Liebeschaos mit Winterduft und Schneeflockenküsse

Stuttgart, November 2017. Der kalte, dunkle Winter lockt zwar im besten Falle mit zauberhaften Schneelandschaften, Weihnachtsmärkten und gemütlich-kuscheligen Advents-Abenden zu Hause mit den Lieben. Er kann aber auch dazu führen, über Lebensziele und Träume noch einmal nachzudenken und das eine oder andere neu auszurichten. Protagonistin Mia will es in der romantischen Liebesgeschichte Winterduft und Schneeflockenküsse von Autorin Laura Albers nun endlich wagen und zur Weihnachtszeit ihren Verlobten Niklas heiraten. Doch trotz märchenhafter Adventszeit und tatkräftiger Unterstützung ihrer besten Freunde sind sich die beiden irgendwie nicht mehr sicher. Das Liebeschaos ist vorprogrammiert! Ob es Mias bester Freundin Sophie gemeinsam mit dem Trauzeugen gelingen wird, die Hochzeit zu retten? Und für wen bringt dieser Winter ebenfalls noch die wahre Liebe?

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Eine anstehende Hochzeit, die berühmten ‚kalten Füße’ und jede Menge Verwirrungen führen in der romantischen Chick-Lit-Liebesgeschichte Winterduft und Schneeflockenküsse zu heiterem Chaos in der Vorweihnachtszeit.

Winterduft und Schneeflockenküsse

Kapitel 4: Wie der Brauch es verlangt

Wie der Brauch es verlangte, meldete Mia sich immer wieder bei Sophie, ihrer ersten Brautjungfer, wenn sie in der Vorbereitung der Hochzeit nicht weiterwusste. Sophie wunderte sich über die Veränderung ihrer Rollen. Noch im Frühjahr war Mia ihre wichtigste moralische Stütze gewesen, immer dann, wenn sie in der turbulenten Zeit mit Yannis an ihm und an sich selbst gezweifelt hatte. Sie hatte sogar Mias Stimme im Kopf zu hören geglaubt, in Momenten, in denen sie allzu durcheinander gewesen war. Jetzt war es Mia, die mindestens alle zwei Tage nach Sophie verlangte, um Dinge zu besprechen, die mit der Weihnachtshochzeit, aber auch mit der standesamtlichen Trauung zwölf Tage davor zu tun hatten.

Sophie überwachte am letzten Novembertag die Dekorationsarbeiten in der Lebensmittelabteilung der Galeries Jouvet, die für die erste Adventswoche durchgeführt wurden. Beim Anblick der Packungen weißer und rosafarbener Baisers, die gerade in ein Regal geräumt wurden, musste sie an die Shoppingtour von letzter Woche denken. Sie hatte mit absoluter Sicherheit vorhersagen können, dass Mia niemals ein Kleid aussuchen würde, in dem sie wie ein Baiser aussah. Sophie dachte an eine Szene aus „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“, den Lieblingsfilm ihrer Mutter, den sie selbst mindestens schon zehn Mal gesehen hatte. Darin fragte Andie MacDowell in der Rolle der Carrie, ob das Brautkleid, das sie anprobierte, sie wie ein Baiser aussehen ließ. Damals – und auch in vielen neueren Filmen – schien das der Albtraum einer jeden Braut zu sein. Sophie musste grinsen. Erstaunlich, dass sich in Frankreich und Deutschland inzwischen wohl genau diese Mode für Hochzeiten durchgesetzt hatte. Gedankenverloren griff sie nach einer Packung, deren Inhalt zerbrochen war, öffnete sie mit einem Zwinkern zu der Verkäuferin, die sie gerade ins Regal gelegt hatte, und bot ihr davon an. Diese lächelte überrascht, dann nahm sie wie Sophie ein Stück heraus.

„Das erinnert mich immer an meine Kindheit. Ich habe Baisers als kleines Mädchen geliebt“, sagte die junge Frau, bevor sie zubiss.

„Ich auch. Und heute erinnert der Anblick mich an die Hochzeit, bei der ich Trauzeugin sein werde, gleich nach Weihnachten. Wussten Sie, dass pompöse Brautkleider mit riesigen Reifröcken, viel Spitze, Steinchen und Strass gerade in sind?“

Eine Hand streckte sich zwischen Sophie und der Verkäuferin durch und griff nach einem Stück des weißen Zuckerschaums. „En effet?“

Sophie drehte sich zu Jean‑Jacques Lerêve um, der in grüne Jeans, ein weißes Hemd und ein rotes Halstuch gekleidet war. Soeben schloss er die Lippen um das Stück Baiser. Seine Augen blitzten belustigt unter der perfekt frisierten Stirntolle.

„Ja.“ Sophie lächelte ihn an. Jean‑Jacques war ihr in den Monaten, seit sie hier arbeitete und lebte, ans Herz gewachsen.

„Und wer wird heiraten?“, fragte er jetzt.

„Meine beste Freundin Mia.“

„Ah, du meinst diese zierliche Rothaarige?“

Sophie riss die Augen auf. „Hast du sie schon einmal gesehen?“

„Ja, letzten Donnerstag in der Rue de la Tête d’Or. Du warst in einem Schwarm gut gelaunter, lustiger Weiber unterwegs, und du und diese Rothaarige seid hervorgestochen. Ihr habt beide dieses besondere Strahlen der jungen Liebe.“ Er kicherte.

Sophie hielt der Verkäuferin die angebrochene Packung noch einmal hin, doch diese bedankte sich mit dem Hinweis, dass sie weiterarbeiten müsse. Sophie lenkte ihre Schritte zum Aufzug, Jean‑Jacques mit sich ziehend. Sie lachte noch, als sie die Kabine betraten. Gerade wollte sie auf Jeans Bemerkung mit der jungen Liebe antworten, als das Smartphone in ihrer Westentasche vibrierte. Sie drückte ihm die Baiserbox in die Hand und ging ran.

„Hallo, Mia“, sagte sie und zwinkerte ihrem Kollegen zu.

„Sophie, wir müssen reden. Wann hast du Zeit?“

„Kann ich dich gleich zurückrufen?“

„Ja, bitte, das wäre lieb.“

Im dritten Stockwerk hielt der Aufzug, und Sophies Freundin Florence stieg ein. Sophie konnte einen Blick auf die Dekoration in der Kinderabteilung erhaschen. Seit der Veröffentlichungsfeier im Mai behielten die Galeries Jouvet die Tradition einer bewegten Miniwelt bei. Ihre Kundinnen und Kunden liebten das. Viele kamen eigens jeden Monat her, um zu sehen, welches Thema gerade dargestellt wurde. Bereits vor zwei Wochen hatte ein ganzes Geschwader an Technikern und Dekorateuren in nur einer Nachtschicht die Herbstwelt ab- und einen Weihnachtsmarkt aufgebaut. Die Bahnstrecke sowie der Tierpark waren stehen geblieben und um einen Weihnachtsmarkt und andere weihnachtliche Details ergänzt worden. Ihre kleine Weihnachtswelt war ein voller Erfolg.

Sophie wünschte Florence und Jean‑Jacques guten Appetit und wählte selbst den Paternosteraufzug, um in das oberste Stockwerk zu fahren, in dem sich ihr Büro befand. Ein Blick durch die Glaselemente des Chefbüros, deren Rollos Yannis Jouvet nicht mehr heruntergelassen hatte, seit sie ein Paar waren, zeigte ihr, dass er nicht da war. Das machte aber nichts, da sie den Abend gemeinsam in der Suite des Hotels La Citadelle verbringen wollten, in der er nach wie vor wohnte. Sie hatten sich vorgenommen, eine gemeinsame Wohnung zu suchen, allerdings erst, wenn sie beide sich dazu bereit fühlten, und das war noch nicht der Fall. So wie sie es jetzt hielten, war es für sie beide perfekt – mal eine Nacht in Sophies kuscheligem Appartement, mal eine Nacht in seiner Suite und die Arbeitstage ohnehin weitgehend zusammen. Weder Yannis noch Sophie hatten den Drang, ihre Liebe allzu schnell durch Äußerlichkeiten wie eine gemeinsame Wohnung oder einen Zeitplan, was wann zu geschehen hatte, einzuengen. Dazu hatten sie beide zu schlechte Erfahrungen gemacht. Sie waren sich einig, dass sie ihrer Liebe Zeit zum Wachsen geben wollten.

Im Büro ließ sie sich auf ihren Schreibtischstuhl sinken, legte die Füße auf die Milchglasplatte ihres Schreibtischs und verschob dabei mit der einen Hand die Maus, um ihren PC aus dem Ruhemodus zu wecken. Dann wählte sie Mias Handynummer.

„Hallo?“

„Hallo, Mia. Was gibt es denn – Stress mit der Sitzordnung?“ Die Sitzordnung war zu einem Running Gag geworden, seit Mia jede Woche berichtete, dass Niklas seine Verwandtschaft schon wieder umgruppieren musste, weil es neue thematische Tretminen zwischen den zänkisch veranlagten Cousins und Cousinen gab.

Mia prustete. „Hör mir auf! Das auch, aber ich habe mich ausgeklinkt, was das angeht. Jedenfalls verstehe ich jetzt absolut, warum Niklas nur Falko als Trauzeugen wollte. Ich würde ja darüber lachen, wenn es am Ende nicht immer so bierernst würde. Sie bekommen bei ihren Zankereien immer richtig Streit. Das Ende vom Lied ist, dass du nie genau weißt, wer gerade mit wem spricht. Na ja, wenigstens wollen seine Eltern mit ihren jeweiligen neuen Lebenspartnern zur Hochzeit kommen. Sie haben versprochen, dass sie friedlich miteinander umgehen werden.“

„Das ist doch schon mal positiv. Alles wird super, du wirst sehen. Weshalb rufst du denn an?“

„Ich brauche Hilfe von meinen Brautjungfern. Wir müssen unbedingt einen Probetermin beim Friseur machen … lach nicht!“

Sophie war tatsächlich in ein helles Lachen ausgebrochen. „Ich erkenne dich nicht wieder, Mia! Wie hat Jean‑Jacques dich eben beschrieben? Du würdest vor junger Liebe strahlen.“

„Dein Kollege? Der kennt mich doch gar nicht.“

„Er hat uns bei unserer Tour hier in Metz gesehen. Und mit untrüglicher Sicherheit erkannt, dass du die Braut bist.“

„Lustig“, Mia gluckste. „Aber jetzt sag, kannst du nächstes Wochenende nach Aachen kommen? Die beiden anderen können es einrichten. Wir haben Samstagmorgen einen Termin beim Friseur meines Vertrauens.“

„Am dem Samstag nach Nikolaus?“ Sophie dachte fieberhaft nach. Yannis musste Mitte der Woche nach Saint‑Tropez zu seiner Familie. Wenn er samstags wieder zurück sein würde, könnte sie am Freitagabend losfahren. Dann brauchten die Galeries an den zwei Tagen nicht komplett auf sie beide zu verzichten, allerdings würden sie sich dann nicht sehen, leider. „Ja, das klappt. Ich wollte meinen Eltern sowieso das traditionelle Pain d’Epices schenken, dass es hier in Lothringen zu Nikolaus gibt.“

„Du willst Lebkuchen mit nach Aachen bringen?“ Mia lachte schallend. „Sorry, aber du weißt schon: Eulen nach Athen und so.“

„Ja, aber gerade drum! Ich werde ihn nämlich selbst backen. Nach einem uralten Rezept von Florenceʼ Familie.“

„Das ist natürlich was anderes, hebt ihr mir ein Stück auf? Aber dann klappt der Neunte bei dir? Tim wird uns auch für die standesamtliche Feier beraten können.“

„Ja, du kannst fest mit mir rechnen.“

„Wenn wir weiterhin so oft hier essen, passt mir nach Weihnachten mein Kleid nicht mehr.“ Sophie nahm ein Stück Hühnchen auf die Gabel und sah Yannis strafend an. „Wir sollten öfter bei mir essen – Kleinigkeiten, Abendbrot, sowas halt.“

„Unsinn, du bestellst dir doch eh immer nur Salat.“ Er deutete mit seiner Gabel auf ihren Teller, der unter der Mischung frischer Blattsalate, Gurken- und Tomatenscheibchen und den Streifen gegrillten Hähnchens fast nicht zu erkennen war, dann schnitt er ein Stück seines auf den Punkt gegarten Entrecôte ab und steckte es sich in den Mund. Seine Augen lächelten, während sein Mund sich beim Kauen genüsslich bewegte. Sophie liebte es, ihm beim Essen zuzusehen. Gutes Fleisch war eines der Dinge, die ihn entspannten. Er war ein Genussmensch in jeder Hinsicht. Mit hochgezogener Braue erwiderte er ihren Blick. Nachdem er runtergeschluckt hatte, leckte er sich über die Unterlippe. „Ich habe allerdings eine hervorragende Idee, um der Gefahr vorzubeugen.“

„Welche Gefahr meinst du?“ Sie feixte.

„Du weißt schon. Wir werden zu verhindern wissen, dass dein Brautjungfernkleid dir zu eng wird.“ Er machte sich einen Witz daraus, den altmodischen Begriff so oft wie möglich zu benutzen, seit er erfahren hatte, dass Sophie für ihre Freundin erste Brautjungfer sein sollte. „Es ist übrigens ein sehr schönes Kleid.“

Sie spitzte die Lippen. „Danke“, sagte sie schlicht. „Woran dachtest du denn? Klettern, Spinning, Zumba?“

„Nein, ich dachte mehr an etwas, das man paarweise praktizieren muss.“

„Tango!“ Sie klatschte in die Hände. „Woher weißt du, dass ich mir schon ewig einen Tangokurs mit dir wünsche?“ Sie musste sich beherrschen, um nicht laut loszulachen. Natürlich war es nicht das, was er meinte.

„Ts, ts, ts, ma chère Sophie, du möchtest mich auf den Arm nehmen.“ Er schüttelte den Kopf.

„Aber … das würde ich niemals schaffen.“ Sie lachte laut. Das Glitzern in seinen Augen ließ sie ihren Teller in Rekordgeschwindigkeit leeren. Das, was er ihr mit seinen Andeutungen versprach, wäre es auch wert, auf das Essen zu verzichten.

Am späten Abend kuschelte sie sich zufrieden in dem großen Bett an ihn, den Kopf auf seiner Schulter, und fuhr mit dem Zeigefinger die Linie seiner Brustmuskeln nach. Seine Finger streichelten ihren Oberarm. „Du hattest recht, dieser Sport ist auch nach meinem Geschmack“, sagte sie.

„Mhm“, brummte er. Anscheinend war er kurz vorm Einschlafen.

„Yannis?“

„Oui, chérie?“

„Ich muss nächstes Wochenende nach Aachen.“

Er drehte den Kopf ein bisschen, sodass sie sich in die Augen blicken konnten. „Wirklich?“ Runzelte er etwa die Stirn?

„Ja, die Brautjungfern treffen sich am Samstagmorgen. Wir müssen noch einige Dinge gemeinsam planen und wollen die Frisuren für die Hochzeit ausprobieren.“

„Planen? Etwa einen Junggesellinnenabschied? Und wo wir gerade dabei sind: Gibt es auch einen für die Jungs, mit dem Bräutigam? Ich kenne Mia und Niklas noch gar nicht. Treffe ich die beiden vor der Hochzeit?“

Sophie lachte. „Wie viele Fragen waren das, drei oder vier? Also: Junggesellenabschied gibt es weder für Männer noch für Frauen. Einen Polterabend haben die beiden nämlich im Sommer schon gemacht. Ich war dort, du warst an dem Tag auf Geschäftsreise, sonst hättest du sie schon kennengelernt. Und zweitens: Du wirst beide bei der standesamtlichen Trauung kennenlernen, weil ich doch die Trauzeugin bin. Schon vergessen?“

„Stimmt ja. Wann ist die nochmal?“

„Morgen in zwei Wochen, am Freitagvormittag. Das ist der Fünfzehnte.“

Yannis schob sie ein Stück von sich und setzte sich auf. Sie tat es ihm gleich und legte die Hand auf seinen Bauch. Er seufzte. „Das bringt ein paar meiner Pläne durcheinander. Wenn du nächstes Wochenende weg bist und am darauffolgenden wir beide …“ Er verzog den Mund.

„Gibt es Probleme?“ Sein Verhalten erinnerte sie an die Zeit, in der er sich so widersprüchlich verhalten hatte, dass sie sich nicht sicher gewesen war, ob sie sich die Anziehung zwischen ihnen nur einbildete. „Yannis, rede mit mir. Wir wollten uns doch nichts mehr verheimlichen …“

„Nein, keine Probleme. Ich hatte nur fest damit gerechnet, dass du am kommenden Wochenende da bist. Das durchkreuzt meine Pläne.“

„Welche meinst du?“

Er wischte mit der Hand durch die Luft. „Nicht wichtig. Es lässt sich ja nicht ändern.“

Sie sah ihn fragend an. Warum war ihm das so wichtig? Bevor sie sich jedoch äußern konnte, ließ er seinen Blick ihren Hals hinuntergleiten und lächelte. „Mir wird kalt. Ich denke, wir sollten uns noch ein bisschen bewegen.“ Damit beugte er sich über sie und hauchte ihr ein Küsschen aufs Schlüsselbein. Sein Ablenkungsmanöver funktionierte vorzüglich.


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Laura Albers hat in Saarbrücken Übersetzen und Dolmetschen Englisch/Französisch studiert. Seit 2006 schreibt sie. Neben der Liebe als Leitmotiv sind ihr Humor, Fantasie und gut gezeichnete Charaktere wichtig. Unter dem Pseudonym Angelika Lauriel veröffentlicht sie Kinder- und Jugendbücher sowie Krimikomödien und humorvolle Frauenromane bei mehreren Verlagen. Seit Sommer 2016 unterrichtet sie Deutsch als Zweitsprache an einer weiterführenden Schule. Außerdem übersetzt sie Bücher aus dem Englischen ins Deutsche.

Küssen auf Französisch

Stuttgart, Juli 2017. Jeder Roman, also auch der Liebesroman, ist nur so gut, wie der Konflikt, der ihm zugrunde liegt. Ohne Konflikt keine Geschichte. So kann und sollte auch eine Liebesgeschichte gleich mit den ersten Zeilen so viel Spannung und Neugier aufbauen, dass man unbedingt weiterlesen will. Es muss prickeln durch Intelligenz und Humor in den Dialogen. Ist dann noch genügend Tiefe in die Charaktere gelegt, rühren sie den Leser im Herzen, bringen nach Möglichkeit dort etwas zum Klingen und wecken Erinnerungen an eigene Erfahrungen. Laura Albers will genau das: „Wenn ich eine emotionale und psychologische Entwicklung in der Geschichte erzählen kann, die unter der Oberfläche mitschwingt, habe ich einen meiner höchsten Ansprüche erreicht.“ Die Mutter einer fünfköpfigen Familie, die Deutsch als Zweitsprache an einer weiterführenden Schule unterrichtet, Theater spielt, in einem Chor singt und immer wieder das ein oder andere Buch übersetzt, schreibt sowohl für Kinder als auch für Jugendliche und Erwachsene.

In ihrem neuesten E-Book Küssen auf Französisch erzählt sie die romantische Liebesgeschichte von Sophie, einer junge Deutschen, die beschlossen hat, in Zukunft nicht mehr auf einen Lebensgefährten zu hoffen, sondern ihr Leben ohne Mann selbst in die Hand zu nehmen. Sie bekommt die Chance, einen Traumjob in den Galeries Jouvet Metz anzutreten. Dass zufällig Yannis Jouvet ihr Chef ist, den sie aus Jugendtagen kennt, ist kein Hindernis, denn inzwischen sind ja alle erwachsen. Doch es kommt, wie es kommen muss – Sophie verliebt sich in ihn. Als sie wegen eines familiären Unglücksfalls kurz zurück nach Deutschland reist, hat sich Yannis bei ihrer Rückkehr nach Metz verändert. Ihre besten Freunde geben Sophie zu verstehen, dass sie ab jetzt ihr Leben und ihre Gefühle selbst bestimmen sollte. Und das macht sie – allerdings anders, als sie ursprünglich dachte. Ganz nebenbei klärt sich dabei auch die Frage: Küssen Franzosen wirklich so gut, wie ihr Ruf es vermuten lässt?

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Wer hat je gesagt, dass Liebe etwas Leichtes ist? Küssen Franzosen wirklich so gut, wie ihr Ruf es vermuten lässt? Und was ist, wenn man sein Leben endlich selbst in die Hand nimmt und mit den Wirren der Liebe umgehen lernt? Eine bewegende Liebesgeschichte von Laura Albers an den Schauplätzen Metz und Saint-Tropez.

Laura Albers über ihren deutsch-französischen Liebesroman

AlbersLauraIsland2016Worum geht es in deinem Buch Küssen auf Französisch?

Mein Buch erzählt eine wunderbar romantische Liebesgeschichte. Sophie, eine junge Deutsche, die kürzlich beschlossen hat, in Zukunft nicht mehr auf einen Lebensgefährten zu hoffen, sondern ihr Leben ohne Mann selbst in die Hand zu nehmen, bekommt die Chance, zeitweise einen Traumjob in Metz anzutreten.  Das erweitert den Horizont, Frankreich liebt sie ohnehin – also ja, diese Gelegenheit muss sie ergreifen. Sie findet wundervolle neue Freunde und Freundinnen in den Galeries Jouvet, einem großen Warenhaus, in dem sie sich vom ersten Tag an wohlfühlt.

Dass zufällig Yannis Jouvet ihr neuer Chef ist, den sie aus Jugendtagen kennt und mit dem sie eine äußerst peinliche Erinnerung verbindet, ist kein Hindernis, denn inzwischen sind ja alle erwachsen. Doch es kommt, wie es wohl kommen muss – Yannis macht ihr den Hof, und sie verliebt sich in ihn. Aber wer hätte je gesagt, dass Liebe leicht ist? Sophie stürzt in tiefe Zweifel, Yannis ist offensichtlich nicht frei, und dann gibt es auch noch Probleme in Sophies Familie.

Ihre besten Freunde geben Sophie schließlich zu verstehen, dass sie jetzt tun muss, was sie sich ursprünglich vorgenommen hatte, nämlich ihr Leben selbst bestimmen. Allerdings anders, als sie ursprünglich dachte. Sie macht sich auf den Weg nach Saint-Tropez, um die Wahrheit zu finden. Ganz nebenbei klärt sich dabei auch die Frage: Küssen Franzosen wirklich so gut, wie ihr Ruf es vermuten lässt?

 

Wie lange hast du daran gearbeitet?

Man kann sagen: In einem Monat schaffe ich 100 Manuskriptseiten, wenn die Recherchearbeit weitgehend erledigt ist. Manchmal, wenn alle anderen Verpflichtungen (Familie, Marketing, Juryarbeiten, Zweitberuf als Lehrerin für DaZ) sich reduzieren, kann ich auch mehr schaffen. Da es aber sehr viel mehr als „nur“ das Schreiben in meinem Leben gibt, hat es von der Idee bis zum Wort ENDE etwa ein Dreivierteljahr gedauert.

 

 Wie kamst du auf die Idee für dein Buch? Gab es eine Art Initialerlebnis?

Als Grundlage für das Buch stand Sophie als Charakter vor mir, und das peinliche Erlebnis in ihrer Jugend schälte sich sofort heraus. Der Rest formte sich dann mehr oder weniger von selbst um den Kern herum. Zu Beginn eines jeden Plots entwickle ich zuerst die Charaktere. Sie erzählen ihre Geschichten dann beinahe von allein. Und ich als ihre Schöpferin (oder Finderin) entscheide, was davon für den Roman infrage kommt.

Ein echtes Initialerlebnis gab es nicht. Allerdings kam mir zu irgendeinem Zeitpunt der Gedanke, dass ich gern eine Geschichte in Metz spielen lassen wollte. Deshalb habe ich eine Woche Schreibklausur in Metz gemacht, um die Atmosphäre und den Charme der Stadt richtig zu erspüren.

Dass Sophie aus Aachen stammt, hängt damit zusammen, dass ich im Sommer 2016 mal wieder in Aachen zu Besuch war. Ich schreibe am liebsten über Orte, die ich kenne.

 

 Was reizt dich daran, die Geschichte (wie in Licht über den Reben) in Frankreich spielen zu lassen?

Frankreich hat für mich einen besonderen Reiz, der sich von Region zu Region wandelt. Mir liegen vor allem die weniger bekannten Regionen am Herzen, die es noch nicht so oft in Liebesromane geschafft haben. Deshalb spielt Licht über den Reben im Elsass und Küssen auf Französisch in Lothringen.

Metz ist älter als Paris und hat eine sehr interessante Geschichte. Das sieht man nicht nur der Archtitektur an. Die Mentalität der Lothringer ist ebenfalls eine ganz eigene. Sie leben ein bisschen wie Dornröschen hinter der Rosenmauer, in einem Schlaf, aus dem sie erweckt werden sollten. Woraus man allerdings nicht folgern sollte, dass die Mentalität „verschlafen“ ist, ganz im Gegenteil. Als ich eine Woche in Metz verbrachte, habe ich mich in die Stadt und die Menschen verliebt, und ich hoffe, dass man das – und die spezielle Historie – im Roman erspüren kann.
Ich habe bereits das nächste deutsch-französische Projekt vor Augen, für das es diesmal allerdings in die Ferne geht, nämlich in die Bretagne. Dort gibt es ein traumhaftes kleines Ferienhäuschen mit einer sehr eigenen Entstehungsgeschichte, und die Protagonisten spuken auch bereits durch meinen Kopf. Ich freue mich darauf, diese Geschichte zu beginnen. Spannend!

 

 Wie viel von dir selbst steckt in Sophie?

 Wahrscheinlich steckt in all unseren Protagonistinnen ein Teil von uns selbst. Bei Sophie ist es allerdings nur die unangenehme Eigenheit, auf der Nase stark zu schwitzen, sodass die Brille von innen beschlägt und auf der Nase ins Rutschen kommt, wenn es heiß oder stressig wird. Ansonsten lege ich meine Protagonistinnen generell anders an, als ich selbst glaube, wahrgenommen zu werden. Sie sind meistens kleiner als ich, haben eine andere Haar- und Augenfarbe und einen anderen familiären Hintergrund. Trotzdem ist es immer gut, auch ein Detail zu lassen, das einen selbst ausmacht. Bei Sophie ist es die rutschende Brille, bei meiner letzten Protagonistin Leah war es der Beruf. Ich bin selbst Diplomübersetzerin und habe eine Zeitlang allem Texte zur Thematik Weinbau übersetzt.

 

 Was macht für dich eine gute Liebesgeschichte aus?

Eine Liebesgeschichte muss mich reinziehen, sodass ich immer weiterlesen will. Es muss prickeln, nicht nur „körperlich“, sondern noch mehr durch Intelligenz und Humor in den Dialogen. Ein guter Liebesroman darf „leicht“ sein. Das heißt: gut lesbar, ein Page-Turner, ohne negative Gefühle zu hinterlassen. Was er nicht darf: Scherenschnittartige Figuren und Handlungen erzählen, denn das wäre gleichbedeutend mit „seicht“. Mir ist es wichtig, Tiefe in die Charaktere zu legen. Sie müssen nicht stundenlang philosophische Betrachtungen anstellen oder über Politik, Weltgeschehen oder Sport diskutieren, aber ihre Gespräche dürfen gern im Leser etwas anrühren. Nach Möglichkeit dort etwas zum Klingen bringen und Erinnerungen an eigene Erfahrungen wecken. Wenn ich eine emotionale und psychologische Entwicklung in der Geschichte erzählen kann, die unter der Oberfläche mitschwingt, habe ich einen meiner höchsten Ansprüche erreicht.

Aus handwerklicher Sicht gilt: Jeder Roman, also auch der Liebesroman, ist nur so gut, wie der Konflikt, der ihm zugrundeliegt. Ohne Konflikt keine Geschichte.

 

 Wie versetzt du dich in die richtige (romantische) Stimmung beim Schreiben?

Ich habe kein Ritual. Als ich mit dem Schreiben angefangen habe, war ich Mutter von drei kleinen Kindern, wir waren eine Wochenendfamilie, meine eigene Mutter war schwer krank. Das alles hat dazu geführt, dass wenig Zeit zum Schreiben blieb. So habe ich von Anfang an extrem diszipliniert gearbeitet. Die Zeiten, die sich für das Schreiben boten, musste ich nutzen. Die einzige Voraussetzung, die ich zum Schreiben wirklich brauche, ist ein Zeitfenster von mindestens einer Stunde. Wenn es weniger ist, habe ich das Gefühl, nicht in meinen Text einsteigen zu können. Aber eine Stunde (besser noch: zwei) ist gut. Ich fange an zu schreiben, und *pling* ist die Stimmung da.

 

 Welche Projekte planst du für die Zukunft?

Ich beginne in Kürze das oben erwähnte Liebesromanprojekt, das in der Bretagne spielen wird. Dem Label „deutsch-französischer Liebesroman“ möchte ich noch eine Weile treu bleiben. Für später muss es irgendwann ein Roman sein, der in der Toskana spielt, also (mindestens) ein „deutsch-italienischer Liebesroman“. Mein Bezug zu Italien besteht darin, dass ich selbst nach meinem Studium eine Weile in der Toskana gelebt habe, zusammen mit meinem Mann. Wir hatten damals noch keine Kinder. Die Vorarbeiten sind schon weit gediehen, aber das Projekt muss noch reifen.
Als Angelika Lauriel schreibe ich relativ regelmäßig Krimikurzgeschichten, die in Anthologien des UBV-Verlags erscheinen. Mit meiner lieben Kollegin Heike Schulz entsteht bereits zum dritten Mal ein Adventsroman (bei 26|books), der rechtzeitig im Herbst 2017 herauskommt. Außerdem ist eine Krimikomödie im Entstehen begriffen, die sich stilistisch an meine beiden Saarlandkrimis (Bei Tränen Mord und Der Tod steht mir nicht, beide Gmeiner-Verlag) anlehnt. Auch das eine oder andere Jugendbuchprojekt ist in Planung.

 

 Was liest du selbst gerne?

Ich bin nicht auf ein bestimmtes Genre festgelegt. Allerdings gehört mein Herz der sogenannten U-Literatur. Lange Zeit habe ich High Fantasy gelesen; derzeit ist sie für mich allerdings in den Hintergrund gerückt. Einer meiner Liebglingsautoren ist John Irving. Meine absolute Favoritin unter den deutschsprachigen AutorInnen ist Nina George. Ansonsten lese ich generell gern Bücher von deutschen Kollegen und Kolleginnen. Im Moment darf ich mich wieder voll und ganz dem deutschsprachigen Liebesjugendroman zuwenden, weil ich in der Jury des DELIA-Liebesromanpreises 2018, Sparte Jugendbuch, bin. Da bleibt für andere Bücher vorläufig keine Zeit mehr.

 

 Wie bist du überhaupt zum Schreiben gekommen?

Der Klassiker: Zwei Szenen in meinem Kopf, die mich erst wieder losgelassen haben, als ich mich hinsetzte und sie aufschrieb. Von dem Tag an hatte die Schreibsucht mich in ihren Klauen. Aber es ist eine gute Sucht, die für mich Lebensqualität bedeutet. Das war übrigens im Jahr 2006, und damals sind die ersten beiden Bände einer Fantasy-Trilogie entstanden, die auf der Festplatte ihre Heimat haben und wohl auch behalten werden. Denn erst mit den Jahren, durch viele Lektorate und viel Kritik, entwickelt ein/e Autor/in sich wirklich weiter. Meine beiden ersten Buchprojekte stecken voller Anfängerfehler, und obwohl es großartige Geschichten sind, müssten sie vermutlich eher nochmal neu geschrieben werden als überarbeitet (beide sind mindestens zehnmal überarbeitet worden), um veröffentlichungsreif zu sein.

Meine allererste Veröffentlichung war übrigens ein deutsch-französischer Kinderkrimi (30% des Textes sind auf Französisch geschrieben) beim Langenscheidt-Verlag im Jahr 2010.

 

 Was tust du, wenn du nicht am Schreiben bist?

Mutter in einer fünfköpfigen Familie sein, Deutsch als Zweitsprache an einer weiterführenden Schule unterrichten, lesen, Theater spielen (nur noch selten) und in einem Chor singen. Ach ja, und ab und zu übersetze ich ein Buch.

 

 Hast du eine Buchempfehlung für uns?

Um die Wahrheit zu sagen: Nein. Es gäbe zu viele, die ich empfehlen könnte, und ich würde ungern eines vergessen. Aber einen kleinen Tipp kann ich geben: Wer auf der Suche nach guter deutschsprachiger Belletristik/Unterhaltungsliteratur ist, kann sich auf der Homepage der DELIA-Vereinigung zur Förderung deutschsprachiger Liebesromanliteratur umschauen. Dort wird er die eine oder andere Entdeckung machen können, denn zum Verein gehören viele Autorinnen und Autoren, die großartige Liebesromane in ganz unterschiedlichen Genres schreiben.

 

 Gibt es etwas, was man über dich wissen sollte?

Vielleicht, dass ich als Waage-Frau einen stark ausgeprägten Gerechtigkeitssinn habe und sehr sauer reagieren kann, wenn Menschen benachteiligt werden. So auch, wenn speziell Frauen benachteiligt werden.

Und:  Ich habe wenig Zeit.

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Laura Albers hat in Saarbrücken Übersetzen und Dolmetschen Englisch/Französisch studiert. Seit 2006 schreibt sie. Neben der Liebe als Leitmotiv sind ihr Humor, Fantasie und gut gezeichnete Charaktere wichtig. Unter dem Pseudonym Angelika Lauriel veröffentlicht sie Kinder- und Jugendbücher sowie Krimikomödien und humorvolle Frauenromane bei mehreren Verlagen. Seit Sommer 2016 unterrichtet sie Deutsch als Zweitsprache an einer weiterführenden Schule. Außerdem übersetzt sie Bücher aus dem Englischen ins Deutsche.

Ihre französische Bulldogge Banou bloggt auf ihrer Homepage übrigens ganz fleißig über Küssen auf Französisch.

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