Versuchung zu viert

Zehn: Dominic

 Ich bin direkt froh, dass ich mich heute doch für die Jeans entschieden habe. Verflucht, hat Alina immer schon so heiß ausgesehen? Alter, du hast ihr gerade voll auf die Brüste und auf den Hintern gestarrt! Mist. Ob Kim etwas gemerkt hat? Aber die scheint mit den Gedanken woanders zu sein.

Entweder bin ich aufgrund der Lernerei in den letzten Monaten hormonell unterfordert, oder es liegt daran, dass ich sie zuletzt im Winter gesehen habe. Da hatte sie einen dicken Pulli und eine lange Hose an. In diesem dünnen Top und den Shorts sieht man, was sie für eine Hammerfigur hat. Wie sie sich gerade nach der Tasche gebückt hat und ihre Shorts sich so über diesen perfekten, knackigen Apfelpo gespannt haben … hui! Ich musste mich zwingen, nicht wie ein sabbernder Idiot draufzustarren, als sie vor mir herging. Die dunklen Haare und die tolle Sonnenbräune – genau mein Typ. Kim ist natürlich auch megahübsch. Aber, wenn ich ehrlich bin, sind blonde Haare gar nicht unbedingt mein Favorit. Kim steht das helle Blond – sieht toll aus an ihr. Sie könnte Werbung für Urlaub in Schweden machen. Verliebt habe ich mich zuerst in ihre tollen blauen Augen und ihr Lachen. Ihre ganze Art – es hat eben gepasst. Und das werde ich jetzt auch nicht aufs Spiel setzen, indem ich wie ein Blödmann ihre beste Freundin angaffe.

Okay, also krieg dich jetzt gefälligst unter Kontrolle und denk an etwas Urlangweiliges oder Ekliges – Raststättenklos, Strömungsmechanik, der Badmülleimer … puh! Problem vorerst gelöst. Das sollte mir jetzt aber nicht noch einmal passieren – schon gar nicht in Badehose. Kim hat was von einem Whirlpool und einer Sauna gesagt. Na, Prost Mahlzeit. Das wird noch lustig.

Dieser Cito scheint ganz locker drauf zu sein. Netter Typ. Aber ob er auch noch so nett ist, wenn er spitzkriegt, dass seine Freundin bei mir gerade einen mordsmäßigen Ständer verursacht hat? Wohl kaum. Der sieht eher aus wie der Typ, der dir dann aufs Maul haut. Und Kim? Wie würde Kim reagieren?

Ich muss unwillkürlich grinsen, als ich es mir vorstelle. Die brächte es nämlich fertig und würde sich darüber kaputtlachen, wenn sie wüsste, was da gerade in meiner Jeans los war. Und dann würde sie mich damit den ganzen Urlaub lang piesacken.
»Los, hol mir einen Drink, oder ich sage Alina, dass du ihr auf den Arsch geguckt hast.«
Die meisten Mädchen, die ich kenne, würden mir die Augen auskratzen und mich auf der Stelle verlassen. Kim nicht. Die ist echt entspannt. Sie ist selbstbewusst genug zu wissen, dass ich sie liebe und schon keinen Unsinn machen werde. Das ist das Tolle an ihr. Ehrlich, ich kann froh sein, dass ich eine so entspannte Freundin habe, die mich nie kontrolliert oder mich grillt, weil ich mal eine Stunde zu spät bin oder ihr vergessen habe, zu texten. Ich weiß das durchaus zu schätzen und gerade deshalb sollte ich aufpassen, dass ich mich schnell wieder in den Griff bekomme. Also: Strömungsmechanik, Raststättenklos, Badmülleimer …

 

 

Elf: Kim

 Langsam beginne ich, mich ein bisschen zu entspannen. Alina und Dominic scheinen nichts mitbekommen zu haben und Christos hätte ehrlich einen Oscar verdient. Er wirkt so locker und natürlich, während ich glaube, jeder könnte mir das schlechte Gewissen und die schmutzigen Gedanken an der Nasenspitze ansehen.

Nach knapp dreieinhalb Stunden und einem Einkaufsstopp in Flensburg haben wir die Fahrt überstanden. Mir ist es bisher gelungen, mein Unbehagen einigermaßen zu überspielen. Alina hat extra eine Playlist für die Fahrt zusammengestellt. Alle Hits unserer wilden Jugend, die wir lauthals mitgeschmettert haben. Die Jungs waren gleich auf einer Wellenlänge und fingen an, über Fußball, Technik und Marvel-Superhelden zu fachsimpeln. Eigentlich könnte das ein super Urlaub sein – wie gesagt: eigentlich. Wenn da nur nicht die klitzekleine Nebensache wäre, dass ich mit fünfzig Prozent der Mitreisenden Sex hatte und weitere fünfzig Prozent – also genau die Falschen – vollkommen ahnungslos sind. Und wenn da nicht die unwesentliche Kleinigkeit wäre, dass Christos bei mir nach wie vor alle möglichen Gefühle auslöst, die ich auf einer Urlaubsreise mit meinem Freund definitiv nicht haben sollte.

Bei uns herrscht anscheinend frühsteinzeitliche Rollenverteilung: Während Alina und ich auspacken, Getränke kaltstellen und unsere »Höhle« einrichten, sind die Männer damit beschäftigt, Feuer zu machen – sprich, den Grill auf der Terrasse anzuheizen – und sich mit der Zubereitung der in Flensburg erlegten Grillspezialitäten zu beschäftigen. Und damit das Klischee perfekt ist, schnippeln wir Mädels noch brav das Gemüse für den Salat, den es – sind wir mal ehrlich – gar nicht erst geben würde, wenn unsere Höhlenmänner den Speiseplan zu bestimmen hätten. Manchmal wundert es mich, wie Dominic so gut in Form bleibt, bei der Ernährung. Allerdings treibt er auch viel Sport und er hat ja mich, die dafür sorgt, dass er auch mal was Gesundes isst.

Kurze Zeit später brutzeln die ersten Fleischstücke auf dem Grill und verbreiten einen verführerischen Duft, der sich mit der würzigen Seeluft mischt und bei mir für Urlaubsfeeling sorgt. Langsam senkt sich die Sonne, doch es ist noch immer sommerlich warm. Ich freue mich auf unseren selbstgemixten Hugo und Gegrilltes. Es fühlt sich alles herrlich normal an und fast könnte ich unser kleines Problem vergessen. Vielleicht ist es doch nicht die Vollkatastrophe, dass wir zufällig beide hier gelandet sind. Es wird uns doch wohl gelingen, die Finger voneinander zu lassen und die Klappe zu halten.

 

Satt und zufrieden lehne ich mich zwei Putensteaks, einen Salat und drei Hugos später in meinem Stuhl zurück, blicke in den dämmrigen Sommerabendhimmel und feiere im Stillen mein Leben, das gerade nicht besser sein könnte – gut, mal von der Komplikation mit Chris abgesehen.

»Ich hol mir noch ein Bier. Du auch noch, Chris?«

»Klar, gerne.«

Dominic ist aufgestanden und geht in den Schuppen, um die Getränke aus dem Kühlschrank dort zu holen. Kurz darauf erscheint sein Kopf wieder in der Tür.

»Geil! Alina, ist das da drin etwa eine Hollywoodschaukel?«

Er zeigt auf das unförmige, von einer Plane verhüllte Etwas, das man durch die geöffnete Tür sehen kann.

»Ja. Die stand früher hier auf der Terrasse, aber seit wir nicht mehr so oft herkommen, haben meine Eltern sie eingemottet.«

»So eine hatte meine Oma im Garten!« Dominic ist begeistert über seinen Fund. »Meinst du, es ist okay, wenn wir sie auf die Terrasse stellen?«

»Das macht ihr aber mal schön alleine!«, findet Alina. »Ich bin pappsatt und rühre jetzt keinen Finger mehr. Aber anschaukeln dürft ihr mich dann anschließend gerne.«

»Warte, ich helfe dir!« Schon ist Chris aufgesprungen, und mit vereinten Kräften hieven die Jungs das alte Schätzchen auf die Terrasse.

Nachdem sie es von der Plane befreit haben, schmeißt Dominic sich lang ausgestreckt auf das blaugeblümte Polster.

»Aaah, gemütlich!«

»Hey! So haben wir nicht gewettet.« Alina springt auf. »Mach gefälligst Platz!«

»Was? Hast du da auch so ein Rauschen gehört, Chris?« Dominic grinst frech und denkt gar nicht daran, Platz zu machen. Die Stimmung ist nach dem Alkoholgenuss nun ziemlich ausgelassen. Ich beginne gerade, mich zu entspannen, als Chris sich auf den freigewordenen Stuhl neben mir setzt. Einen kurzen Augenblick zieht eine Gänsehaut meinen Arm hinauf und setzt sich als Kribbeln in meinem Nacken fest. Ich ärgere mich über meinen blöden Körper und diese verflixten Hormone. Dass dieser Typ immer noch so eine durchschlagende Wirkung auf mich hat!

Wildes Gelächter und Kreischen von der Hollywoodschaukel. Alina hat sich schlicht auf Dominics Beine gesetzt und er versucht, sie mit einer Kitzelattacke zu verscheuchen. Hm. Die beiden verstehen sich aber auch ziemlich gut. Vielleicht ein bisschen zu gut. Kurz durchzuckt mich so etwas wie Eifersucht. Doch dann schelte ich mich selbst für meine Heuchelei. Eifersucht kann ich mir in meiner Situation ja wohl kaum erlauben. Eine Sekunde lang blitzt ein Gedanke auf, der so abwegig ist, dass ich ihn schnell beiseiteschiebe. Ich fühle Christos’ Blick auf mir und sehe schließlich zu ihm hinüber. Er lächelt und nickt mir kaum merklich zu. Als ob er sagen wolle: »Siehst du? Alles okay, kein Grund zur Panik.«

Während Alina und Dominic sich weiter lautstark und ausgelassen um den Platz auf der Hollywoodschaukel balgen, spüre ich eine zarte Berührung an meinem Unterarm. Ich drehe den Kopf und schicke Chris einen »Bist du verrückt!?«-Blick. Wie zufällig streift er mit dem kleinen Finger noch einmal sachte mein Handgelenk, dann zieht er die Hand zurück und schaut etwas betreten. Wahrscheinlich muss er mir recht geben, dass das überhaupt keine gute Idee ist. Doch die Berührung – die spüre ich noch immer. Und nicht nur am Handgelenk. Sie windet sich wie ein elektrischer Strom als aufregendes Kribbeln durch all meine Nervenbahnen und macht sich zwischen meinen Schenkeln breit. Das muss der vielzitierte Reiz des Verbotenen sein, der dieser Chemie zwischen uns noch den letzten Turbokick gibt. Es ist aufregend und abschreckend zugleich, mir vorzustellen, dass wir hier fortsetzen, was wir damals angefangen haben. Hier, quasi direkt unter den Augen von Alina und Dominic. Das Kribbeln lässt bei dem Gedanken keinesfalls nach – im Gegenteil.


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Lia Bergman – Versuchung zu viert

Lia Bergman lebt und arbeitet in einer kleinen Stadt im Münsterland und schreibt Romane über Liebe, Lust und Leidenschaft. Lia ist ausgebildete kaufmännische Assistentin für Fremdsprachen, hat Anglistik und Germanistik studiert und arbeitet als Autorin, Übersetzerin, Lektorin und Sprachlehrerin. Das Herz der reiselustigen Autorin schlägt vor allem für die britischen Inseln und Skandinavien und eine sinnliche Atmosphäre und interessante Kulisse sind für sie wichtige Bestandteile einer fesselnden Geschichte.

Hot Neighbors – neuer erotischer Roman von Bettina Kiraly

Stuttgart, Februar 2018. „Freitagnachmittag, fünfzehn Uhr und ich sitze allein zu Hause. Wie hat es nur so weit kommen können? Seufzend trete ich ans Fenster und schaue in die Ferne. Von Weitem kann ich einen Teil des Riesenrads im Prater sehen. Trotz der Schwüle sind einige Wiener auf der Straße unterwegs … Sie zu beobachten frustriert mich. Ich wünschte, ich hätte jemanden an meiner Seite, einen Freund, einen Partner, jemanden, der sich Gedanken um mich macht.“

Mit diesen Worten beginnt der neue Erotikroman von Bettina Kiraly, denn die Autorin ist sich sicher: Erotikromane finden nur dann in die Herzen ihres Publikums, wenn sie eine lebensnahe, spannende und prickelnde Geschichte erzählen können. Die Charaktere sollten nachvollziehbar, einfach echt sein und die Sexszenen geschmackvoll. So konzentriert sich Kiraly in ihrem neuen Erotikroman erneut auf detaillierte Beschreibungen und eine niveauvolle, sinnliche Sprache.

Für Kiraly bleibt jede Erotikgeschichte etwas Besonderes: „Gute Sexszenen zu schreiben ist eine große Herausforderung, macht aber auch immer unglaublich viel Spaß.“ Ihre Geschichten nehmen besondere und ausgefallene Erlebnisse von Frauen auf, die mitten im Leben stehen – wie in Hot Neighbors: Jennis neuer Nachbar Leonard ist ein echter Leckerbissen: lange, dunkle Haare, muskulös und tätowiert. Schnell findet sie sich in erotischen Fantasien mit ihm wieder. Als die Klimaanlage in seiner Wohnung sie in einer heißen Sommernacht zum Bleiben verlockt, kommt sie ihm auch tatsächlich näher. Soll sie die Möglichkeit ergreifen, als er ihr die Erfüllung ihres geheimen Traumes von einer leidenschaftlichen Nacht mit zwei Männern ermöglicht?

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Bettina Kiraly – Hot Neighbors

Eine leidenschaftliche Nacht mit zwei Männern? In dem erotischen Liebesroman Hot Neighbors von Bettina Kiraly geht es um die Erfüllung geheimster Träume und erotischer Fantasien. Die prickelnde Geschichte ist Teil der Secret Desires-Reihe.

Magic Callboy – Der neue Erotikroman von Bettina Kiraly

Stuttgart, Januar 2018. Erotikromane erobern nur dann die Herzen ihres Publikums, wenn sie eine echte, spannende und prickelnde Geschichte erzählen können. Die Leidenschaft steht dabei immer im Vordergrund, aber die Charaktere sollten nachvollziehbar und die Sexszenen geschmackvoll sein. So erwarten den Leser in diesem neuen Erotikroman von Bettina Kiraly erneut die vertraut detaillierten Beschreibungen und eine niveauvolle, sinnliche Sprache. Denn jede Erotikgeschichte ist für sie ein anspruchsvolles Unterfangen: „Gute Sexszenen zu schreiben ist eine große Herausforderung, macht aber auch unglaublich viel Spaß.“

Bettina Kiralys Geschichten nehmen vor allem besondere und außergewöhnliche Erlebnisse von Frauen auf, die mitten im Leben stehen – wie in Magic Callboy: Lisa steckt seit Jahren in einer langweiligen Beziehung mit Reinhard fest, der einige Jahre älter ist als sie. Als er versucht, wieder Schwung in ihre Liebe zu bringen, findet Lisa seine Ideen erst einmal ziemlich aufregend. Nach langem fühlt sie sich endlich wieder begehrt. Doch dann engagiert er einen Callboy und zeigt eine neue Seite von sich. Lisas Sicht auf Reinhard verändert sich unwiderruflich und die Nacht verläuft anders als geplant. Was das über Lisas Beziehung aussagt, wenn ein Fremder ihre Bedürfnisse besser kennt als ihr langjähriger Freund, stellt die Beziehung auf die Probe.

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9783960875567

Der neue erotische Liebesroman von Bettina Kiraly ist Teil der Secret-Desires-Reihe. Den Leser erwarten eine heiße Nacht, die alles verändert, eine außergewöhnliche Beziehungskonstellation und Protagonisten, die für Überraschungen sorgen.

Hot Neighbors

Kapitel 1

Freitagnachmittag

Fünfzehn Uhr und ich sitze allein zu Hause. Wie hat es nur so weit kommen können?

Seufzend trete ich ans Fenster und schaue in die Ferne. Von Weitem kann ich einen Teil des Riesenrads im Prater sehen. Trotz der Schwüle sind einige Wiener auf der Straße unterwegs. Die wissen den Feierabend zu genießen. Sie zu beobachten, frustriert mich.

Ich wünschte, ich hätte jemanden an meiner Seite, einen Freund, einen Partner, jemanden, der sich Gedanken um mich macht. Klar kann ich dafür sorgen, dass ich im Bett nichts vermissen muss. Schließlich braucht es keine Liebe, um Spaß mit einem Mann zu haben. Aber noch bin ich über die Sache mit Sven nicht hinweg. Sonst hätte ich schon die ein oder andere Idee, wie ich mich ablenken könnte. Der neue Nachbar, auf den ich heute einen Blick habe werfen dürfen, wäre eine Möglichkeit. Immer wieder muss ich an ihn denken. Die Fantasie, was dieser starke Mann mit mir anstellen dürfte, lässt mein Herz rasen. Bei der Hitze sollte ich das schnell abstellen.

Aus der Küche hole ich mir ein Glas Wasser und den Apfelstrudel, den ich mittags in der Bäckerei gekauft habe. Damit mache ich es mir jetzt auf der Couch bequem. Im Fernsehen läuft ein Wissensquiz. Ich habe den Ton abgestellt, weil ich die nervige Stimme des Moderators nicht ertrage.

Vielleicht hätte ich doch die Mädels auf dieser Tour ins Salzburger Land begleiten sollen. Maren und Tina haben schon seit Tagen von nichts anderem geredet. Aber hinter mir liegt eine anstrengende Woche. Jetzt in der Ferienzeit ist am Flughafen so verdammt viel los. Die Langstreckenflüge erlauben mir als Stewardess, fremde Länder zu bereisen, in die ich sonst nie kommen würde. Zeit für ein Privatleben bleibt mir allerdings nicht viel.

Dabei gäbe es noch einiges zu organisieren. An der Wand meines Wohnzimmers stapeln sich bereits die Umzugskartons. Dekoartikel, die ich etwas voreilig gekauft habe, verstellen mir den direkten Weg vom Esstisch zur Couch. Bin ich froh, wenn dieses Chaos beseitigt ist!

Ab Montag kann ich in meine neue Wohnung. Ich muss die Wände neu streichen, im Schlafzimmer einen Teppich verlegen lassen, den Einbau der Küche kontrollieren. Die meisten Möbel nehme ich mit, weshalb ich einen Freund gebeten habe, mir seinen SUV zu borgen. Die Kleiderkästen müssen hier abgebaut und drüben wieder aufgestellt werden, bevor ich meine Sachen wieder einräumen kann. Für all das habe ich mir extra die kommende Woche freigenommen. Das nächste Wochenende will ich schon in der neuen Wohnung verbringen.

Ich schaufle den Apfelstrudel in mich rein. Die Liste von Dingen, die mich erwarten, stresst mich. Und wenn ich gestresst bin, esse ich. Gott sei Dank habe ich mir bei meinem Job gute Nerven antrainiert, aber dieser Umzug liegt mir im Magen. Und dazu ist es auch noch unerträglich heiß. Ich trage bloß ein dünnes Hemdchen, und trotzdem läuft Schweiß meinen Rücken hinunter. Sven hat sein Versprechen, die Klimaanlage zu reparieren, nicht gehalten. Jetzt muss ich es allein ausbaden. Noch ein Punkt auf Svens Minusliste.

Hätte er mich nicht verlassen, könnte ich diese tolle Wohnung genießen, ohne ständig trübselig zu werden, wenn mich etwas an ihn erinnert. Ich muss hier weg, um nicht mehr an ihn denken zu müssen und wieder neu anfangen zu können. Nur wegen Sven fühle ich mich in meinen eigenen vier Wänden einsam. Er trägt überhaupt Schuld an vielen Dingen, die gerade in meinem Leben schieflaufen. Wegen unserer Trennung bin ich unkonzentrierter und leichter reizbar. Ich habe mir eine Rüge eingefangen, als ich einem aufdringlichen Fluggast mit harscheren Worten als notwendig klargemacht habe, dass sein Flirten unangebracht ist. Davor hätte ich einen Flug beinahe verpasst, weil ich verschlafen habe.

Es ist höchste Eisenbahn, dass ich die Kurve kriege. Sollte ich meinen Job verlieren, würde ich bald auf der Straße landen. Und sowas steht mir gar nicht.

Vielleicht nehme ich die Einladung des Piloten an, der mich schon seit Ewigkeiten um ein Date bittet. Als ich noch vergeben war, hat mich diese Hartnäckigkeit amüsiert. Aber möglicherweise wäre ein Verehrer, der ehrlich an mir interessiert ist, im Augenblick genau das Richtige für mich.

Auf dem Gang höre ich Stimmen. Ein Mann und eine Frau. Sie halten direkt bei meiner Tür an. Mit viel Schlüssel klimpern und lautem Lachen der Frau wird die Wohnung gegenüber geöffnet. Na, wenigstens mein neuer Nachbar scheint Spaß zu haben.

Dass der sich überhaupt schon traut, Besuch zu empfangen! Heute Vormittag habe ich beobachtet, wie er aus einem riesigen Umzugswagen unzählige Kisten und Möbel geschleppt hat. Wegen des Umzugswagens habe ich stechende Eifersucht empfunden. Für die Menge an Zeug ist er aus meiner Sicht allerdings zu bemitleiden. Er kann seine Wohnung unmöglich jetzt schon präsentabel hergerichtet haben. Ob seiner Begleitung das egal ist? Vielleicht wäre ich auch nicht sonderlich anspruchsvoll, wenn ich bei einem attraktiven Kerl wie ihm landen könnte.

Er entspricht genau meinem Beuteschema: schulterlanges hellbraunes Haar, muskulöse tätowierte Oberarme, stechende blaue Augen. Ein optischer Leckerbissen. Heute Morgen habe ich überlegt, wie schade es ist, dass ich bald wegziehe und deshalb keine nähere Bekanntschaft mit ihm schließen kann. Eine kurze Affäre wäre auch in meinem Sinn. Doch es scheint, als hätte er eine Freundin. Tja, Pech gehabt.

Ob seine Brust behaart ist? Trotz des engen Muskelshirts habe ich das aufgrund der Entfernung nicht erkennen können. Ich liebe bei meinen Kerlen Haare auf der Brust, solange es nicht überhandnimmt.

Die Beine in den kurzen Hosen waren stark gebräunt. Ein Sportler möglicherweise. Ich kann ihn mir nicht in einem Büro vorstellen.

In den Umzugskartons habe ich Bücher entdeckt. Gehören die seiner Freundin? Ich würde gern glauben, dass Lesen zu seinen Hobbys zählt. Nichts ist mehr sexy als ein muskulöser Kerl mit Herz und Hirn.

Vergiss das Herz, mahne ich mich. Das brauchst du schon gar nicht. Sein Hirn kann von Vorteil sein, wenn es darum geht, auf die Bedürfnisse einer Frau Rücksicht zu nehmen. Notfalls reicht aber auch der durchtrainierte Körper. Einer, der sich hart an mich presst.

Meine Brustwarzen beginnen zu kribbeln. Ich lasse meine Hand von meinem Bauch zu meinen Brüsten wandern, streiche mit dem Daumen leicht über eine Spitze, die sich sofort verhärtet. Wenn mir diesen Dienst doch bloß jemand anders erweisen würde!

Mit geschlossenen Augen stelle mir meinen neuen Nachbarn vor. Sein Blick ist begierig, als er sich zu mir beugt. Seine Lippen schließen sich über dem Stoff, unter dem sich meine Brustwarzen abzeichnen. Ja, das würde mir gefallen.

Hastig streife ich mir das Hemdchen über den Kopf. In meiner Fantasie drängt er mich zurück, bis ich liege. Seinen Mund direkt auf meiner Haut zu spüren, macht mich total an. Er saugt an meinen Brustspitzen, lässt seine Zungenspitze damit spielen. Begehrlich, wenig zaghaft. Der Kerl weiß, was er will.

Während er seine Zärtlichkeiten unterbricht und langsam sein Muskelshirt hochschiebt, werde ich meinen Slip los. Meine Augen heften sich auf die Haut, die er freilegt; der Stoff offenbart straffe Bauchmuskeln. Dann kommt eine behaarte Brust zum Vorschein, ganz wie ich sie mir vorgestellt habe.

Mein heißer Nachbar beugt sich wieder über mich und küsst mich auf den Hals. Seine Hände umfassen meine Brüste, liebkosen sie, bevor er neuerlich mit der Zunge über die harten Knöpfe streicht. Gleichzeitig legt er sich zu mir auf die Couch.

Sein Gewicht auf mir fühlt sich perfekt an. Sein Körper ist so schwer und so hart.

In der Stille der Wohnung kommt ein lautes Stöhnen über meine Lippen.

Er schiebt eine Hand zwischen meine Beine. Es handelt sich lediglich um eine federleichte Berührung, doch ich spüre die Explosion meiner Nervenenden bis in mein Innerstes. Seine Finger schweben über meiner Haut; ein neckisches, sanftes Werben.

Auf meiner Brust spüre ich seine freie Hand. Er massiert meinen Busen mit festem Griff, zieht an meinen Brustwarzen, dreht sie zwischen Daumen und Zeigefinger, sodass sich der süße Schmerz in Wellen in meinem Körper fortpflanzt.

Frustriert wimmere ich, weil die Berührung meines heißen Nachbarn an meiner intimsten Stelle im Gegensatz zu dem kräftigen Zwirbeln viel zu sanft ist. Gott, ich liebe dieses Necken. Einige Sekunden lang genieße ich die unterschiedlichen Liebkosungen, doch dann reicht es nicht mehr. Meine Mitte pocht sehnsüchtig. Ich packe seine Hand und presse sie fest an mich.

Der Mann auf mir lacht leise und bewegt einen Finger. Mit der Fingerkuppe dringt er dabei in mich ein.

Wieder stöhne ich laut, hebe ihm mein Becken entgegen, damit ich mehr von ihm spüre. Als Antwort zieht er sich zurück und kreist mit dem Daumen über meiner Klitoris. Die Muskeln in meinem Becken spannen sich an.

Die Reibung nimmt an Intensität zu. Während er mich weiter neckt, lässt er immer wieder seine Fingerspitze in mich gleiten. Ich will ihn ganz fühlen. Mein Herz pocht schnell, mein Atem kommt stoßweise und jede Faser meines Körpers ist angespannt und sehnt sich nach Erfüllung. Doch er lässt sich Zeit, um mich an die Grenze des Erträglichen zu bringen.

Bestimmt ahnt er, wie sehr ich mich nach ihm verzehre. Ich bin mir sicher, er kann erkennen, wie verrückt er mich macht.

„Jetzt“, bettle ich schließlich. Es scheint, als hätte der Raum sich unnatürlich aufgeheizt. Meine Haut glüht und Schweißtropfen perlen auf meiner Stirn. Ich bin seltsam fiebrig. „Jetzt!“

Zwei seiner Finger schieben sich endlich ganz in mich. Das Gefühl ist unwahrscheinlich intensiv. Mein Mund öffnet sich zu einem lautlosen Schrei. Er stößt zu, reibt sich dabei zusätzlich an meiner empfindlichsten Stelle und um das Vergnügen perfekt zu machen, beugt er den Kopf und saugt an meiner Brustwarze.

Alle Muskeln meines Körpers verkrampfen sich und überraschend schnell halte ich den Atem an. Ich bin ein gespannter Bogen, der darauf wartet, sämtliche Energie abzugeben. Ein paar weitere Bewegungen der Hand in und an mir, ein sanfter Biss in meine Brust und die Spannung entlädt sich in einem Feuerwerk meiner Sinne.

Mein Körper versucht ihn mit zuckenden Kontraktionen festzuhalten. Hinter meinen geschlossenen Augen leuchten Lichtblitze auf, Wärme breitet sich von meinem Magen aus, kühlt sich aber viel zu schnell wieder ab. Mir ist gleichzeitig heiß und kalt. Ich zittere, habe ein leises Surren im Ohr und ringe nach Luft. Schwindel erfasst mich, als die Couch sich unter mir dreht. Fast befürchte ich, die Besinnung zu verlieren.

Meine Finger umfassen immer noch meine Brust und meine Scham, als ich wieder zu mir komme. Mein Mund ist ausgetrocknet, sodass ich krampfhaft schlucke. Ich fröstle, obwohl das Zimmer sich nicht abgekühlt hat. So intensiv habe ich schon lange keinen Orgasmus mehr erlebt.

Grinsend öffne ich die Augen. Das Bild meines heißen Nachbarn verfolgt mich immer noch. Doch jetzt ist mein Begehren gestillt. Ich muss nicht mehr befürchten zu sabbern, wenn mir der nächste attraktive Mann über den Weg läuft. Und das Beste? Trotz kaputter Klimaanlage ist es mir gelungen, mich etwas abzukühlen.

Dieser Zustand wird leider nicht lange andauern.


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Bettina Kiraly – Hot Neighbors

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Als Teenager startete Bettina Kiraly mit Gedichten und kurzen Fragmenten von Geschichten. Zehn Jahre dauerte ihr erster Roman von der Idee zur Vollendung. Nun feiert sie demnächst ihr zehnjähriges Jubiläum als veröffentlichte Autorin und bald ihre dreißigste Veröffentlichung.

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