The Legend of Port Pine – Gefahrvolle Liebe

Prolog

Der Nebel war an diesem Abend besonders dicht und es war empfindlich kalt für diese Jahreszeit. Die zierliche Frau zog ihre Jacke enger um sich. Es ärgerte sie, dass sie sich viel zu spät auf den Heimweg gemacht hatte. Außerdem war sie müde und freute sich auf ein heißes Bad. Dennoch ging sie langsam. Sie konnte kaum sehen, wohin sie trat. Der felsige Untergrund war durch die Feuchtigkeit glitschig geworden. Nur ein falscher Schritt und sie würde die Klippen hinab ins Meer stürzen. Doch sie war diesen Weg schon oft gelaufen und wusste, worauf sie achten musste. Es war nicht mehr weit bis zu ihrem Haus.

Obwohl das Rauschen der Wellen die Luft erfüllte, hörte sie plötzlich ganz deutlich Schritte hinter sich. Um diese Zeit verirrte sich eigentlich niemand hierher. Sie blieb stehen und lauschte einen Augenblick lang angestrengt. Das Geräusch der Schritte war verstummt. Ob sie sich getäuscht hatte? Sie drehte sich um und versuchte etwas zu erkennen, als sich ein dunkler Schatten aus dem Nebel löste.

»Tom, sind Sie das?« Ihre Stimme zitterte leicht. Der Schatten antwortete nicht. Eine Hand schnellte vor und packte sie.

»Hey, was soll das? Lassen Sie mich los –«

»Wo ist es?«, zischte eine eisige Stimme.

»Ich weiß nicht, wovon Sie reden!«, rief die Frau ängstlich.

Sie wehrte sich verzweifelt und entwand sich dem harten Griff. Dann machte sie einen hastigen Schritt zurück, doch die Kante der Klippen war direkt hinter ihr. Erschreckt schrie sie auf. Ihre Füße rutschten auf den glitschigen Steinen ab.

Der Aufprall ihres Körpers ging im Rauschen der Wellen unter, während der Schatten im Nebel verschwand.

Kapitel 1

Unglücksfälle passieren immer im Dreierpack

Unglücksfälle passieren stets im Dreierpack. Das behauptet zumindest meine Freundin Lara immer. Eigentlich hatte ich geplant, zusammen mit ihr auf das Konzert meiner Lieblingsband The Pleasures zu gehen. Dass ich diese Nacht nicht durchtanzen würde, während Lara wie üblich den Leadsänger anschmachtete, hatte mit einem der besagten Unglücksfälle zu tun – mit dem Unglücksfall, der dafür gesorgt hatte, dass ich jetzt auf der fast menschenleeren Hauptstraße von Port Pine stand. Also mitten im Nirgendwo. Jedenfalls verglichen mit London.

Ich erinnerte mich, wie alles vor einigen Tagen angefangen hatte. Es stand mir immer noch deutlich vor Augen: es war ein heißer Spätsommertag gewesen, vor allem für Londoner Verhältnisse. Zuerst verschlief ich, um dann – zu allem Überfluss – bei meinem überhasteten Aufbruch die Hausarbeit für das Literatur-Seminar bei Professor Macmillan auf meinem Schreibtisch liegen zu lassen. Ich hatte mich nur wegen Lara angemeldet. Sie wollte Literatur und Philosophie studieren und hatte sich zur Vorbereitung gleich nach unserem bestandenen A-Level für einen einführenden Sommerkurs an der Universität eingeschrieben – noch bevor das Semester startete. Ich wollte lieber Astronautin werden, Tänzerin oder Hundefriseurin. Kurzum, ich hatte überhaupt keinen Plan, was ich mit meinem Leben anfangen wollte. Ehrlich gesagt, wollte ich mir zu diesem Zeitpunkt auch noch keine Gedanken darüber machen. Ich wusste nur, dass ich den Sommer unbedingt mit meiner besten Freundin in London verbringen wollte und nicht – wie all die Jahre zuvor – bei meinen Eltern, auf irgendeiner staubigen Ausgrabungsstelle zwischen uralten Knochen und Tonscherben. Vielleicht würde es unser letzter gemeinsamer Sommer sein, denn auch wenn Lara meine beste Freundin war, so hatte ich in diesem Seminar eines für mich herausgefunden: ein Literaturstudium war nicht mein Lebenstraum! Das war auf jeden Fall schon mal eine erste Erkenntnis. Irgendwie hatte ich bisher noch nichts entdeckt, für das ich mich so richtig begeistern konnte. Es kam mir so vor, als wüssten alle um mich herum, womit sie ihr Leben verbringen wollten. Nur ich fühlte mich nach dem Schulabschluss völlig orientierungslos. Meine Mum drängte mich ständig, ich solle Archäologie studieren, wie sie und Dad, nur damit ich mit den beiden um die Welt ziehen und unter unwirklichen Bedingungen uralten Kram ausbuddeln konnte. Artefakte, die man dann in unendlicher Kleinarbeit mit kleinen weißen Schildern versah und in ein Museum schaffte, wo Horden von gelangweilten Besuchern die Fundstücke bestaunen durften. Da konnte ich mir weitaus Spannenderes vorstellen, und wie sollte ich in dem Job jemals einen tollen Typen kennenlernen? Das war das einzige Ziel, das ich fest vor Augen hatte. Ich wollte mich endlich einmal so richtig verlieben! Die Jungs bei uns auf der Privatschule, auf die mich meine Eltern geschickt hatten, waren alle gepflegte Langweiler gewesen. Ärzte- und Architektensöhnchen, die nicht nur eingebildet, sondern auch so steif waren, wie die weiße Kittelschürze unserer Wirtschafterin Mrs Laurence.

Lara meinte immer, an der Uni würden wir endlich die süßen Typen treffen. Aber so ganz konnte sie mich nicht davon überzeugen. Vermutlich würden dort auch wieder nur die gleichen Langweiler in den Vorlesungen sitzen.

Mit diesen ernüchternden Gedanken über meine Zukunft lief ich Richtung Tube. Ich bog gerade schwungvoll um eine Ecke, als ich mit einem Mann zusammenstieß, der die ganze Zeit auf seinem Smartphone herum drückte. Meine Tasche fiel auf den Boden und der gesamte Inhalt verteilte sich kunstvoll auf den Treppenstufen zur Underground Station. Aber anstatt mir zu helfen, lief der Typ einfach weiter. Fluchend sammelte ich meinen Kram ein und dabei fiel mir auf, dass ausgerechnet meine Arbeit über Die Bedeutung der Frauenfiguren in Shakespeares Werken nicht dabei war. Professor Macmillan richtig gemein werden, wenn man zu spät in sein Seminar platzte. Aber noch schlimmer war es, ohne Hausarbeit zu erscheinen. Ich überlegte, ob ich einfach sagen sollte, unsere Wirtschafterin hätte meine Arbeit aufgefressen – einen Hund hatten wir leider nicht. Die Vorstellung ließ mich kurz schmunzeln. Aber immerhin war ich die ganzen letzten Abende mit der Arbeit beschäftigt gewesen. Ich warf einen verzweifelten Blick auf meine Armbanduhr. So schnell ich konnte, lief ich zurück zu unserer Wohnung am Prince‘s Square. Eilig steuerte ich auf das schmale, hohe Altbauhaus mit der weißen Fassade und den zwei Säulen neben dem Eingang zu. Ich klingelte Sturm, doch Mrs Laurence schien noch nicht da zu sein. Hektisch wühlte ich in meiner Tasche nach dem Schlüssel.

Nach einer gefühlten Ewigkeit fand ich ihn. Ich hatte gerade die Tür aufgeschlossen und wollte eben die steilen Stufen hoch zu meinem Zimmer im Sprint nehmen, als mich der Postbote aufhielt. Er stand plötzlich hinter mir an der Haustür.

»Miss Macrae? Wie gut, dass ich Sie antreffe. Ich habe ein persönliches Einschreiben für Sie.«

»Oh!«, wunderte ich mich. »Ich erwarte eigentlich keinen Brief.«

Wer sollte mir denn ein Einschreiben zuschicken?

»Moment, das haben wir gleich«, sagte er lächelnd und begann seine große Posttasche zu durchsuchen.

Das fehlte mir gerade noch, wo doch jede Minute zählte. Unruhig trat ich von einem Bein auf das andere, während ich wartete, bis der Postbote umständlich den Brief hervorgekramt hatte. Er hielt mir einen Stift entgegen. »Hier müssen Sie bitte den Empfang quittieren.«

Ich unterschrieb und betrachtete den Brief. Der Absender war eine Londoner Anwaltskanzlei. Der Name der Kanzlei sagte mir nichts. Doch auch wenn ich neugierig war, was Ian A. Campbell und Partner von mir wollten, musste der Brief vorerst warten. Ich steckte ihn hastig in meine Tasche und lief eilig die Treppenstufen hinauf.

Natürlich kam ich viel zu spät zum Seminar und Professor Macmillan ließ es sich nicht nehmen, mich vor dem gesamten Kurs bloßzustellen.

»Ah, Miss Macrae, wie schön, dass Sie uns heute doch noch die Ehre erweisen. Da Sie es ja anscheinend nicht nötig haben, am gesamten Unterricht teilzunehmen, können Sie sicher – auch ohne meinen vorherigen Ausführungen gelauscht zu haben – das an der Tafel stehende Sonett interpretieren.«

Ich nickte verschüchtert und wollte auf meinem Platz zusteuern.

»Aber nein, Miss Macrae, kommen Sie nach vorne. Hier haben Sie einen viel besseren Überblick und wir alle können Sie gut hören.« Dabei wies er mit einem leichten Grinsen im Gesicht auf den freien Platz vor der Tafel.

Mit hochrotem Kopf bahnte ich mir meinen Weg durch die Stuhlreihen. Am liebsten wäre ich im Erdboden versunken, doch ich schlug mich tapfer. Lara lächelte mir aus einer der hinteren Reihen aufmunternd zu.

Professor Macmillan nickte nach meinen Ausführungen bedächtig und gab sich großzügig: »Na, gar nicht mal so schlecht. Da will ich Ihnen die Störung meines Unterrichts dieses Mal verzeihen.«

Ich schluckte eine passende Antwort hinunter und schlich zu meinem Platz.

Nach dem Kurs musste Lara noch etwas erledigen und so verabredeten wir uns für später zum Lunch in einem kleinen Studentencafé unweit des Campus.

Als ich mit etwas Verspätung eintraf saß sie bereits an unserem Lieblingsplatz am Fenster und studierte beim Essen ausgiebig die Veranstaltungstipps fürs Wochenende. Als sie mich näherkommen sah, winkte sie mir aufgeregt zu. »Caitlin, du glaubst es nicht! The Pleasures kommen nach London und geben nächsten Samstag ein Konzert im Black Heart!« Laras blaue Augen blitzten vor Freude, und sie begann die ersten Takte von ihrem Lieblingssong I know but I don‘t know zu summen.

Ich setzte mich zu ihr. »Das ist großartig! Kannst du uns Karten besorgen?«, strahlte ich sie an. »Allerdings ist es schon etwas kurzfristig«, gab ich dann zu bedenken.

»Na klar, das ist so gut, wie erledigt und wenn es das Letzte ist, was ich tue!« Sie zwinkerte. »Aber jetzt sag mal, warum bist du heute denn so spät zum Kurs gekommen? Du bist doch sonst immer Miss Oberpünktlich.«

Ich erzählte ihr von meinem hektischen Morgen.

»Und?«, fragte sie mich mit großen Augen, während sie mit einer Masse auf ihrem Teller kämpfte, die laut Speisekarte Spaghetti darstellen sollte. »Was steht nun in dem mysteriösen Brief?«

»Ach ja, der Brief! Ich habe ihn noch gar nicht geöffnet.« Ich holte den Brief hervor, legte ihn vor mir auf den Tisch und starrte ihn an. »Was können die nur von mir wollen?«

»Ich würde sagen, du öffnest ihn, dann weißt du es!«, schlug Lara vor. Sie hatte den Kampf mit den Spaghetti aufgegeben und den Teller weggeschoben.

Ich war etwas nervös. »Ich habe noch nie Post von einem Anwalt erhalten.«

»Na ja, vielleicht hast du etwas gewonnen oder geerbt.« Lara zuckte mit den Schultern.

»Von wem sollte ich denn etwas erben? Unsere Familie ist nicht besonders groß. Mein Eltern sind mal wieder auf einer – ach so wichtigen – Forschungsreise. Meine Mum hat mich gestern noch einmal angerufen, bevor sich die beiden für Monate in irgendein unwegsames Wüstengebiet aufmachen, wo sie keinen Handyempfang haben und meine Tante ist gerade mal 49 Jahre alt. An Gewinnspielen habe ich auch nicht teilgenommen.« Ich fixierte weiterhin den Absender auf dem Umschlag.

»Du hast doch nix angestellt?« Lara zog fragend eine Augenbraue hoch.

Ich musste lachen. »He, du kennst mich doch! Ich stelle nie etwas an und wenn ich versuchen würde, ein Kaugummi durch den Zoll zu schmuggeln, würde man mich sicher erwischen. Ich kann so was nicht.«

»Dann verstehe ich nicht, warum du den Brief nicht endlich öffnest.« Lara pustete sich ungeduldig eine blonde Haarsträhne aus dem Gesicht.

Zögernd griff ich nach dem Brief. »Ich weiß auch nicht. Ich habe so ein mieses Gefühl. Aber natürlich hast du recht.« Ich riss den Umschlag auf und zog einen Briefbogen hervor. Hastig überflog ich die Zeilen. Dann ließ ich den Brief sinken.

»Ist dir nicht gut? Du bist ganz blass, Caitlin!«

Ich schluckte. »Meine Tante Megan …, sie ist tot.«

Lara schlug sich die Hände vor den Mund. »Oh, wie schrecklich und ich habe noch gesagt, vielleicht hast du etwas geerbt. Es tut mir so leid!«

»Das ist doch nicht deine Schuld, Lara.«

»Was ist passiert?«

»Hier steht, dass ich mich bei der Kanzlei melden soll.« Kurz überlegte ich, zuvor anzurufen, entschied mich dann aber dagegen. »Ich werde gleich dorthin fahren. Ich muss wissen, was passiert ist. Lara, kannst du mich bitte bei unserem Nachmittagskurs entschuldigen?« Ich stand auf und griff nach meiner Tasche.

Sie nickte, stand ebenfalls auf und umarmte mich kurz. »Sei tapfer.«

Auf der Fahrt in die Innenstadt versuchte ich die Information zu verarbeiten. Doch so richtig wollte ich es immer noch nicht glauben. Konnte meine geliebte Tante wirklich tot sein?

Tante Megan war der wichtigste Mensch in meinem Leben gewesen. Klar waren da noch meine Mum und mein Dad. Als ich noch klein hatte ich es cool gefunden, meinen Mitschülern zu erzählen, an welchen exotischen Orten meine Eltern ihre Ausgrabungen machten und wo ich die Schulferien verbrachte. Aber meistens waren die Namen der Orte klangvoller als die Wirklichkeit. Denn oftmals gab es nichts außer Erde, Staub und einer Zeltlagerstadt voller begeisterter Archäologen und Helfer. Keiner hatte Zeit mit einer Achtjährigen zu spielen. Schon gar nicht meine Eltern. Wenn Mum und Dad mal in London waren, verbrachten sie die meiste Zeit in irgendeinem fensterlosen Raum im Museum oder in unserem Arbeitszimmer vor dem PC. Es wunderte mich überhaupt, dass sie sich ab und zu noch daran erinnerten, eine Tochter zu haben. Ansonsten waren meine Eltern echt liebevoll und wenn wir tatsächlich mal etwas zusammen unternahmen, war es wirklich toll. Es war nur eben sehr selten. Dafür hatte ich im Lauf der Jahre eine Unmenge an mehr oder weniger motivierten Kindermädchen. Irgendwann kam dann noch unsere Haushälterin Mrs Laurence dazu. Sie war zwar ein leibhaftiger Drache, aber sie kochte hervorragend. Ohne sie wäre ich vermutlich verhungert und unser Haus unter einer Dreckschicht begraben worden. Meine Mum vergaß über ihrer Arbeit regelmäßig solche unnötigen Dinge wie die Nahrungsaufnahme – oder das Einkaufen. Auch Dad schien nur für seine Arbeit zu leben. Als ich neun Jahre alt war, starb Tante Megans Ehemann und sie zog zu uns nach London. Obwohl Mums Schwester ihr zum Verwechseln ähnlich sah, waren die beiden total verschieden. Während Mum sich leidenschaftlich ihrer Arbeit widmete und für nichts anderes Zeit fand, schien meine Tante das Leben auf eine völlig andere Weise zu genießen. Sie wirkte wie ein Sonnenstrahl in unserem Haus. Obwohl mein Onkel so früh verstorben war, lächelte sie viel. Sie hatte ein künstlerisches Talent und liebte Blumen. Sie malte und fotografierte. Vor allem nahm sie sich Zeit für mich. Wir gingen gemeinsam in den Zoo und ins Kino. Tante Megan war es, die mich bei meinem ersten Liebeskummer in den Arm nahm und mir wortlos die extragroße Dose Chocolate Chip Ice Cream auf den Tisch stellte, als Amanda Blair mich beim Tanzwettbewerb vernichtend geschlagen hatte. Sie war meine Familie gewesen.

Vor knapp einem Jahr hatte Tante Megan beschlossen, dass ich groß genug sei, um ohne sie auszukommen. Sie zog nach Amerika und kaufte sich ein Haus in einem kleinen Küstenort in Maine. Wir telefonierten regelmäßig und sie schrieb mir Mails. Ich wollte sie dort an Weihnachten das erste Mal besuchen und nun sollte sie tot sein?

Als ich das Büro im dritten Stock betrat, hoffte ein kleiner Teil von mir immer noch, dass es sich um einen Irrtum handelte. Die Sekretärin am Empfang wollte mich ohne Termin zunächst nicht zu Mr Campbell vorlassen, ließ sich dann aber nach einigem Bitten erweichen, wenigstens bei ihm anzufragen, ob er Zeit für mich hätte. Er hatte und ich wurde in ein großes Büro mit schweren Ledermöbeln geführt. Ian Campbell war ein großer Mann mit gezwirbeltem Schnauzbart und graumeliertem Haar. Er sprach mir mit ruhiger Stimme zunächst sein Beileid aus und bot mir dann einen Platz an.

Zuerst sackte meine Hoffnung, und dann ich selbst, in den schweren Ledersessel.

»Ich kann mir vorstellen, dass das alles für Sie ein Schock ist, Miss Macrae«, begann Mr Campbell nun. Ich nickte stumm. Dann fuhr er fort: »Ihre Tante hatte bei uns schon vor längerer Zeit ein Testament hinterlegt, in dem Sie, Miss Macrae, im Todesfall die Begünstigte sind. Ihre Tante hat Ihnen als Alleinerbin nicht nur ihr Haus in Port Pine hinterlassen, sondern auch das umliegende Grundstück inklusive eines größeren Kiefernwaldes. Nennenswertes Barvermögen besteht leider nicht, nur ein Konto mit einem Betrag von –«

Meine Hände umfassten krampfhaft die Lehnen des Sessels. Ich wollte das nicht! »Ich muss wissen, was meiner Tante passiert ist!«, unterbrach ich ihn heftiger als gewollt.

Mr Campbell rückte seine Brille zurecht. »Äh, nun ja, Miss. Soweit ich informiert bin, gab es einen Unglücksfall. Meines Wissens ist Ihre Tante beim Spazierengehen auf den Klippen ins Meer gestürzt. Sie wurde von einem Fischer zwischen den Felsen im Wasser entdeckt.«

»Aber warum? Wieso ist sie einfach so ins Meer gestürzt?« Mir stiegen die Tränen in die Augen. Das konnte doch alles nicht wahr sein. Vor wenigen Stunden war mein größtes Problem gewesen, ob ich in diesem Jahr noch einen tollen Typen kennenlernen würde und was ich mit meinem Leben anfangen wollte. Und nun – von einer Minute auf die andere – war meine kleine heile Welt erschüttert, weil einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben tot war.

Mr Campbell zuckte mit den Schultern. »Mehr weiß ich leider auch nicht. Vielleicht hat die Polizei vor Ort noch weitere Einzelheiten zu den genauen Umständen herausgefunden.«

»Ich verstehe«, sagte ich mit tonloser Stimme. »Wann ist es passiert?«

»Ihre Leiche wurde vor ungefähr drei Wochen gefunden.«

»Vor drei Wochen! Aber warum –«, begann ich.

»Es tut mir leid, Miss Macrae, aber es hat eine Weile gedauert, bis mich die Behörden vor Ort informiert haben.«

»Dann ist meine Tante vermutlich bereits beerdigt, oder?« Ich sah den Anwalt fragend an.

Er nickte. »Ja, das denke ich schon.«

»Und ich konnte nicht mal bei ihrer Beerdigung dabei sein.« Mir versagte die Stimme.

Wir schwiegen beide für einen Moment. Mr Campbell räusperte sich. Er legte mir eine Mappe mit Papieren vor. »Ich weiß, es ist ein schwerer Schlag für Sie, aber wir müssen das weitere Vorgehen klären. Möchten Sie das Erbe ihrer Tante annehmen und den Nachlass vor Ort regeln oder ist es Ihnen lieber, wenn ich das Haus und das Grundstück für Sie veräußere? Das könnten wir von London aus regeln und Sie müssten nicht in die Vereinigten Staaten fliegen.«

Ich schüttelte heftig den Kopf. »Nein, ich will mich um das Erbe meiner Tante kümmern. Ich möchte das Haus sehen. Verkaufen kann ich es dann immer noch.«

»Gut«, sagte Mr Campbell und breitete die notwendigen Unterlagen auf dem Tisch aus. Er nahm sich viel Zeit und erklärte mir ausführlich, was das für mich bedeutete. Ich musste mehrere Papiere unterzeichnen und erhielt am Ende einen Schlüssel.

Nach dem Gespräch lief ich lange ziellos durch die Stadt. Ich blieb vor den Schaufenstern stehen und starrte auf die Warenauslagen, ohne etwas davon wahrzunehmen. In meinem Kopf kreisten unzählige Gedanken. Meine Tante war eine aktive und fröhliche Frau gewesen. Wie konnte so ein Mensch von einem Tag auf den anderen plötzlich sterben? Vermutlich sollte ich versuchen, meine Mum anzurufen. Ich war mir jedoch sicher, wieder nur ihre Mailbox zu erreichen. So war es meistens. Ich wählte dennoch ihre Nummer. Eine freundliche Frauenstimme quäkte mir ins Ohr: »Der Teilnehmer ist momentan nicht erreichbar, wenn Sie eine Rückrufbitte per SMS verschicken wollen, drücken Sie bitte ….« Ich seufzte und drückte das rote Telefonsymbol. Scheinbar hatte sie keinen Empfang. Ich würde es später noch einmal versuchen. Mit einem Schlag wurde ich mir meiner Einsamkeit bewusst, und stand verloren vor einem Schaufenster mit der neuen Herbstkollektion, während mir die Tränen über das Gesicht liefen.

Als ich mich etwas beruhigt hatte, rief ich Lara an.

»Keine Widerrede, du kommst sofort zu mir. Du kannst doch jetzt nicht allein sein. Meine Mutter schiebt Nachtdienst in der Klinik. Wir sind ganz ungestört.«

»Du bist die Beste!«, schniefte ich ins Handy.

Irgendwann kam ich bei der Dachgeschosswohnung an, die Lara mit ihrer Mutter bewohnte. Man hatte einen tollen Blick über die City. Lara hatte sich bereits Sorgen gemacht. »Mensch Caitlin, wo hast du nur gesteckt? Ich wollte schon eine Vermisstenmeldung aufgeben.«

Ich winkte ab. »Keine Sorge, ich bin zu Fuß gelaufen. Ich musste einfach nachdenken, wie es jetzt weitergeht.«

»Und wie geht es weiter? Weiß Deine Mutter es schon?«, fragte Lara.

Ich zuckte die Schultern. »Meine Eltern sind mal wieder nicht zu erreichen.«

»Dann komm«, sagte sie, »ich habe uns einen Salat gemacht, und es ist noch etwas von deinem Lieblings-Eistee im Kühlschrank. Du brauchst jetzt erst mal etwas zu essen.« Lara schob mich in die Küche und holte zwei Gläser aus dem Schrank.

Wir saßen die halbe Nacht in der kleinen Wohnküche und redeten über die Zukunft. Ich entschied, so schnell wie möglich in die USA zu fliegen, und mich um Tante Megans Haus und ihren Nachlass zu kümmern. Außerdem wollte ich ihr Grab sehen.

»Hast du deine Tante denn schon mal in Maine besucht? Ich meine, kennst du ihr Haus und die Gegend?«, fragte mich Lara.

»Nein, ich war nie dort. Ich wollte sie über Weihnachten besuchen, zusammen mit Mum und Dad – und jetzt ist sie tot.« Ich blinzelte die aufsteigenden Tränen schnell weg.

Lara nickte verständnisvoll und dann nahm sie einen Zettel zur Hand. »Wenn du hinfliegen willst, sollten wir eine Liste machen, was alles zu erledigen ist.«

Ich lächelte sie dankbar an und wir machten uns ans Werk.

Dann ging alles ganz schnell. Ich sprach mit unserer Haushälterin. Mrs Laurence schien ganz froh, für eine Weile nicht kochen zu müssen. Meiner Mum hinterließ ich nach mehreren missglückten Anrufen eine SMS.

Lara war eine echte Stütze. Sie half mir, meine Sachen zu packen und ein Flugticket zu besorgen.

Sie brachte mich auch am Abreisetag zum Flughafen. Als mein Flug aufgerufen wurde, fielen wir uns in die Arme.

»Versprich mir, dich zu melden, wenn du dort bist. Schick mir sofort eine SMS!«, sagte Lara.

»Ich hoffe, ich habe dort überhaupt Empfang«, gab ich zu bedenken und dachte wieder an meine Eltern.

»Keine Ausreden! Maine ist doch nicht auf dem Mond!«, erklärte Lara mit ernstem Gesicht.

»Ich verspreche es!«, versicherte ich ihr.

Und jetzt stand ich hier im Zentrum dieses winzigen Küstenortes und sah mich neugierig um. Der Überlandbus, mit dem ich den letzten Rest meiner Reise zurückgelegt hatte, fuhr gerade wieder ab. Ich blieb allein auf der Hauptstraße zurück, an der sich verschiedene kleine Geschäfte befanden. Dazwischen standen schöne Holzhäuser, die weiß und hellblau gestrichen waren. An den Fassaden hatten die Besitzer zum Teil maritime Dekorationen angebracht. Vor einem Haus hing eine alte Bootslaterne und neben einem anderen lehnte ein bunt bemalter Anker an der Hauswand. Es war kurz nach zwölf Uhr und die meisten Läden hatten anscheinend Mittagspause. Ich blickte die Straße hinunter und überlegte, wie ich von hier aus zum Haus meiner Tante kommen sollte. In der Ferne blinkte die Anzeige einer Pizzeria und ein Stück davor entdeckte ich ein Holzschild auf dem in großen Buchstaben Bed and Breakfast geschrieben stand. Ich schulterte meinen Rucksack und zog den Koffer hinter mir her. Bestimmt könnte man mir in der Pension helfen. Notfalls würde ich auch für eine Nacht ein Zimmer nehmen, um dann in Ruhe eine Fahrgelegenheit zu organisieren. Ich hatte zwar die Adresse, aber leider kannte ich mich in der Gegend nicht aus. Ich wusste lediglich, dass Tante Megans Haus etwas außerhalb von Port Pine lag. Ich lief die Straße entlang und entdeckte schräg gegenüber ein schmales Gebäude über dessen Ladentür »Touristeninformation« stand. Die Tür stand offen. Das passte ja perfekt! Eilig überquerte ich die Fahrbahn und ging auf das Haus zu. Im Fenster neben der Tür hingen ein paar vergilbte Plakate und eine Karte der Umgebung. Ich betrachtete die Landkarte eingehend. Leider war der Maßstab zu klein und half mir nicht weiter. Die nächste größere Ortschaft auf der Landkarte war Eastport. Der Ort lag an der Grenze zu Kanada. Dort war anscheinend auch mehr los als in dem verschlafenen Port Pine, denn fast alle Plakate im Schaufenster warben für Events in Eastport. »Piratenfestival«, las ich laut. »Sachen gibt es da!«

»Dafür haben wir unser Lobsterfest im August«, erklang plötzlich eine Stimme neben mir. Eine rundliche Dame war unbemerkt aus der Tür getreten. »Das Fest ist immer ein riesiger Spaß für die ganze Stadt. Natürlich ist es nicht zu vergleichen mit dem Piratenfestival, aber auch unser schönes Port Pine hat einiges zu bieten. Das können Sie mir glauben. Eastport ist natürlich größer und hat auch noch Old Sow, aber …«

»Wer oder was ist Old Sow?«, unterbrach ich den Redefluss der Frau.

»Old Sow ist ein Gezeitenstrudel vor Eastport. Eigentlich ist dieses Naturwunder in ganz Maine bekannt. Sie kommen wohl von weit her?« Ohne auf meine Antwort zu warten, plapperte sie munter weiter: »Nun, da sind Sie bei mir an der richtigen Adresse. Ich kann Ihnen alle Informationen über die Region geben, die Sie benötigen. Kommen Sie doch rein.«

Ich folgte der redseligen Dame ins Innere. Sie umrundete einen weiß getünchten Holztresen und begann eifrig Prospekte aus dem Regal zu sammeln. Dabei redete sie unaufhörlich weiter. Gerne hätte ich der gesprächigen Damen mein Anliegen vorgetragen, aber es erschien mir unhöflich, sie zu unterbrechen. Also wartete ich geduldig, während sie ein Loblied auf die Naturschönheiten der Umgebung sang.

»Suchen Sie eine Übernachtungsmöglichkeit?«, fragte sie mich, während sie mir Prospekte über geführte Kajaktouren und Wanderungen reichte.

»Nein, ich –«, setzte ich an.

»Wir haben einige schöne Pensionen hier in Port Pine und natürlich das Cobscook Bay Cottage. Dort sind die Übernachtungen allerdings etwas teurer. Jedenfalls würde ich Ihnen raten, eine Unterkunft vor Ort zu nehmen und von hier aus hinzufahren.«

»Wohin?«, frage ich nun völlig verdattert.

»Na, zum Piratenfestival. Eastport ist nur knapp 13 Meilen entfernt. Sie sind doch in den Ferien hier, oder?« Damit zeigte die Frau auf meinen  Koffer, den ich neben mir abgestellt hatte.

Dies war das Stichwort, auf das ich gewartet hatte. »Nein, ich bin eigentlich keine Touristin. Aber ich brauche trotzdem Ihre Hilfe. Ich suche diese Adresse.« Ich reichte ihr den Zettel mit der Adresse von Tante Megans Haus.

Die Dame warf kurz einen Blick darauf und dann einen langen Blick auf mich. »Das ist die Adresse von Mrs Steels Haus. Warum wollen Sie denn dort hin?« Sie zog fragend eine Augenbraue hoch.

»Nun Megan, also Mrs Steel ist meine Tante …« Ich stockte kurz. »Sie war meine Tante und –«

»Natürlich!«, rief die Dame jetzt aus. »Das hätte mir doch gleich auffallen müssen. Sie sehen Ihrer Tante sehr ähnlich. Die gleichen grünen Augen und so wunderschöne, rehfarbene Haare!«

Rehfarben war eine interessante Umschreibung für meine langen rotbraunen Locken, fand ich.

Jetzt ergriff die Frau meine Hand und drückte sie lächelnd. »Wie schön, mal Megans Nichte kennenzulernen. Ich bin übrigens Molly Madigan.«

Ich lächelte zaghaft zurück. Dann besann sich Mrs Madigan. »Oh, und natürlich mein herzliches Beileid! Wir sind alle noch ganz erschüttert von dem tragischen Unfall. Megan Steel war bei allen hier im Ort beliebt, auch wenn einige Bewohner ihr Vorhaben sehr kritisch gesehen haben.«

»Welches Vorhaben?«, erkundigte ich mich.

»Ach, ich plappere wieder nur dummes Zeug. Also, zu Megans Haus müssen Sie? Das Haus liegt circa dreieinhalb Meilen außerhalb von Port Pine. Zu Fuß ist die Strecke mit dem Gepäck doch etwas zu weit,

fürchte ich. Ich könnte Ihnen einen Mietwagen vermitteln. Sind Sie denn schon über 21?«, wechselte Mrs Madigan schnell das Thema und musterte mich über den Rand ihrer Brille hinweg.

Ich schüttelte den Kopf. »Nein, ich bin erst 18. Aber ich habe sowieso keinen Führerschein.«

Molly Madigan schwieg für einen Moment. Anscheinend fragte sie sich, wie man mit 18 Jahren noch ohne Führerschein klarkommen konnte.

»Es fährt kein Bus zum Haus. Aber ich habe da eine fabelhafte Idee. Einen kleinen Moment.«

Sie griff nach dem altmodischen Telefon, das an der Wand hinter dem Tresen hing und wählte eine Nummer. »Hallo Tom«, rief sie in den Hörer, »hier ist Molly. Fährst du heute noch zum Lighthouse raus? Prima, dann komm doch vorher hier vorbei und hol einen Fahrgast ab. Es ist Megan Steels Nichte, die du auf dem Weg absetzen kannst … – Was soll das heißen?  … Nun stell dich nicht so an! Also abgemacht! Bis gleich.«

Zufrieden legte Mrs Madigan auf. »Der alte Tom Huxley ist Leuchtturmwärter und kümmert sich um das Little East Bay Lighthouse. Er fährt jeden Tag hoch und sieht nach dem Rechten. Er wird Sie mitnehmen.«

»Das ist sehr freundlich von ihm.« Ich war ehrlich erleichtert, so einfach eine Mitfahrgelegenheit zu bekommen.

»Freundlich, nun ja …«, Molly Madigan runzelte die Stirn. »Tom ist ein wenig eigenbrötlerisch. Aber das darf man nicht so ernst nehmen.«

Ich nickte und fragte: »Wohnt er im Leuchtturm?«

Sie lachte. »Nein, die Zeiten sind lange vorbei. Das Leuchtfeuer ist automatisiert. Aber er überprüft regelmäßig die Technik, und dass alles seine Ordnung hat. Das Leuchtfeuer können Sie übrigens vom Garten aus sehen. Das Haus liegt nah bei den Klippen.«

Die Klippen – das erinnerte mich wieder an Tante Megans Unfall.

Einige Zeit später holperten Mr Huxley und ich in seinem rostigen Pick-up über die Straße, die mittlerweile mehr ein schmaler Waldweg war. Auf der Ladefläche rutschte mein Koffer hin und her. Meinen Rucksack hatte ich auf den Schoß genommen. Mr Huxley, der bisher keine zwei Worte mit mir gewechselt hatte, konzentrierte sich auf die Fahrbahn. Ich hatte zunächst versucht, mit dem griesgrämig dreinblickenden Mann ein Gespräch zu beginnen, dieses Vorhaben jedoch schnell aufgegeben. Tom Huxley war ein großer Mann. Er wirkte beinahe unheimlich mit seiner zerfurchten, wettergegerbten Haut und einer Narbe, die sich über seine komplette linke Gesichtshälfte zog. Seine riesigen Hände hielten das Lenkrad fest umklammert. Ich wandte meinen Blick ab und sah mir die Landschaft an. Dabei versuchte ich mir den Weg zu merken. Wir fuhren durch einen Wald, der hauptsächlich aus Kiefern bestand. Daher rührte wohl auch der Name des Ortes: Port Pine.

Plötzlich lichtete sich der Wald und gab den Blick auf ein wunderschönes weißes Holzhaus im viktorianischen Stil mit einer überdachten Veranda frei. Um das Haus herum lag eine ausgedehnte Rasenfläche. Das Grundstück fiel ein wenig in Richtung der Klippen ab und dahinter blickte man auf die blaue See. Möwen kreisten über den Felsen: ein atemberaubender Anblick. Ich war sofort von diesem Ort fasziniert und verstand, warum Tante Megan dieses Haus gekauft hatte.

Mr Huxley stoppte den Pick-up. Unschlüssig saß ich noch einen Moment auf dem Beifahrersitz, dann sagte ich: »Vielen Dank, dass Sie mich mitgenommen haben.«

Er grummelte etwas Unverständliches. Ich zwang mich zu einem Lächeln und stieg aus. Tom Huxley blieb sitzen. Ich umrundete den Wagen und versuchte meinen Koffer von der Ladefläche zu heben. Doch ich schaffte es nicht. Rauf war es ein wenig einfacher gewesen, da Mr Huxley zuvor die Ladeklappe geöffnet hatte. Er machte keine Anstalten mir zu helfen. Ich seufzte und ging zurück zur Beifahrertür. »Könnten Sie mir bitte behilflich sein?«, bat ich ihn.

Er antwortete nicht, stieg aber aus und öffnete die Ladeklappe. Ich wuchtete meinen Koffer mit aller Kraft hinunter. Tom Huxley nickte mir zu und ging zur Fahrertür. Dann drehte er sich noch einmal zu mir um und sagte mit der knarrenden Stimme eines Menschen, der nicht gewohnt ist sie oft zu benutzen: »Miss, Sie sollten hier keine ausgedehnten Wanderungen unternehmen. Vor allem die Klippen sind gefährlich. Am besten, Sie reisen möglichst bald wieder ab.« Ohne meine Antwort abzuwarten, stieg er in seinen Wagen und fuhr los.

Entgeistert starrte ich dem Pick-up nach. Was hatte diese seltsame Warnung zu bedeuten?

Ich drehte mich um und trug mein Gepäck zur Haustür. Dann kramte ich den Schlüssel aus meinem Rucksack und atmete einmal tief durch, bevor ich den Schlüssel ins Schloss steckte.


Neugierig geworden? Dann wirf einen Blick auf weitere Titel aus unserem Programm.


Du liest gerne und sagst geradeheraus deine Meinung zur Lektüre? Werde Rezensent/in und trag dich in unsere Rezensentendatenbank ein!

Romance Mystery E-Book

Das E-Book kaufen.

Evelyn Boyd begeisterte sich schon immer für coole Waldgeister, dunkle Vampire und einsame Werwölfe. Bereits als Kind las sie alles, was sie dazu in die Hände bekommen konnte. Bevor sie allerdings anfing ihre eigenen Geschichten aufs Papier zu zaubern, studierte sie Medizin. Ihr Debütroman Herz aus Stein? erschien im Sommer 2009. Evelyn Boyd schreibt Jugendbücher, Kriminalromane, Romantasy und Hörspielskripte.