Geheimnis der Götter – Funke des Erwachens

Stuttgart, September 2017. Die Idee zu ihrer Fantasy-Saga hatte Saskia Louis in der Achterbahn. In kürzester Zeit waren die ersten Skizzen aufgeschrieben – die Autorin hatte sofort Feuer gefangen. Bevor sie überhaupt mit dem Schreiben begann, füllte sie bereits ein halbes Notizbuch aus, malte verschiedene Handlungsstränge auf und plante die Schicksale ihrer ProtagonistInnen. Saskia Louis empfindet das Fantasy-Genre als deutlich aufwändiger als die klassischen Liebesromane, die sie bisher bereits mit großem Erfolg im Lesermarkt platziert hat. Denn Fantasy bietet eine unglaublich große Bandbreite an Möglichkeiten: Ein Universum aufbauen, die Protagonisten kämpfen, lieben und Geheimnisse entdecken lassen. Louis ist fasziniert: „Im Fantasy-Genre träumt man von dem, was nie passieren wird – aber umso fantastischer ist.“ Die vierteilige Saga Das Geheimnis der Götter startet mit Funke des Erwachens und wird ab Mitte September im Handel erhältlich sein.

Zum Inhalt: Nym wacht auf und weiß nicht, wer sie ist. Sie kennt die Geschichte der zwei verfeindeten Länder, dem göttlichen Bistaye und dem gottlosen Asavez. Sie weiß, dass jenes Mädchen, das ihr das Leben gerettet hat, eine Wahrheitsleserin ist. Sie weiß, dass der Bruder des Mädchens ein notorischer Frauenheld, Offizier in der asavezischen Garde und ein Ikano der Luft ist. Doch sie hat keine Ahnung, wer sie umbringen will, warum sie eine so gute Kämpferin ist und wie ihr richtiger Name lautet. Es gibt da anscheinend einiges, dass sie lieber nicht hätte vergessen sollen …

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„Im Schatten suchen sie dich, im Licht schauen sie nicht hin.“
Nym hat keine Ahnung, warum sie eine so gute Kämpferin ist, wer sie umbringen will oder wie ihr richtiger Name lautet. Es gibt Einiges, dass sie lieber nicht hätte vergessen sollen.
Funke des Erwachens von Saskia Louis bildet den Auftakt der vierteiligen Fantasy-Saga Das Geheimnis der Götter.

Geheimnis der Götter – Flammen der Befreiung

Schweigend liefen sie nebeneinander her, ihre Gesichter von der gnadenlos brennenden Sonne abgeschirmt, der Sand unter ihren Füßen knirschte.

Nym war bereits in Amrie gewesen. Mehrfach. Sie wusste nicht mehr wieso, aber sie wusste, dass sie dort gewesen war.

Sie kannte die flachen Dächer, die nur ab und zu von einer rötlichen Kuppel unterbrochen wurden. Kannte die breiten hölzernen Docks, die vor der Stadt lagen und die sie von hier aus in den Appo hineinragen sehen konnte. Sie war sich auch sicher, dass sie schon einmal den alten, vergoldeten Leuchtturm bestiegen hatte, der einzige, der im großen Krieg nicht niedergetrampelt worden war.

Amrie war eine Stadt aus Sand und Stein. Viele der Häuser waren einmal weiß gewesen, doch mit den Jahren und durch die ständigen Böen, die die kleinen geschliffenen Steine an ihre Außenwände pressten, waren sie vergilbt und versandet. Mittlerweile war ihre Farbe fast nicht mehr von dem Boden zu unterscheiden. Die Häuser schienen einfach aus dem Sand emporzuwachsen.

Entgegen der sonstigen Vorliebe der Götter umgab Amrie keine Mauer, was Nym zugegebenermaßen doch etwas wunderte. . Es gab zwar ein Tor, das in das Herz der Stadt führte, doch dieses war eher symbolisch, als dass es tatsächlich eine Funktion erfüllte.

Kutschen fuhren an Levi und Nym vorbei. Eine, fünf, fünfzehn – irgendwann hörte Nym auf zu zählen. Der Hafen Amries, der sich von den alten Docks aus immer weiter an das nördlicher gelegene Ufer der Stadt verlagert hatte, war der einzige, der Bistaye mit Waren von außerhalb der Sieben Mauern belieferte. Von Wein, Gewürzen und Lebensmitteln über Teppiche bis zu Nutztieren war alles dabei. Hundertzweiundzwanzig Kutschen verließen und erreichten die Stadt im Durchschnitt pro Tag. Die meisten davon nutzten das Osttor und die direkte Verbindung in die Vierte Mauer, um ihre Waren ans Ziel zu bringen. Nur wenige der importierten Dinge fanden überhaupt den Weg in die Äußeren Mauern.

Eine Gruppe Soldaten ritt an ihnen vorbei, und automatisch sah Nym auf den Appo und die Schiffe hinaus, die sie in einiger Entfernung anlegen und wieder ablegen sah. Erst als das Hufgetrappel verstummt war, richtete sie ihren Blick wieder nach vorne und merkte, dass Levi es ihr gleichgetan hatte.

Sie sahen sich kurz an, bevor Nym ihren Blick hastig auf die Rücken der Soldaten heftete, die schließlich zwischen den steinernen Festen des Tores verschwanden. Der Eingang konnte nun keinen Kilometer mehr von ihnen entfernt sein. Die hohen Steintürme waren bereits mit roten Tüchern umschlungen. Das durften die ersten Vorbereitungen für das Fest der Götter sein, das in ein paar Tagen stattfinden würde.

Doch Nyms Gedanken waren immer noch bei den Soldaten. Unvermeidlich dachte sie an die Augen derjenigen zurück, die sie bei der versuchten Durchsuchung der Kutsche zurechtgewiesen hatte. Was sie beunruhigte, war nicht der Respekt in ihren Augen gewesen, sondern die Angst. Als könnte sie ihnen wehtun, wenn sie ihr nicht gehorchten.

Sie fragte sich, ob sich ein Mensch durch den Verlust seiner Erinnerung so sehr verändern konnte. Sie empfand keinen Spaß oder gar Genugtuung bei dem Gedanken daran, dass andere Angst vor ihr haben könnten. Aber konnte es sein, dass es eine Zeit gegeben hatte, in der es ihr gefallen hatte? Dass sie dieses Gefühl der Macht nicht nur als praktisch angesehen, sondern auch genossen hatte?

Aber vielleicht war das auch alles Blödsinn. Vielleicht hatten die Soldaten sie verwechselt.

Na ja. Das zu denken war vielleicht noch blödsinniger.

„Was glaubst du, wer ich war, Levi?“ Sie hatte die Frage gestellt, bevor ihr bewusst wurde, dass ihr die Antwort wichtig war. Ihre Worte waren kaum ein Flüstern gewesen, aber aus den Augenwinkeln konnte sie sehen, wie ein Muskel an seinem Kiefer zuckte. Er hatte sie gehört.

„Mich interessiert nicht, wer du warst, Nym. Das sagte ich doch bereits. Ich denke, dass du zumindest irgendetwas mit der Göttlichen Garde zu tun haben musstest – und das sollte auch dir jetzt klar sein. Doch solange ich mir sicher sein kann, dass du jetzt hinter mir stehst, dass du jetzt jemand anderes bist, ist es mir egal. Bist du jetzt jemand anderes, Nym?“

Ihre trockenen Lippen schienen aufeinanderzukleben. Sie hatte keine Antwort auf diese Frage.

„Jemand anderes als was, Levi?“, murmelte sie, die Kapuze leicht von ihrer bereits verschwitzten Stirn hebend. „Wie soll ich die Frage ehrlich beantworten, wo ich doch nicht weiß, wer ich mal gewesen bin? Ich kann nicht mehr sagen, als dass ich euch helfen will, die Rebellen aus der Vierten Mauer nach Asavez zu geleiten.“

Ein Lächeln huschte über Levis Züge, und zu gerne hätte Nym gesehen, ob es seine Augen erreichte, doch die waren im Schatten unter der Kapuze verborgen.

„Das reicht mir“, stellte er fest. „Mehr kann ich wohl von keinem Mitglied unserer Gruppe verlangen.“

Sie nickte leicht, doch wusste nicht, ob sie genauso dachte. Vielleicht lag Levi falsch. Vielleicht sollte er mehr von der Gruppe verlangen.

Eine Windböe erfasste sie und Nym konnte sehen, wie Levi kaum merklich die Hand hob, sodass der ihnen entgegenschlagende Sand ihre Gesichter nie berührte. Ein paar Minuten später liefen sie durch das hohe Steintor, durch das sich trotz der Tatsache, dass zu beiden Seiten eine freie Fläche war, die man hätte durchqueren können, überraschend viele Menschen drängten.

Levi hatte recht behalten. Mit ihren großen Kapuzen und den weiten Umhängen fielen sie nicht im Geringsten auf. Entweder  waren Schleier der neueste Modetrend in Amrie oder aber die Leute wollten lieber anonym bleiben und den Vorurteilen gegenüber den Mauern entkommen. Unter einem weiten Mantel konnte sich ein Bettler verbergen, doch hier würde er nicht anders behandelt werden als ein Adliger. Nun gut, wenn er kein Geld hatte, dann wahrscheinlich schon.

Levi lief geradeaus weiter, folgte schlicht der Menge und Nym wusste, wohin die gerade Hauptstraße führen würde.

Auf Amries Marktplatz, den größten in Bistaye. Der perfekte Ort, um etwas zu stehlen.

„Vielleicht wäre es gar nicht so schlecht, noch eine Karte der Inneren Mauern zu stehlen“, murmelte Levi, den Kopf gesenkt.

Von der Idee her war das nicht dumm, nur … „Ich habe eine Frage, Levi. Warum stehlen wir nicht einfach Geld und benutzen dann dieses Geld, um den Rest zu kaufen?“

„Das könnten wir tun, aber je weniger Leute uns sehen, desto besser.“

„Und wie hast du vor, Kleidung, Geld und eine Karte unter deinem Umhang zu verstecken, ohne dass es auffällt?“

Er schnaubte. „Glaub mir, ich hab schon sperrigere Sachen gestohlen. Das sollte kein Problem sein. Warum, glaubst du, sind die Umhänge so weit? Zur Not dränge ich sie einfach dir auf und du tust so, als würdest du ein Kind erwarten. Wir sind eine glückliche, kleine Familie!“

Nym musste sich stark am Riemen reißen, um nicht in lautes Gelächter auszubrechen. „Natürlich. Wir zwei sind das Bild einer puren Idylle!“

„Wer sagt, dass eine glückliche, kleine Familie idyllisch sein muss?“

„Ich glaube so ziemlich jeder.“

„Dann hat so ziemlich jeder keine Ahnung davon, was man braucht, um glücklich zu sein.“

Überrascht über den Biss hinter dieser Aussage hob Nym den Kopf, um Levi anzusehen. „Und du hast Ahnung davon?“

Er erwiderte ihren Blick nicht, und Nym hatte das vage Gefühl, dass Levi froh darum war, dass sie sein Gesicht nicht erkennen konnte. „Ich kann dir nur sagen, dass diejenigen, die sagen, ihr Leben sei idyllisch, alles, aber nicht glücklich sind.“

„War das bei deiner Familie so?“ Die Frage war Nym herausgerutscht, bevor sie weiter über dessen Bedeutung nachdenken konnte.

Levi antwortete nicht, sondern nickte nach vorne und murmelte: „Wir sind da.“

Ein Meer aus Ständen erstreckte sich vor ihnen, jeder mit einem bunten Tuch überdeckt. Doch die Tücher spannten sich nicht nur über die Marktbuden, sondern auch über die Wege, die dazwischen herführten, und spendeten den Einkäufern so Schatten. Und hier gab es Massen an Menschen, die Schatten für sich beanspruchten. Männer mit Turbanen und verschleierte Frauen, Mädchen, die kaum mehr als einen Fetzen Stoff trugen. In Mäntel und Umhänge gehüllte Gestalten und Menschen, die ihr Gesicht jedem zeigten, der es nicht sehen wollte. Das Gemurmel der Menge vermengte sich mit dem Geschrei der Verkäufer, und wenn Nym zu lange an eine Stelle sah, dann schien die Umgebung zu einem Meer aus unscharfen, sich bewegenden Farbflecken heranzuwachsen.

Verkauft wurde alles. Von Fisch, der die Luft mit Salz zu füllen schien, über Tonkrüge bis zu Unmengen an Teppichen, Stoffen und sogar Tieren. Nym erhaschte einige Blicke auf Vierbeiner, die sie glaubte noch nie in ihrem Leben gesehen zu haben. Ziegen, die den Schweif und die Mähne eines Pferdes zu zieren schien, und gehörnte Katzen, die einen Schrei ausstießen, sobald sie ihre kleinen Mäuler öffneten. Nicht weit zu ihrer Rechten konnte sie sogar einen Kräuterstand sehen, der, wenn sie sich nicht täuschte, verbotene Mixturen verkaufte. Sie betrachtete ein Fläschchen, das mit einer hellvioletten Flüssigkeit gefüllt war, und sofort schoss ihr ein Schwall an Informationen in den Kopf. Literio – der leise Tod. Gewonnen aus einer Pflanze, deren Stachel bei bloßer Berührung töten konnten. In dieser verflüssigten Form jedoch dauerte es einige Wochen, bis es sich durch das gesamte System des Opfers gefressen hatte. Leiser Tod hieß es deswegen, weil man die Symptome kaum als solche erkannte. Man sprach sie einer allgemeinen Konzentrationsschwäche und zu hoher Belastung zu und nicht etwa dem Gift. Die Muskeln wurden schwer, während das Gift das Blut des Opfers verseuchte, und anfing, die Organe zu lähmen. Das Gift verursachte Gleichgewichtsstörungen. Kleine Kreislaufzusammenbrüche. Halluzinationen, die an Träume erinnerten, die die dunkelsten Ängste hervorbrachten – die furchtbarsten Erinnerungen des Unterbewusstseins. Doch ansonsten ging es einem wunderbar – bis es zu spät war, man sich nicht mehr richtig bewegen konnte und man langsam und still, wenn auch schmerzlos starb. Bis zum heutigen Tag, war kein Gegengift bekannt.

Nym schüttelte sich. Auf manche Informationen aus ihrem Kopf konnte sie wirklich verzichten. Zeit, über etwas anderes nachzudenken.

„Wie gehen wir vor?“ Sie versuchte zu flüstern, doch verstand ihre eigene Stimme in dem Lärm nicht. Deswegen wiederholte sie die Worte in normaler Lautstärke, ihren Kopf fast an Levis Wange gepresst.

Levi legte einen Arm um sie, vielleicht damit es nicht allzu merkwürdig aussah, wenn sie ihre Köpfe so nah aneinandersteckten. Es war Nym auch egal – nicht egal war ihr allerdings, dass ihr Körper ihr zuflüsterte, dass er sie doch noch ein wenig enger an sich ziehen solle. Ihr Körper erinnerte sich sofort an den Abend vor ein paar Tagen, an dem er so eng an Levis gepresst gewesen war, dass keine Luft mehr zwischen sie gepasst hatte.

„Wir suchen einen Stand, der alles zu bieten hat, was wir brauchen … und wie wäre es dann mit einer deiner feurigen Einlagen?“

„Einer meiner feurigen Einlagen?“ Nym konnte eines von Levis Messern gegen ihre Hüfte drücken spüren.

„Mach einfach irgendwo ein Feuer – nah genug natürlich – und lenk so die Leute ab. Nur zur Sicherheit, damit ich auch wirklich nicht erwischt werde.“

„Hast du Erfahrung im Stehlen?“

„Du meinst außer Herzen?“

Oh Mann. Er war wirklich ein Idiot. „Schön. Improvisieren wir einfach.“ Nym hatte das Gefühl, dass das ohnehin Levis Stärke war.

„Exzellente Idee.“ Er ließ seinen Arm fallen und dirigierte sie mit einem leichten Schulterstoß von der Hauptstraße weg, zwischen einem Vieh- und einem Tonhändler hindurch.

Sein Blick schweifte zwischen den Ständen hin und her, bis er endlich gefunden zu haben schien, was er suchte. Auch Nym erkannte eine gute Möglichkeit, wenn sie sich bot.

Zu ihrer Rechten stand ein Schmuckhändler – der höchstwahrscheinlich eine Menge Geld in seiner Kasse und in seinem Beutel hatte –, während genau neben ihm ein weiterer Händler Kleidung verkaufte. Von Adelskleidung bis zu einer ledernen Rüstung besaß er alles, was irgendwer sich jemals hätte wünschen können. Eine Karte von Bistaye war nicht zu entdecken, aber die könnte man auch noch woanders herbekommen.

„Darf ich mir wenigstens aussuchen, was du für mich klaust?“, fragte Nym leise und tat so, als würde sie sich etwas von dem Schmuck ansehen.

Sie konnte Levi leise lachen hören. „Aber wo wäre denn da der Spaß? Ich wette, so ganz in Leder siehst du gut aus.“

Er beäugte die lederne Kampfausrüstung, die so eng an Nyms Haut anliegen würde, dass ihr sicher das Atmen schwerfallen würde. „Hast recht. Damit würde ich bestimmt nicht auffallen.“

Sie konnte Levi unter der Kapuze breit grinsen sehen. „Ich werde schon was Passendes finden. Der Stoffhändler hinter dir … ich glaube, ihn würde es nicht allzu sehr treffen, wenn ein paar seiner Stoffe verbrennen.“

„Er wird in Panik ausbrechen. Er wird sich das plötzliche Feuer nicht erklären können.“

„Ein bisschen Panik wäre für unsere Zwecke gar nicht blöd. Aber gib mir etwas Zeit, Kleider herauszusuchen.“

Nym legte den Kopf schief und tat so, als würde sie sich für einen blauen Edelstein interessieren, der direkt vor ihr lag. „Woher soll ich wissen, wie lange du zum Aussuchen brauchst? Deine modische Zielsicherheit wage ich anzuzweifeln.“

Schnaubend zwickte Levi ihr in die Seite. „Genug mit den Beleidigungen. Warte ein paar Minuten. Das wird schon klappen.“

So langsam aber sicher ging Nym Levis Einstellung auf die Nerven. Bei ihm „klappte schon alles“ und „würde schon hinhauen“. Nur weil er mehr Glück als Verstand hatte, hieß das nicht automatisch, dass alles, was er anfasste, funktionierte. Ein bisschen Planung würde ihm manchmal guttun. Vielleicht musste er einfach mal ordentlich auf die Nase fallen, damit er aufwachte. Das aber am besten nicht, wenn irgendwer anderes gefährdet war. Sie zum Beispiel.

Trotz einiger kalter Fäuste, die sich durch ihren Magen zu arbeiten schienen, folgte Nym Levis Anweisung und trat von dem Schmuckstand zu dem gegenüberliegenden Tisch, auf dem Stoffe ausgelegt worden waren.

Nym fuhr mit der flachen Hand über die verschiedenen Muster und Fasern, während ihre Augen über die kleinen Schilder huschten, die dem Kunden angaben, um was für Stoffe es sich handelte. Sie lief zum äußersten Tisch, auf den ein Streifen Sonne durch die oberen Tücher fiel.

Wie viel Zeit war jetzt wohl schon vergangen? Und wie viel Kleidung wollte Levi stehlen? Für sie alle auf einmal? Oder wollte er noch ein anderes Mal losziehen?

Ihre Finger glitten über die Schilder, bis sie auf dem obersten hängen blieben.

Hundert Prozent Schafswolle stand darauf.

Das war perfekt. Wolle brannte, aber nicht so gut, dass der Schaden zu groß werden würde. Außerdem ging sie schnell in Flammen auf, löschte sich aber fast wieder von selbst. Sie würde nicht allzu viele andere Stoffe mit dem Feuer anstecken.

Sie wartete noch einige Augenblicke, sah sich verstohlen zu ihren Seiten um, wo Kunden angestrengt damit beschäftigt waren, die Preise hinunterzufeilschen.

Sie könnte eine Ecke ankokeln, weiterlaufen und von dort aus die Flammen weiter vorantreiben. Wenn erst einmal ein Feuer brannte, konnte sie es beliebig kontrollieren.

Sie legte einen Finger an die Kante des Stoffes, ließ sie ihr Blut heiß werden, bis sie das vertraute Brennen unter ihrer Haut spürte und der erste, schüchterne Funke übersprang.

Es gab nur ein Problem.

Der Händler musste gelogen haben … Der Stoff schien zu mindestens neunzig Prozent aus Papier zu bestehen! Zumindest ging der Stoffballen so enthusiastisch in Flammen auf, dass Nym erschrocken einen Schritt zurück machte. Sie wollte die Flammen etwas eindämmen – hatte aber nicht mit dem heftigen Windstoß gerechnet, der vom Meer her zwischen den Ständen hindurch wehte.

Ja, sie konnte Feuer kontrollieren … aber nur, wenn ihr die Natur nicht hineinpfuschte!

Sie drängte sich zurück in die Menschenmenge, die angefangen hatte durcheinanderzuschreien und vor dem Feuer zurückzuweichen, das durch den Wind auf eines der Tücher, die sie überdachten, übergegangen war. Innerhalb von Sekunden waren zwei weitere in Brand gesteckt, während die Standbesitzer schreiend unter ihnen hinwegtauchten – und dann deutete plötzlich jemand in ihre Richtung.

„Sie war es! Sie, im dunklen Umhang!“

Panik flutete ihre Brust, doch bevor sie darüber nachdenken konnte, was sie tun sollte, legte sich eine Hand um ihren Oberarm und riss sie mit einem kräftigen Ruck fast von den Füßen. „Jetzt ist der Moment, in dem wir abhauen sollten!“, konnte sie Levi in ihr Ohr knurren hören, und das musste sie sich nicht zweimal sagen lassen.

Seine Hand fand ihre und mit den Schultern voran drängte er sich durch die Menge. Die meisten Menschen waren so verwirrt und in den Bann des Feuers gezogen, dass sie einfach nur stur stehenblieben und die Flammen angafften. Die Schreie der vereinzelten Händler, die Nym als die Schuldige erkannt hatten, gingen in den verängstigten und gleichzeitig faszinierten Rufen unter und keiner ihrer Verfolger  schaffte es, sich erfolgreich zu ihnen vorzukämpfen.

Immer mehr Menschen drängten ihnen entgegen auf das Feuer zu, wollten sehen, woher der Aufruhr und der dichte schwarze Rauch kamen. Levi warf keinen Blick zurück, er lief weiter, tauchte mit ihr in der Menge unter und verschmolz mit der Masse.

„Denkst du nicht, du hast es etwas übertrieben?“, knirschte er durch die Zähne hindurch, während sie auf das Ende des Marktplatzes zusteuerten.

„Du sagtest: Mach ein Feuer!“, wehrte sie sich sofort.

„Ja! Ein niedliches, kleines Feuer, zu dem die Menschen hinschauen. Kein Waldbrand!“

„Ich hätte es kontrollieren können, aber das wäre zu auffällig gewesen. Da war der Wind, und wenn ich angefangen hätte, mit den Armen rumzufuchteln und konzentriert das Feuer anzustarren, hätte sofort jeder gewusst, dass ich eine Ikano bin. Es war Pech!“

„Natürlich. Du …“

„Dort hinten!“, brüllte jemand und das Geräusch von klirrendem Metall drang an Nyms Ohren. Das Geräusch, das ihr genauso vertraut schien wie die Linien auf ihrer Handinnenfläche. „Schwarzer Umhang! Schwarze Kapuze!“

„Scheiße!“, fluchte Levi laut und fing an zu rennen.


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Saskia Louis lernte durch ihre älteren Brüder bereits früh, dass es sich gegen körperlich Stärkere meistens nur lohnt, mit Worten zu kämpfen. Auch wenn eine gut gesetzte Faust hier und da nicht zu unterschätzen ist … Seit der vierten Klasse nutzt sie jedoch ihre Bücher, um sich Freiräume zu schaffen, Tagträumen nachzuhängen und den Alltag ihres Medienmanagementstudiums in Köln einfach mal zu vergessen.

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Saskia Louis über ihren neuen Fantasy-Roman

 

Autorenbild7Worum geht es in deinem Buch Funke des Erwachens?

Nym wacht auf und weiß nicht, wer sie ist.

Sie kennt die Geschichte der zwei verfeindeten Länder, dem göttlichen Bistaye und dem gottlosen Asavez. Sie weiß, dass das Mädchen, das ihr das Leben gerettet hat, eine Wahrheitsleserin ist. Sie weiß, dass der Bruder des Mädchens ein notorischer Frauenheld, Offizier in der asavezischen Garde und ein Ikano der Luft ist. Doch sie hat keine Ahnung, wer sie umbringen will, warum sie eine so gute Kämpferin ist und wie ihr richtiger Name lautet. Und es gibt da anscheinend Einiges, das sie lieber nicht hätte vergessen sollen …

 

Wie lange hast du daran gearbeitet?

Das müssten etwa sechs Wochen gewesen sein. Ich habe die Idee damals sehr flott entwickelt und wenn ich richtig Feuer für eine Story gefangen haben, kann man mich nicht mehr aufhalten! Aber mir persönlich geht der erste Band einer Reihe auch immer am leichtesten von den Fingern – weil da auf noch nicht so viel geachtet werden muss.

  

Wie kamst du auf die Idee für dein Buch?

Wenn ich das verraten würde, würde ich euch leider ordentlich spoilern. Ich habe die ganze Geschichte nämlich von hinten aufgerollt und alles vom Ende aus entwickelt. Was vielleicht witzig zu erwähnen ist: Ich hatte die Idee auf einer Achterbahn.

 

Inwieweit unterscheidet sich die Arbeit an einem Fantasy-Roman von einem Liebesroman?

Der größte Unterschied ist wohl das Plotten, die Vorbereitung und die Herangehensweise im Allgemeinen. Bei einem Liebesroman erstelle ich nur grobe Umrisse, die zwei Hauptcharaktere und fülle die Lücken dann intuitiv. Ein Liebesroman, bei dem das Ende schon relativ klar ist, ist nicht so sehr auf den Spannungsbogen ausgelegt wie ein Fantasyroman, von dem man das Ende im Idealfall nicht erahnen kann.

Bei dem Geheimnis der Götter zum Beispiel habe ich hunderte von kleinen Bausteinen, die ich so setzen muss, dass sie am Ende ein Bild ergeben, nicht zu vergessen mehr als nur zwei Hauptcharaktere. Da kann ich nicht einfach drauf losschreiben und darauf vertrauen, dass das am Ende schon passen wird. Das heißt, bevor ich anfange, zu schreiben, habe ich schon ein halbes Notizbuch gefüllt, verschiedene Plotstränge aufgemalt und geplant, wie und wo sie sich treffen. Das ist um einiges aufwändiger und war für mich noch einmal eine schöne neue Herausforderung – leider hat man aber auch andauernd Panik, dass man irgendetwas vergessen hat!

 

Was fasziniert dich als Autorin am Genre Fantasy?

Fantasy bietet einfach eine unglaublich große Bandbreite an Möglichkeiten. Man baut ein Universum auf, verliert sich in fremden Welten, kämpft, liebt, löst Geheimnisse und das alles in einem Atemzug. Manchmal wünsche ich mir nach einem Feel-Good-Liebesroman einfach etwas mehr Dramatik und … Verderben. In Liebesromanen träumt man vom echten Leben. In Fantasygenre träumt man von dem, was nie passieren wird – aber umso fantastischer ist.

 

Wie würdest du deine Protagonistin Nym in einem Satz beschreiben?

Nym ist die mutige, talentierte Bad-Ass Heldin, die ich immer schon schreiben wollte – und gleichzeitig eine junge Frau, die ihr Ich verloren hat und in einer wirklich tragischen Identitätskrise steckt.

 

Welche Rolle spielen die vier Elemente in Geheimnis der Götter?

Jeweils Feuer, Erde, Luft oder Wasser beschreiben die Fähigkeiten von sogenannten Ikanos, die eine besondere Stellung innerhalb der jeweiligen Armeen einnehmen. Einerseits sind die vier Elemente also einfach Waffen in Geheimnis der Götter andererseits reflektieren sie auch oft ein wenig die jeweiligen Persönlichkeiten wider … aber inwiefern das zutrifft, muss wohl jeder selbst entscheiden, nachdem er es gelesen hat!

  

Wenn du in die Rolle einer deiner Figuren schlüpfen könntest – wen würdest du wählen?

Ich glaube, ich würde gerne mal in Levis Haut stecken. Ich wollte einfach schon immer mal ein Frauenheld sein …

 

Hast du von Anfang an geplant, dass sich die Geschichte über vier Bände erstreckt?

Nein, das hatte ich tatsächlich nicht. Ich habe mich ja immer über die Autoren aufgeregt, die eine Trilogie ankündigen und dann doch noch ein viertes Buch hinten anhängen – bis ich selbst zu seiner geworden bin. Ich wollte wirklich nur drei Bücher schreiben … wirklich!

Aber ich bekomme nicht immer, was ich will.

 

Hast du eine Fantasy-Buchempfehlung für uns?

Meine absolute Fantasy-Lieblingsreihe (Harry Potter mal außen vor gelassen) ist Die Gilde der schwarzen Magier von Trudi Canavan. Sie war einer der Gründe, warum ich ins Fantasygenre abgewandelt bin.

 

Was erwartet uns im zweiten Band Flammen der Befreiung? 

Eine Menge Überraschungen, wie ich hoffe 😊

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Saskia Louis lernte durch ihre älteren Brüder bereits früh, dass es sich gegen körperlich Stärkere meistens nur lohnt, mit Worten zu kämpfen. Auch wenn eine gut gesetzte Faust hier und da nicht zu unterschätzen ist … Seit der vierten Klasse nutzt sie jedoch ihre Bücher, um sich Freiräume zu schaffen, Tagträumen nachzuhängen und den Alltag ihres Medienmanagementstudiums in Köln einfach mal zu vergessen.

Erfahre mehr über Geheimnis der Götter.

Geheimnis der Götter – Funke des Erwachens

Prolog

Das grundlegende Gesetz der Bistaye

Die Götter sind das Gesetz.

Thaka waltet Gerechtigkeit.

Valera ist die Stimme der Vernunft.

Tergon steht für den Willen der Vergebung.

Api dürstet nach Vergeltung.

Auf dass das Gleichgewicht gehalten werden möge.

 

Der Tag, an dem ihr Herz stillstand, war ein warmer Tag.

Die Sonne schien. Die Strahlen spiegelten sich auf der Strömung des Appo, dem Fluss, der das Land der Bistaye und das Land der Asavez voneinander trennte. Es war windstill, und als sie auf das Gewässer hinunterblickte, konnte sie in der Ferne die Jeferabrücke sehen – die einzige Möglichkeit, den Fluss zu überqueren.

Sie hielt ihre Hände in den Taschen. Irgendetwas verhakte sich darin, als sie versuchte, sie herauszuziehen.  

Sie war ungeduldig. Sie wartete auf jemanden, doch dieser Jemand verspätete sich. Das war untypisch. Jede Sekunde zählte, das wussten hier alle.

Sie sah das Ufer hinauf und wieder hinab. Die Unruhe verdrängte das Gefühl der Glückseligkeit, das sie in den letzten Tagen erfüllt hatte.

Das Gespräch von gerade stahl sich in ihre Gedanken und ihr Kiefer verhärtete sich.

Wo war er?

 

 

Kapitel 1

Erstes Gesetz der Bistaye

Die Welt der Bistaye und die Welt der Asavez, dem gottlosen Volk, müssen strikt voneinander getrennt werden. Wird ein Asavez ohne Genehmigung auf der bistayischen Seite des Appo aufgegriffen, ist dieser unverzüglich zu exekutieren. Jeder, der sich dieser Aufgabe verweigert, wird des Volksverrats schuldig gesprochen und ebenfalls exekutiert.

 

Sie schmeckte Staub. Sand vermischt mit Dreck, der ihre Lunge füllte. Sie wollte husten, doch ihre Kehle war wie zugeschnürt. Die Luft fand weder einen Weg hinein noch hinaus. Etwas presste sich auf ihre Lippen. Es fühlte sich warm auf ihrer kalten Haut an. Sauerstoff wurde in ihre brennenden Lungenflügel gepresst, die sich immer wieder verkrampften und entspannten.

Einmal. Zweimal. Dreimal …

Sie riss die Augen auf und schnappte nach Luft. Sie blickte direkt auf eine Faust, die drohte, auf ihre Brust niederzufahren, und noch bevor sie ihren ersten richtigen Atemzug nehmen konnte, schnellte ihre Hand in den Himmel und fischte sie gewaltsam aus der Luft. Sie hatte sie treffen wollen, oder nicht?

Sie hörte, wie jemand einen schockierten Kieks-Laut von sich gab, und im nächsten Moment saß sie in der Senkrechten und hielt auch die andere Faust des vermeintlichen Angreifers in ihrem eisernen Griff, ihre Beine um seine geschlungen. Den Gegner unschädlich machen und dann entscheiden, was zu tun war. So hatte sie es gelernt.

Nur … es waren kleine Hände. Schmale Beine.

Die Konturen, die sie durch ihre brennenden Augen sehen konnte, wurden nun schärfer, und das Erste, was sie erkannte, waren geweitete Pupillen, die von einer hellgrünen Iris umgeben waren. Sie saßen in einem herzförmigen, glatten Gesicht.

Es war ein Mädchen. Der Angreifer war ein Mädchen, das kaum zwölf sein konnte und dessen dunkelblondes Haar zu einem schiefen Zopf gebunden war.

„Tut mir leid, ich … was ist passiert?“

Abrupt ließ sie die Hände des Mädchens los und zog ihre Beine zurück. Sie fielen gegen etwas Hartes. Als sie nach unten blickte, bemerkte sie, dass sie auf einem großen, flachen Stein saß, durch den sich Risse der Verwitterung zogen.

Das Mädchen machte eine Grimasse und rieb sich seine Handgelenke.

„Du warst tot“, bemerkte es sachlich, und die Art und Weise, wie es dabei ernst ihr Kinn auf die Brust drückte, hatte etwas sehr Komisches und gleichzeitig Vertrautes an sich.

„Ich war … tot?“ Die Worte hörten sich fremd aus ihrem eigenen Mund an und jetzt hob sie den Blick. Sie saß auf einer Lichtung und musste die Augen gegen die hellen Strahlen der Sonne zusammenpressen, um etwas erkennen zu können. Sie konnte Vögel singen hören und in ihrem Rücken hob sich das Kreisgebirge vom Himmel ab. Kein Baumwipfel konnte die Steinmassen verbergen.

Sie wusste, wo sie war. Wenn sie die Augen schloss, konnte sie den Appo rauschen hören, und der Stein, auf dem sie saß, war der Alte Altar der Asavez. Hier waren bis vor eintausend Jahren noch Ernteerträge für die vier Götter gesammelt worden. Doch das war bevor die Asavez den Göttern den Rücken gekehrt hatten und zum ‚gottlosen Volk‘ geworden waren.

Ja, sie kannte sogar die genauen Koordinaten des Ortes, an dem sie sich befand. Aber … sonst war da nichts. Ihr Kopf war leer.

„Du warst so richtig tot“, sagte das junge Mädchen und stemmte seine Arme in die Seiten. „Ich glaube, ich hab dir das Leben gerettet.“

Sie hörte der Kleinen nur mit halbem Ohr zu. Ihre Lungen brannten immer noch bei jedem Zug und sie fühlte sich, als hätte jemand seine Fingernägel in ihr Herz und ihr Hirn gegraben. Ihr Kopf war so schwer, dass sie fürchtete, er würde gleich nach hinten sacken und ihr vom Rumpf fallen.

„Was ist passiert?“, flüsterte sie, mehr zu sich selbst als zu irgendwem, und ihre Fingernägel krallten sich in den kalten Stein.

Das junge Mädchen war aufgestanden. Es trug ein schlichtes grünes Kleid, das ihm locker um den Brustkorb fiel und bis zu seinen Knöcheln reichte. Ein kleiner, lederner Rucksack lag zu seiner Seite. Es legte den Kopf schief und seine Haare streiften den weißen Kragen seines Kleides. „Du bist beinahe gestorben“, wiederholte es. „Habe ich doch gesagt.“

„Aber … wieso?“ Ihr Blick huschte von der einen Seite der Lichtung zur anderen. Die Grashalme gingen dem jungen Mädchen bis über die Knöchel und waren an einigen Stellen braun und abgetreten, als würden sich hier öfter Leute hin verirren. Die Blumen blühten nicht mehr. Dafür war es schon zu spät in diesem Jahr. Sie suchte nach etwas. Nur nach was? Vielleicht nach Anzeichen von anderen Menschen? Feinden? Freunden? War sie alleine gewesen? Sie wusste es nicht mehr.

Das Mädchen zuckte die Achseln. „Keine Ahnung. Aber ich finde, du könntest Danke sagen. Mein Bruder sagt immer, dass man mit Leuten, die nicht Danke sagen, am besten nichts zu tun haben sollte.“

Obwohl ihr jede Bewegung Schmerzen bereitete, musste sie lächeln. „Danke. Tut mir leid. Ich bin nur …“ Doch sie wusste nicht, was sie nur war. Sie betastete ihre Arme und Rippen, um zu sehen, ob sie sich etwas gebrochen hatte, und besah sich ihre Kleidung. Sie trug ein weißes Leinenhemd mit einer Knopfreihe, die bis zu ihrem Bauchnabel reichte, und darunter eine rote, dreckverschmierte Stoffhose, die eng an ihren Beinen anlag.

Sie konnte sich nicht mehr daran erinnern, sie angezogen zu haben. Sie konnte sich nicht daran erinnern, dass sie so eine Hose überhaupt besaß. Sie wusste nicht einmal, wie ihr Schrank aussah.

„Liri!“

Eine Stimme hallte durch den Wald, und sie hatte einen gezackten Dolch von ihrem Gürtel gezogen, bevor ihr bewusst wurde, was sie da eigentlich tat.

„Aliri Voros, das kann unmöglich dein Ernst sein! Wo bist du?“

Das Mädchen sah stirnrunzelnd auf den Dolch und wandte sich dann in die Richtung, aus der die Stimme gekommen war. „Ich bin hier“, rief sie.

„,Hier‘ ist keine anerkannte Ortsangabe!“

Das blonde Mädchen kicherte und sah sein Gegenüber lächelnd an. „Das ist mein Bruder. Ich glaube nicht, dass du ihn umbringen musst.“

Ihre Hand umklammerte den Dolch fester. Das wollte sie lieber selbst entscheiden.

***

Levis Herzschlag beruhigte sich, als er Liris Stimme hörte, dennoch beschleunigte er seinen Schritt. Bei den verdammten Göttern, er hätte schon vor Jahren eine Leine für sie besorgen sollen – ihm doch egal, ob das keine menschliche Art und Weise war, mit seiner Schwester umzugehen.

Aliri war wie ein Ball aus Gummi. Schon immer gewesen. Sie hüpfte in der Gegend herum und ehe man sich’s versah, steckte sie in irgendeinem Gebüsch fest oder war im Wasser verloren gegangen.

„Ich werde noch mal ein ernstes Gespräch mit ihr darüber führen müssen, was es bedeutet, einer Anweisung zu folgen! Wenn ich ihr sage, sie solle bleiben, wo sie ist, bedeutet das nicht, dass sie losrennen und sich verstecken soll! Wir müssen doch wohl die Möglichkeit haben, kurz pinkeln zu gehen, ohne dass wir sie danach jedes Mal suchen müssen“, knirschte er und schlug einen Ast aus dem Weg. Seine Füße sanken in die feuchte Erde unter ihm und er zog sie mit einem Schmatzgeräusch wieder heraus.

„Levi, du musst dich beruhigen.“ Ro, der keine zwei Schritte hinter ihm war, legte ihm eine Hand auf die Schulter. „Sie ist zwölf. Natürlich bleibt sie nicht dort, wo wir sie gelassen haben. Ich bin überrascht, dass du überrascht bist!“

„Weißt du, Ro, wenn ich deine Meinung hören wollte, dann hätte ich dich danach gefragt.“

„Ah, du willst immer meine Meinung hören! Du bist nur zu schüchtern, um mich darum zu bitten“, grinste sein bester Freund.

Levi schnaubte. Er und Ro waren seit über elf Jahren befreundet. Es war Ro gewesen, der ihn und Aliri gefunden und mitgenommen hatte. Er war es auch gewesen, der dafür gesorgt hatte, dass er und seine Schwester ein Zimmer in Oyitis, Asavezʼ Hauptstadt, bekamen. Levi war damals zwölf gewesen, Liri gerade mal ein paar Monate alt, und er wusste sehr wohl, dass Ro, der kein Jahr älter war als er, ihm damals das Leben gerettet hatte.

Doch all das änderte nichts daran, dass Levis Faust sich ab und an nur zu gerne in Ros Kiefer verirrt hätte. Er war einfach der größte Dummschwätzer in ganz Asavez.

„Wir hätten sie nicht mitnehmen sollen“, murmelte er und schlug sich weiter durch das dichte Geäst der Bäume, die sie um einige Meter überragten. Ab und zu konnte er durch das spärlicher werdende Blätterdach die Spitzen der Kreisberge in der Ferne erkennen. Es war später Sommer und die Blätter hatten angefangen, sich orange zu verfärben. Das hier war der einzige Laubwald, der in Asavez existierte. Weiter den Fluss hinab gab es noch einige Nadelwälder, und Levi hatte gehört, dass es hinter den Kreisbergen auch Tropenwälder geben sollte. Allerdings wusste er nicht, ob das stimmte. Niemand ging in die Kreisberge, geschweige denn dahinter.

„Sei nicht albern. Hier draußen ist es kaum gefährlich. Wir sind nicht auf einem Schlachtzug, Levi! Wenn du so willst, sind wir Postboten! Was soll Liri schon passieren?“

Sie waren keine einfachen Postboten. Sie sollten Briefe der Allianzen abholen, und diese Briefe hätte jeder Bistaye nur allzu gerne in seinem Besitz! Levi bückte sich unter einem tiefhängenden Ast hinweg und sein Blick glitt dabei über seine Schultern und über den schweren Rucksack auf seinem Rücken zu seinem Freund. „Sie könnte von einem Feuerluchs gefressen werden.“

Ro lachte laut auf. „Es gibt keine Feuerluchse mehr! Die sind vor Jahrhunderten ausgestorben.“

„Sie könnte von einem Adler in sein Nest verschleppt werden.“

„Levi, du hast Wahnvorstellungen. Es gibt nichts Gefährliches hier draußen.“

„Sag mal, hast du in den letzten zehn Jahren überhaupt nicht aufgepasst? Liri schafft es auch, sich während eines Picknicks in Gefahr zu bringen.“

Ro verdrehte die Augen. „Die Gabel hat sie kaum verletzt.“

„Sie hat in ihrem Fuß gesteckt!“

Ro machte eine wegwerfende Handbewegung. „Das ist ewig her.“

Es war letztes Jahr gewesen.

„Sie ist reifer geworden.“

Mhm. Reife war genau das, was eine Zwölfjährige ausstrahlte.

„Liri“, schrie Levi erneut und er konnte sie in der Ferne kichern hören. „Wir warten immer noch auf eine Ortsangabe!“

„Beim Alten Altar!“, flötete sie fröhlich zurück. „Ich habe gerade jemandem das Leben gerettet! Jemandem, der fast tot war!“

Levi runzelte die Stirn und er und Ro tauschten einen Blick.

Sie hatte jemandem das Leben gerettet?

Bei den verdammten Göttern, bitte lass es ein Singvogel sein!

Levis Schritte wurden hastiger und Ro war ihm dicht auf den Fersen, als er die letzten paar Meter durch den Wald zurücklegte und auf die Lichtung brach, die ohnehin ihr Ziel gewesen war.

Es war kein Vogel.

Neben Liri stand ein Mädchen. Nein. Eine junge Frau. Levi hätte sie auf Anfang zwanzig geschätzt, konnte es aber schlecht sagen. Sie sahen alle irgendwie ähnlich aus in dem Alter.

Sie war hochgewachsen und jeder Zentimeter ihres Körpers zeugte davon, dass sie eine Kämpferin war. Die rote Hose, die sie trug, war mit Erde beschmiert, als wäre sie über den Waldboden geschleift worden, doch das weiße Hemd war fast völlig unbefleckt. Sie hatte langes, schwarzes Haar, das ihr in Wellen über die Schultern fiel und in dem mehrere Blätter und Äste steckten. Ihre dunkelblauen Augen waren wachsam und ihre Haltung mehr als nur angespannt.

Sie blickte von ihm zu Ro und wieder zurück, und Levi war überrascht, dass sie in keinster Weise ängstlich wirkte. Verwirrt, konfus, aber nicht ängstlich. Vielleicht wegen des Dolches in ihrer Hand, den sie mit der Selbstverständlichkeit einer Frau hielt, die eine solche Waffe nicht das erste Mal zog. Er war auf ihn und Ro gerichtet. Nicht auf seine Schwester.

Das war beruhigend, wenn auch nicht optimal. Aber sie sah nicht aus, als würde sie gleich auf sie losgehen. Eher, als wäre der Dolch eine Vorsichtsmaßnahme. Das konnte Levi durchaus nachvollziehen. Vorsicht war etwas, das man in diesen Zeiten nicht genug haben konnte.

„Liri …“, murmelte er und schüttelte leicht den Kopf, zu keinem Zeitpunkt das Mädchen aus den Augen verlierend. Er hatte früh gelernt, dass man sich nie auf das zahme Aussehen seiner Gegner verlassen konnte. „Wen hast du denn da von den Toten erweckt?“

Seine Schwester hatte ihre Arme hinter dem Rücken verschränkt und wippte auf ihren Fußballen vor und zurück. So als wüsste sie, dass sie womöglich unüberlegt gehandelt hatte. „Ich weiß es nicht. Ich bin vorgelaufen und dann lag sie auf dem steinernen Altar und hat nicht geatmet – da habe ich sie wiederbelebt.“

Das hatte er also davon, dass er ihr beigebracht hatte, wie man einem Menschen das Herz massierte!

„Da hast du sie wiederbelebt …“, wiederholte er langsam ihre Worte, seine Arme vor dem Körper verschränkt. Die Schwarzhaarige sah vollkommen gesund aus. Nichts deutete darauf hin, dass sie vor ein paar Minuten einen Herzstillstand gehabt haben mochte.

„Hätte ich sie etwa sterben lassen sollen?“ Liri sah trotzig zu ihm auf. Als wären seine Worte ein Vorwurf gewesen.

„Natürlich nicht. Du hast alles richtig gemacht, Liri“, bemerkte Ro, der ebenfalls neugierig die Schwarzhaarige betrachtete und seinen Rucksack vom Rücken hatte gleiten lassen. Der Dolch in ihrer Hand schien ihn überhaupt nicht zu beunruhigen. Aber wieso auch? „Sie hat Hilfe gebraucht, du hast ihr geholfen. Levi hat dich gut erzogen.“

Mhm. Er hatte sie super erzogen. Liri war die gutgläubigste Person, die es gab. Aber warum sollte sie auch Schlechtes erwarten, wo sie doch wusste, wann jemand log.

Levis Blick wanderte von dem Hals des Mädchens, an dem deutlich eine Ader pochte, über ihre Brust, die sich kontrolliert hob und senkte, hinab zu ihrer Hand. Ihre Fingerknöchel hoben sich weiß vom Dolch ab.

„Hast du vor, uns damit anzugreifen?“, fragte er beiläufig und ließ die Fingerkuppen auf seinen Unterarm prasseln.

Der Blick des Mädchens traf seinen. Sie war vollkommen ruhig. „Ich hab mich noch nicht entschieden.“

Das war ihm nicht gut genug. „Lass mich dir die Entscheidung abnehmen.“ Er nahm eine Hand von seinem Arm und hob zwei Finger.

Er spürte das vertraute Gefühl der Leichtigkeit, das ihn durchfloss. Sein Blut, das plötzlich in die Gegenrichtung zu zirkulieren schien, und sein Kopf, der angenehm leer wurde. Er fühlte die kühle Luft um sich herum. Seine Freiheit.

Für den Bruchteil einer Sekunde konnte er sehen, wie das Mädchen verwirrt die Stirn runzelte, als dachte es, dass er sie heranwinken wolle. Dann erfassten ihre Haare eine Windböe und im nächsten Moment strauchelte sie nach vorne. Er ließ den Wind nach ihrer Faust greifen und winkte ihn erneut zu sich heran.

Der Dolch wurde aus ihrer Hand gerissen, genau in dem Moment, als Levi seine ausstreckte. Das Messer drehte sich mehrmals um die eigene Achse und landete schließlich mit dem Schaft voran zwischen seinen Fingern. Es hatte einen schlichten Holzgriff und die Klinge war schon etwas angelaufen. Die Waffe hatte bessere Tage gesehen.

Liri, die für seinen Geschmack immer noch viel zu nah an der Schwarzhaarigen stand, seufzte laut. „Du machst ihr Angst, Levi! Sie ist gerade fast gestorben! Ist das nicht traumatisch genug?“

„Sie sieht nicht aus, als hätte sie Angst“, stellte Levi fest, nachdem er den Dolch an seinem Gürtel neben seinen eigenen Messern befestigt hatte.

Sie sah weder verängstigt noch wütend noch vorsichtig aus. Und das war es, was ihn beunruhigte. Mit Furcht und Angst konnte er umgehen. Mit Geduld und Kontrolle verhielt sich das anders. Denn sie zeugten von einem kämpferischen Selbstbewusstsein, das er bei seinen Feinden lieber nicht sah.

Er bildete sich meistens nichts auf seine Kraft ein.

Okay, nein, das stimmte nicht.

Er bildete sich sehr häufig etwas darauf ein. Er war einer der letzten existierenden Ikano – in Asavez und Bistaye zusammen konnte es nur noch etwa fünfzig, vielleicht sechzig von ihnen geben – und das beeindruckte und verängstigte diejenigen, die er traf, zu gleichen Teilen. Jeder kam ihm mit Ehrfurcht und Respekt entgegen – und das genoss er. Wenn auch vor allem deswegen, weil es seine Aufgaben so viel leichter machte.

Dieses Mädchen jedoch schien vollkommen unbeeindruckt. Sie war groß gewachsen und – keine Frage – durchtrainiert, aber dennoch überragte er sie um mindestens einen halben Kopf. Auch Ro hätte sie sicherlich alleine überwältigen können. Ganz abgesehen davon, dass auch er ein Ikano war.

Warum war sie so ruhig und gelassen, als wisse sie, dass von ihnen beiden keine Gefahr ausginge? Wenn er gerade beinahe gestorben wäre und ihm im nächsten Moment jemand mit der Hilfe des Windes den Dolch aus der Hand gezerrt hätte, dann hätte ihn das durchaus beunruhigt.

„Willst du uns vielleicht sagen, wer du bist?“, fragte Ro, der immer noch neben ihm stand und nicht minder fasziniert von dem Mädchen schien.

Die Schwarzhaarige ließ sich langsam gegen den steinernen Altar sinken, die Hand, in der der Dolch gelegen hatte, zu ihrem Mund führend, als müsse sie angestrengt über diese Frage nachdenken. Ihr Blick war auf den Waldboden gerichtet und sie sagte nichts.

Levi seufzte und machte ein paar Schritte weiter auf die Lichtung hinaus. Er hatte das Gefühl, dass dieses Mädchen die Situation nicht einfacher machen würde. Er berührte seine Schwester kurz an der Schulter – vielleicht um sicherzugehen, dass wirklich alles in Ordnung mit ihr war – und blieb dann keine zwei Meter von dem Mädchen entfernt stehen. Sie blinzelte mehrmals und wenn Levi sich nicht irrte, dann war es jetzt doch Angst, die er in ihren Zügen erkannte. „Okay, vielleicht sollte ich einfach damit anfangen, wer ich bin. Ich bin Levi …“

„Ich kenne dich“, unterbrach sie ihn, blickte auf und ließ ihre Hand sinken. „Du bist Levi Voros. Du bist ein Ikano der Luft. Du bist zweiter Offizier der Asavezischen Garde, obwohl du selbst Flüchtiger aus den bistayischen Mauern warst. Du hast über einhundert Bistaye getötet und über einhundert andere gerettet. Du bist arrogant, hältst dich für überlegen, schläfst mit mehr Frauen, als deine Gehirnzellen verkraften können, und denkst, dass deine Worte Gesetz sind … und ich glaube, ich mag dich nicht.“

Amüsiert hob Levi einen Mundwinkel. Was sagte man dazu? „Wirklich? Du magst mich nicht? Wäre bei deiner Beschreibung jetzt fast gar nicht rübergekommen.“

Ro grinste breit und klopfte seinem Freund auf die Schulter. „Ich finde sie sympathisch. Treffsichere Charakterbeschreibungen hat sie auf jeden Fall drauf.“

Liri kicherte und grinste ebenfalls zu Levi hoch, der angestrengt versuchte, sich daran zu erinnern, ob und wenn ja woher er dieses Mädchen kannte. Andererseits kannten sie sich vielleicht gar nicht. Sein Ruf eilte ihm voraus. Und bis auf die Sache mit den Frauen – er schlief wirklich nicht mit so unglaublich vielen; es kam schlichtweg darauf an, wie man die Maßstäbe setzte – wusste sie ziemlich gut Bescheid.

Dennoch fragte er: „Sind wir uns schon einmal begegnet?“

Sie schüttelte den Kopf. „Nein, ich glaube nicht.“

„Sicher?“, fragte Ro beiläufig. „Vielleicht hast du ja auch schon mit ihm geschlafen.“

Das Mädchen schnaubte verächtlich. „Das bezweifle ich stark.“

„Ich auch“, bemerkte Levi. Ein diebisches Lächeln stahl sich auf seine Züge. „Wenn du mit mir geschlafen hättest, würdest du dich daran erinnern.“

„Hallo! Ekelig!“

Sie ignorierten Liri und Ro streckte dem Mädchen seine Hand entgegen. „Hey, ich bin Rojan und ich verzichte auf eine Charakterbeschreibung von mir, falls du eine parat hast.“

Etwas unschlüssig besah sich die Schwarzhaarige die Hand, doch schließlich schüttelte sie sie. „Hallo.“

Mehr sagte sie nicht.

Okay, so langsam verlor Levi die Geduld. „So, da du jetzt weißt, wer wir sind – wie wäre es mit einem Namen von dir? Das wäre doch ein guter Anfang.“

„Ich …“ Das Mädchen runzelte die Stirn und fuhr mit ihrem Finger darüber, bevor Levi sie schlucken sah.

„Es ist nur ein Name!“

„Ja, nur … ich weiß ihn nicht.“


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Saskia Louis lernte durch ihre älteren Brüder bereits früh, dass es sich gegen körperlich Stärkere meistens nur lohnt, mit Worten zu kämpfen. Auch wenn eine gut gesetzte Faust hier und da nicht zu unterschätzen ist … Seit der vierten Klasse nutzt sie jedoch ihre Bücher, um sich Freiräume zu schaffen, Tagträumen nachzuhängen und den Alltag ihres Medienmanagementstudiums in Köln einfach mal zu vergessen.

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