Eine Hochzeit in den Highlands – Ein Schotte wider Willen

Prolog

Mein Wecker schrillte. Automatisch schlug ich auf die Schlummertaste und hielt den Atem an. Hatte der Alarm auch Torin aus dem Schlummer gerissen? Vorsichtig drehte ich mich, um mich zu vergewissern, dass mein Mann noch schlief. Obwohl es Torin war, der am Morgen das Haus verlassen musste, und nicht ich, hasste er es, von meinem Wecker geweckt zu werden.

Noch immer die Luft anhaltend, rutschte ich aus dem Bett und huschte durch das dunkle Zimmer. Die schwarzen Blenden vor den riesigen Fenstern ließen kaum Licht durch, Torin konnte nicht schlafen, wenn es zu hell war. Oder zu laut. Oder zu warm, zu kalt, zu irgendwas. Er war sehr speziell. Leider auch unordentlich, weshalb ich stolperte und in voller Länge auf dem Boden aufschlug. Das Gegenstück zu dem Schuh, der mich zu Fall gebracht hatte, bohrte sich nun in meinen Bauch. Ich stöhnte leise, rieb mein Kinn, mit dem ich aufgeschlagen war, und betete stumm, dass ich Torin nicht geweckt hatte.

„Daingead, Weib!“, brüllte der aber auch schon und ließ mich zusammenzucken. Am frühen Morgen, da fing der Tag gleich prima an.

„Entschuldige“, flüsterte ich, wissend, dass es ohnehin nichts änderte. „Ich wollte nicht …“

„Ist es zu viel verlangt, dass du etwas Rücksicht nimmst!“

Ich rappelte mich auf, schob seine Schuhe zusammen und zu ihm hin. „Nein. Es tut mir leid, Torin, ich werde leiser sein.“

Er grollte etwas. Schritte näherten sich mir und ich wich schnell aus. Die Tür schlug zu. Einen Moment gönnte ich mir, in meiner Erleichterung zu baden, allerdings nur einen ganz kurzen, dann sprang ich auf und lief durch den engen Flur in den Wohnbereich. Die Edelstahloberflächen der offenen Küche begrüßten mich funkelnd. Es war eine Heidenarbeit, sie glänzend zu halten und es gab Tage, da hasste ich sie richtiggehend. Der Wassertank der Kaffeemaschine war leer und ich musste ihn auffüllen, was mich kostbare Sekunden kostete, außerdem zitterten meine Hände und mir fiel die Kapsel runter.

„Wo ist mein Frühstück?“, hisste Torin in meinem Rücken und schob mich zur Seite.

„Braucht noch einen Augenblick. Möchtest du dein Ei …?“ Sein Blick brachte mich zum Schweigen — und zum Zittern. Es fehlte nicht mehr viel, das sah man ihm an.

„Wo ist mein Kaffee?“

Mein Blick zuckte zur Maschine, die gurgelnd das geforderte Getränk bereitete. Das frische Aroma erfüllte bereits den Raum und machte die Frage unnötig.

„Noch nicht fertig?“, fragte er betont ruhig. Obwohl ich damit rechnete, traf mich sein Schlag, bevor ich ausweichen konnte. Er warf mich gegen die Kochinsel, an der ich mir die Hüfte prellte, so dass ich mir schnell auf die Lippe biss, um den Schmerzensschrei zu unterdrücken. „Es tut mir leid“, keuchte ich stattdessen. „Setz dich doch schon einmal, ich bringe dir den Kaffee und die Morgenzeitung.“ Die ich erst holen musste. Innerlich stöhnte ich. Ich befand mich auf verflucht dünnem Eis.

Torin trat auf mich zu, verstellte mir den Ausweg und zwang mich, zu ihm aufzusehen, indem er mein Kinn umfasste und es anhob. „Warum musst du so verflucht unzulänglich sein?“

Was mir auf der Zunge lag, schluckte ich schnell wieder herunter. Er hatte ja recht. Wie schwer konnte es sein, seinen Wünschen Folge zu leisten und ihn schlafen zu lassen, bis ich sein Frühstück gerichtet hatte, um ihn dann mit einer Tasse frischem Kaffees zu wecken und ihm derweil die Kleidung bereitzulegen? So manches Mal kam ich mir wie seine Leibeigene vor, dabei war ich die Tochter eines Dukes und er nur ein schottischer Baron. Vor hundert Jahren hätte man noch von einer Mesalliance gesprochen, so unvorteilhaft hatte ich mich verheiratet. Nun, meiner Mutter zufolge, war ein Baron besser als nichts, und unverheiratet zu bleiben wäre meine einzige Alternative gewesen.

Als er mich losließ, tat er es mit einer ruckartigen Bewegung, die mir eine Zerrung im Nacken zufügte.

„Du vernachlässigst einmal mehr deine Aufgaben. Ich frage mich, was du den ganzen Tag treibst, dass du es nicht schaffst, hier Ordnung zu halten.“ Er stieß den Früchtekorb um, während er um die Kochinsel herumging.

„Ich war … nachlässig, verzeih mir.“ Unauffällig reckte ich meine Schultern, aber die schmerzhafte Verspannung blieb. Torin setzte sich an den Tisch.

„Meinen Kaffee!“

Eilig kam ich seiner Forderung nach und stellte die Tasse vor ihm ab, um durch die Wohnung zu flitzen, um die Zeitung zu holen. Dann machte ich mich augenblicklich daran, ihm seine Frühstückseier zu bereiten.

„Heute noch?“

„Natürlich!“ Fast wäre das Ei auf dem Boden gelandet, in meiner Hast es auf seinem gebutterten Toast abzulegen. Sein Blick glitt über mich und ich machte mich auf eine Beleidigung gefasst, weil seine Lippen sich geringschätzig verzogen.

„Du bist schlampig! Herrje, was hat mich nur geritten, dich zu heiraten?“

Eine zugegeben hervorragende Frage, die ich mir oft genug selbst stellte.

„Da fällt mir ein …“

Ich war bereits auf dem Rückzug und stoppte schnell.

„Daingead, was ist das für ein Fraß!“ Der Teller segelte mit Schwung zu Boden und zerbarst vor meinen Füßen. Splitter rissen meine Haut auf, aber ich wagte nicht, zurückzuweichen. Er käme ohnehin nach. Torin sprang auf und ragte über mir auf. Er war bullig und größer als ich. Nicht selten flößte er mir eine ungeheure Furcht ein. Sein Blick legte sich schneidend auf mich und seine Faust ballte sich. Bitte nicht. Aber es hatte selten einen Nutzen, eine Bitte an irgendwen zu richten. Das Unvermeidliche ließ sich nicht aufhalten. Seine Faust traf meine Schulter. Immerhin nicht mit voller Wucht, trotzdem torkelte ich rückwärts und stieß erneut gegen die Kochinsel, dieses Mal jedoch mit meinem Hinterteil.

Seine Faust hob sich wieder. Es gab nichts, was mich retten konnte, also schloss ich die Augen. Lange stellte ich mir die Frage schon nicht mehr, warum er mich schlug, oder warum ich es zuließ. In mir herrschte resignierte Stille, bis die Schmerzen mich durchzuckten.

Ein Klingeln rettete mich. Das Telefon. Ich spürte den Sockel der Kochinsel in meinem Rücken.

„Galloway?“, grunzte er in den Hörer. Er stand an der gläsernen Kommode neben dem offenen Durchgang zum Flur und starrte an die Wand. „Heute? – Wann? Wenn es sein muss.“

Vorsichtig rappelte ich mich auf und schob dabei die Scherben zusammen.

„Mach hier sauber!“, verlangte er harsch, nachdem er aufgelegt hatte. „Wenn ich wiederkomme …“

„Ja.“ Nur ein Wispern, aber er erwartete keine Antwort von mir, das tat er nie. Seine Erwartungen an mich waren, einfach und klar umrissen: nicht auffallen und ihm das Leben so angenehm wie nur möglich machen.

Ich kauerte am Boden, bis die Tür des Apartments hinter ihm zufiel, dann ließ ich die aufgeklaubten Reste seiner Mahlzeit fallen und kippte schlicht zur Seite. Noch in meinem Nachthemd auf den gewienerten, glänzendweißen Fliesen, Ei im Haar und Butter an der Wange, starrte ich vor mich hin. Das war also mein Leben. Ich war die Tochter eines Dukes, hatte ein nettes Vermögen mit in die Ehe gebracht und nur diesen einen Wunsch: Unsichtbar zu sein.

Das Gefühl blieb, selbst eine Dusche, kuschelige Kleidung und ein kleines Frühstück konnte nichts daran ändern. Immerhin schaffte ich es, das Chaos zu beseitigen und schrubbte gerade auf allen vieren den Boden, als es an der Tür klingelte.

Da ich nur selten Besuch bekam, machte es mich jedes Mal nervös, die Tür zu öffnen.

„Islay!“ Mein Cousin grinste mich an, was bereits bemerkenswert war. Dass er mich in den Arm nahm, zog mir fast den Boden unter den Füßen weg. Ich stöhnte auf, als sich seine starken Arme um mich schlossen.

„Catriona, ich musste es versuchen, bist du allein?“ Er ließ mich wieder los und strahlte mich an. Irritierend, denn glücklich wirkte Islay eigentlich nie. „Ich muss dir unbedingt Sina vorstellen.“ Er schob mich zurück und damit in den Flur hinein. Er streckte den Hals und sah hinter mich. „Du bist doch allein?“

Es war kein Geheimnis, dass Torin nicht wollte, dass ich Besuch bekam. Er verlangte, dass man sich vorher anmeldete und fand meist einen Grund, das Treffen abzusagen.

„Ja, Torin ist wie gewohnt früh raus.“ Ich räumte verdutzt den Weg und bemerkte nun, dass mein Cousin nicht allein gekommen war, weil er sich umdrehte und die Hand nach seiner Begleitung ausstreckte.

„Ich möchte dir Sina vorstellen, wenn wir schon mal in der Gegend sind.“ Er zog eine große Blondine näher und legte den Arm in ihren Rücken. „Sina, meine Cousine Catriona.“

Sie lächelte mich an. „Hallo.“

„Hàlo.“

Islay schob sie weiter und schloss dann die Tür. „Sie bevorzugt Kaffee.“

„So?“ Ich folgte ihm den Flur entlang bis in die Küche, wo er Sina den Stuhl hervorzog.

„Du übertreibst es wieder“, flüsterte sie und berührte ihn vertraut an der Wange. Ein leichtes Lächeln flackerte auf ihren Lippen, dass sich auf Islays widerspiegelte.

„Ich bin etwas überrascht …“ Gelinde gesagt, schließlich kam Islay sonst allein und warnte mich zumindest vor.

„Ich wollte die Chance nutzen.“ Er setzte sich an den Tisch. „Komm setz dich.“

Schön, Widerstand war zwecklos, also fügte ich mich und sank auf den Stuhl, den er mir bereitstellte, dann setzte er sich zu uns und ergriff Sinas Hand. „Du warst nicht auf der Hochzeit und wurdest vermisst“, offenbarte er angespannt. Nach einem Räuspern und einem Seitenblick fuhr er fort: „Du hast einiges verpasst.“

„Vielleicht nicht der beste Einstieg, Islay?“, mahnte Sina, wozu sie sich vorbeugte, um ihm etwas ins Ohr zu flüstern.

Islay schoss Farbe ins Gesicht. „Ich stehe zu meinen Fehlern.“ Er begegnete meinem Blick. „Ich habe mich nicht mit Ruhm bekleckert und ich fürchte, Lachlan will mich erst einmal nicht mehr sehen.“

Ich stutzte, im ersten Moment verwirrt, denn niemand nannte  meinen älteren Bruder Kendrick bei seinem Taufnamen Lachlan.

„Tante Mairi …“ Er brach ab und konnte auch meinem Blick nicht mehr standhalten. Typisch Islay. Ich streckte die Hand aus und legte sie auf seine.

„Will dich auch nicht mehr sehen?“

Seine schweren Schultern hoben sich zu einem knappen Zucken. „Nein, aber damit können wir leben.“

Dieses Mal war ich es, die Sina einen Blick zuwarf. Meine Frage stand mir sicher auf der Stirn geschrieben: Was hatte sie damit zu tun?

„Sina hat die Hochzeit geplant und ich habe sie sabotiert.“

Dieses Eingeständnis hätte mich fast meine gute Erziehung vergessen lassen, allerdings war diese tief in mir verankert. Meine Mutter hatte da gute Arbeit geleistet und mich zu einer folgsamen, gewissenhaften, vornehmen Dame geformt, was Angesicht meiner ungestümen Art bemerkenswert war. Allerdings hatte ich, anders als meine älteren Geschwister, auch viel mehr Zeit zu Hause verbracht und war ihr damit voll und ganz ausgeliefert gewesen. Selbst nach meiner Volljährigkeit war ich ihr nicht entkommen und man konnte sagen, dass sich dieser Zustand noch immer nicht geändert hatte. Bei jedem falschen Schritt gellte mir ihre Stimme im Ohr. Bei jedem ketzerischen Gedanken stand sie mir vor Augen, und selbst wenn ich der Meinung war, alles getan zu haben, wie sie es wünschte, bekam ich die Furcht nicht in den Griff, sie könnte unzufrieden mit mir sein. Lustigerweise unterschied sich dies nicht von meinen Sorgen bezüglich meines Ehemanns.

„Es klingt sehr drastisch“, sprang Sina ein, als müsse sie Islay verteidigen. Sie rutschte auf ihrem Stuhl nach vorn, richtete sich dabei kerzengerade auf und hob das spitze Kinn, um an ihrer Nase entlang auf mich herabzusehen. „Es war nicht schwerwiegend und weder seine Idee gewesen, noch allein seine Schuld.“ Sie nahm sich zurück, wurde wieder weicher in ihrer Haltung und setzte ein Lächeln auf, das ich als entschuldigend wertete. „Ich möchte nicht impertinent wirken, Mrs Galloway, aber Islay nimmt es sich zu sehr zu Herzen und am Ende waren alle Bemühungen ihrer Gnaden ohnehin wirkungslos. Kein Omen der Welt könnte einen Keil zwischen Lachlan und Carolina treiben.“ Sie lachte auf, als wäre die Vorstellung absurd.

„Ich fürchte, ich kann nicht folgen“, gestand ich ein und zog die Hand zurück, um sie fein übereinanderzulegen. Haltung, Schein, Lüge: wie tief steckte es in mir drin, stets die feine Lady zu sein?

Islay räusperte sich, setzte an, etwas zu sagen und klappte den Mund dann wieder zu, um sich umzusehen. „Dein Personal ist ziemlich nachlässig, oder?“

Mein Zucken war offenbarend.

„Bei einer Tasse Kaffee ließe sich alles viel angenehmer besprechen.“

Sina verdrehte die Augen und schob ihren Stuhl zurück. „Mylord, was darf ich Ihnen kredenzen?“ Ihre Stimme troff vor Belustigung.

„Nein, nein!“ Islay kam so schnell auf die Füße, dass sein Stuhl ins Schlingern geriet. „Natürlich bin ich in der Lage, mir selbst … uns selbst …“

Sina winkte ab. „Mrs Galloway, Sie erlauben, dass ich mich in Ihrer Küche betätige?“

Ich war viel zu verblüfft von Islays Reaktion, als dass ich antworten konnte.

„Wir sind erwachsene Menschen, nicht wahr? Wir schaffen es doch, eine Maschine mit Wasser und Kaffeepulver zu befüllen und einen Knopf zu drücken?“ Ihr Lächeln war vermittelnd, auch wenn ihre Worte eher einem Affront gleichkamen. Bei meiner Mutter wäre sie … ah. Mein Nicken setzte sie in Bewegung, noch bevor ich selbst aufstehen konnte. Dadurch war sie um die Kücheninsel herum, bevor ich auch nur ein weiteres Wort von mir geben konnte und stolperte fast über meinen Eimer und die Bürste.

„Nanu!“

Isaly folgte ihr besorgt. „Nachlässig ist gar kein Ausdruck.“

Er bezog sich auf das nicht vorhandene Dienstmädchen und mir schoss heiße Röte ins Gesicht, weil mir auf die Schnelle keine Erklärung einfiel, warum der Eimer noch hier stand. Denn einzugestehen, dass ich meinen Haushalt selbst bestreiten musste, war indiskutabel!

„Oh, Islay, weißt du, was zauberhaft wäre?“ Mein Cousin war gleich Feuer und Flamme und eilte zu ihr. „Um die Ecke ist doch diese Confiserie …“

„Wundervolle Idee! Ich besorge uns eine kleine Auswahl!“ Er drückte ihr noch einen Schmatzer auf die Wange und eilte durch den Flur. Die Tür fiel zu, als Wasser in die Spüle plätscherte und mich wieder ablenkte.

Sina befüllte den Wassertank der Kaffeemaschine. „Ihm fehlt es leider an Feinfühligkeit.“

„Wie meinen?“

Sina sah mich kurz prüfend an. „Sie sind zwar akkurat gekleidet, aber man sieht Ihnen dennoch an, dass sie vor unserem Eintreffen nicht die Füße hochgelegt haben. Ich gehe also davon aus, dass es kein Personal gibt und die Familie es nicht wissen soll.“

Sie hatte mich überrascht, das gab ich gerne zu. Um es zu überspielen, beschäftigte ich mich schnell mit der Auswahl an Kaffee. „Milchkaffee? Mokka, oder lieber mild?“

„Jetzt haben Sie sich verraten. Um den Schein zu wahren, hätten Sie mich zurechtweisen sollen und mir eine Lüge auftischen müssen, à la das Mädchen ist mit einem dringenden Botengang beschäftigt.“ Sie lachte auf. „Verzeihen Sie, ich habe nicht vor, mich in Ihre Belange einzumischen. Islay war nur sehr mitteilungsbedürftig, als er darauf drängte, Sie zu besuchen.“

Innerlich stöhnte ich. Diese Frau war eine Gefahr.

„Er ist besorgt.“ Sie streckte die Hand nach dem Milchkaffee aus. „Islay bevorzugt den hier, welchen möchten Sie?“

„Ebenfalls den Milchkaffee.“ Die Tassen hingen neben der Maschine und sie bediente sich wie selbstverständlich. Irgendwie war ich beeindruckt von ihrem Selbstvertrauen. Ich könnte niemals jemanden besuchen und dermaßen unbekümmert die Aufgaben der Gastgeberin an mich reißen.

„Ich weiß, dass auch Ihr Bruder beunruhigt ist.“ Wieder dieser prüfende Blick, während sie weiter die Maschine bediente. „Und Carolina auch, deswegen hielt ich es für eine gute Idee, herzukommen.“

„Völlig unnötigerweise.“ Auch wenn mir der Mund trocken wurde, ließ ich mir mein Unbehagen nicht ansehen, dachte ich zumindest.

„Das glaube ich nicht.“

„Miss …“ Hatte Islay ihren Namen erwähnt? Sina und weiter?

„Es geht mich nichts an, richtig, aber ich werde Islay nicht beruhigen können, wenn ich nicht selbst davon überzeugt bin, dass er sich unnötig Sorgen macht.“ Sie stellte die zweite Tasse beiseite und wechselte die Kapsel. „Und Sie sind nicht sonderlich überzeugend.“

„Wie meinen?“ Ich sollte verärgert sein, meine Mutter wäre es, aber ihre Impertinenz verschlug mir schlicht die Sprache.

„Ihr Makeup verdeckt den blauen Fleck an ihrer Wange und dem Kinn, aber nicht den kleinen Riss an ihrer Lippe. Ich habe kürzlich selbst Blessuren verstecken müssen, da ich durch einen Unfall recht malträtiert aussah.“ Sie lächelte bitter. „Ich arbeite mit engem Kundenkontakt und habe mich schlaumachen müssen, wie man Blessuren abdeckt. Als Hochzeitsplanerin muss man auf sein Äußeres achten.“

Meine Finger glitten verräterisch über den kleinen Huckel an meiner Lippe. Sollte ich behaupten, es sei Herpes? Oder ich hätte mich irgendwie, irgendwo gestoßen? „Ich …“ Die Türglocke riss mir die Lüge von den Lippen. Ich rannte förmlich weg. Natürlich musste ich Islay wieder hereinlassen, aber so eilig war es dann doch nicht.

Er grinste gutgelaunt und hielt mir die Platte unter die Nase. „Ich hoffe, ich habe auch für dich das richtige dabei. Wenn nicht, schick mich einfach noch mal los.“ Er war schon halb den Flur hinab, bevor ich mich von meiner Verblüffung erholt hatte. Das war sicher nicht mein Cousin, der Viscount of Kinross! Herrje, er war doch kein Botenjunge, den man … Und ich war weder ein Hausmädchen noch eine Leibeigene. Langsam folgte ich ihm und bekam das Lob Sinas mit.

„Wow, du hast an alles gedacht, ich bin beeindruckt.“ Islay strahlte regelrecht. Sina hatte den Kaffee bereitgestellt und wieder auf ihrem Stuhl Platz genommen. Ein schneller Blick zur Küchenzeile versicherte mir, dass sie allen Unrat fortgeräumt hatte und alles so aussah, als sei die Küche unbenutzt. Ich war gegen meinen Willen erneut von ihr angetan.

Ich holte die Teller und Gäbelchen aus dem Schrank, bevor ich mich zu ihnen setzte.

„Und ist für dich etwas dabei?“

Einen Moment blieb ich ratlos.

„Ich hole dir auch … Ich hätte vorher fragen sollen, entschuldige …“

„Nein!“ Schnell musterte ich die Platte, um eine Entscheidung zu fällen. Ginger Bites, Oatcakes, Karamelltorte mit Baiserhaube, Empire Biscuits, natürlich Shortbread, an dem kam ein Schotte nicht vorbei, aber auch Scones mit herrlicher Clotted Cream und Marmeladendeckel. Eine Schande, dass ich die Hälfte davon nicht essen durfte. „Es ist eine hervorragende Auswahl Islay und ich wäre mit jedem Teil zufrieden.“

„Dann bitte, wähle eines aus.“

Beide beobachteten mich, also hatte ich keine Wahl, obwohl ich mir schwertat mit schnellen Entscheidungen.

„Also, wo waren wir stehengeblieben?“, fragte Islay, als er sich an einem großen Stück Sahnetorte bediente. „Die Hochzeit, nicht wahr? Jemine, da hast du wirklich was verpasst!“

„Ja.“ Wieder spann mein Kopf Ausreden zusammen. Eine plötzliche Krankheit? Autopanne? Moment, wie war meine Erklärung an meinen Bruder gewesen, dass mein Mann und ich nicht hatten zur Hochzeit kommen können?

„Sie war ein Traum!“

Sina schnaubte verdrossen, was mich abstieß. Wie gewöhnlich. Moment? Hochzeitsplanerin, aktiv? Dann war sie nicht von Adel. Mutter musste entzückt sein!

„Sie war ein Alptraum, explodierende Toilettenhäuschen, Brände und Stromausfälle, ich wäre beinahe verzweifelt.“

„Oh nein, du hast alles mit einem Fingerschnippsen geregelt. Ausfall der Busse? Schwupps standen Kutschen parat. Das Zelt steht in Flammen und der Ausgang ist blockiert? Sina schneidet einfach ein Loch in die Seitenplane und alle sind gerettet …“

Klang ganz danach, als hätte ich einiges verpasst. „O mo creach! Das klingt tatsächlich schauderhaft.“

„Carolina bewertete die Feier als traumhaft“, stellte Sina trocken fest und brach in Gelächter aus, weil ich fassungslos drein sah. Die Beschreibung klang alles andere als traumhaft.

„Vielleicht sollten wir von vorn beginnen, Islay, was meinst du? Also, aus meiner Sicht war es von vornherein …“

Ihre Erzählung fesselte mich und ich bereute, nicht dort gewesen zu sein. Aber tief in meinem Inneren wusste ich, dass es für mein Fernbleiben mehr als nur einen Grund gegeben hatte. Mir gegenüber konnte ich eingestehen, dass es nicht an Torin gelegen hatte, aber auch nicht an meiner Furcht. Farquhar. Ein Schauder lief über meinen Rücken und nicht, weil Sina soeben von der Feuersbrunst berichtete, die das McDermittzelt niedergebrannt hatte, in dem sich noch ein Haufen meiner Verwandtschaft befunden hatte.

„Catriona?“ Mein Cousin musterte mich irritiert. „Stimmt etwas nicht? Du zitterst ja.“

Tränen sprengten meine Augen und verwischten meine Sicht. Oh, Islay, wenn du wüsstest!

Was wäre, wenn ich es ihm erzählte? Alles anders. Aber konnte ich das? Wollte ich es?

Es war unmöglich, meine Situation zu ändern. Ich war verheiratet, eine Scheidung kam nicht infrage und es war auch albern. Es war meine Schuld, dass meine Ehe so schlecht lief. Ich war unzulänglich, war es immer schon gewesen, und hatte mit meiner Hochzeit den einen Kritiker nur durch den anderen ersetzt. Ich war gefangen und nichts und niemand konnte mir helfen.


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Katherine Collins lebt mit ihren zwei kleinen Töchtern in einem kleinen Dörfchen inmitten des Vest. Seit 2014 veröffentlicht sie historische Liebesromane sowohl in Verlagen, als auch als Selfpublisher. Unter dem Pseudoym Kathrin Fuhrmann schreibt die Autorin Liebesgeschichten, die mal mit Crime und mal mit Fantasy unterlegt sind.

Mehr aus der Eine Hochzeit in den Highlands-Reihe:
Ein Schotte im Bett (Band 1)
Ein Schotte zu viel (Band 2)

Eine Hochzeit in den Highlands geht in die zweite Runde

Stuttgart, September 2017. Mit dem rechten Fuß zuerst sollte die Frau das Haus verlassen, ein Sixpence im Schuh der Braut soll Glück bringen und wenn die Braut in das Auto steigt, wirft ihr Vater eine Handvoll Münzen, die Kinder aufsammeln können – ein Brauch für finanzielle Absicherung – und in Fife, Schottland, ist es zudem üblich, sich als Braut in einer Badewanne sitzend, die Beine mit Fett, Asche und Ruß beschmieren zu lassen. Eine nette Gegend mit Hochzeitsbräuchen, die neugierig machen, oder?

In ihrem zweiten Band Eine Hochzeit in den Highlands – Ein Schotte zu viel erzählt Katherine Collins die Geschichte um Weddingplanerin Sina, die nun für ihre beste Freundin Liny in den schottischen Highlands die Hochzeit ausrichten soll – komplett mit schottischen Wettkämpfen, Kilts und Schafen. Sinas ehrgeiziger Plan, sich selbständig zu machen, um ihrem Ex und cholerischen Chef bei der Agentur zu entkommen, gestaltet sich als schwierig. Ihr Ruf steht aufgrund einer Reihe von Pannen und mysteriösen Unfällen auf der Kippe. Auch ihr Tischpartner Islay Campbell erweist sich als äußerst ungalanter Begleiter. Keine Chance, dass Sina mit ihm als Partner bei den Highland-Games das Preisgeld gewinnt, so schlecht wie die beiden miteinander auskommen. Sollte Sina sich doch lieber für den charmanten, aber aufdringlichen Ian McDermitt, Duke of Skye, entscheiden? Wenn da nicht immer dieses leise Kribbeln wäre, jedes Mal wenn sie in Islays Nähe ist – und bei den Highland-Games muss man ganz schön auf Tuchfühlung gehen …

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9783960875291

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Die Liebesgeschichte auf Schottisch erlebt endlich eine Fortsetzung: Der Roman Eine Hochzeit in den Highlands – Ein Schotte zu viel von Katherine Collins ergänzt die Reihe mit einer romantischen Geschichte um Sina und ihre Verehrer. Für wen wird sie sich entscheiden – für Islay Campbell oder Ian McDermitt, den Duke of Skye? Der Roman erscheint Ende September bei dp DIGITAL PUBLISHERS.

Eine Hochzeit in den Highlands

Kapitel 1: Die unerwartete Reise

 

»Also?«, fragte Sina angespannt und warf mir einen schnellen Blick zu. Ich schüttelte den Kopf.

»Keine Ahnung.« Ich drehte den Plan in meinen Händen. »Ich glaube, wir haben uns verfahren.«

Sina schnaubte. »Versuch es mit dem Handy.«

»Das kostet ein Vermögen«, murrte ich, zog aber mein Telefon aus der Tasche und wartete geduldig, dass es online ging.

»Mann, was hast du für einen Knochen!«

»Schau auf die Straße!« Noch immer hatte sich die Seite nicht aufgebaut und ich seufzte. »Das ist echt ein Knochen.«

Sina lachte auf. »Nimm meines. Hinter dir, in der vorderen Tasche.«

Ich entsperrte das Display. Und wartete. »Funkloch«, stellte ich dann fest und hielt es ihr entgegen, damit sie mich nicht in Zweifel zog. Ich sah aus dem Fenster. Wir folgten einer engen, geschlängelten Straße. Um uns herum Gestein. Na ja und Wiese. Aber selbst die war gesprenkelt von Geröll. Wir befanden uns im tiefsten Hinterland Schottlands – oder, wie ich es gern bezeichnete: am Ende der Welt. Natürlich hatte es auch was für sich. Das letzte Jahr in London war ein sehr tristes gewesen, sogar noch grauer, als die Steinwand zur linken, schließlich hatte sich keine Gelegenheit ergeben, die überbevölkerte Stadt zu verlassen. Ich sollte froh sein, endlich mal wieder etwas Natur vor Augen zu bekommen. Vermutlich war ich es auch, musste mich nur erst an die neuen Begebenheiten gewöhnen.

»Scheiße«, lachte Sina und zuckte die Schultern. »Tja, drehen könnten wir hier eh nicht!« Dafür war die Straße bei Weitem zu eng. »Sieh es als nette Tour durch die Highlands!«

Ich schnaubte gespielt verdrossen und unterdrückte ein Grinsen. Sina tadelte mich zwar gern, ich sei verschlossen und mürrisch, aber ich wusste auch, dass sie mich ganz amüsant fand. Eben weil ich gerne das Negative künstlich aufbauschte. »Ich genieße dann mal die botanischen Highlights. Oh, warte – hier gibt es keine! Dann vielleicht das exzellente Panorama – ups, Berge und Unkraut«, spottete ich also, weil ich sie ungern enttäuschte.

Sina lachte auf und schlug nach mir. Ihre Finger streiften mich nur. »Stell dich nicht so an!«

»Es wird ständig regnen«, warnte ich, schließlich hatte ich mich vor Antritt der Reise nicht nur über Lage und Gebräuche informiert, »und wir werden in einer alten Bruchbude gefangen sein, in der es müffelt und wo wir uns nicht trauen werden, uns auch nur umzudrehen, aus Angst, etwas Kostbares umzustoßen!« Eine simple Tatsache, wenn man der Wettervorschau und dem Portal für schottische Bauwerke vertraute. »Dann die versnobten Herrschaften, die uns von oben herab behandeln werden.« Ich warf ihr einen prüfenden Blick zu. Ertrug sie noch mehr Pessimismus? »Ich habe jetzt schon genug!«

Wieder lachte Sina auf. Ihre Fröhlichkeit tat mir gut, auch wenn sie für gewöhnlich nicht auf mich abfärbte. Ich konnte mich aber mit meiner Griesgrämigkeit besser abfinden, wenn ich Sina zum Lachen brachte. Zumindest eine Person, die mich schätzte, ganz gleich wie ich war.

Du wolltest doch nicht mehr an ihn denken! Leider war es leichter gesagt, als getan und mein Ex Christoph verhagelte mir immer noch viel zu oft die ohnehin gedrückte Laune.

»Ein schlimmes Vorurteil, Liny! Vielleicht verliebst du dich auch Hals über Kopf in seinen Bruder! Oder in ihren Bruder oder …«

»… in den Gärtner!«, unterbrach ich sie grummelnd. Ich hatte sicherlich nicht vor, mich in irgendwen oder irgendwas zu verlieben. Das brachte nur Ärger mit sich, Diskussionen und am Ende den unausweichlichen Schlag ins Gesicht: der Betrug. Ich knibbelte unglücklich an meinem Nagelbett. Nicht an Christoph denken. »Nein, danke.«

»Du musst zurück in den Sattel, Liny!«, mahnte Sina fröhlich. »Es wird Zeit, sonst trocknest du da unten ein!«

Ich schnaubte und verdrehte die Augen. »Es ist noch kein Jahr.«

»Willst du ihn etwa zurück, Carolina?« Zur Abwechslung klang Sina mal grimmig und auch ihr Blick war bedeutend düsterer als sonst. »Er ist ein Idiot und du hast Besseres verdient.«

Ich seufzte schwer.

»Untreue Dummköpfe gibt es wie Sand am Meer. Die Kunst ist es, die Perlen zu finden.«

Ich konnte nicht anders, ich lachte auf. Es war ein ungewohnter Laut, tat ich es doch nicht mehr häufig.

»Ist so«, beharrte Sina. »Glaub mir, es gibt sie, die tollen Exemplare Mann. Und wer weiß, vielleicht verstecken sie sich hier in den Highlands.« Sina sah sich bedeutsam um. Ich tat es ihr demonstrativ nach.

»Hm«, murmelte ich betont düster. »Dann verstecken sie sich gut.«

Sina lachte und wir fuhren schweigend weiter, bis die Straße breiter wurde und zumindest meine Seite nicht mehr mit einem Abhang drohte.

»Tja«, machte Sina und ließ den Wagen ausrollen. »Ich hasse Olga.« Ihr Navigationsgerät, das ausgerechnet heute den Geist aufgeben musste. »Vielleicht sollten wir fragen?«

Ich vollbrachte ein Kunststück, indem ich mich in dem engen, kleinen Cooper zu ihr umdrehte. Um uns herum war schlicht Wildnis und lediglich ein paar blökende Rasenmäher knabberten am Unkraut. »Wen? Meinst du, das Schaf dort kann uns den Weg weisen?«

Sina bedachte mich mit einem Augenaufschlag, der mir deutlich sagte: Jetzt pass mal auf, Mädchen! »Ich dachte an den Typen da!« Ich folgte ihrem ausgestreckten Finger. Tatsächlich stand ein dunkelhaariger, recht breit gebauter Mann mitten auf der abfallenden Wiese zu meiner Rechten. Er wandte uns den Rücken zu und sah über die Klippe. Wie hatte ich den übersehen können? Gut, er trug grünbraun gemusterte Kleidung, was in dieser Umgebung Tarnfarbe bedeutete und trotzdem hätte ich ihn sehen müssen. Allerdings mied ich den zu genauen Blick aus meinem Seitenfenster seit wir die Straße befuhren. Der Abhang war viel zu nah und beim ersten Blick hatte ich das Gefühl gehabt, er zöge mich in sich hinein. Also ließ ich es.

»Schön, geh fragen.« Ich hatte keinerlei Drang dazu, den Klippen näher zu kommen als ohnehin schon. Oder den ersten Kontakt mit einem Schotten herzustellen, nachdem ich mich gerade erst daran gewohnt hatte, rund um die Uhr englisch sprechen zu müssen. Zugegeben, in London, dem Nabel der Welt, leben und arbeiten zu können, war schon ein Traum, allerdings brachte es auch eine Menge Umstände mit sich, über die man sich oft keine Gedanken machte. Ich sprach die Landessprache flüssig, hatte einige Diplome, die mich auszeichneten und doch strengte es manchmal an. Noch immer erwischte ich mich dabei, wie ich Briefe in Deutsch aufsetzte, oder in meine Muttersprache zurückfiel, wenn es hektischer wurde. Trotzdem wollte ich nichts an meinem derzeitigen Lebensstil ändern, ganz gleich, wie sehr Sina sich über meine Enthaltsamkeit mokierte. Ich war glücklich in meiner Miniwohnung, meinem Job, wo ich mit meiner besten Freundin zusammenarbeiten konnte und auch damit, Christoph endlich aus meinem Leben und meinen Gedanken vollständig gestrichen zu haben. Na ja. Meist.

Sina lenkte mich ab. »Liny, du trägst Sneaker.«

»Und?«

»Ich Absätze!«

Dieses Mal war mein Blick der genervte. »Warum fährt man auch mit Pumps?«

»Geh und frag, wie wir nach Farquhar kommen!«

Ich presste die Lippen aufeinander. Wie dumm, dass Sina nicht nur meine Freundin war, sondern bei diesem Auftrag auch noch meine Chefin. »Fein!« Ich riss die Tür auf und schlug sie laut knallend wieder zu. Der Klang hallte über das Land, aber der Mann rührte sich nicht. Schwerhörig, stellte ich gedanklich fest und machte mich bereit, brüllen zu müssen, denn die Küste unter uns und der Wind an ihr brachte schon eine rechte Geräuschkulisse mit. Mein Herz schlug immer härter in meiner Brust und Schweiß brach mir aus, aber ich kämpfte mich wacker weiter.

Es ist sicher, Lina. Er steht da, ohne sich in die Hosen zu machen, dann schaffst du das auch. Es sind schließlich noch etliche Meter bis zum Abhang.

Ich stapfte durch das kniehohe Gras und wich einem Bock aus, der mich aus seinen gelbbraunen Augen anstarrte. Schafe gehörten definitiv nicht zu meinen Lieblingstieren. Obwohl sich das gar nicht wirklich sagen ließ, stand ich doch zum ersten Mal in meinem Leben vor einem realen, lebendigen Schaf. Wollig war es und schlecht gelaunt, denn es blökte wieder.

»Entschuldigung!«, rief ich laut und ging weiter auf die mir abgewandte Gestalt zu. »Hallo?!« Lediglich der Bock gab mir Antwort und verfolgte mich, wobei er den Kopf schwang und mich nahezu vor sich hertrieb.

»Hallo Sie!« Musste ich tatsächlich bis an die Klippe gehen, verfolgt von einem gehörnten Ungeheuer, das aussah, als wolle es mich in den Abgrund treiben? Mir wurde recht mulmig bei dem Gedanken, denn Höhen im Allgemeinen waren nicht ganz mein Ding. Fehlten auch noch ein Geländer oder andere Sicherheitsmaßnahmen, konnte ich durchaus eine gesunde Panik entwickeln. »Entschuldigung!« Ich stoppte und sah zur Straße zurück, das Schnurren des Motors war problemlos zu hören. Der Typ musste taub sein! Der Bock stieß mich an und ließ mich verdrossen weiterstapfen. Warum musste der Kerl auch so nah am Abhang stehen? Das machte ihn doch bereits verdammt unangenehm im Umgang. Keine Meter, sondern kaum einen Schritt entfernt von der tosenden Schlucht, wer machte so was? Ich fluchte innerlich, bereits am Ende meiner Nerven. Ich konnte damit leben, im schottischen Hinterland verschütt zu gehen, auch damit, dass dieses stinkende Tier mich anknabberte – ich schob den Kopf des Schafbocks weg – aber mich zu zwingen, bis an die Klippen zu gehen, war unmenschlich. Ich kann dich absolut nicht ausstehen und dabei habe ich nicht einmal ein Wort mit dir gewechselt!

Ich wagte mich vorsichtig weiter vor. »Entschuldigung!« Ich schloss zu ihm auf. Er war einen guten Kopf größer als ich und scheinbar Stammkunde im Fitnessclub, denn was aus der Entfernung massig wirkte, war eigentlich gestählte Muskelmasse. Meine Schenkel kamen nicht auf den Durchmesser seiner Oberarme. Er war auch deutlich jünger, als zunächst angenommen, demnach also nicht taub, sondern schlicht unhöflich! Er starrte in die Ferne.

»Entschuldigung!«, brüllte ich und bekam endlich eine Reaktion: Er drehte den Kopf. Der Blick seiner kristallklaren blauen Augen war hart und seine Lippen verzogen sich bei meinem Anblick. Ich ballte die Hände und streckte mein Kinn vor. Verstockt nannte es meine Mutter, ich hingegen selbstbewusst. »Wir haben uns verfahren«, hob ich fest an. »Können Sie mir sagen, wie wir nach Farquhar kommen? Es muss eines dieser imposanten Herrenhäuser sein.«

Er machte keine Anstalten zu antworten.

Ich runzelte die Stirn und legte den Kopf zur Seite. »Sie wissen schon: Steinalt, Jahrhunderte im Familienbesitz und seitdem auch nicht mehr renoviert.«

Seine Augen verengten sich.

Gut, zumindest eine Reaktion, wenn auch nicht die von mir gewünschte.

Konnte nicht einmal etwas leicht sein?

»Kennen Sie sich hier aus?« Oder war er einfach nur eine weitere verirrte Seele in diesem Hinterland?

»Aye.«

Aye? Ich zog die Nase kraus. Ausländer. Nun, war ich auch, daran gab es sicherlich nichts auszusetzen, aber die Kommunikation war damit reichlich erschwert. Ich senkte den Blick auf das Gras zu unseren Füßen. Damit konnte ich umgehen, also hob ich meinen Blick. Er war verdammt gestählt und der Wind schien ihm trotz seiner mangelnden Schutzbekleidung nicht viel auszumachen. Wer ging bei dem Wetter – und es konnte schließlich jeden Moment regnen – ohne Jacke aus dem Haus?

Der Pullover spannte über seiner Brust und raffte sich dafür locker in den Hüften. Die Cordhose lag ebenso straff an seinen Oberschenkeln an. Wahnsinn. Ich riss mich zusammen, schließlich hatte ich kein – absolut nicht das geringste – Interesse an irgendwelchen Männern.

»Sprechen Sie Englisch?«

»Aye.«

Ich blinzelte, es musste ziemlich dumm wirken – was mir völlig egal war – ich ärgerte mich nur über die Verständigungsprobleme. »French? Deutsch? Italiano? Espaniol?« Damit hatten sich meine Sprachkünste auch schon, aber die Beherrschung von vier Fremdsprachen war doch schon nicht übel.

»Aye.« Zumal er nicht einmal Englisch drauf hatte. Wieder starrte ich ihn einen Augenblick sprachlos an.

»Na hervorragend!«, brummte ich schließlich und sah hadernd zur Straße zurück. Sollte ich es einfach bewenden lassen und gehen, oder weiter versuchen, eine Antwort – eine brauchbare Antwort – aus ihm hervorzulocken? »Können Sie auch was anderes sagen als aye?« Wurde ich nun ungerecht?

»Aye.«

Ich stöhnte laut. Ich stemmte die Hände in die Hüften und sah auf meine Turnschuhe herab. Was blieb schon anderes übrig, als es mit Händen und Füßen zu versuchen?

»Farquhar«, wiederholte ich also und achtete auf eine deutliche, langsame Aussprache. »Großes Haus.« Ich malte mit den Händen ein großes Gebäude in die Luft. »Wo?« Ich hob die Hände und zuckte die Achseln. Er starrte mich an, sein Ausdruck war nicht zu lesen, aber sicherlich fand er mich abgrundtief dämlich.

Ich seufzte schwer und sah ein, dass dies ein verlorener Posten war. Eine Hilfe war er nicht und ein anderer Aktionsweg musste her. In der nächsten Stadt konnten wir einen aktuellen Stadtplan kaufen oder einen Einheimischen fragen. »Inverness?« Nach einem Moment, in dem er mich schlicht anstarrte, als wäre ich verrückt, drehte er sich und streckte den Arm aus.

»Straße nach Inverness?«, fragte ich nach und nickte hoffnungsvoll. Zugestanden, mein Lächeln war recht starr und mein Ton sicherlich auch nicht gerade freundlich.

»Aye.« Das war verdammt frustrierend.

»Vielen Dank. Einen schönen Tag noch.« Ich könnte ihm auch die Sintflut wünschen, er verstände es ohnehin nicht. Ich stapfte zurück, ärgerlich, weil ich mich völlig umsonst bis an den Rand der Klippe gewagt hatte!

Das Schaf blökte mich an und folgte mir. Auf halber Strecke überholte es mich und verstellte mir den Weg. Seine gelben Augen legten sich gespenstisch intensiv auf mich.

»Mäh.«

Ich machte einen Schritt zur Seite. Waren Schafe gefährlich? Seine Hörner schienen zu wachsen, während ich sie anstarrte, und auch sein Maul wuchs beständig.

»Määäh.« Er kam auf mich zu, drängte mich zurück und ließ mich straucheln, so dass ich ausgestreckt im Gras landete. Ich schrie, weil der Bock nicht den Anstand hatte, zu bleiben, wo er war. Sein Maul kam auf mich zu und er blökte mir seinen schalen Atem ins Gesicht. Ich hob abwehrend die Arme, durchaus belustigt, schließlich war dies wieder eine Geschichte, die so daneben war, dass man sie auf keiner Party als Anekdote erzählen durfte: Von einem riesigen Schaf in der wilden Einöde Schottlands niedergetrampelt, während ein griesgrämiger Einsiedler frohlockend dabei zusah.

»Mäh.« Es knabberte an meinem Mantel und zog meinen Arm dabei weg. Mir stockte das Herz. Und du Dummkopf hattest Angst, womöglich über die Klippen zu gehen!

Unverständliche Worte würgten meinen panischen Schrei ab – oder das peinliche Krächzen, das stattdessen meinen Mund verlassen hatte. Ich wagte einen Blick. Der schweigsame Mann sprach offensichtlich lieber mit Schafen als mit Frauen. Er gab dem Bock einen Schubs und hob die Arme, als der zurück wollte. Einen Moment starrten sich Bock und Mann an, dann trollte sich das Tier. Sein Mäh wurde von einigen Worten begleitet, die ich nicht übersetzen konnte. Kein Englisch, definitiv.

Der Typ stemmte die Arme in die Hüften und sah auf mich herab. Er brauchte dringend eine Rasur und noch dringender eine Lektion in Manieren. Ich rappelte mich auf, schließlich erwartete ich keine Hilfe dabei aus seiner Richtung.

»Danke.« Ich klang nicht sonderlich freundlich.

Seine schwarzen Brauen hoben sich.

O komm schon, dieses eine Wort wirst du doch verstehen!

Ich schüttelte den Kopf und senkte dabei den Blick, um mich von der Gestalt abzulenken, die mich doch anzusprechen schien, oder war es tatsächlich Furcht, die mein Herz noch immer wie verrückt klopfen ließ? Ich hob die Hand, machte einen Wink und stapfte weiter, seinen Blick auf mir spürend und mir versagend, zu ihm zurückzusehen.

Er hätte dir aufhelfen können, das wäre nett gewesen. Vermutlich war es sein ungezähmtes Tier. Er hätte sich entschuldigen müssen.

Ich stoppte mein Lamentieren, verhagelte es mir doch nur zusätzlich die Laune, riss die Tür auf und warf mich in den Beifahrersitz.

»Und?«

»Aye!«, knirschte ich und warf dem Typ einen grimmigen Blick zu. Er hatte mir tatsächlich hinterhergesehen und tat es noch. Selbst über die Distanz war es ein merkwürdiger Blick. Was dachte er wohl?

»Aye?«

Ich zuckte zusammen. Wovon sprachen wir? Ach ja. »Das einzige Wort, das er drauf hat«, murrte ich und schnallte mich an. »Aber die Straße muss ja irgendwo hinführen. Früher oder später landen wir in einer Stadt oder finden eine Tankstelle.«

Sina lachte vergnügt. »Recht haste und zumindest hast du mal mit einem Y-Chromosomträger gesprochen!«

»Aye!«, wiederholte ich kopfschüttelnd. »Wie ein Papagei, immer nur aye, aye, aye!«

»Wie gesagt, immerhin hattest du Kontakt!«

Ich warf ihr einen Blick zu und kramte nach meinem Handy. »Fahr!« Ich hatte noch immer keinen Empfang.

»Wenn du so lieb fragst«, säuselte Sina und drückte das Gaspedal durch, dass die Reifen quietschten. Ich lehnte den Kopf an und sah hinaus. Grau, grün, blau, was für eine Tristesse. Allerdings hatte es etwas Beruhigendes an sich. Hinter dem nächsten Hügel gabelte sich die Straße und ein Schild gab die Richtungen an.

»Schau mal, dort!« Sina streckte den Finger aus. Ein einsamer Briefkasten stand am Wegesrand, auf ihm mit goldenen Lettern das Wort Farquhar. Ich seufzte erleichtert.

»Und ich hatte fast befürchtet, den ganzen Tag nach dem vermoderten Steinhaufen suchen zu müssen«, unkte ich. Sina lachte und meine Lippen zuckten ebenfalls amüsiert. Egal was vor uns lag, ich war froh, dass Sina bei mir war. Mit ihr waren sogar die ersten Tage nach der Trennung von Christoph zu überleben gewesen, auch wenn ich sicherlich keine angenehme Gesellschaft gewesen war. Dafür liebte ich sie und war gerne bereit gewesen, mein bisheriges Leben zurückzulassen, um mit ihr fernab der Heimat zu arbeiten. Ich hatte keinen Grund, diese Entscheidung zu bereuen – ganz im Gegenteil.

***

Ich sah mich um. Wie erwartet lag ein modriger Geruch in der Luft und die Einrichtung war deutlich von anno dazumal. Der Perserläufer war an einigen Stellen bereits recht fadenscheinig. Diese mächtigen, gerahmten Ölgemälde, die Ganzkörperporträts zeigten, Landschaften, Tiergemälde oder Stillleben bedeckten die Wände. Kandelaber beleuchteten sie und urige, alte Kirschholzkommoden standen hier und da herum. Das Haus war tatsächlich ein Relikt aus der Vergangenheit. Ich blieb stehen und betrachtete eines dieser Porträts. Eine blonde Frau mit großen blauen Augen und einem hübschen Lächeln. Sie strahlte regelrecht, aber vielleicht lag dies auch am einfallenden Licht.

»Liny?« Sina gesellte sich zu mir und warf lediglich einen flüchtigen Blick auf das Gemälde. »Und, wie ist dein Eindruck?«

»Grauenvoll.«

Sina lachte auf und hängte sich bei mir ein. »Warum habe ich das nur erwartet?« Sie zog mich mit, die Stufen hinunter. »Ich habe etwas entdeckt, was deine Meinung vielleicht ändern wird.«

»Den Gärtner?« Ich verdrehte die Augen, musste aber grinsen, schließlich war Sina so durchschaubar!

»Nein, bisher hat sich der vor mir versteckt.« Sie kicherte und drückte meinen Arm. »Und ich habe beschlossen, dir die erste Wahl zu lassen.«

»Sina, ich habe kein Interesse …«

»Du sollst ja auch nicht gleich heiraten. Aber ich glaube, ein Abenteuer täte dir gut.« Ihre blauen Augen musterten mich. »Du arbeitest zu viel.«

Da wären wir wieder beim Thema. Seit ich in London war, bekniete sie mich, Christoph zu vergessen und mich mehr meinem Privatleben zu widmen, als rund um die Uhr mit der Arbeit beschäftigt zu sein. Ich seufzte unterdrückt, schließlich hatte sie recht. »Wie du meinst, nach acht Stunden Arbeit am Tag mach ich Schluss und vertrödle den Rest meiner Zeit mit …«

Sina kniff mir in den Oberarm.

»Au!«

»Lass das Gezicke. Arbeite, aber gönne dir auch etwas Spaß!« Wir nahmen die Treppe zum Erdgeschoss, verließen das Haus durch den Vordereingang und umrundeten es. »Der Schäfer muss doch in der Nähe wohnen.«

Ich konnte nicht folgen und runzelte die Stirn.

»Aye«, gab Sina den Hinweis.

Das Lachen brach nur so aus mir heraus. »Du hast echt einen an der Waffel! Der versteht kein Wort von dem, was ich sage!«

»Perfekt«, behauptete Sina zufrieden und grinste. Ich wusste, was folgen sollte und richtete meinen Blick schon mal in den grauen Himmel.

»Lass deinen Körper sprechen. Die Signale sind in allen Sprachen gleich.«

Ich korrigierte sie nicht, schüttelte nur den Kopf. Sina lachte und zog mich weiter. Ein weitläufiger Park lag vor uns und im hinteren Bereich schloss sich ein ummauertes Gärtchen an. Sina deutete auf das verwitterte Törchen und grinste verschmitzt, als erwarte sie meinen Zuspruch. Also spähte ich durch das vergitterte Sichtfenster der Pforte und entdeckte einen verwilderten Rosengarten.

»Wow!« Ich war gefesselt. Zwar war alles ziemlich zugewuchert, aber in seiner Urtümlichkeit auch anziehend. Bezwingend. Ich spürte süße Aufregung durch meine Adern strömen. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass mich etwas Natur so beleben könnte. »Daraus lässt sich was machen.«

»Fein!«, frohlockte Sina. »Wenn dich die Muse geküsst hat, lasse ich dich besser arbeiten!« Sie zwinkerte mir zu. »Ich schaue mal, wie wir an den Schlüssel kommen.«

»Ich komme mit rein und hole meine Kamera«, schloss ich mich an, bereits in der groben Planung vertieft. Mein ganzer Körper prickelte und mir schossen die Ideen nur so durch den Kopf. Es war schon eine Weile her, dass ich mich so gefühlt hatte. Eine ganz schön lange Weile, wenn man es genau nahm und ich genoss es. Die Aufregung, das Prickeln. Selbst die Luft schmeckte süß.

Sina warf mir einen wissenden Blick zu. »Du willst die Zeremonie in den Garten verlegen, richtig?«

»Wesentlich romantischer, als alles was ich sonst gesehen habe«, murmelte ich und das war schlicht eine Tatsache. Lassen wir mal beiseite, dass mich der Rest des Hauses noch nicht wirklich überzeugt hatte. Wenn es meine Hochzeit wäre, ich hätte mir einen anderen Ort ausgesucht. »Wann kommen Braut und Bräutigam?«

»Rechne nicht mit ihnen.«

Ich stockte mitten im Schritt und hastete ihr dann nach. »Keine Aufnahmen vom Hochzeitspaar?« Das war ungeheuerlich. Ich runzelte die Stirn. Meine Ideen verpufften eine nach der anderen. »Das wird eine sehr öde Präsentation.«

Sina seufzte gedehnt. »Noch stehen die Zusagen aus, was soll ich tun? George kümmert sich aber drum.«

George, der Leiter der Agentur, über die sie derzeit arbeitete. Er war nicht gerade der sanfte Typ und meine Hochzeit würde ich sicherlich nicht in seine Hand legen, aber er hatte tatsächlich volle Auftragsbücher von zahlenden Kunden. Ich brummelte etwas, als wir das Haus wieder betraten und Sina pfiff. Sie ging einen Schritt vor mir und blieb stehen, so dass ich in sie hineinlief.

»Huch! Sorry.« Ich stolperte zurück und umrundete sie.

»Ah, Miss Conrad, Miss Hildebrick, darf ich Sie mit Mr Kendrick bekannt machen?« Die Haushälterin, die uns selbst erst vor wenigen Stunden begrüßt hatte, schob einen kräftigen Kerl in unseren Fokus. Nun, er schaffte es eigentlich von selbst, zumindest meine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Ich presste die Lippen aufeinander, als seine Augen ebenso überheblich über mich hinwegglitten, wie bei unserer ersten Begegnung. Sina trat vor und reichte ihm ihre Hand.

»Mr Kendrick, hallo. Ich bin Sina Conrad und dies ist meine Kollegin Liny Hildebrecht.« Sie drehte sich mit einem Zwinkern zu mir um. »Sind Sie der Gärtner?«

»Sina, das ist der wortkarge Typ, der mir den Weg nicht erklären wollte«, korrigierte ich sie in unserer Muttersprache. Sina drehte sich wieder dem Kerl zu, der mich immer noch anstarrte. Blödmann! Tief in meinem Inneren wusste ich natürlich, das meine Wut ungerechtfertigt war. Er war Ausländer, hatte mich einfach nicht verstanden und zumindest die richtige Richtung angegeben.

»Mr Kendrick verwaltet Farquhar für seinen Eigentümer. Er kennt sich hier aus, wenn Sie also Fragen haben, wenden Sie sich an ihn.«

»Oh, wie wunderbar!«, flötete Sina. »Ich bin mir sicher, dass Sie uns eine große Hilfe sein werden!«

Da könnte sie sich nicht mehr irren. Ich stemmte die Hand in die Hüfte und verlagerte mein Gewicht. Sina strahlte den Verwalter immer noch an, als sei er eine Offenbarung. Ich sah zwischen den beiden hin und her. Sina war eine sinnliche Schönheit mit Kurven so scharf wie ihr Verstand, trotzdem schien Mr Kendrick nicht übermäßig von ihr angetan. Er sah ebenso mürrisch an ihr herab, wie einige Stunden zuvor an mir. Sina hingegen gefiel durchaus, was er zu bieten hatte. Irritiert musterte ich ihn. Groß, muskelbepackt und haarig. Über Geschmack ließ sich streiten. Ich fing seinen Blick auf. Seine Augen hatten was und mein Puls verdoppelte sich.

Was ist denn das für ein bescheuerter Gedanke?

»Der Garten, Sina.« Es klang wie Pistolenschüsse und ich zuckte zusammen. Wie peinlich, andererseits war es mir egal, was er von mir hielt.

»Oh, natürlich«, zwitscherte Sina und flatterte mit den Wimpern. »Mr Kendrick, wir haben da gleich ein Anliegen. Wir haben einen hübschen Garten entdeckt, aber der Zugang ist versperrt.«

Lass das, Sina. Ich kniff die Lippen zusammen. Es war egal, sollte sie ruhig mit ihm flirten. Wenn er so viel Interesse in ihr weckte, sollte sie ihn haben. Ich konnte ohnehin nichts mit ihm anfangen.

»Die Damen sind für die Vorbereitung der Hochzeit von der Agentur Weddingdreams geschickt worden«, erklärte Mrs Collum schnell und lächelte in die Runde.

Die Miene Kendricks verdüsterte sich nur noch mehr. Vermutlich verstand er schlicht kein Wort. Ich brach den Blickkontakt mit ihm, nicht sicher, ob ich ihn bemitleiden sollte oder eine Lanze für ihn brechen. Es war doch wahrlich undurchdacht, jemanden einzustellen, der kein Wort verstand.

»Nay«, bockte Kendrick. »Der Garten bleibt geschlossen.«

Ich zuckte zusammen. Ups, da musste ich meine Vorstellung wohl revidieren.

Sina legte den Kopf zur Seite und sah neckisch zu ihm auf. Sie griff wirklich tief in die Trickkiste und ich spürte einen kleinen Stich. Neid?

»Mr Kendrick, eine unserer Aufgaben besteht darin, ein Hochzeitsvideo und eine Collage zu erstellen, die während der Feierlichkeit abgespielt wird. Dafür brauchen wir besonders schöne Aufnahmen.« Sie lächelte, klimperte mit den Wimpern und fuhr sich mit der Zunge über die Lippen.

»Der Rest des Anwesens ist eher verstaubt, baufällig und hässlich.« Ich klappte schnell den Mund wieder zu, erschrocken über meine eigenen Worte. Das war rüde und machte mich bei Mr Kendrick sichtlich unbeliebt. Sein Blick durchbohrte mich feurig und raubte mir den Atem. Ich wollte, konnte mich aber nicht entschuldigen. Mir fehlten die Worte und die Luft, um sie auszusprechen. Sina sah mich nicht weniger mordlüstern an als der Verwalter, war aber deutlich zu sehr Geschäftsfrau. Sie lachte geziert und streckte die Hand nach ihm aus.

»Oh, Liny! Manchmal ist mehr einfach notwendig.« Sie legte Kendrick die Hand leicht auf den Arm und lenkte ihn endlich von mir ab. »Was meine Kollegin sagen wollte, ist, dass das Gebäude recht düster und geschichtsträchtig ist, unsere Klientin aber ein farbenfrohes, fröhliches Video erwartet.«

Ich keuchte und wollte es wieder gutmachen, aber leider sagte ich das erste, was mir in den Sinn kam: »Genaugenommen überladen von Romantik und Kitsch. Der Garten gibt das her, das Haus nicht.« Mein Herz fror ein. Das hatte ich nicht gesagt! Nicht so. »Ich …«, wollte meine Worte revidieren, aber Kendrick unterbrach mich ebenso rüde, wie ich wohl geklungen hatte: »Sie haben keine Ahnung, was dieses Haus hergibt! Ich schlage vor, Sie schauen sich genauer um!« Sein Blick wanderte an mir herab.

Mein Gott, der hasst mich. Was natürlich völlig egal war. Ich mochte ihn auch nicht. Spontane Antipathie auf den ersten Blick. So etwas gab es. Oh Gott, ich fühlte mich schlecht und hatte es auch nicht anders verdient. Das machte mich ärgerlich und das war nicht gut. Ich wurde häufig störrisch, wenn ich ärgerlich wurde und verrannte mich leicht.

»Ich riskiere einen zweiten Blick«, knirschte ich. Lina, ruhig Blut. Ich musste ihn nicht lieben, ich musste nur zwei Wochen mit ihm auskommen. Das schaffe ich. Lächeln, Mund halten, wenn ich auf ihn treffe und alles wird gut. Das schaffe ich doch!

»Ich bin sicher, irgendwo wird sich etwas Romantik und Kitsch verstecken.« Besser, ist doch ganz einfach.

Kendricks Augen verengten sich.

Da hatte ich mir einen Freund gemacht. Ich seufzte leise. Sollte ich es noch einmal mit einer angedeuteten Entschuldigung versuchen? Ich räusperte mich. »Es ist ein altes Haus. Es wird seinen Charme haben.« Das klang jetzt nicht besser, also klappte ich den Mund schnell wieder zu und trat mir gedanklich in den Hintern. Das machte es doch nur noch schlimmer.

»Dieses Haus hat Charme.« Den Rest sagte sein Blick.

Oh ja, der hasst dich. Nur gut dass du ihn eh nicht leiden kannst.

Kendrick ließ uns stehen und stampfte davon.

»Liny, du bist keine Hilfe!«, zischte Sina und stieß mich an.

»Tschuldigung.« Ich atmete tief ein. »Ich habe Mist gebaut und weiß es.«

Sina schüttelte den Kopf. »Zuckerbrot statt Peitsche.« Sie hakte sich bei mir ein und zog mich zur Treppe. »Dass du immer gleich mit der Tür ins Haus fällst!«

»Es tut mir leid.«

»Ruiniere hier nicht alles. Das ist ein sehr wichtiger Auftrag für George.«

»Ich weiß. Hör zu. Ich schnappe mir meine Kamera und sehe zu, dass ich so viele Fotos wie möglich mache, bevor er merkt, dass ich mich über sein Gebot hinwegsetze.« Nicht die feine englische Art, aber nötig, denn der Garten war magisch. »Versuch du doch abzulenken?« Darin war sie ohnehin hervorragend.

Sina sah mich beredt an, ging aber auf mich ein. Sie wusste wohl, dass ich nicht unkte. Der Garten war bei Weitem das Schmuckstück des Anwesens. Sie nickte und drehte sich breit lächelnd der Haushälterin zu, die uns neugierig beäugte. Nun, es war wohl unhöflich, in einer fremden Sprache zu sprechen, die die anderen nicht verstanden. Ich nickte ihr zu und ließ Sina bei Mrs Collum zurück. Durch meine vorherige Erkundung fand ich mein Zimmer problemlos wieder. Nun, es war auch nicht sonderlich schwer. Man nahm die Haupttreppe bis zum Giebel, stieß sich dann dreimal den Kopf an einem niedrigen Balken und stand dann vor einer schmalen Tür mit abblätternder Farbe. Voilà. Ich riss die Tür auf und warf sie hinter mir zu. Meine Tasche stand noch gepackt am Fußende des Bettes, meine Ausrüstung darauf. Für erste Aufnahmen brauchte ich nicht mein Spitzengerät, schließlich wollte ich mir zunächst nur einen groben Überblick verschaffen. Also holte ich die Spiegelreflex aus meiner Reisetasche. Meine erste Kamera und längst nur noch privat im Gebrauch, aber dienlich für Exkursionen wie jene, die ich nun geplant hatte. Ich drehte mich zufrieden um und riss an der Klinke. Mein Grinsen purzelte aus meinem Gesicht, wie der Spiegel an der Innenseite der Tür bezeugte. Ich machte eine recht drollige Fratze, zugegeben, aber das ärgerte mich nur noch mehr. Ich riss erneut an der Klinke, mit demselben Ergebnis: die Tür blieb geschlossen.

Ich rüttelte, zerrte, besah mir das Schloss, aber letztlich bewegte sich nichts. Die Tür zu meinem schmalen Kämmerchen blieb geschlossen.

»Mist!« Ich presste mein Ohr an das kratzige Holz. Nichts, trotzdem klopfte ich und rief um Hilfe. Es gingen einige Türen von dem schummrigen Flur ab, also war durchaus anzunehmen, dass nicht nur Sina und ich hier oben untergebracht waren. »Hallo!«, schrie ich, so laut ich konnte und lauschte dann angestrengt. Nichts. Ich drehte mich in den Raum. Sina. Ich schüttete meine Tasche auf dem Bett aus und wühlte nach meinem Telefon, um verdutzt zu stocken, denn es war nicht unter meinem Krimskrams. Erneut durchstöberte ich den Inhalt meiner Handtasche, fand das Ladekabel, die Ohrhörer sogar die Powerbank, aber nicht mein Handy selbst. Ich stockte. Wann hatte ich mein Telefon zuletzt in der Hand gehabt? Im Auto.

Ich schloss die Augen. Ich hatte das schmiedeeiserne Tor zur Auffahrt nach Farquhar öffnen müssen und mein Handy dazu natürlich zur Seite gelegt. Auf den Sitz genaugenommen, wo es mit ziemlicher Sicherheit immer noch lag. Hervorragend! Ich sah zur Seite. Das Zimmer bestach durch ein Guckloch, rund und spinnwebenverhangen. Ich machte ein Bild von seinem gegenwärtigen Zustand, denn es schrie geradezu danach, in meinem Blog aufzutauchen. Kategorie: schauderhafte Plätze. Da ich schon dabei war, nahm ich mir die Zeit, auch den Rest des Interieurs aufzunehmen, bevor ich mich wieder meinem Problem zuwandte. Immerhin wesentlich ruhiger. Angeekelt entfernte ich mit einem Stück Papier die Spinnweben und schrie spitz auf, als die Bewohnerin mir entgegensprang. Ich schleuderte das Papier zur Seite, nicht sicher, ob ich noch etwas darauf herumstapfen sollte. Nicht, dass mir das achtbeinige Monster noch einmal über den Weg lief. Jedoch wäre sie sicherlich auch ein interessantes Model. Nur um den Charakter dieser Bruchbude in ihrer Vollkommenheit abzubilden. Der bitterböse Gedanke ließ mich auflachen und zog mich weit genug aus meinem Selbstmitleid, um mich weiter mit meiner Befreiung zu beschäftigen.

Seufzend widmete ich mich dem Fenster, das sich zumindest öffnen ließ und sah für vielleicht eine Sekunde hinaus, dann schwindelte mir. Ich schloss die Augen und stützte mich an der Wand ab. Die Tapete fühlte sich rau und klamm unter meiner Hand an und ich riss die Lider wieder auf und die Hand weg. Wie widerlich!

Ich wich zurück. Zwar war das Fenster groß genug, um hinauszuklettern, aber das war sicherlich keine Option. Eher hirnrissig tödlich. Selbst, wenn ein Fenster der Nachbarzimmer offen stünde, könnte ich es nicht erreichen. Ich plumpste auf das Bett. Gefangen in einem modrigen Horrorkabinett! Ich ließ mich zurückfallen und starrte an die niedrige Decke. Womit hatte ich das nur verdient?

***

Ich wartete geduldig. Nun, zumindest, wenn ich nicht gerade lauthals schrie und gegen die Tür bollerte, bis ich keine Luft mehr bekam. Ich begann mich zu fragen, was Sina trieb, besonders da es langsam dunkler wurde. Ich saß sicherlich bereits Stunden hier fest und sie suchte mich nicht? Da hatte ich ja eine ausgesucht tolle Freundin!

»Hilfe!« Es waren doch sicherlich nicht nur Sina und ich hier untergebracht worden. Oder vielleicht doch? Zweifel nagten an mir. Es war ein großes Haus mit unzähligen Räumen und wie viele konnten davon belegt sein? Mal abgesehen davon, dass ich nicht einmal sicher wusste, wie viele Menschen sich überhaupt im Haus aufhielten.

Mittlerweile nahe einer Panik – nicht nur Höhen reizten meine Fantasie zu ausgeprägten Horrorszenarien, sondern auch enge und verschlossene Räume – trat ich gegen die Tür, bis mir die Zehen schmerzten, und schrie schließlich unartikuliert. Warum zum Teufel passierte mir das?

Karma. Ich wandte mich ab, kurz davor, es mit brachialer Gewalt zu probieren. Ich wollte hier endlich raus. Ich sah mich um, aber es gab nicht einmal einen Stuhl. Nur das Bett. Der Schrank war in die Wand eingelassen. Ich saß in der Falle.

Keine Panik, früher oder später fällt meine Abwesenheit auf. Vermutlich positiv, so wie ich mich heute aufgeführt habe, aber sie fällt auf und dann sucht man nach mir und findet mich auch. Kein Grund zu wildem Aktionismus.

Trotzdem schlug ich erneut gegen das Holz und fluchte. Die Tür ratterte. Oh Gott sei Dank! Ich lehnte mich dagegen und presste die Wange an die kratzige Oberfläche. »Sie klemmt. Ich komme nicht raus!«

Tja. Im nächsten Moment stand mir Mr Wortkarg gegenüber. »Offen.«

Er ließ mich stehen und ich haderte. Aber letztlich bestand die Gefahr, mich immer wieder hier einzuschließen, also folgte ich ihm in den Flur und sah zu, wie er die Tür gegenüber öffnete. Na toll. Ich räusperte mich, deutlich das Gefühl, dass mir wieder jedes Wort quer im Hals hängen bliebe.

»Mr Kendrick, wen spreche ich an, um ein anderes Zimmer zu bekommen?«

Seine Tür schlug zu. »Verdammt!« Ich biss die Zähne zusammen. Was nun? Mrs Collum? Ich hatte wahrlich keine Lust, das Haus nach ihr abzusuchen. Oder nach Sina, dem untreuen Huhn. Ich trat wieder in mein unerwünschtes Zimmer, stemmte die Hände in den Hüften ab und sah mich um. Ich steckte hier womöglich immer wieder fest. Vielleicht in der Nacht, wenn ich dringend das stille Örtchen aufsuchen musste. Unhaltbar! Ich schnappte mir mein Equipment und füllte schnell meine Handtasche. Als ich mich aufrichtete, schrie ich auf. Meine Tasche purzelte wieder auf das Bett und ich presste meine Hand auf die Brust. »Herrje!« Ich schloss kurz die Augen, um mich zu beruhigen, und begann bereits: »Verdammt noch mal, warum schleichen Sie sich so an!« Gut, der Zug war abgefahren. Nachdem ich ihn nach meiner Rettung wieder anmotzte, konnte ich mir jeden Dank und jede Bitte um Vergebung ohnehin sparen. Wie hieß es so schön? War der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert.

Kendricks Augen waren verengt, als er mich musterte, vermutlich sollte ich mich daran gewöhnen, so von ihm betrachtet zu werden. Er deutete aus dem Raum. »Sie wollten ein anderes Zimmer! Herrgott!« Er ließ mich stehen und knallte die Tür ins Schloss.

Ich schrie auf und eilte hinterher. Wie vermutet, ließ sie sich nicht öffnen und ich gurgelte verzweifelt. Das durfte nicht wahr sein. Gerettet und wieder eingeschlossen in weniger als fünf Minuten, gab es einen größeren Pechvogel als mich? »Lassen Sie mich raus! Bitte!«

Er öffnete erneut mühelos die Tür. Ich gaffte ihn an. Das war doch ein Witz. Ich griff nach der Klinke und schob ihn hinaus, um die Tür zu schließen. Öffnen konnte ich sie aber auch von außen nicht.

Kendrick fasste an mir vorbei, drehte den Knauf und stieß sie auf. Problemlos. Ich atmete tief ein.

»Ich brauche ein anderes Zimmer«, stellte ich betont neutral fest. Meine Einschätzung war richtig, mit diesem Zimmer wäre ich ständig eingeschlossen. »An wen kann ich mich da wenden?« Freundlich klang ich trotz meiner redlichen Bemühungen nicht.

»Nehmen Sie das.«

Ich folgte seinem Fingerzeig. Sein Quartier. Oh. »Ihres?«

»Die Auswahl ist derzeit bescheiden, Miss Hillebick.«

»Hildebrecht«, korrigierte ich automatisch. Kaum jemand in England sprach meinen Namen richtig aus, selbst nach mehrmaliger Wiederholung und eigentlich hatte ich es aufgegeben, jeden zu korrigieren und bot generell an, zum Vornamen zu wechseln. Die Vorstellung, von ihm Liny genannt zu werden, weckte ein verstörendes Prickeln.

»Wollen Sie es, oder nicht?«

Ich atmete tief ein. »Ja.« Ich schliefe sogar im Keller mit weiteren achtbeinigen Mitbewohnern, wenn ich nur kommen und gehen konnte, wie ich wollte. »Danke sehr.« Ich senkte den Blick, plötzlich unangenehm nervös. Kendrick ließ mich stehen. Er schleppte seine Tasche herein und ließ sie polternd fallen, auf das Blatt Papier, mit dem ich meine Mitbewohnerin vertrieben hatte. Nun, sein Karma.

Ich schnappte mir meine Ausrüstung, meine Handtasche und versuchte, auch meinen Reisekoffer hinter mir her zu ziehen, eckte aber an der Tür an und er kippte. Ich hatte Mühe, ihn wieder aufzurichten und bollerte mit meinen Koffer über den Flur. Ich schleuderte ihn in den Raum, der zumindest frei von Staub und Spinnweben war. Ich drehte mich und stand ihm schon wieder gegenüber. Zwei Wochen Tür an Tür mit ihm? Na vielen Dank auch, Schicksal!


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Katherine Collins lebt mit ihren zwei kleinen Töchtern in einem kleinen Dörfchen inmitten des Vest. Als passionierte Leseratte kam sie schon in ihrer Jugend zum Schreiben. Seit 2014 veröffentlicht sie historische Liebesromane sowohl in Verlagen, als auch als Selfpublisher. Angefangen mit Verzeih mir, mein Herz! hat sie bereits elf Veröffentlichungen, unter anderem bei Ullstein-Forever und dem Latos-Verlag, vorzuweisen.

Unter dem Pseudoym Kathrin Fuhrmann schreibt die Autorin Liebesgeschichten, die mal mit Crime und mal mit Fantasy unterlegt sind. Dabei liegt ihr Fokus auf den Beziehungen ihrer Protagonisten.

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