Fiona Winter über ihr neues E-Book

Fiona Kawazoe

Worum geht es in deinem Buch Vampirjägerin inkognito – Verfluchte Liebe?

Mich hat es gereizt, herauszufinden, wie es mit Amelie und Lucian, und natürlich auch mit Chris, Serena, Marcelle und Sassa weitergeht. Es gibt ja viele Liebesgeschichten, die in dem Moment enden, in dem die Protagonisten zusammenfinden, aber ich hab mich gefragt: Würde es sich nicht lohnen, weiterzuerzählen? Und die Antwort war für mich eindeutig JA.

Bei Amelie und Lucian konnte ich mir einfach nicht vorstellen, dass sie nach dem ersten Teil das perfekte Paar sind und glücklich bis an ihr Lebensende leben. Im Gegenteil, die beiden haben ein ungeheures Konfliktpotenzial und die Tatsache, dass sie eine Zauberin und er ein Vampir ist, macht das Ganze nicht einfacher. In Verfluchte Liebe geht es daher vor allem um Amelies und Lucians Liebe, ihre Konflikte, von denen sie wirklich einige haben, und um Amelies und Lucians Umfelder, die gegen ihre Liebe sind. Es geht um die Gründung eines Bündnisses zwischen Zauberern und Vampiren, um Eifersucht, um Lucians Vergangenheit und um die Frage, ob eine Beziehung zwischen Mensch und Vampir überhaupt möglich ist.

Wie lange hast du daran gearbeitet?

Für die Erstfassung habe ich gut 6 Monate gebraucht, für das Lektorat ist noch mal 1 Monat eingeplant.

Was genau fasziniert dich an Vampiren?

Mich reizt diese dunkle Seite an ihnen, dieses Böse, das Gefährliche. Mit „guten“ Vampiren, die lieber keine Vampire wären oder sich schuldig fühlen wegen dem, was sie früher getan haben, kann ich nichts anfangen, das nimmt für mich das Reizvolle weg. Außerdem finde ich Bad Boys einfach unheimlich sexy und bei Vampiren hat man da die ultimativen Möglichkeiten 😉

Von allen Vampiren aus Literatur, Film und Fernsehen – wer ist dein Lieblings-Vampir und warum?

Ich fand Spike aus Buffy immer super. Der ist genauso, wie ich mir einen Vampir vorstelle: Richtig schön böse – und er steht dazu.

Wenn du in einer Fantasywelt leben könntest – welches Wesen wärst du dann?

Ich wäre natürlich der Mensch, der sich in einen Vampir verliebt – ist doch klar 😉

Wie viel von dir selbst steckt in Zauberin/Vampirjägerin Amelie?

Ich glaube, wenn man aus der Ich-Perspektive schreibt, fließt automatisch auch einiges vom Autor selbst mit ein. Amelie ist ja durchaus ein bisschen blauäugig, andererseits versucht sie, schwierige und emotionale Situationen mit Vernunft zu lösen. Das trifft auf mich schon auch zu. Außerdem hat sie ein Problem mit Vertrauen. Mit ihrer Liebe zu Lucian ist ein gewisses Maß an Unsicherheit verknüpft, da kann sie einfach nicht aus ihrer Haut. Und ja, da erkenne ich auch ein Stückchen von mir selbst wieder.

War für dich während der Arbeit am ersten Teil schon klar, dass es eine Fortsetzung zu Vampirjägerin inkognito geben wird?

Den ersten Teil hab ich ja erstmals vor vielen Jahren im Selfpublishing veröffentlicht, damals war noch kein zweiter Teil geplant. Als dann dp meine Vampirjägerin verlegen wollte und ich letztes Jahr zusammen mit der Lektorin an der Überarbeitung des ersten Teils saß, hat mir das solchen Spaß gemacht, dass ich unbedingt einen zweiten Teil schreiben wollte. 

Welche Projekte planst du für die Zukunft?

Als nächstes werde ich wohl wieder was in Richtung Frauenroman schreiben – ich brauch immer mal ein bisschen Abwechslung, was das Genre angeht. Ich hab schon grob eine Geschichte im Kopf, außerdem habe ich überlegt, eine Novelle zu Ein Mitbewohner zum Verlieben zu schreiben. Was allerdings zuerst dran kommt, weiß ich noch nicht.

Planst du einen dritten Teil von Vampirjägerin inkognito? 😉

Beim Schreiben von Teil 2 sind mir schon ein paar Ideen für einen möglichen dritten Teil gekommen. Ob diese aber dann wirklich umgesetzt werden, hängt natürlich auch davon ab, wie der zweite Teil aufgenommen wird und ob es überhaupt ein Publikum für eine weitere Fortsetzung gibt.

Du hast schon an vielen verschiedenen Orten gelebt – wo fühlst du dich Zuhause?

Auf jeden Fall Japan! Ich war gerade wieder für 4 Monate dort und hoffe ja immer, dass mich das Leben irgendwann wieder langfristig dorthin verschlägt. Seit Januar wohne ich nun erst mal in Amsterdam, und das ist auf jeden Fall auch sehr interessant! 

Was tust du, wenn du nicht am Schreiben bist?

Ich arbeite als Übersetzerin, versuche, mein Psychologiestudium zu beenden (in letzter Zeit bin ich diesem Ziel nicht wirklich näher gekommen), fahre Fahrrad, denn dafür ist Amsterdam natürlich die Stadt, feile an meinem Japanisch und lerne seit Neuestem Holländisch. Und natürlich lese ich auch gerne 😉

Hast du eine Buchempfehlung für uns?

Der Übergang von Justin Cronin

verfluchte liebe klein

Fiona Kawazoe/Winter, geboren 1987 bei Frankfurt am Main, studierte vorerst Englisch mit dem Ziel, Übersetzerin zu werden. Nach Abschluss des Studiums zog sie nach Tokyo, wo sie als Sprachlehrerin arbeitete und ihren japanischen Mann kennenlernte. Seit 2011 studiert sie außerdem Psychologie und wohnt mittlerweile in Amsterdam, arbeitet als Übersetzerin und schreibt Romane.

Hier geht’s zum E-Book und hier zur Leseprobe von Vampirjägerin inkognito – Verfluchte Liebe.

Sandra Helinski über Rockstar Sommer

Sandra HelinskiWorum geht es in deinem Buch Rockstar Sommer?

Hauptsächlich dreht es sich um Träume, Wünsche und Ziele, die dem Leben einen Sinn geben. Anna bekommt die Möglichkeit, ihre Träume wahr zu machen: ihr ungeliebtes Leben hinter sich zu lassen, ein altes Haus von Grund auf zu renovieren und in ihrem Traumjob als Verhaltenstherapeutin für Hunde zu arbeiten. Doch natürlich läuft im Leben nicht immer alles reibungslos. Es ist nämlich gar nicht so einfach, ganz allein diese Renovierungsarbeiten zu stemmen. Und wie kommt man an Kunden, wenn man sich scheut, fremde Menschen anzusprechen? Außerdem hat ihre beste Freundin Suzi auch noch eine Idee, ihr ohnehin sehr aufregendes Leben noch etwas aufzupeppen, indem sie ihr ihren Lieblingssänger Eddi Markgraf für einen Erholungsurlaub aufhalst. So muss Anna ihren Kundenkreis von Hunden noch auf Rockstars erweitern. Aber wie heißt es doch so schön: Man wächst an seinen Aufgaben.

 

Wie lange hast du an deinem Buch gearbeitet?

Das ging tatsächlich recht schnell. Ich habe im Mai letzten Jahres angefangen und konnte das letzte Kapitel im November abschließen. Es hat unheimlich Spaß gemacht, in Annas Leben einzutauchen, so dass mir immer neue Ideen gekommen sind. Für die Überarbeitung habe ich nochmal genauso lange gebraucht, denn ursprünglich hatte ich nicht vor, diese Geschichte zu veröffentlichen. Da musste ich doch einiges umarbeiten.

 

Wie kamst du auf die Idee?

Diese Geschichte vereint meine eigenen Wünsche und Träume mit ein bisschen Schwärmerei und dem Versuch, das alles in eine Geschichte zu bringen.

Die Idee dazu wächst eigentlich schon sehr lange in mir. Meist probiere ich in Gedanken ein paar Varianten aus, bis ich eine finde, die mich innerlich gar nicht mehr loslässt. Und die bringe ich dann zu Papier.

Die Gegend, in der die Geschichte spielt, kenne ich ganz gut, etwas weiter südlich hatten meine Großeltern, die auch Namenspaten für die Hauptfiguren waren, ein ähnliches Haus. Ich fand die Vorstellung, eines Tages so ein Haus zu renovieren und modern und ansprechend zu gestalten, sehr interessant. Und da ich vermutlich in der Realität nie dazu kommen werde, so etwas wirklich zu machen, musste es eben in meiner Fantasie geschehen.

Den ersten Patienten, den Anna bei sich aufnimmt, Pino, ein aggressiver Rottweilermischling, habe ich vor einigen Jahren selbst kennen gelernt. Damals hieß er Balu und kam ins Tierheim, weil er seine Besitzer gebissen hatte. Glücklicherweise hat er ein sehr gutes neues Zuhause gefunden. Leider nicht bei mir, obwohl ich ihn gern genommen hätte.

 

Der Traumjob von Anna ist eher ungewöhnlich … nämlich Verhaltenstherapeutin für Hunde. Warum hast du ausgerechnet diesen Beruf gewählt?

Ganz einfach: das ist mein Traumjob! Ich habe, genau wie Anna, bei einem Praktikum im Tierheim nach der Schule erkannt, dass ich ein Händchen für schwierige Hunde habe. Danach habe ich Verhaltensbiologie studiert und ein besonderes Augenmerk auf Wölfe, Hunde und Pferde gelegt. Meine Arbeit ist jetzt zwar gänzlich was anderes, aber meinen Traum, eines Tages Verhaltenstherapeutin für Hunde zu werden, habe ich nie wirklich aufgegeben. Und wer weiß, ich bin ja noch nicht alt …

 

Wie viel von dir steckt eigentlich in Anna? Bist du z. B. auch so handwerklich begabt wie sie?

In dem Roman steckt viel von mir. Das hat vor allem damit zu tun, dass ich der Meinung bin, man kann nur über etwas wirklich gut schreiben, was man auch beherrscht. Anna hat in dem Buch nur die Arbeiten selbst erledigt, die ich auch kann und schon gemacht habe. Wir haben erst vor zwei Jahren ein älteres Haus gekauft und seither viel darin renoviert, das meiste in Eigenleistung. Diese Fähigkeiten habe ich übrigens meinem Vater zu verdanken.

Was fasziniert dich an Rockstars so, dass du gerne Bücher über sie schreibst?

Das Unbekannte! Rockstars können das, was ich leider nicht kann: sie stellen sich auf die Bühne und reißen mit ihrer Musik Massen mit. Ich bin total unmusikalisch, aber wahnsinnig fasziniert von Leuten, die singen und Gitarre spielen können.

 

Und hattest du einen bestimmten Rockstar vor Augen als du an Eddi geschrieben hast? Manche vermuten ja einen gewissen blonden Finnen …

Na ja, wenn ich ehrlich bin, kam Eddi noch nicht immer aus Hamburg. Und er hieß in der ersten Fassung der Geschichte auch noch nicht Eddi. Er konnte noch nicht einmal besonders gut Deutsch. Im Laufe der Geschichte hat er dann immer mehr Eigenleben bekommen und ist von der Vorlage abgewichen. Und dann war es gar kein so großer Schritt mehr, die Geschichte umzuschreiben.

 

Hattest du bestimmte Lieder, die dich in romantischen oder dramatischen Szenen inspiriert haben?

Ich habe beim Schreiben eigentlich die ganze Zeit Musik gehört. Das lag aber hauptsächlich daran, dass ich im Wohnzimmer schreibe, abends, wenn die Kinder im Bett sind. Mein Mann ist dann aber auch noch da und wenn ich mich konzentrieren möchte, muss ich die Nebengeräusche irgendwie ausblenden. Das geht am besten mit Musik, die ich gut kenne und die mich in diesem Moment nicht ablenkt.

Es gibt aber schon Lieder, die mich zu bestimmten Szenen inspiriert haben. Da ist zum Beispiel „6-0“ von Sunrise Avenue. Darin geht es darum, dass ein Mann eine Frau unbedingt davon überzeugen möchte, mit ihm ins Bett zu gehen. Er ist sich sicher, dass er dieses Spiel gewinnen wird und zwar sechs zu null. Das Ende des zweiten Teils habe ich genau mit diesem Lied im Ohr geschrieben.

Und dann gibt es noch „Choose to be me“ (auch Sunrise Avenue 🙂 ). Ganz klar das Lied, dass Anna am Anfang immer wieder hört, als sie ihr altes Leben hinter sich lässt und ihre Erbschaft antritt.

 

Hast du schon weitere Projekte in der Pipeline?

Schwieriges Thema. Ich habe nämlich das Gefühl, dass ich seit einem Jahr gar nichts mehr schreibe. Das stimmt zwar nicht so richtig, denn neben der ganzen Überarbeitung der beiden veröffentlichten Romane habe ich auch eine neue Geschichte angefangen, aber es ist nicht dasselbe wie vorher, als ich mir fast jeden Abend wenigstens eine Stunde zum Schreiben genommen habe. Im Moment stockt es ziemlich und das macht mich auch nicht gerade froh. An Ideen mangelt es nicht. Mehr an der Motivation, mich Abend für Abend an den Laptop zu setzen. Ich hoffe, das wird schnell wieder!

Sandra Helinski – Neuanfang mit Rockmusik – Rockstar Sommer

Sandra Helinski ist hauptberuflich Projektmanagerin in der Suchtforschung und lebt mit ihrer Familie in einem kleinen Weindorf in der Pfalz. Weil sie sich schon ein wenig zu alt findet, um für Rockstars zu schwärmen, schreibt sie lieber einen Romane darüber, wie es wäre, sich in einen Rockstar zu verlieben …

Hier geht’s zu allen Teilen von Rockstar Sommer!

Thomas Kowa im Interview

Thomas KowaWorum geht es in deinem neuen Thriller Remexan – Der Mann ohne Schlaf?

Es geht um das Medikament Remexan mit dessen Hilfe man nur noch eine Stunde pro Tag schlafen muss. Kurz nach der Markteinführung des Medikaments geschehen mehrere Morde an Pharmamanagern, die in Verbindung zum Remexan stehen. Dann wird der ermittelnde Kommissar Lindberg selbst vor die Entscheidung gestellt, das Remexan einzunehmen …

 

Wie bist du auf die Idee für Remexan gekommen?

Die Idee zu dem Medikament Remexan – mit dem man nur noch eine Stunde Schlafen muss – habe ich tatsächlich geträumt. Wahrscheinlich war ich ziemlich übernächtigt und mein Körper fand das eine tolle Idee :-). Am nächsten Morgen stand für mich schnell fest: Daraus muss jemand ein Buch machen. Damals habe ich noch gar nicht geschrieben und habe dann nur mit dieser Idee bewaffnet damit angefangen.
Den ersten Entwurf fand ich toll, aber da war ich leider der einzige. In langen Jahren und vielen Kursen habe ich dann das notwendige Handwerkszeug erlernt, habe die Story immer wieder überarbeitet und dazwischen andere Bücher und Geschichten veröffentlicht, aber dieser eine Traum, der hat mich nicht losgelassen. Und jetzt ist es endlich soweit.

 

Was fasziniert dich an Thrillern?

Thriller erlauben es in eine Parallelwelt abzutauchen, die fast genauso wie unsere ist. Nur ein paar Stellschrauben werden verändert – wie beispielsweise das Medikament mit dem man nur eine Stunde Schlafen muss in Remexan – und schon habe ich eine Spannung. Wie wird sich die Welt ändern? Wer profitiert, wer verliert? Und wer wehrt sich dagegen?

 

Wie realistisch ist das Szenario von Remexan?

Ich habe über zwanzig Jahre in der Pharmaindustrie gearbeitet und ich halte es durchaus für möglich, das es eines Tages ein solches Medikament gibt. Beispielsweise gab es schon in den 30er Jahren das Medikament Pervetin (im Grunde war das Speed) mit dem die Wehrmachtsoldaten tage-und nächtelang durchkämpfen konnten – bis dann die ebenso lange Erschöpfung kam und die Sucht. Wenn man an all die Fortschritte in der Medikamentenentwicklung in den letzten hundert Jahren denkt, kann ich mir gut vorstellen, dass in den nächsten Jahrzehnten ein solches Mittel auf den Markt kommt. Zumal das ganze ein Milliardengeschäft wäre und damit manche in der Pharmaindustrie bereit wären, über die eine oder andere Nebenwirkung hinwegzusehen.

 

Du hast selbst über zwei Jahrzehnte in der Pharmaindustrie gearbeitet, meinst du nicht, dass dir dein Buch dort Probleme bereiten wird?

Die Pharmaindustrie hat mit sehr vielen lebensrettenden Medikamenten dafür gesorgt, dass unsere Lebenserwartung immer länger wird, das Kinder mit Diabetes nicht mehr sterben müssen, oder das verheerende Epidemien wie die Pest oder Cholera nicht mehr auftreten können.
Das ist die gute Seite und es gibt unzählige Mitarbeiter in den Pharmafirmen die dafür jeden Tag ihr bestes geben. Und dann gibt es eine dunkle Seite, auf der Studienergebnisse gefälscht werden, Nebenwirkungen verschwiegen und Arzneimittelpreise mal eben um das hundertfache erhöht werden. Das ist die Seite, gegen die ich mit dem Buch anschreibe, denn im Grunde sind das kriminelle Handlungen, die niemand dulden sollte, sei der Gewinn noch so hoch. Natürlich wird mir da jeder CEO eines Pharmaunternehmens selbstredend zustimmen – nur ob er auch danach handelt, das ist die andere Frage.
Genau darum geht es auch in dem Buch: Wer setzt sich durch? Die aufrichtigen, ethisch korrekten, die in der Industrie arbeiten, oder die, denen es nur um den nächsten Bonus geht?

 

Wer ist „der Mann ohne Schlaf“, der im Untertitel des Buchs genannt wird?

Für mich ist das die Hauptperson des Romans, Kommissar Erik Lindberg. Von Alpträume geplagt versucht er für seine im Koma liegende Freundin da zu sein, er hat bei jedem Besuch eine andere Idee, wie er sie wieder ins Leben zurückbringen will – doch alle Versuche scheitern. Dann ereignen sich Mordfälle an Pharmamanagern und er erkennt, dass das Medikament Remexan damit in Verbindung steht. Gleichzeitig wird er vom Polizeichef unter Druck gesetzt, das Medikament zu nehmen. Es würde eine Menge Probleme lösen – keine Alpträume mehr, viel mehr Zeit für die Freundin und für die Ermittlungen – und trotzdem traut er dem Medikament nicht. Bis er es selbst nimmt…

 

Hast du eine Fortsetzung von Remexan geplant?

Ja, schon einen Monat später wird der Thriller Redux erscheinen – der zweite Fall von Kommissar Erik Lindberg. Es geht um einen alten Ritus, mit dem man im Mittelalter glaubte, Totgeborene wieder zum Leben erwecken zu können, der plötzlich wieder an ermordeten jungen Frauen angewendet wird. Dieses Ritus, den ich im Buch schildere gab es im Mittelalter tatsächlich und er ist auch heute noch verblüffend und faszinierend. Aber mehr möchte ich noch nicht verraten, das steht dann im Buch … 🙂

Thomas Kowa – Remexan

Thomas Kowa, geboren 1969, wohnt in Bern und Mannheim. Er hat Betriebswirtschaft studiert und arbeitete über zwanzig Jahre in der Pharmaindustrie. Nebenbei ist er Musikproduzent, manchmal Weltreisender und Mitglied der Schweizer Fußballnationalmannschaft der Autoren. In seinem Thriller Remexan erlebt der Ermittler Erik Lindberg seinen ersten Fall – und das ausgerechnet in der Pharmaindustrie …

Hier geht’s zum Trailer von Remexan und hier zu ersten Fall und hier zum zweiten Fall von Kommissar Erik Lindberg.

Fiona Winter im Interview

Fiona KawazoeWorum geht es in deinem Buch Für immer und Sushi?

In erster Linie geht es um eine Frau, der es schlecht geht, die eine Depression hat, und ihren unkonventionellen Versuch, damit umzugehen. Dann geht es natürlich auch um Japan und um die Liebe.

 

Wie lange hast du daran gearbeitet?

Ich habe mit dem Schreiben daran angefangen, als ich noch in Tokyo gewohnt habe. Das war kurz bevor ich wieder nach Deutschland zurückgegangen bin, Anfang 2014, und jetzt, Anfang 2016, bin ich damit fertig geworden. Inklusive aller Überarbeitungen hat es also gut 2 Jahre gedauert.

 

Was macht für dich die Faszination an Japan aus?

Das werde ich immer wieder gefragt, sowohl von Deutschen als auch von Japanern, aber ich weiß nie, was ich darauf antworten soll. Natürlich mag ich das japanische Essen, die vielen Freizeitmöglichkeiten, die gerade Tokyo zu bieten hat, und dass die Menschen so ruhig und freundlich sind, aber das sind ja alles nur Nebensächlichkeiten. Ich kann nicht erklären, woran es liegt, aber wenn ich in Japan bin, fühle ich mich einfach wohl.

 

Du hast selber viel Zeit in Japan verbracht – ging es dir wie Vanessa und du hast anfangs einen kleinen Kulturschock erlebt?

Bevor ich in Japan gelebt habe, bin ich schon mehrere Male als Touristin dort gewesen – im Gegensatz zu Vanessa wusste ich also, was mich erwartet. Einen richtigen Kulturschock hatte ich daher nicht, oder eher im positiven Sinne: Anfangs fand ich alles dort super und erst nach ein paar Monaten fiel mir nach und nach auf, dass auch das Leben in Japan nicht perfekt ist.

 

Worin liegen für dich die gravierendsten Unterschiede zwischen der japanischen und der deutschen Kultur?

Ich mag es, dass in Japan viele Leute, anstatt an allem herumzunörgeln, eher auch mal einfach mit einer Situation zufrieden sind. Auf der anderen Seite ist es in Gesprächen manchmal schwer, konkrete Aussagen zu bekommen. Es wird eher ein bisschen um den Kern der Sache herumgeredet. Man muss zwischen den Zeilen lesen, was mir selbst ziemlich schwer fällt.

 

Ist dir aus deiner Zeit in Japan ein bestimmtes Erlebnis in Erinnerung geblieben?

Das allererste Mal, als ich bei der Familie meines Mannes zu Besuch war, hatte ich noch nicht lange in Japan gelebt und kannte mich mit vielen Gepflogenheiten noch nicht so gut aus. Die Eltern und Großeltern meines Mannes wohnten im selben Haus, aber in separaten Wohnungen auf zwei verschiedenen Stockwerken. Als er mich seiner Großmutter vorstellen wollte, mussten wir also durchs Treppenhaus. Wir schlüpften jeweils in ein Paar Plastikhausschuhe, die für genau solche kurzen Wege durchs Treppenhaus vor der Tür standen und machten uns auf den Weg nach oben. Ich verstand zwar nicht viel vom Gespräch mit der Großmutter, aber sie lächelte mich viel an und schien freundlich. Nur, als wir uns verabschiedeten und schon halb zur Tür raus waren, verdüsterte sich plötzlich ihr Gesicht und sie zeigte auf meine Schuhe. Ich verstand überhaupt nicht, was los war. Mein Mann wiegelte ab und schlüpfte wieder in seine Plastik-Hausschuhe, bevor wir die Wohnung verließen. Genau da dämmerte mir mein Vergehen. Ich hatte die Plastikschlappen die ganze Zeit angelassen, hatte damit die Wohnung betreten und mich an den Kaffeetisch gesetzt. Dabei ist Treppenhaus ja gleichbedeutend mit „draußen“, also so etwas wie Straße, und mit Straßenschuhen betritt man keine Wohnung. Mein Mann lachte sich über die Situation kaputt, aber mir war das schrecklich peinlich. Seitdem achte ich ganz genau darauf, wo ich welche Schuhe anlasse oder ausziehe und frage im Zweifel lieber nach.

 

Wie viel steckt von dir und deinen persönlichen Erfahrungen in Für immer und Sushi?

Schon einiges. Zwar nichts Konkretes, die Geschichte im Buch ist rein fiktiv, aber natürlich ist die ganze im Roman wiedergegebene Sicht auf Japan und die japanischen Kultur ja meine eigene, rein subjektive Sicht.

 

Welche Projekte planst du für die Zukunft?

Als nächstes möchte ich wieder einen Frauenroman schreiben, der in Deutschland spielt und nichts mit Japan zu tun hat. Ich bin an der Planung zwar schon dran, aber etwas Konkretes kann ich leider noch nicht dazu sagen, dafür ist es noch zu früh.

 

Was liest du selbst gerne?

Immer mal wieder unterschiedliche Genres, aber in letzter Zeit sind es vor allem historische Romane und Thriller. Ganz allgemein, also genreübergreifend, mag ich Bücher, in denen viel Liebe auf den Entwurf der Charaktere verwendet wurde.

 

Wie bist du überhaupt zum Schreiben gekommen?

Ich schreibe schon ganz lange, habe schon als Kind geschrieben, vor allem, weil ich mir ständig irgendwelche Geschichten zurechtgesponnen habe und diese irgendwie festhalten wollte.

 

Welche anderen Autoren magst du?

Was Frauenromane angeht vor allem Kerstin Gier. Bei den historischen Romanen habe ich ganz viel von Petra Durst-Benning gelesen und bei den Thrillern ist es Sebastian Fitzek.

 

Hast du ein Lieblingsbuch?

Nicht so richtig, aber es gibt mehrere Bücher, die ich sehr mag, weil sie für mich etwas Besonderes an sich haben. Die geheime Geschichte von Donna Tartt hat mich vor Jahren, als ich das Buch gelesen habe, sehr beeindruckt, weil die Charaktere so tiefgründig sind. Der Schwarm von Frank Schätzing finde ich toll, weil es eine so lange, phänomenal recherchierte, wissenschaftliche Geschichte ist. Vor kurzem habe ich Der Übergang plus Nachfolger von Justin Cronin gelesen und ich finde es einfach unglaublich, wie detailliert die post-apokalyptische Welt ist, die der Autor darin erschaffen hat – und noch dazu diese lebendigen, authentischen Charaktere. Ganz außergewöhnlich und absolut lesenswert finde ich auch Battle Royale von Koushun Takami.

 

Was tust du, wenn du nicht am Schreiben bist?

Ich gehe meiner anderen Arbeit, dem Übersetzen nach, und lerne für mein Psychologie-Studium. In meiner Freizeit mache ich ganz normale Sachen: Ich lese gerne, schaue Filme und verbringe Zeit mit meinem Mann und meinen Freunden. Und so oft es geht fliege ich natürlich zurück nach Japan.

Fiona Kawazoe/Fiona Winter – Für immer und Sushi

Fiona Winter studierte vorerst Englisch mit dem Ziel, Übersetzerin zu werden. Nach Abschluss des Studiums zog sie nach Tokyo, wo sie als Sprachlehrerin arbeitete und ihren japanischen Mann kennenlernte. Seit 2011 studiert sie außerdem Psychologie und wohnt mittlerweile wieder in Frankfurt, arbeitet als Übersetzerin und schreibt Romane.

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