Thomas Kowa und Christian Purwien über ihr neues E-Book

Worum geht es in eurem neuen Buch Vegas! Vidi! Non vici?

Thomas: Am Anfang war das Licht. Dann kam Ibiza Peter. Und dann war er auch schon tot. Und dann beginnt unsere Geschichte.

Christian: Jedenfalls hat uns Ibiza-Peter ein Millionenerbe hinterlassen, allerdings unter einer Bedingung: Wir müssen den Las Vegas Triathlon gewinnen. Ahnungslos wie wir waren, machten wir uns auf in die Stadt der Träume und gescheiterte Existenzen und das, obwohl Thomas spielsüchtig ist …

Thomas: Du hast vergessen, zu erwähnen, dass du geglaubt hast, der verstorbene Zwillingsbruder von Elvis zu sein.

Christian: Und du hast vergessen, zu erwähnen, wie es dazu kam, und wer daran schuld war!

Thomas: Nee, hab ich nicht vergessen, steht ja alles im Buch. Also einfach lesen, dann erfahrt ihr, wie das alles war.

 

Wie seid ihr auf die zündende Idee zu eurer Fortsetzung von Pommes! Porno! Popstar! gekommen?

Thomas: Wir haben uns gefragt, was ist noch schlimmer als Ibiza. Spontan fiel uns da nur ein Ort ein: Las Vegas.

Christian: Wobei Ibiza ganz schön sein könnte, wenn man denn Geld hätte, im richtigen Hotel wohnen würde…

Thomas: Tja, und weil die schlimmste Stadt ohne Geld eindeutig Las Vegas ist, blieb uns nichts anderes übrig, als dorthin zu fahren. Dort haben wir uns ein paar Aufgaben gestellt und geschaut, was passiert. Aus dem Resultat plus exakt 3,7 Prozent Lügen haben wir dann Vegas, Vidi, Non Vici geschrieben.

Christian: Bist du dir sicher, dass das Verhältnis Lüge/Wahrheit nicht umgekehrt war?

Thomas: Das ist so sicher wie das Amen in der Moschee.

 

Was würde Elvis zu eurem Roman sagen?

Christian: Wahrscheinlich gar nichts, weil sein Manager Colonel Parker das Buch sofort verboten hätte. Der hat ja selbst an I-hate-Elvis-Stickern mitverdient.

Thomas: Ich bin ja nicht so realitätsaffin wie Christian, insofern glaube ich schon, dass Elvis ganz lässig auf das Buch reagiert hätte und einfach nur sagen würde: »Wop-bop-a-loombop-a-boom-bam-boom.«

 

Habt ihr schon ein neues Reiseziel ins Auge gefasst?

Thomas: Oh ja, wir sind aber noch in Verhandlungen mit unseren Geldbeuteln und es sieht schlecht aus.

Christian: Für die Geldbeutel.

Thomas: Es wird uns also noch weiter weg tragen, nur wohin, dass erfährt ihr dann, wenn Teil 3 erscheint. Ich sag nur: Hunde, wollt ihr ewig leben!

Christian: Manno! Jetzt hast du verraten, dass es nach China geht.

Thomas: Hab ich nicht. Das warst du. Ich hab nur eine Anspielung für Hochintelligente gemacht.

Christian: Gut, im Verhältnis zu dir ist ja quasi selbst ein Stein …

Thomas: Hast du vergessen, dass ich gegen Buddha im Schach gewonnen hab?

Christian: Aber nur, weil du ihm die Regeln falsch erklärt hast.

 

Wart ihr für eure Recherche zum ersten Mal in Las Vegas?

Thomas: Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich vorher schon zweimal in Las Vegas war, was nun wirklich für ein ganzes Leben reicht. Ich wäre ja auch lieber auf die Seychellen geflogen und hätte mir die Sonne auf den Bürzel scheinen lassen, aber das wäre ein ziemlich langweiliges Buch geworden. Also mussten wir dahin, wo es wehtut.

Christian: Wenn das so ist, hätten wir auch gleich in Dortmund bleiben können. Ich kenne da in paar Ecken, wenn du da mit dem Schalke-Trikot auftauchst…

Thomas: Es ging weniger um körperliche Schmerzen, sondern eher um seelische.

Christian: Da kennen Schalke Fans sich auch ganz gut mit aus. Wie auch immer, ich würde das im übrigen gar nicht Recherche nennen, sondern #LebenamLimit.

 

Was ist besonders faszinierend an dieser Stadt?

Christian: Wenn man Tripadvisor fragt, ist die größte Sehenswürdigkeit in Las Vegas ein Schießstand, in dem man den Zweiten Weltkrieg nachspielen kann. Und das ist ausnahmsweise kein Witz.

Thomas: Wie das so abläuft, sieht man dann in unserer Webserie, die zum Buch erscheinen wird.

Christian: Besonders faszinierend fand ich auch die ganzen Idioten, die an den Automaten sitzen und glauben…

Thomas: Machst du doch jetzt über mich lustig oder was? Ich hätte beinah den Jackpot geknackt! Wenn du nicht die ganzen Songs hättest aufnehmen wollen, die ohnehin kein Mensch kauft, dann wäre ich jetzt Multimilliardär!

Christian: Mit fünfundzwanzig Cent Einsatz?

Thomas: Sei doch nicht immer so realitätsfixiert. Ich kann jederzeit ein Buch schreiben, in dem das klappen würde.

Christian: Bei uns ging es jedenfalls anders aus, aber ohne der Geschichte vorgreifen zu wollen, kann ich jetzt schon sagen, dass ich nicht mal meinen Koffer ausgepackt hatte, da waren wir schon pleite.

 

In Vegas, vidi, non vici haben diesmal Gott und Satan beide etwas zu sagen. Welcher von euch beiden war denn für die Kommentare von Gott verantwortlich und welcher für die Kommentare des Teufels?

Thomas: Ich würde mir natürlich nie anmaßen, für Gott zu sprechen, er hat all seine Kommentare also selbst verfasst.

Christian: Und Satan und Buddha auch. Wobei ich total überrascht war, wie schlechtgelaunt Buddha war. Dagegen ist Satan echt ein sympathischer Typ.

 

Stichwort Musik: Ihr habt auch wieder ein Album, das ihr parallel zum Roman veröffentlicht. Welche Rolle spielt die Musik denn im Buch?

Thomas: Keine.

Christian: Außer, dass ich einen Elvis-Imitationswettbewerb gewinnen muss, wir die Hymne für das Hard-Rock-Hotel schreiben und am Schluss auf einer Hochzeit singen. Außerdem unterbrichst du ständig die Handlung des Buches, um die Leser darüber zu informieren, welch ach so tollen Songs wir in Vegas aufgenommen haben.

Thomas: Welche Handlung?

Christian: Woher soll ich das wissen? Bist du der Schriftsteller oder ich? Auf alle Fälle haben wir drei EPs in Las Vegas aufgenommen, mit den schönen Titeln Drei 80s, Drei Disko und Drei Vegas. Die alle echt gut geworden sind, also jedenfalls wenn man bedenkt, dass sie von uns stammen.

 

Welche Schauspieler würden euch bei einer Verfilmung spielen?

Thomas: Danny DeVito, Telly Savalas und Vin Diesel.

Christian: Das sind drei Schauspieler, wir sind aber nur zu zweit.

Thomas: Ich möchte ja auch, dass alle drei mich spielen.

Christian: Und Telly Savalas holst du dann aus seinem Grab, oder was?

SATAN: Danny DeVito ist übrigens auch schon tot.

Thomas: Echt? Das hab ich gar nicht mitbekommen.

SATAN: Bis eben hat er auch noch gelebt, aber als ihr den Namen gesagt habt, dachte ich »Uups, den hatte ich glatt vergessen«. Also danke noch mal. War echt total lieb von euch, dass ihr mich an ihn erinnert habt.

Christian: Ich sag ja, der Typ ist echt ein netter Kerl…klar jeder hat seine Fehler.

Thomas: Du willst dich doch nur einschleimen, damit du den wärmsten Platz in der Hölle bekommst.

Christian: Ich frier halt immer so leicht.

 

Habt ihr noch ein gutes Schlusswort für uns?

Christian: Ja, kauft bloß nicht das Buch und die drei EPs, sonst geht es weiter und ich muss mit Thomas nach China.

Thomas: Die einzige Chance, dass diese Serie vorzeitig endet, ist dass jeder das Buch und die EPs kauft. Oder glaubst du, ich mach noch einen Strich, wenn sich erst mal die Millionen auf meinem Konto zwängen?

Christian: Das Angebot hätte Dieter Bohlen in den 80ern machen sollen. Kauft dieses Album und ich höre auf. Gott, was wäre der Welt erspart geblieben!

GOTT: Was hab ich damit zu tun?

Satan: Nichts, kannst wieder die nächsten zweitausend Jahre weiterschlafen. So, und jetzt kauft Buch und Musik, dann bekommt ihr in der Hölle einen Platz neben Marylin Monroe. Ungelogen.

Thomas Kowa, Christian Purwien – Vegas, vidi, non vici

Das E-Book kaufen

Thomas Kowa ist Autor, Poetry-Slammer und Musikproduzent. Während in seinen Thrillern fleißig gestorben werden darf, ist es ihm in seinen humorvollen Liebesgeschichten Mein Leben mit Anna von IKEA und Weihnachten mit Anna von IKEA noch nicht gelungen, jemanden umzubringen. Und auch in Pommes! Porno! Popstar! und Vegas, vidi, non vici hat er niemanden umgebracht.

Christian Purwien veröffentlichte unzählige Alben und Beitrage auf mehr als hundert CDs, seine Coverversion des 80er Klassikers Send me an angel enterte die deutschen Single-Charts. Für seine letzte CD arbeitete er mit Joachim Witt und Andreas Fröhlich zusammen, letzterer besser bekannt als Bob Andrews von den drei Fragezeichen.

Emma Finch über ihren spannenden neuen Roman


Worum geht es in deinem Buch
Die Spur der Kristalle?

In meinem Roman geht es um die junge Lehrerin Caitlyn Brown, deren Leben genauso normal erscheint wie ihr Nachname: Sie lebt in einer Kleinstadt im südenglischen Surrey zusammen mit ihrem Vater Richard, ihrem Bruder Henry und dessen Frau. Ihre Mutter starb zehn Jahre zuvor an Krebs.

Autorin Emma FinchObwohl es eine seltsame Häufung sonderbarer Ereignisse in den Sommerferien ist, erkennt sie zunächst keinen Zusammenhang zwischen der denkwürdigen Begegnung mit einem Mann im schwarzen Anzug, dem plötzlichen Todesfall mitten im Londoner Hyde Park und dem  Päckchen ohne Absender, das ihr während eines Kurztrips zugestellt wird.

Das ist natürlich nur der Anfang einer Reihe von Begebenheiten, die sie auf die walisische Insel Anglesey, ins Britische Museum, in den Snowdonia Nationalpark und ins Back Country führen. Außerdem hat nicht nur ihr neuer Chef Leichen im Keller, sondern auch ihr Pate, der Duke of Anglesey, hütet brisante Geheimnisse.
So dauert es eine Weile, bis sie die Teile wie Puzzlestücke zusammensetzt, und erkennt, dass nicht der Zufall und erst recht nicht sie selbst die Spielregeln bestimmen. Erst, als sie durch alte, in Sütterlin geschriebene Briefe mehr über das Schicksal ihrer deutschen Großmutter und deren Familie erfährt, begreift sie, dass sie Teil eines größeren Plans ist, der es in sich hat …

 

Was brachte dich auf die Idee zur Geschichte?

Als erstes gab es den „Mann im schwarzen Anzug“ in meinem Kopf, der auf einer belebten Straße mit einer Frau zusammenstößt. Irgendwie war mir klar, dass diese Begegnung kein Zufall ist, und da man als Autorin notorisch neugierig ist, habe ich die zwei sehr gründlich im Auge behalten.

 

Woher kommt deine Faszination für geheimnisvolle Geschichten?

Brief Konrad an Karo vergilbt - pingErbgut, nehme ich an. Meine Oma hat mir früher jedes Mal, wenn ich bei ihr übernachten durfte, spannende und manchmal auch unheimliche oder mysteriöse Geschichten erzählt. Sie wohnte im Wald und wenn wir abends in ihrem riesigen Bett mitten zwischen den dicken Federbetten lagen und draußen die Bäume rauschten, rutschte ich immer tiefer zwischen die Kissen. Aber wehe, sie hörte auf zu erzählen oder vertröstete mich, ich musste doch wissen, wie es weitergeht!

Irgendwann habe ich angefangen, mir selbst Geschichten zu den Geschichten auszudenken oder Geschichten weiterzuspinnen, die ich gelesen hatte. Bis ich begonnen habe, die dann auch aufzuschreiben hat es aber sehr lange gedauert, denn irgendwie war ich immer der Meinung, das machen nur andere.

Bis heute liebe ich Geschichten mit vielschichtigen Geheimnissen und Verwicklungen und interessanten Figuren.

 

Was war für dich die größte Herausforderung beim Schreiben?

Die größte Herausforderung war und ist jedes Mal aufs Neue, die Ideen zu der Geschichte, die sich ja wie im echten Leben mehrdimensional in Raum und Zeit abspielt, in eine sinnvolle Erzählreihenfolge zu bringen, die zwischen zwei Buchdeckel passt. Ideen neigen ja auch häufig dazu, nicht in passender Reihenfolge aufzutauchen, sodass man nicht nur ständig ein Auge auf die logischen Zusammenhänge haben, sondern den Plot auch flexibel anpassen muss. Meine LeserInnen möchten ja verstehen, worum es geht und nicht mit Fragezeichen im Gesicht dasitzen.

Außerdem finde ich manchmal schwierig zu entscheiden, was wirklich wichtig für die Geschichte ist und was man auslassen kann. Manche Szenen, die ich mir ausdenke, passen leider nicht wirklich zum Plot. Manchmal kann man sie umschreiben und trotzdem verwenden, andere sollten dann doch besser ausgelassen werden. Diese Entscheidung zu treffen ist gar nicht so leicht.

 

Hast du eine Fortsetzung geplant?

Die ist in Arbeit und erscheint Ende des Jahres. Ich kann die arme Caitlyn ja nicht einfach an der Klippe hängen lassen …

  

Welche der Schauplätze hast du schon selbst bereist?

In Südengland und London bin ich bereits gewesen und habe dort viele Inspirationen gefunden. Wales und Anglesey stehen in jedem Fall auch noch auf meiner Liste, doch leider hat meine Zeit bisher noch nicht dafür gereicht.

Pottenstein kenne ich auch, da ich in Franken lebe und dann kenne ich natürlich meine Heimatstadt Dortmund wie meine Westentasche.

Ach ja und nicht zu vergessen die Ysgol Glasmaris – die gibt es zwar nicht wirklich, aber wem das Kloster Maulbronn ein Begriff ist, der wird viele Gemeinsamkeiten entdecken. Auf meiner Homepage gibt es auch ein paar Bilder dazu.

 

Wie sahen deine Recherchen zum Roman aus?

Wie immer, wenn ich recherchiere, surfe ich zunächst mit unterschiedlichen Ideen kreuz und quer durchs Internet, lasse mich inspirieren und lese dann gezielt nach, was ich für geeignet halte.

Zu verschiedenen Themen suche ich mir natürlich auch Experten, denn Lesen alleine bildet zwar, aber ein guter Rat oder Hinweis sind Gold wert. So hat mir eine Kunsthistorikerin den Grundriss des Internats auf Grundlage der Klosteranlage in Maulbronn entworfen und mir außerdem eine wunderbare Ausstellung im Britischen Museum konzipiert, die genau zum Plot passt. Es hat viel Spaß gemacht, mit ihr Ideen-Ping-Pong zu spielen.

Tatsächlich beschreibe ich auch ein paar Dinge im Roman, die echt sind. Liese, die Kuh, beispielsweise und Prinz, der Spitz, die gab es wirklich und ebenso den tragischen Unfall der kleinen Elisabeth, die nur drei Jahre alt wurde. Außerdem habe ich die Erlebnisse verschiedener mir bekannter Personen als Impulse für Ereignisse und Figuren des Romans genommen.

Gründliche Recherche ist schließlich das Salz in der Buchstabensuppe eines Romans.

 

Mit welcher Figur aus Spur der Kristalle würdest du gern mal für einen Tag tauschen?

Oh je, das ist eine schwierige Frage. Ich glaube, ich würde mit allen Hauptfiguren gerne einmal für einen Tag tauschen. Beinahe jede(r) von ihnen hat nämlich Geheimnisse, die sie selbst mir noch nicht verraten haben und die würde ich doch ganz gerne mal kennen.

Aber wenn ich mich nur für eine entscheiden sollte, dann wäre es Emrys, der Duke of Anglesey. Selbstverständlich kennt er die Queen persönlich und wer würde der nicht mal gerne einen informellen Besuch zum Cream tea abstatten? Scones, clotted cream und Erdbeermarmelade inklusive. Milk in first or tea in first?

 

Und mit welcher Figur würdest du auf keinen Fall tauschen wollen?

Spoiler! Daher nur so viel: Mit dem/den Antagonisten. Auf keinen Fall! Nicht mal für eine Minute.

 

Was hast du bisher veröffentlicht?

Neben rund einem Dutzend krimineller Kurzgeschichten habe ich unter meinem richtigen Namen Sabine Fink drei Regionalkrimis um die Erlanger Kommissarin Maria Ammon und ihre kölsche „Azubine“ Michelle Schmitz geschrieben.

In „Kainszeichen“, in dem Maria allerdings noch nicht die Hauptfigur ist, geht es um Bausünden, die den Bauleiter das Leben kosten, als er ihnen auf die Spur kommt. Als seine Verlobte zufällig auf Ungereimtheiten im Zusammenhang mit seinem Tod stößt, und die Bauunternehmer, ein Brüderpaar, damit konfrontiert, gerät sie selbst in Lebensgefahr.

Der Feind deines Feindes ist dein Freund – das ist das Motto von „Judasbrut“, in dem nicht nur die Erlanger Bergkirchweih in Gefahr ist. Maria und Michelle haben bei dieser Geschichte alle Hände voll zu tun, herauszufinden wer Feind und wer Freund ist – und wer Verräter.

In „Dreikampf“ wird der Triathlon im fränkischen Roth von Todesfällen überschattet, bei deren Aufklärung Maria nicht nur ziemlich langen Atem beweisen muss, sondern selbst auf eine Weise involviert wird, die ihr ziemlich an die Substanz geht.

  

Welches Buch liest du gerade?

Ich lese gerade den Thriller „City of endless night“ aus der Agent-Pendergast-Reihe des amerikanischen Autorenduos Douglas Preston und Lincoln Child.

Da ich mich nie mit dem Genre beschäftigen kann, in dem ich auch schreibe, halte ich mich wieder einmal im literarischen Ausland auf.

Das E-Book kaufen.

Emma Finch wurde Ende der 60er am Rande des Ruhrgebiets geboren. Bereits in der Schule schlüpfte sie gern in andere Rollen, doch anstatt Theater spielt sie seit einigen Jahren mit den Figuren in ihrem Kopf. Während ausgedehnter Wanderungen vermischt sie Realität und Fiktion zu spannenden Plots und würzt sie mit einem Schuss Romantik. Beruf und Freizeit führten sie schon kreuz und quer durch die Weltgeschichte.
Besonders gern lässt sich sich von der wildromantischen Landschaft des Vereinigen Königreichs inspirieren. Wenn sie nicht auf Reisen ist, lebt sie mit Familie und Hund in Mittelfranken und schreibt unter ihrem richtigen Namen Sabine Fink Regionalkrimis um die Erlanger Kommissarin Maria Ammon und mörderische Kurzgeschichten.

Dorothea Stiller über ihren neuen Liebesroman

Dorothea Stiller AutorinWorum geht es in deinem Buch Lehrstunden des Herzens?

Es geht um eine junge Frau, die in einer Welt voll rigider sozialer Regeln und Zwänge ihren Weg geht und um ihr persönliches Glück und ihre Liebe kämpft.
Durch einen schweren Schicksalsschlag sehen Clara und ihre Schwester sich von der Mittellosigkeit bedroht und sollen möglichst schnell unter die Haube gebracht werden. Als eine Verwandte die beiden Mädchen den Brüdern Sir Nicholas und Captain Laurence Harding vorstellt, geraten die beiden Schwestern zwischen die Fronten in einem intriganten Spiel.

So kommt es, dass Clara zum wiederholten Male einen Heiratsantrag ablehnt und ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen muss, indem sie auf Lynham Hall als Gouvernante für die Töchter des Earls of Wiltmore arbeitet. Doch ihr Leben verkompliziert sich noch weiter, als sie im Garten des Anwesens wortwörtlich über einen attraktiven Fremden stolpert.

Was hat dich zu dieser Liebesgeschichte bewegt?

Ich habe Anglistik und Germanistik studiert und schon im Studium haben die Romane von Jane Austen und die Zeit der Regentschaft im England des beginnenden neunzehnten Jahrhunderts einen großen Reiz auf mich ausgeübt. Sense and Sensibility (Sinn und Sinnlichkeit) habe ich gelesen, als ich ein Jahr als Assistant Teacher in England verbracht habe. Es war eines von vielen Büchern, das im Bücherschrank in meinem Zimmer im Haus der Gastfamilie stand. Die habe ich nach und nach alle verschlungen. Und dann noch der unvergessene Alan Rickman als Colonel Brandon in der Verfilmung von Ang Lee mit Emma Thompson, Kate Winslet und Hugh Grant … da war es um mich geschehen.
Mich fasziniert diese Zeit, da sie eine Zeit der schnellen Wandlung und Entwicklungen ist. Zwar geprägt durch strenge gesellschaftliche Normen und Zwänge, doch begriffen im Aufbruch in die Moderne. Eine Zeit, in der Frauen nicht viel zu lachen hatten, doch in der sich auch langsam die Frauenbewegung entwickelte. Und natürlich auf der anderen Seite auch eine Zeit der Galanterie, ohne moderne Technik und die Hektik, die wir heute kennen. Für mich – ebenso wie die viktorianische Ära – eine faszinierende geschichtliche Epoche. Schon lange wollte ich einen Roman schreiben, der in dieser Zeit spielt, und habe mich dann einfach mal getraut und mir etwas überlegt, wobei ich mich an klassischen Vorbildern orientiert habe.

Wie lange hat die Arbeit an dem Roman gedauert?

So etwa drei Monate. So genau kann ich das immer gar nicht sagen, weil ich oft an mehreren Projekten gleichzeitig arbeite.

AutorenkatzeHast du ein besonderes Schreib-Ritual?

Wenn ich diszipliniert bin, stehe ich morgens früh auf, mache Frühstück für die Kids, schmiere das Schulbrot für den Großen und schreibe dann ein wenig. Dann gehe ich laufen und wenn die Kinder aus dem Haus sind, setze ich mich mit dem Laptop an den Esstisch und schreibe.
Jetzt durfte ich längere Zeit keinen Sport machen und bin erstmal aus dem Tritt. Da muss ich mich mal wieder am Riemen reißen, um wieder in die Routine zu kommen. Da bekommt man nämlich mehr geschafft.
Was für mich dazugehört, ist immer ein schönes heißes Getränk, meistens Kaffee, aber auch gerne Tee aus einer meiner zahlreichen Tassen.

 Wie sieht dein Schreibtisch aus, wenn du gerade mitten in der Arbeit an einem Manuskript steckst?

 Ich schreibe am Laptop und sitze dann im Wohnzimmer an unserem Esstisch. Da ist es dann meistens eher chaotisch. Ich versuche, mich öfter dazu zu bringen, im eigentlichen Arbeitszimmer zu schreiben und dann auch auf den großen Bildschirm umzustellen, aber da ist der innere Schweinehund meistens stärker. Oft sitze ich auch auf dem Sofa mit dem Laptop auf den Knien.

 Gibt es reale Vorbilder für deine Figuren?

In diesem Falle nicht. Allerdings suche ich mir zu den Hauptfiguren meistens Fotos heraus, damit ich eine genauere Vorstellung von ihrem Aussehen habe.

Was ist die größte Stärke von Clara, deiner Hauptfigur?

 Ich denke, ihre Intelligenz und ihre Integrität. Sie ist gebildet und literarisch interessiert. Sie lässt sich nicht so schnell zu etwas bewegen, das gegen ihre Überzeugungen spricht. Lieber nimmt sie Schwierigkeiten und Umwege in Kauf.

Und was ist ihre größte Schwäche?

 Sie versucht, es allen recht zu machen und gerät dabei zwischen die Fronten. Und natürlich funkt ihr auch das dumme Herz immer wieder dazwischen und sie tut der Liebe willen Dinge, die vielleicht nicht gerade opportun oder vernünftig sind.

 Der Roman spielt im England des frühen 19. Jahrhunderts. Wie hast du dich beim Schreiben in diese Zeit versetzt?

Dorothea Stiller im InterviewIch habe viel aus der Zeit und über die Zeit gelesen und recherchiert. Und wie gesagt habe ich mich mit Regency und viktorianischer Zeit auch schon im Studium auseinandergesetzt. Ich muss immer aufpassen, dass ich mich bei der Recherche nicht verzettle, denn man kann so viel Interessantes lesen – zum Beispiel über die spannende Frage: „Was haben die gemacht, wenn sie bei einer Abendgesellschaft mal aufs Klo mussten?“ oder „Welche Spiele haben Kinder zu der Zeit gespielt?“ und so weiter.

Würdest du selbst gern einmal ins 19. Jahrhundert zurückreisen?

 Ja. Aber nur, wenn ich wieder in meine eigene Zeit zurückreisen könnte. Unter den gesellschaftlichen Bedingungen als Frau zu leben würde mich frustrieren.

Wie sehr haben die Klassiker von Jane Austen dich beim Schreiben geprägt?

 Ich habe alle gelesen und/oder als Verfilmung gesehen. Beim Schreiben habe ich mich daran orientiert, aber versucht, eine modernere Erzählweise zu verwenden. Jane Austens auktoriale Erzählweise, bei der sie die gesellschaftlichen Gepflogenheiten so herrlich ironisch kommentiert, kann ich natürlich nicht imitieren, also versuche ich es gar nicht erst. Beim Erzählen bin ich also näher an den Personen geblieben und habe alles aus Claras Perspektive betrachtet.

Ist eine Fortsetzung geplant?

 Jain. Derzeit arbeite ich an einem zweiten Regency-Roman (und ein dritter ist geplant), allerdings ist es nicht direkt eine Fortsetzung. Die neue Geschichte spielt drei Jahre nach Lehrstunden des Herzens. Die Leser werden Lady Beresford wiederbegegnen. Doch die muss in dieser Geschichte nicht nur ein junges Mädchen möglichst erfolgreich unter die Haube bringen, sondern wird dabei noch zur unfreiwilligen Ermittlerin in einem verzwickten Mordfall. Es ist also keine direkte Fortsetzung, sondern eher ein Spin-Off.

 Was hast du bisher veröffentlicht?

Ich habe bisher drei zeitgenössische Liebesromane veröffentlicht, die wohl am ehesten unter den Begriff „Chicklit“ passen – also humorvolle und romatische Geschichten aus dem Alltagswahnsinn einer Frau.
(Conny und die Sache mit dem Hausfrauenporno, Einmal, keinmal, immer wieder und Love on Air – Verliebt in London – alle erschienen bei Forever by Ullstein). Außerdem habe ich einen Kurzroman geschrieben, der auf der Isle of Mull spielt und eine Mischung aus Mystery und Liebesgeschichte ist (Das Geheimnis der schottischen Insel – Kindle Singles).
Unter meinem offenen Pseudonym Katharina Stiller schreibe ich für Kinder und Jugendliche. Mein Roman Schicksal, Traumprinz und das große Glück ist im Frühjahr 2017 bei Kosmos erschienen. Meine England-Geschichte Herzschmerz und Pommes Frites mit Essig habe ich 2016 im Selfpublishing veröffentlicht und weitere Projekte sind in der Pipeline.

Was und wo ich unter meinem geschlossenen Pseudonym schreibe, das verrate ich natürlich nicht. 😉

 

Das E-Book kaufen.

Dorothea Stiller machte ihre ersten schriftstellerischen Gehversuche mit Kurzgeschichten und Fan-Fiction. Ihr Debütroman Conny und die Sache mit dem Hausfrauenporno, eine romantische Komödie erschien 2014 bei Forever by Ullstein. Es folgten weitere romantische Komödien sowie ein Jugendbuch für Mädchen im Kosmos-Verlag. Ihre große Liebe gilt der englischen Sprache und Literatur. Seit über 25 Jahren beschäftigt sich die Autorin auch mit Tarot und seinen vielfältigen Anwendungen, speziell für kreative Prozesse. Am liebsten schreibt die Westfälin bei einer schönen Tasse Kaffee. Deswegen hat sie einen kleinen Tassen-Tick und hat einige hübsche oder originelle Exemplare angesammelt.

Susanne Ferolla über ihren neuen Roman

Susanne Ferolla AutorinWorum geht es in deinem Buch Das Geheimnis der Zuckerschwester?

Beatrice erfährt mit achtzehn Jahren, dass sie ein Adoptivkind ist. Sie hat sich schon damit abgefunden, nie die Wahrheit über ihre Vergangenheit zu erfahren. Sie lebt ihr solides Lehrerinnenleben, bis ausgerechnet ihr neuer Verehrer Tobias Beweise zu haben scheint, dass Beatrice in Wirklichkeit eine andere Person ist und ein Doppelleben führt. Die Suche nach der Wahrheit führt sie nach Süditalien in einen Sumpf aus Korruption und Erpressung.

Wie kamst du auf die Idee für die Geschichte?

Ich bin auf dem Flohmarkt auf ein Buch von dem Jugendbuchautor Herbert Kranz gestoßen, der die Abenteuerreihe Ubique Terrarum für Jugendliche geschrieben hat. Mit zwölf habe ich die Serie verschlungen und war felsenfest davon überzeugt, dass es das Team, das weltweit Fälle löst und Vermisste sucht, tatsächlich existiert hat. Damals war meine Mutter im Krankenhaus, vielleicht hat mir das Halt gegeben.  Natürlich sind meine Charaktere nur sehr bedingt mit den Helden in der Buchserie zu vergleichen. Aber sie haben mich inspiriert.

Wie lange hat die Arbeit an dem Roman gedauert?

Vielleicht neun Monate für die Erstfassung.

Woher bekommst du deine Inspiration fürs Schreiben?

Das ist nicht so einfach zu sagen. Manchmal entsteht aus einer Laune heraus einfach die Idee. Ich suche nicht aktiv nach Ideen, ich glaube, das würde sich im Sande verlaufen. Es muss mich packen, dann kann ich schreiben und vor allem dranbleiben.

Kanntest du das Ende der Geschichte bereits im Voraus?

Ja, so in etwa. Ich fange immer an zu schreiben, wenn der Anfang und das Ende stehen. Wenn ich also weiß, um was es sich dreht und wo ich hinwill.

Überraschst du dich während dem Schreiben manchmal selbst mit ganz neuen Ideen?

Die Ziel behalte ich streng im Auge, aber der Weg dahin bleibt bei mir immer offen. Tatsächlich fallen einem durchaus Ideen und Möglichkeiten ein, die für Überraschungen sorgen. Die arbeite ich dann gerne ein.

Welchen Bezug hast du zu Italien und besonders zu Neapel?

Ich bin Halbitalienerin. Mein Vater stammt aus Campanien. Neapel hat mich schon immer fasziniert, allein wegen des Vulkans. Bricht er aus, wird nichts mehr so sein, wie man es kennt. Unvorstellbar. Und dennoch geht das Leben mit dieser Bedrohung einfach so weiter. In dieser faszinierenden Stadt gibt es immer etwas zu entdecken.

Wie hast du für den Roman recherchiert?

Das meiste ist aus dem Leben gegriffen, wie ich es im Süden erlebt habe. Auch habe ich einige Personen „eingearbeitet“, die ich persönlich kenne. Aber natürlich nicht die Bösewichte. Und selbstverständlich unter anderem Namen und mit deren Einwilligung. Es gibt keinen Ort und keinen Platz in der Geschichte, an denen ich nicht selbst war. Außer auf dem Friedhof in Neapel. Keine Ahnung, ob es einen am Fuße des Vesuv gibt.

Was ist die größte Herausforderung für deine Protagonisten Beatrice und Tobias?

Die beiden haben eine Beziehungskrise. Beatrice bezweifelt, dass sie mit Tobias eine Familie gründen kann. Ob er überhaupt bindungsfähig ist. Sie verschweigt ihm die Schwangerschaft und denkt über einen Abbruch nach. Klar, dass Tobias dahinterkommt und stinksauer ist. Leider ist er krankhaft stolz, was jegliche vernünftige Diskussion zunächst ausschließt.

Was fasziniert dich besonders an Familiengeheimnissen?

Wenn das Böse und Verruchte, das um jeden Preis vor der Allgemeinheit verheimlicht werden muss, endlich an die Öffentlichkeit kommt.  

Was hast du bisher veröffentlicht?

Den Fantasy-Roman Die Wolfselbin und den booksnack Ohne Gesicht. 

Schreibst du lieber Thriller oder Fantasy?

Ich tendiere eher zu Fantasy, aber ich sage niemals nie.

Welche Projekte planst du für die Zukunft?

Ich arbeite zur Zeit an meinem neuen High-Fantasy-Projekt. Die Geschichte spielt sich in der Welt der Wolfselbin ab. Aber ich habe noch andere Fantasy-Ideen in der Schublade, teils schon geplottet.

Das E-Book kaufen.

Susanne Ferolla ist studierte Biologin und wurde in Freiburg im Breisgau geboren. Nach einem kurzen Abstecher nach Oberösterreich lebt sie seit einigen Jahren wieder mit Kind und Kegel in Süddeutschland. Ihre Mutter stammt aus dem Schwarzwald, ihr Vater aus dem Cilento in Süditalien, dessen Küsten und Berge sie wie ihre Westentasche kennt. Und sie kennt und liebt Neapel … genug Zündstoff für Das Geheimnis der Zuckerschwester.