viel Zeit in Japan verbracht – ging es dir wie Vanessa und du hast anfangs einen kleinen Kulturschock erlebt?

Bevor ich in Japan gelebt habe, bin ich schon mehrere Male als Touristin dort gewesen – im Gegensatz zu Vanessa wusste ich also, was mich erwartet. Einen richtigen Kulturschock hatte ich daher nicht, oder eher im positiven Sinne: Anfangs fand ich alles dort super und erst nach ein paar Monaten fiel mir nach und nach auf, dass auch das Leben in Japan nicht perfekt ist.

 

Worin liegen für dich die gravierendsten Unterschiede zwischen der japanischen und der deutschen Kultur?

Ich mag es, dass in Japan viele Leute, anstatt an allem herumzunörgeln, eher auch mal einfach mit einer Situation zufrieden sind. Auf der anderen Seite ist es in Gesprächen manchmal schwer, konkrete Aussagen zu bekommen. Es wird eher ein bisschen um den Kern der Sache herumgeredet. Man muss zwischen den Zeilen lesen, was mir selbst ziemlich schwer fällt.

 

Ist dir aus deiner Zeit in Japan ein bestimmtes Erlebnis in Erinnerung geblieben?

Das allererste Mal, als ich bei der Familie meines Mannes zu Besuch war, hatte ich noch nicht lange in Japan gelebt und kannte mich mit vielen Gepflogenheiten noch nicht so gut aus. Die Eltern und Großeltern meines Mannes wohnten im selben Haus, aber in separaten Wohnungen auf zwei verschiedenen Stockwerken. Als er mich seiner Großmutter vorstellen wollte, mussten wir also durchs Treppenhaus. Wir schlüpften jeweils in ein Paar Plastikhausschuhe, die für genau solche kurzen Wege durchs Treppenhaus vor der Tür standen und machten uns auf den Weg nach oben. Ich verstand zwar nicht viel vom Gespräch mit der Großmutter, aber sie lächelte mich viel an und schien freundlich. Nur, als wir uns verabschiedeten und schon halb zur Tür raus waren, verdüsterte sich plötzlich ihr Gesicht und sie zeigte auf meine Schuhe. Ich verstand überhaupt nicht, was los war. Mein Mann wiegelte ab und schlüpfte wieder in seine Plastik-Hausschuhe, bevor wir die Wohnung verließen. Genau da dämmerte mir mein Vergehen. Ich hatte die Plastikschlappen die ganze Zeit angelassen, hatte damit die Wohnung betreten und mich an den Kaffeetisch gesetzt. Dabei ist Treppenhaus ja gleichbedeutend mit „draußen“, also so etwas wie Straße, und mit Straßenschuhen betritt man keine Wohnung. Mein Mann lachte sich über die Situation kaputt, aber mir war das schrecklich peinlich. Seitdem achte ich ganz genau darauf, wo ich welche Schuhe anlasse oder ausziehe und frage im Zweifel lieber nach.

 

Wie viel steckt von dir und deinen persönlichen Erfahrungen in Für immer und Sushi?

Schon einiges. Zwar nichts Konkretes, die Geschichte im Buch ist rein fiktiv, aber natürlich ist die ganze im Roman wiedergegebene Sicht auf Japan und die japanischen Kultur ja meine eigene, rein subjektive Sicht.

 

Welche Projekte planst du für die Zukunft?

Als nächstes möchte ich wieder einen Frauenroman schreiben, der in Deutschland spielt und nichts mit Japan zu tun hat. Ich bin an der Planung zwar schon dran, aber etwas Konkretes kann ich leider noch nicht dazu sagen, dafür ist es noch zu früh.

 

Was liest du selbst gerne?

Immer mal wieder unterschiedliche Genres, aber in letzter Zeit sind es vor allem historische Romane und Thriller. Ganz allgemein, also genreübergreifend, mag ich Bücher, in denen viel Liebe auf den Entwurf der Charaktere verwendet wurde.

 

Wie bist du überhaupt zum Schreiben gekommen?

Ich schreibe schon ganz lange, habe schon als Kind geschrieben, vor allem, weil ich mir ständig irgendwelche Geschichten zurechtgesponnen habe und diese irgendwie festhalten wollte.

 

Welche anderen Autoren magst du?

Was Frauenromane angeht vor allem Kerstin Gier. Bei den historischen Romanen habe ich ganz viel von Petra Durst-Benning gelesen und bei den Thrillern ist es Sebastian Fitzek.

 

Hast du ein Lieblingsbuch?

Nicht so richtig, aber es gibt mehrere Bücher, die ich sehr mag, weil sie für mich etwas Besonderes an sich haben. Die geheime Geschichte von Donna Tartt hat mich vor Jahren, als ich das Buch gelesen habe, sehr beeindruckt, weil die Charaktere so tiefgründig sind. Der Schwarm von Frank Schätzing finde ich toll, weil es eine so lange, phänomenal recherchierte, wissenschaftliche Geschichte ist. Vor kurzem habe ich Der Übergang plus Nachfolger von Justin Cronin gelesen und ich finde es einfach unglaublich, wie detailliert die post-apokalyptische Welt ist, die der Autor darin erschaffen hat – und noch dazu diese lebendigen, authentischen Charaktere. Ganz außergewöhnlich und absolut lesenswert finde ich auch Battle Royale von Koushun Takami.

 

Was tust du, wenn du nicht am Schreiben bist?

Ich gehe meiner anderen Arbeit, dem Übersetzen nach, und lerne für mein Psychologie-Studium. In meiner Freizeit mache ich ganz normale Sachen: Ich lese gerne, schaue Filme und verbringe Zeit mit meinem Mann und meinen Freunden. Und so oft es geht fliege ich natürlich zurück nach Japan.

Fiona Kawazoe/Fiona Winter – Für immer und Sushi

Fiona Winter studierte vorerst Englisch mit dem Ziel, Übersetzerin zu werden. Nach Abschluss des Studiums zog sie nach Tokyo, wo sie als Sprachlehrerin arbeitete und ihren japanischen Mann kennenlernte. Seit 2011 studiert sie außerdem Psychologie und wohnt mittlerweile wieder in Frankfurt, arbeitet als Übersetzerin und schreibt Romane.

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Nadin Hardwiger im Interview

Nadine HardwigerWas bedeutet dein Buch Sleeping Rosanna für dich?

Ich freue mich, dass die Trilogie um die drei Märchenfrauen nun vollständig ist und es den Mädels gut geht.

Wie lange hast du daran gearbeitet?

Bisher stehen 4.305 Minuten in meinem Aufwandsbüchlein. Dazu kommen noch viele, viele Minuten Lektoratsarbeit und Lesearbeit – und noch ein-, zweimal Lesen … und so einige Stunden, die ich wie immer verschusselt habe aufzuschreiben.

Wie kamst du auf die Idee?

Dornröschen stand von Anfang an auf meiner Liste der fünf Märchen, die ich in unserer Welt willkommen heißen wollte.

Worum geht es in deinem Roman?

Es war einmal ein Königspaar, das wünschte sich sehnlichst ein Kind. Dornröschen ward geboren und erhielt von den zwölf weisen Frauen des Landes alle guten Gaben. Nur die Dreizehnte ward ihr nicht wohlgesonnen: Dornröschen sollte sich an einer Spindel stechen und in einen hundertjährigen Schlaf fallen.

Und so geschah es … Nach hundert Jahren weckte ein Prinz Dornröschen mit einem Kusse aus ihrem Schlafe und erlöste sie. Und so wurden sie glücklich miteinander. Aber mehr verrate ich auch hier nicht.

Was reizt dich daran, moderne Märchen zu schreiben?

Irgendwie kommen mir meine märchenlosen Geschichten etwas nackt vor. Als würde ohne diese magischen Märchenmomente etwas fehlen.

Welche Projekte planst du für die Zukunft?

Ich müsste mit meinen Kindern mal wieder neue Anziehsachen einkaufen gehen. Denn in den letzten Wochen, die ich hauptsächlich mit Rosanna im Baccara verbracht habe, sind sie wieder ein ganzes Stück gewachsen.

Außerdem finde ich Patrizias Hochzeit hoch interessant … und Weihnachten … und auf eine Kindergeschichte so richtig randvoll mit Fantasie hätte ich auch mal wieder Lust …

Was tust du, wenn du nicht am Schreiben bist?

Geschichten erfinden, lesen, backen, meine Kinder zur Eile antreiben, E-Mails schreiben, Schulranzen kontrollieren, To-Do Listen schreiben, Sport, To-Do Listen wegschmeißen, meinen Mann darüber informieren, warum ich gerade wieder keine Zeit habe, um mit ihm eine Fahrradtour zu unternehmen, Dinge aufräumen, die nicht mir gehören, auf Arbeit fahren, arbeiten, mit meinen Kollegen rumwitzeln, wie es wohl sein wird, wenn ich es auf die Bestsellerliste schaffe, nach Hause fahren, für Mathe lernen, Englischvokabeln abfragen, deutsche Grammatik bildhaft erklären, Klavierübungen lauschen, Urlaubspläne schmieden, Querflötentöne gerade rücken, Tore bejubeln, Pliés beklatschen … in einem der Betten meiner Kinder einschlafen …

Nadin Hardwiger – Sleeping Rosanna

Nadin Hardwiger arbeitet als Beraterin für ein IT-Unternehmen, doch die Sprache der Programmierung genügt ihr nicht. Begeistert stöbert sie nach Worten, ersinnt Figuren und webt Geschichten – am liebsten mit einem Glitzerkörnchen Magie und Glücks-Ende.

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Nadin Hardwiger über Märchen

Nadine HardwigerWie bist du auf die Idee gekommen, ein Buch zu schreiben?

Die Frage klingt so einfach und doch fällt mir keine Antwort ein außer „Weil ich will“. Wäre das nicht auch ein prima Buchtitel? Und hier noch ein ganz klassischer Standardsatz, dieser rangiert gleich hinter „Bist Du groß geworden.“: „Ich habe schon immer geschrieben.“ Meine Mini-Tochter würde jetzt noch hinterherschieben: „Is so!“

Warum gerade ein Märchen?

Mein altes grünes abgewetztes Märchenbuch begleitet mich seit Kindertagen und ist mein allergrößter Schatz in meinen Bücherregalen.

Märchen ziehen sich konstant durch mein Leben. Als ich im recht zarten Kindesalter in eine Scheibe fiel und genäht werden musste, war es meine Omi Gisela, die neben mir stand und mir Rotkäppchen erzählte – und noch einmal, und noch einmal. Heute weiß ich, wie tapfer sie war, vor allem wenn ich selbst mit wackeliger Stimme meinen Kindern Märchenlieder vorsinge während sie verarztet werden.

Welche waren deine Lieblingsmärchen als Kind?

Natürlich die Prinzessinnenmärchen. Schaut mal auf www.maerchenbasar.de. Dort findet ihr neben vielen schönen anderen auch zwei neue Märchen von mir.

Hast du ein Lieblingsbuch?

Susanne Barden von Helen Dore Boylston – oder im englischen Original Sue Barton. Ich lese die Bücher immer wieder und wieder und jedes Mal scheint davor, dabei und danach die Sonne heller – ach, ich könnte schon wieder …

Welche Autoren und Genres liest du sonst so?

Backbücher! Und ich lese am liebsten das, was ich auch schreibe: Gut-Tu-Bücher. Von Anfang an möchte ich das Gefühl haben, alles wird gut und wenn das dann auch noch witzig und mit leichter Hand geschrieben ist – her damit. Schnuppert mal in die Bücher von Helen Dore Boylston oder Jenny Colgan oder Jana Voosen oder Kristina Günak oder Shanna Swendson oder Sarah Addison Allen …

Natürlich gibt es auch Ausnahmen: Für ein paar Monate lebte ich in Forks, zusammen mit Bella und Edward. Und auch in den schottischen Highlands bei Claire und Jamie. Klar war ich auch in Narnia und Mittelerde, in Alaska und auf Hawaii und eine ganze Weile in Walnut Grove … Fortsetzung folgt …

Welche Märchen planst du für die Zukunft?

Viktoria wird ihren hausmeisterlichen Froschkönig zwar nicht an die Wand schmeißen, aber ganz verschonen wird sie Nik leider auch nicht …

Und natürlich wartet unser Dornröschen Rosanna bereits in ihrem Rosenladen sehnsüchtig auf einen Prinzen. Nur, wenn sie in letzter Zeit nicht immer so müde wäre, gut dass ihre Cousine Jutta ihr hilfsbereit zur Seite steht.

Liest Du Deinen Kindern auch heute noch Märchen vor?

Sicher – und sie mir.

Was sagt Deine Familie zu Deinem Buch?

„Das ist ja so toll!!! Ich bin ja sooo stolz!!!“

„Mmmh, schön. Gibt’s heute Nudeln?“

„Ganz gut, mach weiter.“

„Darf ich mitschreiben?“

„Das musst Du anders machen!“

„Und wird das jetzt der neue Harry Potter – ha ha ha.“ – Grrr … nein, wird es nicht und soll es doch auch gar nicht … Obwohl ich mir Emma Watson durchaus als Lucindarella vorstellen könnte 😉

Nadin Hardwiger – Lucindarella

Nadin Hardwiger arbeitet als Beraterin für ein IT-Unternehmen, doch die Sprache der Programmierung genügt ihr nicht. Begeistert stöbert sie nach Worten, ersinnt Figuren und webt Geschichten – am liebsten mit einem Glitzerkörnchen Magie und Glücks-Ende.

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